- Die Sonne ist vor wenigen Minuten aufgegangen. Noch ist es kühl am Long Pool. Der Pool ist drei bis vier Kilometer lang und ungefähr zweihundert Meter breit.
Vor hunderten von Jahren floß hier der Zambezi. Der Fluß hat irgendwann seinen Lauf geändert und ist jetzt ein paar Kilometer entfernt. Obwohl keine Verbindung zum Zambezi besteht, trocknet der Long Pool niemals aus.
Uli und ich pirschen zu Fuß am Pool entlang. In der Trockenzeit kommen viele Tiere aus den Mopanewäldern zum trinken.
- Im Pool leben zwei Flußpferdgruppen mit ungefähr je zehn Tieren.
Diesen Flußpferdbullen scheint unsere Anwesenheit zu stören. Er hat sich, für uns unbemerkt, unter Wasser genähert und taucht knapp fünf Meter vor uns auf.
Er ist sichtbar wütend. Wenn er jetzt mit großer Bugwelle aus dem Wasser schießt ist für uns Holland in Not. Hippos (Flußpferde) sind an Land schneller als Menschen. Jetzt weglaufen wäre die genau falsche Reaktion. Auch bei Nichfleischfressern löst die Flucht des “Störenden” häufig den Angriff aus. Stehenbleiben und abwarten. In 99 Prozent der Fälle passiert nichts. In Afrika ereignen sich die meisten tödlichen Unfälle mit den Hippos. Meist sind es Einheimische die bei Dunkelheit herumlaufen und mit grasenden Flußpferden zusammenstossen.
- Warzenschweine können sehr zutraulich werden. Im Sweetwaters Reservat am Mount Kenya lebt Miss Piggy. Sie wurde allein als Jungtier von den Rangern gefunden. Sie ist bis in das Rangercamp mitgelaufen und geblieben. Damit sie nach Meinung der Ranger ein artgerechtes Leben führen soll, wurde sie zweimal weit entfernt im Busch ausgesetzt. Nach zwei Tagen war sie wieder da. Hat eben ein anderes Verständnis von artgerechter Lebensweise. Das Camp ist völlig offen. Es gibt keinen Zaun. Sie kann kommen und gehen, wann immer sie will. Manchmal ist sie tagelang weg. Sie ist handzahm und lässt sich streicheln. Sie hat nur eine Untugend. Sie knabbert an Wildlederschuhen. Nach längerer Abwesenheit, die Ranger meinten sie wäre von Löwen gerissen worden, kam sie mit fünf halbwüchsigen Ferkeln in das Camp. Erstaunlicherweise ließen sich auch die Ferkel anfassen, obwohl sie nie Kontakt zu Menschen hatten.
Hinweis:
Mehr Fotos in höherer Auflösung unter:http://www.privatsafaris.de/html/long_pool.html
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