Zum Machtkampf zwischen Äthiopiens Zentralregierung mit der Somali-Regionalregierung und den daraus resultierenden Kämpfen in der Somali-Hauptstadt Jigjiga nun auch ein deutschsprachiger Artikel ...
Nach Berichten äthiopischer Medien hatten Soldaten der äthiopischen Armee am Freitag den Sitz von Somali-Premierminister Abdi Mohomud Omar, genannt Abdi Illey, in Jigjiga umstellt und wollten den starken Mann der Somali-Region sowie Mitglieder seiner Regierung festsetzen, „um weiteres Blutvergießen zu verhindern“, wie die unabhängige Zeitung Addis Standard unter Berufung auf äthiopische Regierungskreise meldete. Sie mussten sich zunächst zurückziehen, als Tausende Angehörige der somalischen Liyu-Regionalpolizei aus dem Umland in die Hauptstadt strömten und Unruhen ausbrachen. Dabei wurden unter anderem sieben Kirchengebäude der orthodoxen äthiopischen Kirche zerstört.
Mindestens 40 Menschen wurden am Wochenende bei Kämpfen im Osten Äthiopiens getötet. Dies teilte ein Sprecher der Regionalverwaltung des Oromia-Bezirks mit. Die Opfer sollen allesamt zum Stamm der Oromos gehören ...
Äthiopiens neues Jahr beginnt in Euphorie: Seit Premier Ahmed im Amt ist, kommen politische Gefangene frei, Oppositionelle kehren aus dem Exil zurück. Doch viele sehen den Umbruch auch mit Misstrauen ...
In Addis Abeba kam es in den letzten beiden Tagen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Grund ist die Rückkehr der bei den Oromo sehr beliebten Oppositionsgruppe OLF, Oromo Liberation Front. Die Rückkehr aus dem Exil wurde durch die aktuellen Reformen möglich ...
Nach ethnischer Gewalt durch die Oromo-Volksgruppe haben in Äthiopiens Hauptstadt Tausende für mehr Sicherheit demonstriert. Am Wochenende waren 23 Menschen bei Übergriffen gestorben, am Montag weitere 5 ...
Am Rande der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sind am Wochenende mindestens 23 Menschen getötet worden [...] wurden bei den Gewalttaten ethnische Minderheiten attackiert. Jugendliche Banden, die der Volksgruppe der Oromo angehören, sollen demnach Angehörige anderer Ethnien angegriffen haben. Gegen die Gewaltwelle protestierten in der Hauptstadt Addis Abeba Tausende Menschen. Auslöser der Gewalt war möglicherweise, dass die Führung und viele Kämpfer der oppositionellen Oromo-Befreiungsfront am vergangenen Samstag aus dem Exil zurückkehrten. Bei den Montagprotesten seien mindestens fünf weitere Menschen getötet worden ...
Über 20 Tote und mehr als 60 Verletzte - das ist die traurige Bilanz ethnischer Konflikte Mitte Dezember zwischen Angehörigen der Volksgruppe der Oromo und der Somali in der Nähe von Moyale, im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Kenia ...
At least 21 people have been killed in two days of intense fighting between ethnic groups in southern Ethiopia amid escalating violence that has sent hundreds fleeing across the border to neighbouring Kenya. The violence broke out on Thursday and Friday near the town of Moyale, on the border with Kenya, in a region claimed by both the Oromo, the largest ethnic group in the country, and the Somali ethnic group.
Noch mehr Tote. Wieder in Moyale. Diesmal bei einem Angriff auf das Bekele Molla Hotel. Selbst das Krankenhaus in Moyale war unter Beschuss ...
Seven people are killed at Bekele Molla Hotel in Moyale, a town in the Ethio-Kenyan border, yesterday, authorities and eye witnesses told Deutsche Welle (DW) Amharic. Several others are wounded. Ethiopian government is yet to provide the public with information as to what caused the security problem that led to the death of seven people in the hotel. Reports from local news sources seem to indicate that the victims are civilians [...] DW Amharic also reported that the hospital in Moyale was shelled by mortar and, that forced staff to abandon it which in turn caused service suspension. Mr. Dagne Borru confirmed to the source “Moyale hospital was shelled four times with heavy weaponry and the hospital is no longer giving service as staff fled fearing for their lives. We are in a very difficult situation…”.
wir sind gerade in Addis Abeba, nach bisher drei Wochen unbehindertem Reisen durch den Süden des Landes. Es ist wieder alles ruhig hier, auch keine überhöhte Polizei- und Militärpräsenz.
Das ist jedoch KEINE Garantie, dass die Unruhen wieder aufflammen können! Aber die Menschen hier sind alle sehr positiv drauf...
Bei einem Putschversuch wurden äthiopiens Armeechef und der Regionalpräsident getötet. Bei weiteren Anschlägen wurden weitere Generäle getötet. Darunter einer von seinem eigenen Leibwächter.
Äthiopiens reformorientierter Ministerpräsident Abyi Ahmed hat am Wochenende einen schweren Rückschlag erlitten: Nach Angaben seiner Sprecherin Billene Seyoum wurden bei einem Putschversuch in der Region Amhara am Samstag Regionalpräsident Ambachew Mekonnen sowie ein weiterer hochrangiger Regionalvertreter getötet.
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Das Volk der Sidama hat angekündigt, dass es eine eigene Verwaltungsregion gründen wird. Was nach einer Randnotiz aussieht, birgt enormes Sprengpotenzial. Die Sidama sind ein Volk im Süden Äthiopiens. Sie zählen etwa drei Millionen Menschen und bewohnen die sogenannte Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker (SNNP). Diese ist eine der neun Verwaltungsregionen oder Gliedstaaten Äthiopiens. Am Montag haben die höchsten Vertreter der Sidama mitgeteilt, dass sie bis Ende Woche aus der SNNP austreten und eine eigene Verwaltungsregion bilden werden ...
