Als Reisen noch Abenteuer waren

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Alexander
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Als Reisen noch Abenteuer waren

Beitrag von Alexander »

Beim Sinnieren über längst vergangene Zeiten stoße ich im Web auf diesen Reisebericht von 1977 :-)
Mit ihrem Land Rover brachen Alec und seine Frau Jan 1977 auf, um die Sahara von Niger nach Algerien zu durchqueren. Ausgerüstet mit Karte und Kompass, 340 Liter Sprit, 90 Liter Wasser und viel Trockenfutter machten sie sich auf den Weg ins Ungewisse. Mehrfach blieb der Wagen so tief stecken, dass sie sich aus eigener Hilfe nicht mehr befreien konnten. Eine schöne Geschichte über die Strapazen einer Reise, und warum es sich damals wie heute lohnt, an seine Grenzen zu gehen.
Matsch&Piste: Als Reisen noch Abenteuer waren – 1977 mit einem Land Rover durch die Sahara
Bone-shaking-corrugated-tracks-1024x668.jpg
Grüsse
Alexander
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Gode_RE
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Re: Als Reisen noch Abenteuer waren

Beitrag von Gode_RE »

Ich glaube, diese Zeiten sind (vorerst) vorbei. Im Moment scheint die gesamte Welt so in Aufruhr geraten zu sein, dass es über die "normale Gefährlichkeit" einer solchen Weltreise zusätzlich zu Gefahren kommt, die nicht mehr durch gute Vorbereitung und Technik / Ausrüstung zu beherrschen sind. Das Risiko, entfesselter Gewalt zu begegnen durch ums Überleben kämpfender oder ideologisch aufgehetzter Bewohner, durch überschießende behördliche Reaktionen, die im harmlosesten Fall Freisteher zur Abreise auffordern, und die zunehmende Gefahr in politische Ausnahmesituationen zu kommen, bei denen Leben der Reisenden oder Fahrzeug / mitgeführte Werte bedroht sind, scheint mir in den letzten Jahren rasant angestiegen zu sein. Jedenfalls macht das so eine Unruhe und Spannung, dass ich mich frage, ob eine Weltreise per Fernreisemobil noch ein schöner Traum wird, oder doch eher ein Alptraum.

Ich bin mir sicher, dass es (viele!) Einzelne geben wird, die aus der Vergangenheit Gegenteiliges berichten. Oder vereinzelt auch aus der Gegenwart. Die beglückwünsche ich für ihre tollen Erfahrungen, von denen sie sicher noch lange was haben werden. Wer in der heutigen Zeit nach Nah- und Fernost, Afrika oder Südamerika aufbricht, fährt jedenfalls in eine drastisch andere Risikolage, als noch vor wenigen Jahren.

Interessant wäre daher, ob sich die Weltreisegebiete dadurch eventuell verlagern. Diese Instabilitäten nehme ich nicht so wahr weiter oben auf der nördlichen Halbkugel. Das wären die nördlichen Staaten der USA, Kanada, Skandinavien, Nordeuropa. Vielleicht sind die "nördlicheren" Menschen irgendwie "cooler" und nicht so überhitzt, wie die Äquatorianer und Südstaatler. Wäre mal spannend, wie sich die Reiseaktivitäten in den kommenden Jahren ändern - vielleicht weniger "Wüstenschiff", sondern stattdessen "Polarstern"...?

LG Gode
Alexander
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Re: Als Reisen noch Abenteuer waren

Beitrag von Alexander »

Hallo Wüstenreisegemeined, hallo Gode,
Gode_RE hat geschrieben:Ich glaube, diese Zeiten sind (vorerst) vorbei.
Ich glaube nicht, dass es "vorerst" vorbei ist. Der Planet hat sich zu sehr verändert, dass man es, und das ist nur meine bescheidene Meinung, als "vorerst" bezeichnen könnte. Nicht nur, dass der Terrorismus die Welt verändert hat. Die Globalisierung und die nationalen Interessen dominieren zu sehr, als dass man es als temporäre Erscheinung bezeichnen könnte. Ich hoffe dennoch, dass ich mich irre, kann mir aber nicht vorstellen, dass ich eine Trendwende in meinem reisefähigen Leben noch erleben werde.

