ach doncarlos...
doncarlos hat geschrieben:
da komme ich grade wieder rechtzeitig zurück mitten in die heiße Phase dieser alten und immer wieder neu aufgewärmten simplifizierenden Diskussion, für die folgenden Beitrag von Todo exemplarisch ist:
landcruiser. hat geschrieben:und natürlich hat hofreiter recht mit seiner aussage über die agrarINDUSTRIE.wenn man mal ne zeit in den ländern der ach so schlimmen wirtschaftsflüchtlinge in z.b. westafrika gelebt hat, fällt einem umgehend auf, dass nahezu sämtliche agrarprodukte die sich industriell vermarkten lassen aus europa importiert sind, zu unschlagbaren preisen. eier werden gekühlt! (kost' ja nix) aus den niederlande eingeflogen,tomaten ebenso, kartoffeln aus irland, geflügel aus diversen europäischen ländern und so geht das munter weiter...lokale produktion?kaputt.
zitieren üben, das ist ein zitat von mir.
doncarlos hat geschrieben:
In der Tat sticht jedem Afrikafahrer dieses verblüffende Überangebot von westlichem Konsumschrott aller Art incl. der importierten -meist qualitativ schlechten- Lebensmittel in den dortigen Supermärkten ins Auge,
nur spreche ich halt nicht von den eher teuren supermärkten die überwiegend auf die expat klientel abzielen sondern von den lokalen produzenten die kaputt gehen.
( nochmal, ich habe etliche jahre vor ort gelebt, bin nicht nur durchgereist.
und zwar gelebt in afrikanischer dörflicher gesellschaft, nicht in irgendwelchen expat- communities)
doncarlos hat geschrieben:
Geht man nun der Frage nach wieso nicht wenigstens die bunten Klamotten aus durchaus vorhandener afrikanischer -z.B. in Mali hergestellter- Baumwolle gefertigt werden erfährt man Erstaunliches: so ist z.B. in Senegal der Betrieb von Webstühlen regierungsamtlich untersagt und selbst zu kunsthandwerklichen Zwecken dürfen keine aufgestellt werden.
in anderen ländern allerdings ist das nicht untersagt, aber auch dort sind die märkte " besetzt"
doncarlos hat geschrieben:
Nun kann man aus all dem den "Kurzschluss" ziehen, daß die afrikanischen Märkte einfach erstickt werden von den europäischen, amerikanischen oder den immer stärker werdenden chinesischen Handelsimperien, und damit liegt man im großen und ganzen nicht falsch, hat aber nur einen Teil der Wahrheit erfasst.
was nun,
kurzschluss, oder nicht falsch
doncarlos hat geschrieben:
Die Recherche müsste nämlich noch weiter greifen in Richtung der Verflechtung der einheimischen Machtelite, welche für die Handelsgesetzgebung zuständig ist, mit den westlichen oder fernöstlichen Multis mit ihren unleugbaren und somit eigentlich banalen Profitinteressen.
richtig, da gehören natürlich 2 seiten dazu, und ?
doncarlos hat geschrieben:
Dies ist evident und ausgiebigst dokumentiert im fall der Verhinderung des Imports von Gebrauchtautos im Senegal, wo insbes. französische Autofirmen massiv finanziell intervenieren damit dort die sündhaft teuren Neuwagen aus europäischer Produktion abgesetzt werden können
.
beschäftige dich mal mit der rolle des indischen fahrzeugherstellers tata in senegal
doncarlos hat geschrieben:
Man kann natürlich weiterhin die Schuld in erster Linie den alten Kolonialmächten geben aber Schuldzuweisungen haben eigentlich wenig mit Analyse zu tun und laufen meistens auf die altbekannte Rechthaberei hinaus
du darst gerne mal den punkt zitieren wo ich "den kolonialmächten" irgendwelche schuld zuweise...
ich spreche eher von zuviel macht der industrie, und da gehe ich halt ganz konform mit der aussage des herrn hofreiter,
mehr nicht.
(soviel dazu von mir)