Am vergangenen Samstag habe ich einen Halbtagesausflug abseits der touristisch bekannten Hauptrouten unternommen, der sich als landschaftlich sehr lohnend herausgestellt hat. Von den Hotels am Toten Meer bis zum Erreichen des Desert Highway hat die Tour nur 126 Kilometer gehabt und viereinhalb Stunden gedauert. Natürlich wäre ein Ganztagesausflug schöner gewesen, aber die Zeit hatte ich leider nicht.
Von den Hotels am nordöstlichen Rand des Toten Meeres ging es zunächst Richtung Süden. Nach ca. 13 Kilomtern passiert mensch eine Stelle, die eine Art öffentlicher Badeplatz ist. Unmittelbar dahinter zeigt ein Hinweisschild eine winzige Abzweigung in die Büsche an, die mit "Mukawir und Dhiban" beschildert ist. Die zweite Abzweigung (an einem blau-gelben Hinweisschild in arabischer Sprache) nimmt mensch und biegt nach rechts ab. Von nun an führt die kleine Straße mit löchrigem Asphalt steil in die Berge (wobei das Paradox ist, dass diese "Berge" am Anfang immer noch unterhalb des Meeresspiegels liegen).

Die Straße führt streckenweise durch eine steinige, vulkanische Landschaft, wie sie für die Gegend zwischen dem Toten Meer / Wadi Araba und dem King's Highway typisch ist

Wer aussteigt und ein paar Meter links über die Steinwüste klettert, dem bzw. der bietet sich ein fulminanter Ausblick über das Wadi Zarqa Ma'in (an dessen oberem Ende auch das Thermalbad von Hammamat Ma'in liegt) und weiter zum Toten Meer

Blick auf die nagelneue Verbindungsstraße von Hammamat Ma'in nach Mukawir. Wer will, kann also auch über den Panoramic View Complex Richtung Hammamat Ma'in und weiter nach Mukawir fahren, wo der Macharäus-Palast liegt.

Von hier führt die Straße zum King's Highway, den sie bei Libb erreicht. Danach geht es nach rechts und weiter nach Dhiban, wo eine Abzweigung links nach Umm Ar Rasas (braunes Schild) ausgeschildert ist. Am Ortsrand von Jamil führt eine nicht ausgeschilderte Seitenstraße nach links. An den Ruinen von Umm Ar Rasas wurde 2010 ein neues Besucherzentrum eröffnet.

Der erste Eindruck von Umm Ar Rasas ist eher unspektakulär. Ein großes Gelände ist übersät mit Steinen, die Struktur der alten Stadt ist nur mühsam erkennbar.

Wer sich Zeit lässt, wird allerdings mit kleinen Schätzen belohnt, wie den Zwillingskirchen mit ihren Mosaiken.

Dass Umm Ar Rasas eine der drei jordanischen Sehenswürdigkeiten auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes ist, liegt allerdings maßgeblich an den wirklich beeindruckenden Mosaiken der St. Stephans-Kirche, die unter einem weithin sichtbaren Schutzdach liegen.
Es ist schon ein besonderes Gefühl, einen solchen Platz für sich ganz alleine zu haben. Selbst der Ticket-Schalter war mangels Besuchern geschlossen, der Eintritt frei - gegenüber den inzwischen überzogenen Eintrittpreisen in Petra ein wohltuender Unterschied! Der vereinsamte Polizist hinter seinem Öfchen sprach von sieben Besuchern an den Tag! Selbst unter Jordaniern und in Jordanien lebenden Ausländern ist Umm Ar Rasas noch immer weitgehend unbekannt.

Fortsetzung folgt










































