Auswärtiges AmtAuswärtiges Amt hat geschrieben:Äthiopien
Stand 19.12.2023
Letzte Änderungen:
- Gesundheit (Aktuelles; Durch Mücken, Zecken und sonstige Gliederfüßer übertragene Erkrankungen; Erkrankungen im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene; Neustrukturierung Gesundheitsteil)
Gesundheit
Aktuelles
2024 wurden im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Malariafälle gemeldet, mit einem zusätzlich signifikanten Anstieg der Fallzahlen seit September. Dabei sind insbesondere die Regionen Oromia, Amhara und der Süden des Landes besonders stark betroffen. Äthiopien ist ganzjährig Hochrisikogebiet für Malaria in Regionen ≤ 2.500 Höhenmetern. Reisende sollten daher konsequent auf Mückenschutz achten und eine Malariaprophylaxe einnehmen, siehe Durch Mücken, Zecken und sonstige Gliederfüßer übertragene Erkrankungen.
ImpfschutzMedizinische Versorgung
- Pflichtimpfungen:
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder Aufenthalt von mehr als 12 Stunden im Transit eines Gelbfiebergebiets ist ab dem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.- Reiseimpfungen:
Es sind Impfungen gegen Hepatitis A und Poliomyelitis empfohlen. Nach individueller Indikation sind zusätzlich Impfungen gegen Denguefieber, Hepatitis B, Meningokokken ACWY, Tollwut und Typhus angeraten. Eine Cholera-Impfung ist in der Regel nicht notwendig.- Standardimpfungen:
Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des RKI auf aktuellem Stand befinden. Aufgrund wiederholter Ausbrüche sollte insbesondere ein adäquater Impfschutz für Masern und Diphtherie sichergestellt werden.
Die medizinische Versorgung in Äthiopien ist nicht mit der Versorgung in Deutschland vergleichbar. Es fehlt vielerorts medizinisches Fachpersonal. Es gibt einige gut ausgestattete Einrichtungen, größere, langfristig planbare Operationen sollten jedoch in Europa durchgeführt werden. Notfall- und Basisversorgung sind in den großen staatlichen Krankenhäusern sowie etlichen Privatkliniken gewährleistet. Die Apotheken haben ein ausreichendes Sortiment wichtiger Standardmedikamente. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor. Insbesondere bei bekannten Vorerkrankungen sollten Reisen nach Äthiopien auch wegen zusätzlicher Belastungen (z. B: Höhenlage von ca. 2.400 Hm) sorgfältig abgewogen werden.Durch Mücken, Zecken und sonstige Gliederfüßer übertragene Erkrankungen
- Lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende reisemedizinische Praxen und Impfstellen sind u.a. über die DTG zu finden.
- Nehmen Sie eine Reiseapotheke sowie regelmäßig einzunehmende Medikamente mit. Lassen Sie sich für die Einreise ggf. die Notwendigkeit ärztlich auf Englisch bescheinigen.
- Schließen Sie eine medizinische Evakuierungsversicherung ab.
Gelbfieber und Malaria sind schwerwiegende Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden. Der Anteil der gefährlichen Malaria tropica (P. falciparum) und Mischinfektionen beträgt 76%, 22% entfallen auf Malaria tertiana (Plasmodium vivax), 2% auf andere. Eine Karte der Malaria-Risikogebiete stellt die DTG zur Verfügung. Das Malariarisiko ist regional unterschiedlich:Darüber hinaus gibt es folgende mückenübertragene Erkrankungen, die ganzjährig landesweit auftreten können: Chikungunyafieber, Denguefieber, Leishmaniasis, Lymphatische Filariosen und Zikavirus-Infektionen.
- Ganzjährig hohes Risiko: unterhalb von 2.500 Hm im ganzen Land inklusive der Stadt Lalibela
- Ganzjährig geringes Risiko: Addis Abeba, Höhenlagen oberhalb 2.500 Hm
Erkrankungen im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene
- Schützen Sie sich tagsüber, in der Dämmerung und nachts konsequent vor Mückenstichen. Benutzen Sie regelmäßig Mückenschutzmittel und tragen entsprechende Kleidung. Verwenden Sie nachts Bettnetze, siehe Schutz vor Insekten.
- Es gibt eine Impfung gegen Gelbfieber und Denguefieber. Lassen Sie sich bzgl. Ihres persönlichen Risikos beraten.
- Zur Verhinderung einer Malaria wird in Gebieten mit hohem Malariarisiko zusätzlich zum Mückenschutz eine Malariaprophylaxe empfohlen.
- Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
Insbesondere durch mangelnde Trinkwasser-, Lebensmittel und Handhygiene können Erkrankungen auftreten, die oft mit Durchfällen einhergehen. Häufig treten unbestimmte Reisedurchfälle auf. Cholera hingegen betrifft Reisende so gut wie nie. Bestimmte Viruserkrankungen der Leber (Virushepatitis A und E), Shigellose und Typhus treten auch bei Reisenden auf. In Äthiopien wurde Poliomyelitis (cVDPV-2) nachgewiesen.Mensch-zu-Mensch-übertragene Erkrankungen
- Beachten Sie unsere grundlegenden Hygienehinweise.
- Lassen Sie sich hinsichtlich einer Hepatitis A- und Typhus-Impfung beraten.
- Stellen Sie einen vollständigen Impfschutz gegen Poliomyelitis sicher. Bei Aufenthalten ≥ 4 Wochen sollte laut WHO-Vorgaben eine Impfung 4 Wochen bis 12 Monate vor Ausreise aus dem betroffenen Land erfolgen. Bei einem Aufenthalt < 4 Wochen ist eine Auffrischimpfung empfohlen, wenn die letzte Impfung vor mehr als 10 Jahren verabreicht wurde, siehe Poliomyelitis.
- Lassen sich hinsichtlich einer Cholera-Impfung beraten, falls Sie längerfristig in Choleraepidemiegebieten z.B. als medizinisches Personal oder in der Katastrophenhilfe tätig sind.
In Äthiopien besteht ein Risiko für Erkrankungen wie Meningokokken-Erkrankungen und Tuberkulose. Diese werden durch den engen Kontakt mit infizierten Menschen übertragen. Die höchsten Erkrankungszahlen von Meningokokken-Erkrankungen treten in der Trockenzeit von Dezember bis Mai auf, vorwiegend im Westen und Süden des Landes.HIV-Infektionen, Mpox und bestimmte Lebererkrankungen (Virushepatitis B, C und D) können durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Die Übertragung ist prinzipiell auch durch Drogenkonsum mit unsauberen Spritzen oder Kanülen, Tätowierungen und Bluttransfusionen möglich.
- Halten Sie sich grundsätzlich von krank wirkenden Personen fern. Besuchen Sie keine Beerdigungen oder Krankenhäuser.
- Beachten Sie lokale Warnungen.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Meningokokken ACWY-Impfung ärztlich beraten.
Durch Tierkontakt übertragene Erkrankungen
- Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Hepatitis B-Impfung ärztlich beraten.
Eine Ansteckung mit Tollwut erfolgt vorrangig über Hunde und spielt aufgrund der Nähe dieser Tiere zu Menschen eine besondere Rolle. In Äthiopien leben eine Reihe gefährlicher, teils nachtaktiver Giftschlangen, giftiger Spinnen und Skorpione.Weitere Gesundheitsgefahren
- Meiden Sie grundsätzlich den Kontakt zu Tieren.
- Sollten Sie von einem Hund, einer Schlange, Spinne oder Skorpion gebissen werden, begeben Sie sich umgehend in ärztliche Betreuung. Gegengifte sind nur begrenzt erhältlich.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Tollwutimpfung vor Reiseantritt beraten. Beachten Sie, dass Immunglobuline nur sehr begrenzt im Land erhältlich sind und bei aktiven Tollwutimpfstoffen Lieferengpässe vorkommen können.
- Beachten Sie bei Schlangenbissen die Hinweise zu Schlangenbisse.
Schistosomiasis ist eine Wurmerkrankung, die auch bei geringem Kontakt mit Süßwasser übertragen werden kann. Auch in fließenden Gewässern kann Schistosomiasis übertragen werden.Insbesondere in großen Städten kann es durch Luftverschmutzung zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. Aufgrund der Lage Addis Abebas zwischen Bergen kann es zu Inversionswetterlagen kommen, wodurch sich die Luftverschmutzung verstärkt.
- Sehen Sie vom Baden und Schwimmen in Binnengewässern ab.
Intensive Sonneneinstrahlung kann zu kurz- und langfristigen Haut- und Augenschäden führen. Aufgrund der Höhenlage ist die UV-Exposition wesentlich intensiver als auf Meereshöhe.
- Informieren Sie sich über aktuelle Luftwerte z.B. über den World Air Quality Index sowie die App IQAir.
Reisen in große Höhe können mit besonderen Gefahren verbunden sein.
- Informieren Sie sich z.B. über die App SunSmart über notwendige Sonnenschutzmaßnahmen.
- Beachten Sie unsere Informationen zur Höhenkrankheit.
Gruß
Birgitt



