Jordanien abseits der Hauptrouten

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Achim Vogt
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Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Achim Vogt »

Da in diesen Tagen auch die Seiten des Wüstenschiffes von den politischen Ereignissen im Nahen Osten und Nordafrika dominiert werden, wollte ich den Blick gerne mal wieder auf den Bereich der Reisen und Routen lenken.

Am vergangenen Samstag habe ich einen Halbtagesausflug abseits der touristisch bekannten Hauptrouten unternommen, der sich als landschaftlich sehr lohnend herausgestellt hat. Von den Hotels am Toten Meer bis zum Erreichen des Desert Highway hat die Tour nur 126 Kilometer gehabt und viereinhalb Stunden gedauert. Natürlich wäre ein Ganztagesausflug schöner gewesen, aber die Zeit hatte ich leider nicht.

Von den Hotels am nordöstlichen Rand des Toten Meeres ging es zunächst Richtung Süden. Nach ca. 13 Kilomtern passiert mensch eine Stelle, die eine Art öffentlicher Badeplatz ist. Unmittelbar dahinter zeigt ein Hinweisschild eine winzige Abzweigung in die Büsche an, die mit "Mukawir und Dhiban" beschildert ist. Die zweite Abzweigung (an einem blau-gelben Hinweisschild in arabischer Sprache) nimmt mensch und biegt nach rechts ab. Von nun an führt die kleine Straße mit löchrigem Asphalt steil in die Berge (wobei das Paradox ist, dass diese "Berge" am Anfang immer noch unterhalb des Meeresspiegels liegen).

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Die Straße führt streckenweise durch eine steinige, vulkanische Landschaft, wie sie für die Gegend zwischen dem Toten Meer / Wadi Araba und dem King's Highway typisch ist

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Wer aussteigt und ein paar Meter links über die Steinwüste klettert, dem bzw. der bietet sich ein fulminanter Ausblick über das Wadi Zarqa Ma'in (an dessen oberem Ende auch das Thermalbad von Hammamat Ma'in liegt) und weiter zum Toten Meer

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Blick auf die nagelneue Verbindungsstraße von Hammamat Ma'in nach Mukawir. Wer will, kann also auch über den Panoramic View Complex Richtung Hammamat Ma'in und weiter nach Mukawir fahren, wo der Macharäus-Palast liegt.

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Von hier führt die Straße zum King's Highway, den sie bei Libb erreicht. Danach geht es nach rechts und weiter nach Dhiban, wo eine Abzweigung links nach Umm Ar Rasas (braunes Schild) ausgeschildert ist. Am Ortsrand von Jamil führt eine nicht ausgeschilderte Seitenstraße nach links. An den Ruinen von Umm Ar Rasas wurde 2010 ein neues Besucherzentrum eröffnet.

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Der erste Eindruck von Umm Ar Rasas ist eher unspektakulär. Ein großes Gelände ist übersät mit Steinen, die Struktur der alten Stadt ist nur mühsam erkennbar.

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Wer sich Zeit lässt, wird allerdings mit kleinen Schätzen belohnt, wie den Zwillingskirchen mit ihren Mosaiken.

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Dass Umm Ar Rasas eine der drei jordanischen Sehenswürdigkeiten auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes ist, liegt allerdings maßgeblich an den wirklich beeindruckenden Mosaiken der St. Stephans-Kirche, die unter einem weithin sichtbaren Schutzdach liegen.

Es ist schon ein besonderes Gefühl, einen solchen Platz für sich ganz alleine zu haben. Selbst der Ticket-Schalter war mangels Besuchern geschlossen, der Eintritt frei - gegenüber den inzwischen überzogenen Eintrittpreisen in Petra ein wohltuender Unterschied! Der vereinsamte Polizist hinter seinem Öfchen sprach von sieben Besuchern an den Tag! Selbst unter Jordaniern und in Jordanien lebenden Ausländern ist Umm Ar Rasas noch immer weitgehend unbekannt.

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Fortsetzung folgt
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Achim Vogt
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Achim Vogt »

Der zweite Teil des Ausfluges führte dann weg vom Asphalt. Am Ortsende von Saliya (auf der ReiseKnowHow-Karte südlich von Umm Ar Rasas eingezeichnet) führt eine neue Asphaltstraße nach rechts, von der nach wenigen Metern eine zweite erneut nach rechts abzweigt (geradeaus ist nach wenigen Metern bei einem kleinen Gehöft Schluss). Die abzweigende Straße endet nach wenigen hundert Metern und geht in eine Piste über. Die Abbruchkante des Wadi Mujib ist erreicht.

