Auswärtiges AmtAuswärtiges Amt hat geschrieben:Venezuela
Stand 24.01.2024
Letzte Änderungen:
- Aktuelles
- Reiseinfos (Geld/Kreditkarten)
- Einreise und Zoll (Mögliche Einreisebeschränkungen/COVID-19)
- Gesundheit (Aktuelles: Dengue-Fieber; Impfschutz; Malaria)
Aktuelles
Ausnahmezustand, Versorgungsnotstand und Proteste
Der landesweite Ausnahmezustand gilt bereits seit Mai 2016, der wirtschaftliche und medizinische Versorgungsnotstand besteht fort. Die weitere Entwicklung der Lage ist nicht absehbar. Die unter Sicherheit genannten Risiken, u.a. die Gewaltkriminalität, werden in weiten Teilen des Landes durch die aktuelle Krise und eine zunehmende Verarmung verstärkt.
Seit März 2019 gibt es fast im gesamten Land wiederkehrende Stromausfälle sowie Störungen der Mobilfunknetze und des Internets. Auch der Flughafen Caracas International kann zeitweilig betroffen sein.
Soweit Wasser über öffentliche Versorgungsnetze verfügbar ist, wird dieses nicht in Trinkwasserqualität bereitgestellt. Die Versorgung der Haushalte mit Gas ist prekär. Mit Benzinknappheit muss jederzeit gerechnet werden, insbesondere außerhalb der Region um die Hauptstadt Caracas. Aufgrund der Notlage und der Versorgungsengpässe führen soziale Proteste regelmäßig auch immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.Reiseinfos
- Seien Sie besonders vorsichtig und halten Sie sich informiert.
- Meiden Sie Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig.
- Lassen Sie sich Flüge vor Reiseantritt verbindlich bestätigen.
- Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
Geld/Kreditkarten
Die Landeswährung Bolívar Digital (VES) wurde im Oktober 2021 eingeführt. De facto wurden aufgrund der weiterhin hohen Inflation sechs Nullen der vorherigen Währung, Bolívar Soberano, gestrichen. Landeswährung ist kaum erhältlich, es kann deshalb in der Regel kein Geld getauscht werden und die Ausgabe an Geldautomaten wurde eingestellt. Der Zahlungsverkehr erfolgt weitgehend elektronisch und ist meist auch mit internationalen Kreditkarten möglich.
Der USD hat sich als Zahlungsmittel größtenteils im Land etabliert, ist jedoch vor Ort kaum erhältlich. Deshalb sollte ausreichend Bargeld in möglichst kleinen Scheinen (es gibt kein Wechselgeld) mitgeführt werden. Der Kurs gegenüber dem Bolívar Digital ändert sich nahezu täglich.
Beim Einsatz von Kreditkarten ist erhöhte Vorsicht angebracht, da es immer wieder Fälle von betrügerischen Abbuchungen gibt.
Einreise und Zoll
Mögliche Einreisebeschränkungen/COVID-19
Bestimmungen zur Einreise ändern sich häufig. Bitte informieren Sie sich zusätzlich bei den offiziellen Stellen Venezuelas sowie der für Deutschland zuständigen Vertretung. Bitte beachten Sie die Hinweise unter COVID-19.
Gesundheit
Aktuelles: Dengue-Fieber
2023 verzeichnet das Land einen großen Ausbruch von Dengue-Fieber mit doppelt so hohen Fallzahlen als im Vorjahr.
Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen mit möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht. Eine Impfung ist verfügbar, siehe Dengue-Fieber.Impfschutz
- Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.
- Lassen Sie sich bezüglich einer Impfung von Tropen- und/oder Reisemedizinern beraten.
Bei direkter Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben, eine Gelbfieberimpfung wird jedoch dringend bei Reisen in nahezu alle Landesteile außer zentraler Abschnitte der Nordküste empfohlen. 2021 sind sieben Gelbfieberinfektionen bei Menschen südlich der Gemeinde Maturín im Nordosten Venezuelas (Staat Monagas) aufgetreten.
Bei Einreise aus einem Gelbfieberendemiegebiet wie z.B. den Nachbarländern wird der Nachweis einer Gelbfieberimpfung von allen Personen ab einem Jahr verlangt. Das gilt auch bei einem Aufenthalt von mehr als 12 Stunden im Transit (z. B. in Brasilien).Malaria
- Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
- Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Dengue-Fieber, Hepatitis B, Typhus und Tollwut empfohlen.
- Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung in den Reise-Impfempfehlungen.
- Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.
Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Malaria.Hohes Risiko besteht ganzjährig in der Region südlich des Orinoko sowie in einem Streifen nördlich entlang des Orinoko, einschließlich dem Mündungsdelta im Bundestaat Delta Amacuro. Geringes Risiko in den Regionen nördlich davon, einschließlich Caracas und Isla Margarita.
- Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.
Der Haupterreger ist Plasmodium vivax (77%), der die Malaria tertiana auslöst. Daneben kommt die Malaria tropica (23%) in unterschiedlicher Häufigkeit vor. Siehe auch die aktuellen Verbreitungskarten des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG.
Die Notwendigkeit einer Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) hängt von Ihrem Reiseprofil ab. Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner. Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird ggfs. empfohlen.
Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
- Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
- Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz.
Gruß
Birgitt




