
Face to face with lions - Fußsafari zu den Löwen im Lower Zambezi Valley
Es sind besondere Momente wenn die Sonne aufgeht. Obwohl die Nacht voller Stimmen war, kehrt nun das sichtbare Leben zurück. Das Licht bevor die Sonne über den Baumkronen steht, ist warm und weich - einzigartig.
Heute ist ein besonderer Tag. Uli und Sigi wollen mit zwei Rangern zu Fuß Löwen suchen, und finden.
Wir fahren fast eine Stunde tief in die Sapi Area die für Touristen gesperrt ist.
Elefanten haben immer Vorfahrt.
Dann geht es los, zu Fuß. In der Region sind in den letzten Tagen Löwen gesichtet worden. Wir, das sind zwei Ranger Uli und Sigi. Ein Ranger mit Antenne und Peilgerät. Der Andere hat die Kalaschnikow. Das Gelände ist übersichtlich. Hohe Bäume und lichter Busch.
Dieses Kuduweibchen schaut uns erstaunt an. Menschen zu Fuß sind ihr vielleicht noch nicht begegnet. Sie läuft nicht panikartig davon sondern bleibt stehen, bis wir an ihr vorbei sind.
Der Ranger links hat die Peilantenne. Der dunkle Fleck, rechts neben Uli (im hellen Hemd) ist eine “Impalatoilette”. Impalas haben häufig in ihrem Revier Kotplätze.
Wer hier wirklich mutig ist, dass ist Uli. Es ist seine vierte Safari mit mir. Dass es mit mir “zur Sache” geht weis er. Er hat nicht gefragt: Ist das gefährlich? Was machen wir wenn die Löwen angreifen? Viel an Verhaltensregeln kann ich nicht geben: Die Löwen genau beobachten. Nicht fixieren. Wenn sie unruhig werden - stehen bleiben und abwarten. In über 90 Prozent der Fälle beruhigen sie sich wieder. Und nicht vergessen: Vertrauen ist der Anfang von Allem.
Diese Elipsenwasserböcke schauen uns erstaunt an. Menschen zu Fuß sind ihnen offensichtlich noch nicht begegnet.
Über eine Stunde laufen wir durch den Busch. Der Ranger mit der Peilantenne nutzt jede Erhöhung für die Peilung und dreht sich um 360 Grad. Noch immer kein Signal.
Man sieht es ihm an, endlich ein Signal. Zwar noch schwach, aber wir wissen in welche Richtung wir gehen müssen um die Löwen zu finden.
Endlich haben wir auch frische Spuren gefunden. Die Löwen müssen hier am Morgen oder in der Nacht langgezogen sein.
Uli hat das GPS in der Hand und setzt Wegpunkte.
Nun wird es schwieriger. Vorn ist relativ dichter Busch. Ein ideales Versteck für die Löwen. In dem ebenen Gelände ist das Signal über größere Entfernungen zu empfangen. Wir müssen wieder einige Kilometer laufen.
Gefunden. Da vorn liegen sie. Voraus links unter den Büschen sind vier oder fünf Löwen. Links bewegt sich auch etwas. Drei Löwinnen ziehen ab.
Abwarten - aus zwei Richtungen Löwen, das kann gefährlich werden. Die Sonne ist hinter den Wolken verschwunden.
Der Ranger mit der Kalschnikow ist zurückgeblieben. Ist auch besser so. Wir wollen Fotos machen und nicht, dass auf Löwen geschossen wird.
Die Löwen liegen im dichten Schatten. Für das Fotografieren schlecht.
Wir müssen näher an die Gruppe unter den Büschen und abwarten bis die Sonne hinter den Wolken hervor kommt. Uli, der eine Ranger und ich nähern uns sehr vorsichtig.
Noch keine merkliche Unruhe bei den Löwen. Die Rudelführerin, mit dem Halsbandsender richtet sich auf.
Wir, still stehen bleiben und abwarten. Geduld und nochmals Geduld, dann wieder etwas näher.
Wow, jetzt fixiert uns die Alphalöwin. Kein Problem sie ist in keiner Angriffshaltung. Das Hinterteil liegt auf der Seite. Wüsste zu gern was jetzt in ihrem Kopf vor sich geht.
Nun ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Müdigkeit besiegt das Interesse. Wenn sie jetzt erneute in unsere Richtiung schauen sollte, uns fixiert ist die Grenze erreicht, die nicht überschritten werden darf. Noch ein paar Meter-
Die Rudelführerin hat sich wieder hingelegt. Gut so. Sie entscheidet über den weiteren Ablauf. Dann geschieht etwas merkwürdiges. Die anderen Löwen haben das Interesse an uns verloren und schauen angestrengt nach rechts.
He, hallo wir sind hier. In die Kamera schaunen (nur gedacht).
Ein neugieriger junger Elefantenbulle kommt auf uns zu. Es ist erstaunlich wie lautlos sich die Kolosse im Busch bewegen. Kein brechen von Zweigen oder sonstige Geräusche. Nachdem er die Löwen bemerkt hat, dreht er nach rechts ab. Sein Interesse galt sicherlich uns. Nur im Luangwa South National Park in Zambia, haben sich Löwen darauf spezialisiert in der Nacht Elefanten zu jagen. Mit der richtigen Strategie trennen sie jüngere Elefanten von der Herde. Einen erwachsenen gesunden Elefanten kann auch ein großes Löwenrudel nicht reißen.
Wenn ein wenig die Körpersprache der Löwen verstanden wird, sieht man aus der Haltung der Vorderpfoten, dass keine Agressivität vorhanden ist.
Die innere Anspannung löst sich erst als wir wieder in unserem Geländewagen sitzen und der Adrenalinpegel auf “normal” zurückgefallen ist.
Angst gehabt? Nein, war keine Zeit dafür.
Meine Kritiker werfen mir vor, durch derartige Aktionen Tiere zu gefährden, da bei einer Attacke die Löwen erschossen werden.
Wenn die Löwen tatsächlich angreifen sollten, könnte der Ranger vielleicht einen erschießen. In neunundneunzig Prozent der Fälle genügt ein Schuß in die Luft und die Löwen verschwinden im Busch.
Unser besonderer Dank geht an Kerri Rademeyer der Base Camp Managerin der Conservation Lower Zambezi. Die Conservatin Lower Zambezi ist eine “nonprofit organisation”