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Die meisten Touristen kennen das Wadi Mujib nur von der Mündung ins Tote Meer, wo sich ein etwa einstündiger Ausflug zu einem kleinen Wasserfall lohnt, oder vom Mujib-Damm, einer beeindruckenden Canyon-Landschaft am King's Highway. Die beiden Oberläufe sind dagegen völlig unbekannt, obwohl sie sich sogar mit dem Auto erkunden lassen. Die oben beschriebene Piste ist brandneu, ein Landbesitzer hat sie mit Bulldozern in den Fels planiert. Nur so ist auf dieser nördlichen Seite der Abstieg ins Wadi überhaupt möglich.

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Die Piste folgt nun ein kurzes Stück dem Wadi-Verlauf, bevor es durch eine zauberhafte Landschaft langsam wieder bergauf geht.

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Der Aufstieg ist so beeindruckend wie der Abstieg, die Einsamkeit wunderbar - und das alles kaum anderthalb Stunden Fahrzeit von Amman entfernt.

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Schließlich ist eine Hochebene erreicht, die zwar wie eine Wüste aussieht, auf der aber Landwirtschaft unter schwierigsten Bedingungen betrieben wird.

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Auf dieser Seite des Wadi Mujib liegen gleich drei kleine und ein größeres Wüstenschloss, die auf der ReiseKnowHow-Karte zwar eingezeichnet sind, aber mangels Erwähnung in Reiseführern meist völlig übersehen werden: Qasr Ath Thuriya, Qasr Al 'Al, Qasr Abu Al Kharq und das größte, Qasr Al Bushir. Die hier beschriebene Piste führt direkt zum Qasr Al 'Al.

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Nach einigen Kilometern über eine brettharte Geröllpiste ist bei Ad Damkhi der Desert Highway erreicht.

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Viele Grüße
Achim
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Achim Vogt
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Achim Vogt »

Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal mit Freunden eine ähnliche Tour unternommen.

Damals besichtigten wir zunächst, vom Desert Highway kommend, das Qasr Al Bushir

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Von dort geht es nach kurzer Strecke auf eine Asphaltstraße, der mensch nach rechts folgt. Relativ unvermittelt ist dann der Beginn des Wadi Mujib erreicht.

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Steile Abstiege wechseln sich mit Strecken an der Kante des Canyons entlang ab.

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An einer Stelle muss das Wadi selbst gequert werden. Im Frühjahr könnte das durch die Regenfälle des Winters evtl. schwierig sein. Wo Wasser ist, ist auch sofort wieder üppige Vegetation eine Augenweide, selbst wie hier im November.

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Die Piste ist danach zum Teil durchaus anspruchsvoll.

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Schließlich führt die Piste noch einige Kilometer am Steilhang entlang, bevor am Wegesrand die ersten Felder auftauchen und wenig später der Mujib-Damm erreicht ist.

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Wer von Norden kommend den Mujib-Damm überquert, kann unmittelbar danach scharf nach links auf diese Route (auf den ersten Kilometern von hier aus noch asphaltiert) abbiegen. Angesichts der teilweise schwierigen Stellen und steilen Anstiege ist mir allerdings nicht ganz klar, ob die Route in dieser Richtung überhaupt zu meistern ist.

Viele Grüße und viel Spaß
Achim
Carlo
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Carlo »

Hallo Achim,

zuerst machen mir Birgitt und andere die Nase mit Oman lang und jetzt kommst du mit Jordanien, einem weiteren meiner Lieblingsreiseländer. Fernweh machen ist gemein, aber trotzdem schön :mrgreen:
Danke fürs Zeigen!

Ciao, Carlo
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Uwe Schmitz
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Uwe Schmitz »

Hallo Achim,
ich muss doch unbedingt mal wieder nach jordanien...

danke für diesen schönen beitrag zum träumen!
uwe
bennemsi
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von bennemsi »

Herrlich, Mensch Achim konntest Du das denn nicht früher posten :evil: - so bin ich heuer im Ausgust doch glatt an der Stelle vorbeigefahren! Na ja ich will es positiv sehen, ein Grund mehr bald wieder zurückzukommen. Danke auch!

Gruß Bennemsi
Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.

B. Franklin
PeterLeusch
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von PeterLeusch »

Wunderschöne Bilder und guter Bericht.

Werden wir uns bestimmt im April/Mai auf unserer ersten Reise nach Jordanien ansehen.

Vielen Dank und bitte weiter so tolle Beiträge.

Peter
Hans-Jürgen M.
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Hans-Jürgen M. »

Hallo Achim,

Danke für die wunderschönen Bilder. Ich bekomme schon wieder Fernweh in ein tolles Land. Könnte gleich wieder los fahren.

