doncarlos hat geschrieben:Seit Marx sollten wir aber über Moralismus hinaus sein und etwas mehr Analytisches und faktenorientiertes Denken versuchen.
Was mich sehr wundert ist das völlige Fehlen solider ethnologischer Argumente in dieser ganzen "Flüchtlingsdebatte".
Einerseits Marx zu erwähnen und Analyse zu fordern und im übernächsten Satz ethnologische Argumente einzufordern, erscheint angesichts
dieser Stellungnahme zu solchen Fragestellungen mindestens widersprüchlich?
Es ist nicht die EU allein oder die USA oder die Russen.
Und es ist auch nicht allein die Ethnologie der Flüchtlinge i.S. ihrer Herkunft.
Wie denn auch, wenn wir Flüchtlinge aus Syrien, Tunesien, Marokko, Ghana, Kenia und dem Somalia (um nur einige Länder zu nennen) haben. Oder stammen die jetzt alle aus der gleichen Ethnie nur weil sie "hinterm Mittelmeer herkommen"?
Übrigens dürfte die Frage nach "ethnologischen Argumenten", die du explizit in Richtung afrikanischer Stammesgesellschaften stellst angesichts der verschwindend geringen Anzahl an Flüchtlingen dieser Ethnie wenig bis nichts zur Lösung der Flüchtlingsproblematik beitragen?
Ich denke es gibt von Bürgerkriegen incl. deren Ursachen, Verfolgung, Not, Armut, Hunger bis hin zu reinen Wirtschaftsflüchtlingen sehr viele Ursachen für die Flüchtlingsbewegungen.
Und es gibt genau so viele Ansätze für Änderungen und Fehler, die gemacht wurden und noch gemacht werden.
Wirklich durchgreifende Maßnahmen die Fluchtgründe im jeweiligen Land an der Wurzel zu beseitigen, so dass die Leute dort gar nicht an Flucht denken, wird es selbst mittelfristig nicht geben.
Siehe z.B. Syrien, Afghanistan, Somalia.
Was bleibt, um die Flüchtlingsproblematik zunächst zu regeln (nicht abschließend zu lösen)?
Unterbringung der Flüchtlinge in Heimatnähe unterstützen.
Flüchtlinge ohne Fluchtgrund nach Genfer Konvention sofort zurückschieben.
Potentiellen Flüchtlingen im Herkunftsland klar machen, dass sie hier nicht das Paradies vorfinden, was ihnen von den Schleppern vorgegaukelt wird.
Schlepper radikal bekämpfen.
Den Flüchtlingen hier klar machen, dass sie sich nach Genfer Konvention an die hiesigen Gesetze und Regeln zu halten haben.
Einhaltung des Schengener Abkommens und der Dubliner Übereinkommens.
Und solche administrativen Kleinigkeiten wie lückenlose Registrierung jedes Flüchtlings mit Bild und Fingerabdruck.
Fände ich so rein pragmatisch als Ansatz zielführender als ethnische Fragen zu stellen oder sich darüber auszulassen, dass die Schwarzafrikaner es eh nie gebacken bekommen ohne dafür einen Lösungsansatz zu haben?