MODERATOR-NOTE: Da die Reise-/Sicherheitshinweise für Angola seitens AA vollständig überarbeitet wurden, haben wir diesen neuen Thread gestartet. Die Hinweise vom 01.03.2006 - 18.08.2011 findet ihr unter: Reise-/Sicherheitshinweis Angola 01.03.2006 - 18.08.2011
Auswärtiges AmtAuswärtiges Amt hat geschrieben:Angola:
Stand 19.10.2011
Letzte Änderung:
- Landesspezifische Sicherheitshinweise, Kriminalität
- Allgemeine Reiseinformationen
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Reisen über Land
Der Bürgerkrieg in Angola ist seit 2002 beendet. Als langfristige Folge des Bürgerkrieges bestehen in einigen Landesteilen außerhalb der großen Städte noch Gefahren durch Landminen. Über Risiken an spezifischen Reiserouten sollten daher Erkundigungen bei der örtlichen Verwaltung eingeholt werden. Die NRO Survey Action Center bietet im Internet vorläufige Übersichten der Erfassung (http://www.sac-na.org/pdf_text/angola/ AGO_PosterMap_Eng.pdf).
Wie der Anschlag der FLEC-Separatisten vom 8. Januar 2010 auf die togoische Fußballnationalmannschaft belegt, ist die Provinz und Exklave Cabinda, trotz massiver Präsenz angolanischen Militärs, noch immer nicht befriedet. Von Reisen in das Landesinnere der Provinz Cabinda wird dringend abgeraten. Davon ausgenommen sind Flugreisen in die Provinzhauptstadt Cabinda. Bitte beachten Sie die Hinweise zur Nutzung angolanischer Luftlinien (siehe Abschnitt Verkehrsinfrastruktur / Verkehrsmittel).
Bei Reisen in die Diamantengebiete (besonders Provinzen Lunda Norte und Lunda Sul) wird zu Vorsicht geraten. Diese Reisen sollten nicht auf eigene Faust unternommen werden.
Kriminalität
Bewaffnete Überfälle kommen insbesondere in Luanda nach Einbruch der Dunkelheit, aber auch im Rest des Landes und auch tagsüber vor. Ausländische Reisende, bei denen Geld vermutet wird, sind bevorzugtes Ziel von Diebstählen und Raubüberfällen, bei denen ein Augenmerk auf der Erbeutung von Mobiltelefonen liegt. Zu besonderer Vorsicht beim Telefonieren auf der Straße wird geraten. Nachts sollten Spaziergänge allgemein vermieden werden.
Insbesondere in Luanda werden Überfälle auf Kfz verübt, die im stehenden Verkehr keine Fluchtmöglichkeit haben. Diese Überfälle erfolgen, unabhängig von der Tageszeit, überwiegend durch bewaffnete Täter auf Motorrädern. Erbeutet werden hier Mobiltelefone und Geldbörsen.
Fahrzeugkontrollen durch die Polizei werden oft dazu genutzt, wegen tatsächlicher oder angeblicher Regelübertretungen (häufig: regelwidriges Linksabbiegen) Bestechungsgelder zu erpressen. Hier sollte auf korrekter Ausstellung eines Strafzettels (multa) bestanden werden.
Allgemeine Reiseinformationen
Sprache
Portugiesische Sprachkenntnisse sind von großem Vorteil, da nur wenige Angolaner eine andere international gängige Sprache sprechen.
Klima
Hohe Temperaturen (bis zu 35°C) in den heißen Monaten Oktober bis Mai, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit (bis zu 95%), können im Küstenbereich Angolas ohne Benutzung von Klimageräten zu Schlaflosigkeit, körperlichem Unwohlsein und erhöhter nervlicher Belastung führen.
Geldversorgung / Kreditkarten
Nur in den großen Hotels und in einigen wenigen Restaurants werden internationale Kreditkarten akzeptiert. Sonstige Rechnungen werden bar in der angolanischen Währung, dem Kwanza, beglichen. Viele Restaurants und Hotels nehmen auch US-Dollar an. 100-Dollar-Noten werden in Banken nur gewechselt, wenn sie 1996 oder später gedruckt wurden. Reiseschecks sind praktisch unbekannt und können - wenn überhaupt - nur zu einem ungünstigen Wechselkurs eingetauscht werden.
Devisen dürfen anmeldefrei im Gegenwert bis zu 15.000 USD ein- und ausgeführt werden. Darüber hinausgehende Werte sind bei der Einreise zu deklarieren. Deklarierte Werte über 15.000 USD hinaus können wieder frei ausgeführt werden.
Die Ausfuhr von Kwanza ist verboten.
Unterkunft
Die Unterbringung in Luanda sollte aus Sicherheitsgründen in Hotels der gehobenen Kategorie erfolgen.
