Auswärtiges Amt hat geschrieben:Kolumbien
Stand 09.07.2026
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Sicherheitslage)
- Sicherheit (Terrorismus; Innenpolitische Lage)
Aktuelles
Sicherheitslage
Am 21. Juni 2026 fanden Präsidentschaftswahlen in Kolumbien statt. Auch angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels bleibt die Sicherheitslage, insbesondere in den bekannten Konfliktregionen, angespannt, siehe Sicherheit – Innenpolitische Lage. Insbesondere in Bogotá und anderen Großstädten ist mit Demonstrationen und spontanen Protesten zu rechnen, inklusive Verkehrsbehinderungen und Straßenblockaden.
Im Vorfeld der Wahlen hatte sich die Sicherheitslage vor allem im Südwesten des Landes verschärft. Es kam vermehrt zu Drohungen gegen Kandidaten und Wahlkampfmitarbeiter, Anschlägen und Sperrungen von Straßen durch bewaffnete Gruppen, siehe Sicherheit – Innenpolitische Lage.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
- Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden.
- Informieren Sie sich zur aktuellen Sicherheitslage in den lokalen Medien.
- Meiden Sie die Nähe zu Militär- und Polizeieinrichtungen, da diese in der Vergangenheit oft Ziel von Anschlägen waren.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND.
Sicherheit
Terrorismus
Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert. Die Friedensgespräche mit der FARC-Dissidenz und ELN sind ausgesetzt. Anfang 2025 waren Kampfhandlungen zwischen organisierten Gruppen in der nordöstlichen Provinz Norte de Santander (Grenzgebiet zu Venezuela) ausgebrochen; es kam zu größeren Fluchtbewegungen unter der Zivilbevölkerung. Die Region ist seither nicht zur Ruhe gekommen. Weitere Gruppen (ELN, EPL, FARC-Dissidenten sowie Gruppen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität) liefern sich in Norte de Santander, aber auch in anderen Teilen des Landes (Cesar, Bolívar, Córdoba, Guaviare, Norden von Antioquia, Valle del Cauca, Cauca und Caquetá) immer wieder bewaffnete Auseinandersetzungen. Die genannten Gruppierungen sind in vielfältigen Deliktsfeldern (Drogenhandel, illegaler Bergbau, Schmuggel, Erpressung, Entführung, Anschläge, Gewalt- und Tötungsdelikte usw.) aktiv und gehen aggressiv gegen Eindringlinge bzw. potentielle Opfer vor. Dies gilt insbesondere in den Grenzregionen Kolumbiens zu Venezuela und Ecuador und in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten. Dort ist die staatliche Kontrolle weiterhin nicht gewährleistet. Auch wenn Reisende in der Regel nicht Ziel von Anschlägen sind, besteht die Gefahr von Kollateralschäden.
Seit Ende April 2026 kam es zu einer Serie von Bomben- und Drohnenanschlägen im Südwesten des Landes, schwerpunktmäßig in den Regionen Cauca und Valle del Cauca, mit weiteren Vorfällen in Nariño und Huila. Es gab Todesopfer und Verletzte. Die Sicherheitslage entlang der Panamericana war kritisch, die Militär- und Polizeipräsenz in den betroffenen Gebieten wurde verstärkt.
- Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen aufmerksam.
- Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.
Sicherheit
Innenpolitische Lage
Nach der abschließenden Stichwahl der Präsidentschaftswahlen am 21. Juni 2026 werden die kommenden Wochen vom bevorstehenden Regierungswechsel geprägt sein. Herausgehobene Bedeutung haben dabei die Termine der ersten Sitzung des neuen Kongresses am 20. Juli 2026 und die Amtsübergabe an den neu gewählten Präsidenten am 7. August 2026.
Demonstrationen, Protestaktionen und Streiks können insbesondere in großen Städten in Kolumbien jederzeit stattfinden. Verkehrsbehinderungen und Straßenblockaden, auch vor Grenzübergängen wie nach Ecuador und Venezuela, sowie gewalttätige Ausschreitungen können dabei nicht ausgeschlossen werden.
- Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
- Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.