Danke

Hans-Jürgen
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Achim Vogt
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Achim Vogt »

Vielen Dank für Eure positiven Antworten :)

Am vergangenen Wochenende habe ich wieder kurz entschlossen einen Ausflug unternommen. Vor lauter Spontaneität hatte ich nicht einmal meine Kamera mitgenommen. Die folgenden Bilder entstanden mit dem Handy ...

Da es schon Mittag war, als ich in Amman losgefahren bin, gab es keine so große Auswahl. Ich bin den Desert Highway nach Süden gefahren. Einige Kilometer hinter dem Flughafen weist auf dem Mittelstreifen ein kleines Schild nach links zum Qasr Dab'a, einem der vielen unbekannten Wüstenschlösser. Auf guter Teerstraße geht es erneut einige Kilometer, bevor mensch rechts abbiegt.

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Unter dem "Wüstenschloss" darf mensch sich in diesem Fall nicht allzu viel vorstellen, es war wahrscheinlich eher ein Gutshaus oder etwas ähnliches. Querfeldein führen mehrere Spuren zu einem kleinen alten Bahnhof der Hedschas-Bahn.

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Im Hintergrund ist das Qasr Dab'a zu sehen

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Wieder zurück auf der ursprünglichen Straße führt der Weg Richtung Osten. Erstaunlich weit ist die Straße noch geteert, durchquert mehrere Dörfer und ist dann plötzlich nur noch eine Piste. Auch wenn die Landschaft nicht besonders aufregend ist, hat sie doch einen ganz eigenen Reiz - nur eine Stunde von Amman entfernt

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Leider war der Nachmittag schon relativ weit fortgeschritten, so dass ich zügig den Weg zurück in die "Zivilisation" finden musste (schließlich war am nächsten Tag wieder ein ganz normaler Arbeitstag). Von einer Hügelkette aus konnte ich weit im Norden die Straße von Amman nach Osten (Richtung Wüstenschloss von Azraq) erkennen

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Eine Stunde später war das Wüstenschloss Qasr Kharrana erreicht und damit die Asphaltstraße.

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Wer die Tour auf der ReiseKnow-Karte Jordanien nachvollziehen möchte: Dort ist die Abzweigung vom Desert Highway unmittelbar nördlich von Um Raqiba eingezeichnet. Danach endet die Asphaltstraße hinter dem Ort al 'Ahmiriya. Von dort führt eine Piste südöstlich Richtung Qasr Jilat (das ich wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr ganz erreicht habe).

In der Praxis gibt es dutzende von Pisten, die vermutlich von Beduinen angelegt wurden. Deshalb empfiehlt sich ein GPS, wenn ein Ziel wie Qasr Jilat gefunden werden soll (ich hatte leider keins dabei, kann deshalb keine Koordinaten liefern). Aber da die Gegend recht überschaubar ist, fällt die Orientierung auch per Kompass recht leicht. Ganz unbewohnt ist die Gegend nicht, aber begegnet bin ich nur einem einzigen beduinischen Schafhirten.

Insgesamt erneut ein erstaunliches Stück Jordanien jenseits der touristischen Highlights, etwas für Individualisten und - zum Beispiel zum Qasr Tuba noch weiter östlich - durchaus weiter ausbaubar.

Viele Grüße
Achim
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Achim Vogt
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Achim Vogt »

Es ist wieder Zeit für eine Fortsetzung - vielleicht um so mehr, als es zur Zeit mehr Gelegenheiten zum Träumen als zum eigentlichen Reisen gibt.

Aber wer weiß: zum einen könnte sich die Situation - was wir vor allem für die Syrer hoffen!! - ja auch wieder beruhigen oder wandeln, zum anderen wird vielleicht der eine oder die andere überlegen, eine Reise gezielt nach Israel, Palästina und Jordanien zu unternehmen - genug Highlights für einen Monat oder länger bieten die drei Territorien allemal!

Viele Grüße
Achim
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Achim Vogt
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Achim Vogt »

Besonders schön sind viele Ecken Jordaniens vor allem im Frühling, wenn das Land zeigt, dass es bei weitem nicht nur Wüste zu bieten hat.

Ein Kleinod ist schon wenige Kilometer von Amman entfernt zu finden: die Ruinen von Iraq al Amir im Wadi Seer. In Amman nimmt man die westliche Ausfahrt des 8th Circle. Schon nach wenigen Kilometern liegt die Stadt hinter einem und eine lang gezogene grüne Schlucht mit Feldern beginnt.

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Während die Bäume zum Teil im März noch nicht belaubt sind, blühen die Wiesen bereits

Wenige Kilometer weiter liegen rechts am Hang ein paar kleine Höhlen, die gut erschlossen und einfach zu erreichen sind.