Restaurants
Das Angebot an Restaurants in Luanda erfüllt quantitativ und weitestgehend auch qualitativ alle Bedürfnisse, allerdings zu einem sehr hohen Preis (Luanda ist nach Untersuchungen verschiedener Consultingfirmen für Ausländer die teuerste Hauptstadt der Welt). Der Verzehr von Salaten und die Verwendung von Eiswürfeln in Getränken stellen ein Risiko für Magen- und Darmerkrankungen dar.
Verkehrsinfrastruktur / Verkehrsmittel
Die angolanische Luftverkehrsgesellschaft TAAG und alle in Angola fliegenden Inlandslinien unterliegen aufgrund von Sicherheitsrisiken Betriebsbeschränkungen in die Europäische Union (d.h. sie dürfen mit ihren Maschinen nicht nach Europa einfliegen). Es besteht - mit besonderen Auflagen - eine Sonderregelung für Flüge von Luanda nach Lissabon und für einige genau bezeichnete Flugzeuge der TAAG-Flotte.
Das im Bürgerkrieg zerstörte oder nicht erneuerte Straßennetz wird seit dem Friedensschluss 2002 wieder hergestellt. Die Mehrzahl der Provinzhauptstädte ist inzwischen auf asphaltierten Fernstraßen erreichbar. In der Regenzeit (vor allem Januar bis März) werden viele unasphaltierte Pisten insbesondere in den östlichen nördlichen und südlichen Landesteilen unpassierbar.
Überlandfahrten bringen wegen des schlechten Zustandes der Fahrzeuge und Straßen (Schlaglöcher) sowie der zuweilen unvorsichtigen oder durch Alkohol beeinträchtigten Fahrweise anderer Verkehrsteilnehmer ein beträchtliches Unfallrisiko mit sich. Da die medizinische und Kfz-technische Versorgung außerhalb Luandas minimal ist und außerhalb der Städte meist keine Mobilfunkverbindung besteht, sollten Fahrten möglichst im Konvoi (mindestens zwei Fahrzeuge) durchgeführt werden. Nach Einbruch der Dunkelheit sollten Überlandfahrten vermieden werden.
Auch Inlandsflüge und Eisenbahnfahrten sind angesichts unregelmäßiger Wartung mit Risiken verbunden.
Die Anzahl der Omnibusse ist relativ gering , da die Fahrzeuge durch den schlechten Straßenzustand einer hohen Abnutzung ausgesetzt und Reparaturen teuer sind. Obwohl die Anzahl der Omnibusse in den letzten zwei Jahren zugenommen hat, verkehren nur sehr unregelmäßig und sind oft stark überfüllt; die Fahrtrouten sind für Besucher nur schwer nachvollziehbar. Für Personen, die als Ausländer erkennbar sind, besteht zudem ein erhöhtes Risiko, Opfer eines Überfalls oder von Kleinkriminalität zu werden.
Reguläre Taxis sind nur eingeschränkt verfügbar und teuer. Reisende sollten darauf achten, dass sie bei Ankunft am Flughafen abgeholt und von Ortskundigen begleitet werden. „Informelle“ Taxis und Kleinbusse sind wegen fehlender Orts- und Sprachkenntnisse, aber auch der evtl. Gefährdung für Ausländer, nicht geeignet.
Meist genutztes Fortbewegungsmittel von Besuchern ohne eigene organisatorische Infrastruktur sind Mietwagen mit Fahrern, Kosten ca. 150 - 200 USD am Tag. Mit völliger Zuverlässigkeit kann nicht immer gerechnet werden. Der internationale Führerschein wird anerkannt. Kurzzeitbesuchern wird davon abgeraten, selbst zu fahren, da man sich auf den Verkehr erst einstellen muss und im Innenstadtbereich ohnehin zum Parken oder Warten ein Fahrer am Steuer benötigt wird.
Mietwagenbuchungen sollten so frühzeitig wie möglich erfolgen.
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Angola ein Visum, das vor der Einreise bei der angolanischen Botschaft in Berlin oder dem angolanischen Generalkonsulat in Frankfurt/Main mit einem noch mindestens sechs Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültigen Pass beantragt werden muss. Der deutsche Kinderausweis ist unabhängig vom Alter des Kindes mit einem Lichtbild zu versehen. Der Eintrag eines Kindes in den Reisepass eines Elternteils ist nur ausreichend, wenn das Kind und dieser Elternteil gemeinsam reisen und beide ein Visum besitzen.
