Wir bleiben auf der Holzarchitekturroute. Weit ist es nicht bis zum nächsten hölzernen UNESCO-Juwel, der Erzengel-Michael-Kirche in Dębno Podhalańskie
Die Kirche ist aus Tannen- und Lärchenholz gebaut. Komplett. Wände, Dacheindeckung, alles. Das faszinierende: es wurde kein einziger eiserner Nagel verwendet! Die einzelnen Teile sind durch Kammverbindungen miteinander verbunden, d.h. die in verschiedenen Ebenen liegenden Hölzer sind mit kammartigen Falzen ineinander gesteckt
Zu gerne würden wir nun einmal so eine Holzkirche von innen sehen. Aber auch hier ist alles fest versperrt! Etwas ratlos und ziemlich enttäuscht stehen wir vor der verschlossenen Kirchentür. Da hören wir plötzlich Stimmen. Eine Wandergruppe mit Guide! Der Guide zückt sein Handy, wechselt kurz einige Worte und nach wenigen Minuten erscheint die Küsterin und öffnet die Pforte
Mit so viel schönem Innenleben hatten wir nun gar nicht gerechnet! Wir hatten so eine Holzkirche innen deutlich schlichter erwartet. Der komplette Innenraum ist mit polychromen Malereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert mit geometrischen und floralen Mustern bedeckt
77 Muster können unterschieden werden, die in 12 Anordnungen und 33 Farbvarianten auftreten ... mehr bei Wiki
Es geht weiter. Wir drehen eine Runde um Jezioro Czorsztyńskie, den Stausee Schorstin, der hier den Dunajec aufstaut und an beiden Ufern von Burgen gesäumt wird: Zamek Czorsztyn
und schräg gegenüber Zamek Dunajec, auf deutsch Burg Niedzica
Dann folgen wir noch ein paar Kilometer dem Dunajec, allerdings diesmal flussabwärts - und auf slowakischer Seite! Der wilde Dunajec zeichnet hier die Grenze zwischen Polen und der Slowakei
und gibt von slowakischer Seite den Blick frei auf die Pieniny, die Pieninen mit dem gleichnamigen Nationalpark und dem Gipfel Trzy Korony
Wir schauen auf Sromowce Niżne. Das Drei-Kronen-Massiv der Kronenberge, wie die Pieninen auch genannt werden, ist weithin sichtbar. Hier ist der Dunajec handzahm. Ein Stück weiter hat er ein tiefes Tal in das Pieniny-Gebirge geschnitten: Bis zu 300 Meter erheben sich die Felswände fast senkrecht zu beiden Seiten des dann schäumenden Flusses. Das Dunajec-Tal ist eins der schönsten Durchbruchstäler Europas. Von April bis September/Oktober starten hier von polnischer wie von slowakischer Seite Floßfahrten. Zwei Goralen, so werden die Bergbewohner hier genannt, steuern mit Hilfe von langen Stangen ihre Flöße über den Dunajec, folgen vielen Windungen und weichen den Stromschnellen geschickt aus und erzählen dabei ihren mitfahrenden Gästen die überlieferten Legenden. Start der Floßfahrten ist in Sromowce Wyżne bzw. Kąty. Die Reise auf dem Fluss endet in Szczawnica oder in Krościenko
Wenn wir schon hier sind, besuchen wir auch noch das im 14. Jahrhundert erbaute Rote Kloster, Červený Kláštor. Das ehemalige Kloster liegt idyllisch an der Mündung des Lipník in den Dunajec an der alten Handelsstraße von Ungarn nach Polen
Nun bleiben wir erstmal auf slowakischer Seite und folgen ab Hniezdne, auf deutsch Kniesen, dem Lauf des Poprad. Der Poprad begleitet uns weiter, auch als wir in Zvyšky wieder die Grenze nach Polen überqueren. Im ersten Augenblick sieht es für uns so aus, als sei die Grenze in Betrieb! Mit Schlagbaum und Warteschlangen! Als wir näher kommen sehen wir was hier los ist: die alten Grenz- und Zollgebäude in Zvyšky sind zu einem lebhaften Markt umgewandelt, auf dem so ziemlich alles angeboten wird, was man sich nur vorstellen kann.
Unseren nächsten Apfelkuchen-Boxenstopp legen wir in Muszyna ein: im Kawiarna des Regionalmuseums - eine sehr gute Adresse für leckere Torte
Bei Sonnenschein sehen auch die Holzkirchen der Karpatenregion gleich viel dekorativer aus. Die Jakobuskirche in Powroźnik, seit 2013 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
Fenster ...
und Türen stehen offen. Wir erwischen genau den Moment des regelmäßigen Lüftungsturnus
Ein letzter bewundernder Blick auf die schöne Holzarbeit
dann steuern wir durch sanfte Hügellandschaft vorbei an unzähligen weiteren namenlosen Kirchlein zuerst Jaslo und später Krosno an. Mit dem Hotel Restauracja Śnieżka finden wir wieder ein feines Plätzchen für die Nacht: Hotel Śnieżka - booking.com / Hotel Śnieżka - Website