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In dieser Gegend findet sich mit etwas Glück auch die Nationalblume Jordaniens, die Black Iris :

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Dann sind die Ruinen von Iraq al Amir erreicht, klein, aber für einen halbtägigen Ausflug von Amman aus gerade richtig.

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Die meisten Touristen fahren nun wieder zurück nach Amman. Aber wer will, kann von hier aus weiterfahren (an der Kreuzung links statt rechts) und nähert sich in westlicher Richtung schnell dem Weg hinunter zum Jordantal.

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Am Anfang sind die Hänge noch grün, aber nahezu ohne Übergang ist die Wüste erreicht.

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Bereits unterhalb des Meeresspiegels liegt der Kafrayn-Stausee, einer von rund einem Dutzend Wasserreservoiren in Jordanien, die das viert-wasserärmste Land der Erde mit dem kostbaren Nass versorgen. Auch wenn es wie eine Fata Morgana wirkt, aber im Frühjahr führt der Stausee tatsächlich Wasser.

Unmittelbar hinter der Staumauer ist die Straße durch das Jordantal erreicht. Nach wenigen Kilometern biegt an einer Ampelkreuzung links die Straße zur Allenby-Bridge ab (Shuna heißt der Weiler). Rechts führt eine landschaftlich sehr schöne Straße nach Salt.

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Man kann entweder nach Salt weiterfahren, oder an einer Abzweigung eine sehr steil ansteigende kleine Straße nach Mahis nehmen.

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Blick von Mahis auf die Straße, die aus dem Wadi Shuayb hinaufführt.

In Mahis angekommen, nimmt man an der Hauptstraße die Richtung nach links. Die Straße führt - an einer psychiatrischen Klinik vorbei - nahezu übergangslos nach Fuheis (auch Fuhays geschrieben). Fuheis ist ein interessanter Ort, faktisch die einzige rein christliche Stadt in Jordanien. Im Hashemitischen Königreich sind rund drei Prozent der Bevölkerung Christen. In Fuheis haben drei Bischöfe verschiedener christlicher Konfessionen ihren Sitz, zu Weihnachten wird hier der größte Weihnachtsbaum des Nahen Ostens aufgestellt. Dann sind viele Häuser wild beleuchtet und geschmückt, das "schönste" erhält einen Preis.

Wer hier zu Mittag oder zu Abend essen möchte, kann das in schöner Atmosphäre im Restaurant Zuwaddeh tun, das in Fuheis jede(r) kennt.

Viele Grüße
Achim
Alexander
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Alexander »

Hallo Achim,

du verstehst es, einem Appetit zu machen. :wink:

Viele Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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Achim Vogt
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Re: Jordanien abseits der Hauptrouten

Beitrag von Achim Vogt »

Gerade der Nordwesten Jordaniens ist im Frühjahr eine Reise wert. Von Amman aus führt der Weg entweder gleich durch das Jordantal, oder aber zunächst nach Jerash und von dort nordwestlich nach Ajloun.

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Zugegeben, nicht wirklich eine Landschaftsaufnahme im klassischen Sinn, aber die Socken-Landschaft, gefunden an einem Fenster in Jerash, war auch beeindruckend :)

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Olivenhaine unterhalb der Burg von Ajloun.

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Die Kreuzfahrerburg von Ajloun steht im Schatten der großen Anlagen von Krac des Chevaliers (in Syrien) und Kerak - ein wenig zu Unrecht, denn die Burg ist schön restauriert und sehenswert.

Bei der Abfahrt von der Burg biegt nach wenigen Metern eine unscheinbare Straße nach links ab. Sie führt in die Ausläufer des Nationalparks Ajloun Forest Reserve, der unter anderem wegen seiner speziellen Erdbeerbäume bekannt ist.

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Immerhin zwölf Unterarten des Erdbeerbaumes sind bekannt, Exemplare finden sich im gesamten Mittelmeerraum, in Griechenland ebenso wie in Libyen.

Von hier aus winden sich zahlreiche kleinere Sträßchen durch das Bergland und hinunter ins Jordantal. Teilweise gleicht die Landschaft je nach Zeitraum der Regenfälle von Mitte März bis Mitte Mai einem Blütenmeer.

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Die Straßen erreichen etwa bei Pella das Jordantal. Am Ende des Tals führt eine kleine Straße an einem Stausee vorbei hinauf nach Um Qais, womit der Abschnitt abseits der Hauptrouten abgeschlossen ist.

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Um Qais ist berühmt wegen seiner Ausgrabungen und seines spektakulären Blicks auf die Golan-Höhen und den See Genezareth. Aber im Frühjahr ist die Blütenpracht ein weiterer Blickfang.

Viele Grüße
Achim
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