Reisedokumente
Mit folgenden Dokumenten ist die Einreise für deutsche Staatsangehörige möglich:
Reisedokumente Erwachsene Einreise möglich / Bedingungen
Reisepass Ja: Gültigkeit 6 Monate über Reise hinaus
Vorläufiger Reisepass Ja: Gültigkeit 6 Monate über Reise hinaus
Personalausweis Nein
Vorläufiger Personalausweis Nein
Weitere Anmerkungen Visum nicht bei Einreise erhältlich
Reisedokumente Kinder/Jugendliche
Kinderreisepass Ja: Gültigkeit 6 Monate über Reise hinaus
Reisepass Ja: Gültigkeit 6 Monate über Reise hinaus
Personalausweis Nein
Vorläufiger Personalausweis Nein
bereits vorhandener Eintrag in den Reisepass eines Elternteils (Kindereinträge in Reisepässe der Eltern sind seit dem 1.11.2007 nicht mehr möglich) Wenn der Elternteil und das Kind über ein gültiges Visum verfügt, Einreise möglich
Ja: Gültigkeit 6 Monate über Reise hinaus
Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt) Ja: Gültigkeit 6 Monate über Reise hinaus
Weitere Anmerkungen
Alleinreisende Personen unter 18 Jahren sollten darüber hinaus eine amtlich beglaubigte Einverständ-niserklärung der Eltern/Erziehungsberechtigten mit-führen. Wenn nur ein Elternteil mitreist, wird die Einverständniserklärung des anderen Elternteils benötigt.
Das Auswärtige Amt empfiehlt die Ausstellung eines Kinderreisepasses oder Reisepasses für Kinder unter 12 Jahren, sofern das Kind noch kein Reisedokument mit Passfoto hat. Kinder über 12 Jahre benötigen einen Reisepass.
Für die Einreise wird weiterhin eine Bescheinigung über die durchgeführte Gelbfieberimpfung benötigt. Diese Bescheinigung ist in der Regel ein gelber WHO-Ausweis.
Über diese Hinweise hinausgehende Fragen zu den Einreisebestimmungen müssten Sie bitte direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate des Ziellandes erfragen. Nur dort können Sie eine rechtsverbindliche Auskunft erhalten.
Besondere Zollvorschriften
Die Ausfuhr des Kwanza, der lokalen Währung, ist verboten. Sehen Sie dazu auch die vorhergehenden Bemerkungen unter "Geldversorgung".
Sollten Sie weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren benötigen, so müssten Sie diese bitte direkt bei der Botschaft Ihres Ziellandes erfragen. Nur dort können Sie eine rechtsverbindliche Auskunft erhalten.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls http://www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.
Besondere strafrechtliche Vorschriften
Beim Fotografieren öffentlicher Gebäude in Angola ist Vorsicht geboten. Soweit Wachen oder Verantwortliche ansprechbar sind, sollten diese um Erlaubnis ersucht werden. Verbote gelten insbesondere für strategisch wichtige Verkehrsanlagen (z.B. Flughafen), für militärische und polizeiliche Anlagen/Fahrzeuge/Gebäude sowie deren Personal. Bei Zuwiderhandlung besteht das Risiko, dass Filme und Fotoausrüstung beschlagnahmt werden, auch eine Festnahme kann nicht ausgeschlossen werden.
Nach dem in Angola geltenden portugiesischen Strafgesetzbuch in der Fassung von 1954 können gegen Personen, "die sich gewohnheitsmäßig der Verübung naturwidriger Laster hingeben", Sicherungsmaßnahmen bis hin zu Zwangsarbeit und Freiheitsentzug verhängt werden (Art. 71, Nr. 4). Fälle, in denen diese Vorschrift in jüngerer Vergangenheit angewendet wurde, sind nicht bekannt. Der derzeit im Gesetzgebungsprozess befindliche Entwurf eines neuen angolanischen Strafgesetzbuches sieht keine Strafbarkeit homosexueller Handlungen mehr vor.
Medizinische Hinweise
Impfschutz
Bisher offiziell unbestätigten Angaben zufolge wird zur Visumbeantragung bei der angolanischen Botschaft in Berlin neben der Gelbfieberimpfung zusätzlich der Nachweis einer Impfung gegen Hepatitis A und B verlangt. Obgleich ein Impfschutz gegen Hepatitis A in Angola immer, je nach Reiseart und –dauer auch gegen Hepatitis B sehr sinnvoll ist, wäre diese Impfforderung ungewöhnlich. Das Auswärtige Amt empfiehlt, bis zu einer endgültigen Klärung des Sachverhalts dieser Impfschutzforderung nachzukommen.
