Ergänzung zu Birgitts Kuba-Bericht:
Aus geplanten 5 wurden 2 1/2 Wochen, und dies nur als Ersatz für eine Iranreise, zu bombig dort:-)
Ankunft mit dem einzigen Flieger der 5x die Woche von Europa aus noch direkt nach Kuba (Havanna) fliegt. Stromausfall in vielen Stadtteilen. Stromausfall? Besser, es gab noch Strom in manchen Ecken.
Gleich einen Bus (später habe ich erfahren, dass es der einzige ist) nach Santiago erwischt.
Da wollte ich hin, der (früheren) Musikkultur wegen (Buena Vista Social Club), die 24h Fahr- (besser, Steh-) zeit durch dunkle Städte, nicht geerntete Zuckerrohrfelder problemlos, motorisierten Gegenverkehr gab es nicht.
Santiago bei Nacht, dunkel, Unterkunft beim (Bus-)bahnhof gefunden.
Parque Cespedes am Morgen, etwas launische Musik.
Nach zwei Tagen Richtung ehem. Strand von Siboney aufgemacht (Hurrican Sandy hat den sandy beach und fast alle Palmen weggefegt). Haialarm am ersten bis zum dritten Tag.
Zurück in Santiago, kein Leitungswasser mehr, Strom nur noch ein einziges Mal nachts für ein paar Stunden, Verbrennungsmotorverkehr nun null.
Der chinesische Reisfrachter liegt immer noch (als einziges Schiff, seit Wochen) im riesigen Hafen, beladen mit dem Monatsbedarf Kubas, der in handlichen Portionen entladen/beklaut wird.
Strand von BuenCabón, schön ruhig, sehr nette Menschen, die kennen seit 6 Jahren nichts anderes als keinen Strom und kein fließend Wasser, Telefon ab und zu mal (über Ami 3G-Netz-UMTS, LTE-4G ist abgeschaltet, weil es zuviel Strom braucht, der zu 99% auf Erdöl basierte - 1% früher, jetzt 100% aus PV mit Batterie - die Energie- und Verkehrswende hat Kuba dank "Trump" in nicht mal einem Jahr geschafft, da könnte sich Europa eine Scheibe der dort nicht mehr vorhandenen "Salami" abschneiden). Nach zwei Tagen zurück nach Santiago mit Pferdekutsche. Jetzt gibt es nichts mehr dort - außer Müllhaufen, Bettler und Schnorrer.
Gleich wieder weg nach LaCaleta, "Sandy"-zerstört, zurück zum "Traumstrand" BuenCabón, um ein paar Tage dem Elend entfliehen.
"Moros y Cristianos", das Lieblingsgericht Kubas jetzt ohne Mohren - schwarze (oder anderstfarbige Bohnen) gibt es nicht mehr. Das komplette Lebensmittelkartensystem existiert nicht mehr, nur noch Schwarzmarkt mit meist geklauten Produkten. Krankenhäuser haben zwar noch Pflegepersonal, aber die Ärzte sind in Brasilien, USA, Europa.
Zurück in Santiago, Fluchtflug nach Santo Domingo und von dort nach FRA gebucht und zwei Tage später zu Fuß zum Flugplatz gelatscht.
Das ursprüngliche Ziel, von Santiago aus mich langsam nach Havanna zu bewegen (800-1.000km je nach Route) habe ich aufgegeben, dank der ungenügenden Reichweite meiner Beine und der der Pferdefuhrwerke. Da haben es Birgitt mit dem Fahrrad vor 11 Jahren und ich vor 13 mit einem Mietwagen besser erwischt - welcome to the U.S.A.!
Gruß
Ferdi
Und bye-bye Fidél, Friedhof Santa Ifigenia in Santiago mit "Ehrenparade" alle halbe Stunde noch (bei Tageslicht)
Links und Artikel (die erst während meines Aufenthaltes auf Kuba erschienen sind)
Die Donroe-Doktrin und der Weg zur Rekolonialisierung (Nachrichtenpool Lateinamerika, npla.de)
Karibikinsel in der Krise: USA verhängen neue Sanktionen gegen Kuba (taz.de)*
USA verschärfen Sanktionen gegen Kuba (Badische Zeitung, hinter Paywall)*
Kreisende (Truthahn-)Geier über Fidéls Grab - Hasta la Victoria - siempre!
ADMIN-NOTE: *) Aus Lizenzgründen PDFs entfernt und durch Links auf ihre Quellen ersetzt.