Aber auch bei meinem Toyota greift mir mein Nachbar unter die Arme.

Er ist auch ein alter Tüftler und kann sich für meinen alten BJ 40 begeistern. Ich muss mir keine Gedanken mehr machen, denn mein Stück Edelrost kommt in gute Hände und wenn ich wieder mal Deutschland besuche, habe ich einen fahrbahren Untersatz.
Zieht man ins Ausland, dann ist es ratsam alles, was man in die Kisten verstaut auch katalogisiert und das am besten in Englisch. Das sollte dann die Einfuhr im neuen Land erleichtern, da die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass der Zoll jede Kiste öffnet. Die Umzugsfirma, die in der Regel auch die Zollabwicklung durchführt, benötigt ebenfalls diese Aufstellung.
So ein Auszug aus der Heimat ist Nervensache. Man könnte fast verzweifeln. Wo fange ich an, was brauche ich wirklich noch und was kommt in welche Kiste? Ich lasse auch alles leicht zerbrechliche zurück, von dem ich vermute, dass es auf der Reise eh zu Bruch gehen könnte.
Achtung: Bevor man in eine Verpackungswut verfällt, einfach nochmal überlegen, was man bis zum finalen Auszug noch brauchen könnte. Ich habe alles mal verpackt und irgendwann festgestellt, dass ich doch noch das Eine oder Andere benötige und dann geht die Sucherei wieder los.
Bei Elektrogeräten sollte man beachten, dass die Stecker nicht unbedingt in der neuen Heimat passen, wie in Dubai z.B. Also entweder man legt sich einige Adapter zu, oder man läßt die Geräte, auf die man nicht besonders Wert legt zurück. Evtl. helfen auch ein paar Mehrfachsteckdosen aus der Heimat, mit denen man die deutschen Geräte wieder verwenden kann.
Wer Deutschland verläßt, muss sich bei den Meldebehörden abmelden. Und das ist extrem wichtig, denn es gilt einige Verträge zu kündigen, Krankenversicherung, Hausratversicherung, Telefon- und Internetanschluß. Da es sich in den meisten Fällen um eine außerordentliche Kündigung handelt, muss man durch die Abmeldebescheinigung nachweisen, dass man Deutschland wirklich verlässt und die vorzeitige Kündigung gerechtfertigt ist. Beim Auszug aus Deutschland muss der Vermieter den Auszug bestätigen. Es reicht eine formlose Mitteilung, in der der Vermieter, Mieter, die Adresse des Mietobjekts und das Wort "Auszug" erwähnt wird. Über diese Vermieterbestätigung herrscht ziemliche Unklarheit. Selbst unter den Meldebehörden und Rechtsanwälten. Abmelden kann man sich frühestens acht Tage vor dem Verlassen der Heimat. Auch diesebezüglich gibt es in den Ämtern Wissenslücken.
Irgendwann stehen die mehr oder weniger vollen Kisten in den Zimmern. Das Chaos wird immer größer und man tendiert fast dazu, wieder mit dem Rauchen anzufangen.
Also einfach nochmal durchatmen und die Strategie überdenken. Ich stelle sicher, dass ich nichts mehr aus den bereits gefüllten Kartons brauche, verklebe sie und staple sie schon mal im Flur. Schon ist das Chaos, zumindest teilweise beseitigt. Na also, geht doch.
Kurz vor dem Eintreffen der Umzugsfirma verklebe ich die restlichen Kartons und ab in den Lieferwagen damit. Mein Umzugsgut macht sich zunächst auf den Weg nach Hamburg, von wo es auf ein Schiff verladen und seine Reise zur See antreten wird. In etwas sechs Wochen sollen meine Kiste in Dubai ankommen. Hoffentlich...
Es ist schon ein eigenartiges Gefühl. Im Haus herrscht gähnende leere. Noch ein paar Möbel, die mein Nachbar noch entsorgen wird, eine Matratze als "letzte" Ruhestätte bis zum Abflug nach Dubai.
Wenn ich in Dubai angekommen bin, geht der Umzugsstress weiter. Ich habe derzeit ein drei Monats Visum. Bei meiner Einreise werde ich an der Immigration mein richtiges Visum in den Pass bekommen. Und ich darf in Dubai bis auf Weiteres kein Fahrzeug mehr führen.
Zunächst muss ich die Emirates ID beantragen, eine Plastikkarte, die unserem neuen Personalausweis entspricht. Danach darf ich mich einem Augentest unterziehen, den übrigens jeder besteht

um dann meinen emiratischen Führerschein zu bekommen.
Ich habe aber immer noch keine neue Bleibe. Alles hat seine Reihenfolge. Zunächst benötige ich die Emirates ID. Danach kann ich ein Bankkonto eröffnen. Habe ich ein Bankkonto, bekomme ich Schecks und habe ich Schecks, kann ich mir eine neue Unterkunft mieten. Die Miete wird in Dubai übrigens nicht überwiesen, sondern mit Schecks bezahlt.
Dann warten wir mal ab, wie es weiter geht. Ganz ehrlich? Ich bin heilfroh, wenn dieser Umzug erledigt ist. Dann nehmem ich mir ein paar Tage frei und gehe in die Wüste