Angola ist gemäß WHO Gelbfieber-Infektionsgebiet. Zuletzt im Jahr 1988 wurde in Luanda ein Ausbruch mit 37 Fällen und 14 Todesfällen gemeldet. Grundsätzlich ist die Impfung für alle Reisenden empfohlen. Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber wird für alle Reisenden (älter als 1 Jahr) bei Einreise aus Infektionsgebieten verlangt, siehe http://www.who.int
In der Praxis wird die Impfung gelegentlich auch bei allen Einreisenden verlangt, besonders bei Einreise außerhalb des internationalen Flughafens.
Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes http://www.rki.de für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Tollwut empfohlen.
Malaria
ist in Angola immer noch für eine größere Zahl an Klinikaufenthalten und Todesfällen verantwortlich. Ein hohes Risiko besteht ganzjährig im ganzen Land.
Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.
Eine Chemoprophylaxe ist notwendig. Für die Malariachemoprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.
Daher wird allen Reisenden empfohlen:HIV/AIDS
- körperbedeckende (helle) Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
- besonders in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
- unter einem Moskitonetz zu schlafen.
Durch sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion.
Verlässliche HIV-/Aids-Daten liegen für Angola nicht vor. UNAIDS schätzt die Zahl der Patienten mit HIV/AIDS im Jahr 2005 auf 320.000. 2004 waren 2.8% der Frauen in Pränatal-Ambulanzen, 2001 33.3% der städtischen Prostituierten HIV-positiv. Zwischen vier und zwölf Prozent der Bevölkerung insgesamt werden HIV-positiv geschätzt. Damit liegt die HIV-Prävalenz derzeit unter der in anderen Staaten der SADC-Region. Dennoch muss das Risiko ernst genommen werden. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.
Durchfallerkrankungen und Cholera
Angola hat als eines der ärmsten Entwicklungsländer zahlreiche Krankheitsrisiken und eine unzureichende medizinische Infrastruktur. Die sanitären Verhältnisse begünstigen Krankheiten, die von kontaminiertem Trinkwasser oder Lebensmitteln übertragen werden.
Im Jahr 2006 wurde die größte Cholera-Epidemie des Landes mit ca. 56.600 Erkrankungen und über 2000 Todesfällen registriert. Ein Drittel der Erkrankten waren Kinder unter 5 Jahren. Besonders betroffen waren die Hauptstadt Luanda und die Provinz Benguela, aber auch 16 der 18 anderen Provinzen Angolas.
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Einige Grundregeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes und desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, selber schälen oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, Einmalhandtücher verwenden.
Bei besonders hohem Risiko kann auch eine Cholera-Schluckimpfung erwogen werden.
Andere Infektionskrankheiten
Bilharziose (Schistosomiasis)
Die Gefahr der Übertragung von Bilharziose (Schistosomiasis) besteht beim Baden in Süßwassergewässern im gesamten Land.
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
1999 kam es in Luanda und Benguela zum größten Polio-Ausbruch in der Geschichte des Landes mit 1.013 Fällen und 113 Todesfällen. 2005 gab es 10 labormedizinisch bestätigte paralytische Erkrankungen, 2 im Jahr 2006 und erneut 10 Fälle im Jahr 2007. Auf ausreichenden Impfschutz achten.
Marburg-Virus
2004/2005 ereignete sich in der Uíge-Provinz ein großer Ausbruch eines Virus-hämorrhagischen Fiebers, an dem 374 Menschen erkrankten, wovon 88% (329) verstarben.
Schlafkrankheit
Die Erkrankung wird in 12 der 18 Provinzen durch tagaktive Tse-Tse-Fliegen übertragen. Ein Risiko besteht in den Nordprovinzen Bengo, Kwanza Nord und Kwanza Süd, Luanda, Malange, Uíge, und Zaire sowie seit 2003 auch in den Südprovinzen Kunene, Huambo, Namibe und Huila. Eine Infektion ist nur schwer therapierbar und der Schutz vor den sehr schmerzhaften Tse-Tse-Stichen ist die wichtigste Präventionsmaßnahme.
Medizinische Versorgung
Außerhalb der Hauptstadt Luanda und einiger Provinzhauptstädte ist die allgemeine medizinische Versorgung nach wie vor sehr schlecht, in vielen ländlichen Gegenden Angolas ist sie kaum vorhanden. In Luanda gibt es jedoch einige besser ausgestattete Privatkliniken und auch qualifizierte Ärzte. Sämtliche Krankheiten, die in Angola häufiger vorkommen, können dort ohne weiteres behandelt werden, wenn auch zu hohen Preisen. Notwendige Medikamente sind zwar jedenfalls in Luanda in der Regel vorhanden oder beschaffbar, dennoch wird Reisenden nach Angola, die auf Medikamente angewiesen sind, geraten, diese mitzunehmen
Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.
Lassen Sie sich vor einer Reise nach Angola durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten, beispielsweise http://www.dtg.org
Gruß
Birgitt