Sicherlich gibt es Alternativen. Auch die Nordics bieten wunderbare Landschaften. Aber auch wenn ich immer wieder mal fremd gehe zieht es mich immer wieder in die Wüste zurück. Auch wenn es dabei notwendig ist, seine Risikobereitschaft anzupassen. Das bedenkenlose Reisen in "unser" Teritorium ist Vergangenheit. Von dem her bin ich froh zu den Priviligierten zu gehören, welche die "guten alten Zeiten" noch erleben durften.

Grüsse
Alexander
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Turi
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Registriert: Di 14. Feb 2006, 21:49
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Re: Als Reisen noch Abenteuer waren

Beitrag von Turi »

hallo Gode, hallo Wüschigemeinde

Ich sehe das nicht so krass.

Wir sind jährlich ca 5-7 Monate in Afrika unterwegs, daher kann ich nur für diesen Kontinent schreiben.
Gefühlsmässig, vor Ort, ist das Risiko in, was auch immer, reinzukommen nicht grösser als vor ein paar Jahrzehnten.
Meiner Meinung nach sind das grösste Problem, in der Beziehung das Internet, resp. die Medien.
Hat man früher erst Wochen oder Monate von den Ereignissen erfahren, wenn überhaupt, so ist man heute life bei jedem Terroranschlag oder Überfall dabei.
Die heutigen wohlgemerkt subjektiven Gefühle betreffend Gefährlichkeit, macht die Technik, sprich Navi, Online banking Creditkarte etc wieder wett.
Man kann sich schnell über Zustand der Pisten, Routenauswahl, Sicherheit in Echtzeit vor Ort usw orientieren.
Wir schlafen und schliefen in ganz Afrika, in den letzten Jahren und auch weiterhin , überwiegend im Busch und hatten mit wenigen Ausnahmen und da auch nur, kleine Probleme.
Solange man nicht Libyen, den Süd Sudan oder Somalia, etc. bereisen will, sehe ich keine grossen Probleme, sicher nicht mehr als früher.
Europa ist unter Garantie nicht sicherer als der überwiegende Teil des afrikanischen Kontinents, vorausgesetzt man verhält sich richtig.
Einfach den Kopf umpolen, wenn man unterwegs ist, die Medien ignorieren und immer, wenn möglich, auf gleicher Augenhöhe der Bevölkerung begegnen, das reicht um auch im tiefsten Busch ruhig zu schlafen.

Gruss Turi
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Peter D
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Re: Als Reisen noch Abenteuer waren

Beitrag von Peter D »

Sehe ich auch so, turi..

Frauen (vor allem allein reisende Frauen, auch in Gruppen) haben leider ein höheres Risiko, siehe jetzt Marokko beim Berg Toubkal..
Man kanns natürlich nicht direkt vergleichen, wenn man aber den marokkanischen Frauendoppelmord - (so was passiert in Marokko vielleicht alle zehn Jahe) den deutschen Frauenmorden (meistens in deren sozialem Umfeld) von 180/Jahr gegenüberstellt, dann wird in D alle zwei Tage eine Frau ermordet.
Denn dann müsste man alle marokkanischen getöteten Frauen gegenrechnen..
Aber getötete Touristinnen verschiedenster Couleur in D gibt es sicher mehr als alle zehn Jahre..

kann man aber wie gesagt nicht wirklich vergleichen, weil ja in Deutschland Millionen Touristen unterwegs sind, während in Marokko es paar zehntausend sind. Faktor 10-20 wäre also natürlich gegenzurechnen..
Statistik war im http://www.standard.at drin.

lg Peter
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Bäärti
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Re: Als Reisen noch Abenteuer waren

Beitrag von Bäärti »

Peter D hat geschrieben:... weil ja in Deutschland Millionen Touristen unterwegs sind, während in Marokko es paar zehntausend sind. ...
Im Jahr 2017 waren in Marokko 11 Millionen Touristen unterwegs…

Gruss Bäärti
.
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
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Peter D
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Re: Als Reisen noch Abenteuer waren

Beitrag von Peter D »

Bäärti hat geschrieben:
Peter D hat geschrieben:... weil ja in Deutschland Millionen Touristen unterwegs sind, während in Marokko es paar zehntausend sind. ...
Im Jahr 2017 waren in Marokko 11 Millionen Touristen unterwegs…

Gruss Bäärti
.

Uups, da ist dann aber der von mir kolportierte Faktor 10-20 weg..

Na dann müssen wir - bei zwei ermordeten Frauen in D/alle 2 Tage,also bestätigte 180 im Jahr... - eine Reise- und Lebenswarnung für D ausgeben und das Land schleunigst verlassen.. 8) :mrgreen: :mrgreen:
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