Ethnische Gewalt und politische Spannungen gefährden die Reformpolitik des jungen Premiers Abiy Ahmed. Bricht der Vielvölkerstaat auseinander?
Nach dem gescheiterten Staatsstreich unter Anführung von General Asaminew Tsige im Juni wurden Hunderte von Menschen verhaftet und das Internet vorübergehend abgeschaltet. Der General war einer von Tausenden politischen Gefangenen gewesen, die Abiy unter anhaltenden Druck von Protesten der Bevölkerung voriges Jahr aus der Haft entlassen hatte – ein zentraler Beweis der politischen Liberalisiserung [...] Abiys Zulassung eines echten Mehrparteiensystems machte den Weg frei für neue ethnisch-nationalistische Parteien. Diese Gruppen stehen nicht nur in Konflikt mit den alten Parteien, sondern streiten auch über Ernennungen in der Zentralregierung und der EPRDF. Für 2020 sind Wahlen geplant, die Öl aufs Feuer gießen können. „Das Verschieben von Wahlen könnte das geringere Übel sein, aber es würde auch Widerstände hervorrufen“
Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed bekommt den Friedensnobelpreis. Es ist auch ein Preis für die Hoffnung auf ein neues Afrika ...
Die Begründung betont vor allem Abiys Friedensschluss mit Eritrea, von dem sich das Nobelpreiskomitee „positive Veränderung für die gesamten Bevölkerungen von Äthiopien und Eritrea“ erhofft. Gewürdigt wird auch Abiys Vermittlerrolle im Sudan, dank der der Sturz der dortigen Militärdiktatur durch einen Volksaufstand in geordnete Bahnen gelenkt werden konnte. Und schließlich lobt das Nobelpreiskomitee in Äthiopien selbst „wichtige Reformen, die vielen Bürgern Hoffnung auf ein besseres Leben und eine lichtere Zukunft geben“ und „ein friedliches, stabiles und erfolgreiches Äthiopien“ möglich erscheinen lassen.
Mit Waffen und Tränengas geht die Polizei in mehreren Städten Äthiopiens seit Mittwoch gegen Demonstranten vor, die gegen Premierminister Ahmed Abiy protestieren. Auslöser ist die Behandlung des prominenten Oppositionsaktivisten Jawar Mohammed: Nach dessen Angaben hat die Regierung seine Leibwächter abgezogen, und sein Leben sei jetzt in Gefahr. Die Behörden verneinen das, aber Hunderte vor allem junge Anhänger Jawars gingen noch in der Nacht zu Mittwoch in seinem Wohnviertel in der Hauptstadt Addis Abeba auf die Straße und skandierten „Weg mit Abiy“. Am Tag dehnten sich die Proteste auf mehrere Städte aus [...] Bemerkenswert ist, dass die neue Protestwelle keine ethnische Dimension hat. Sowohl Abiy als auch Jawar und die Jawar-treuen Demonstranten gehören zu Äthiopiens größter Volksgruppe der Oromo.
In Äthiopien kommt es derzeit zu Tumulten zwischen Christen und Muslimen. Zwei Pastore sollen geköpft worden sein, weitere 60 Personen getötet und mehr als 200 verletzt. Berichten zufolge ereignete sich der Vorfall in Sebeta bereits im Oktober ...
Two pastors in Ethiopia were recently beheaded at their homes in the midst of Islamic rioting that also killed over 60 others and wounded more than 200. According to reports, the incident occurred in October as a mob took to the streets of Sebeta to protest the actions of the Ethiopian government under the leadership of Prime Minister Abiy Ahmed. Muslim leader Jawar Mohammed had lost his security protection previously granted to him by the state and his supporters were not pleased. Wreaking havoc in the small Muslim-majority town, the rioters threw stones at bystanders and set fire to homes.
In den letzten Tagen haben mehrere tausend Muslime in ganz Äthiopien gegen Angriffe auf Moscheen demonstriert. Vier Moscheen in der Region Amhara sind kürzlich angezündet und niedergebrannt worden. Die Angriffe am vergangenen Freitag in der Stadt Motta - rd. 350 km nördlich von Addis Abeba - richteten sich auch gegen muslimische Unternehmen. Muslime fordern, dass die Täter vor Gericht gestellt werden ...
Several thousand Muslims across Ethiopia in recent days have protested against the burning of four mosques in the Amhara region. The attacks last Friday in Motta town, more than 350km (217 miles) north of the capital Addis Ababa, also targeted Muslim-owned businesses. Muslims have called for the perpetrators to be brought to justice.
Äthiopien ist auch in 2020 nicht zur Ruhe gekommen. Im Gegenteil! Wieder und wieder gab es Demonstrationen und Unruhen. Hier ein kleiner Rückblick dessen, was in 2020 alles passiert ist
Die Polizei in Äthiopien hat die Zahl der Todesopfer der schweren Unruhen nach oben korrigiert: Nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs der Region Oromia, Mustafa Kedir, wurden bisher mindestens 239 Menschen getötet, mehr als 3500 Menschen wurden verhaftet [...] Zehn weitere Menschen seien in der Hauptstadt Addis Abeba getötet worden. Die Behörden führen die Todesfälle auf Einsätze der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten sowie Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen zurück. Die landesweiten Proteste waren durch die Ermordung des beliebten Sängers Hachalu Hundessa ausgelöst worden. Hachalu gehörte den Oromo an, der größten Volksgruppe in Äthiopien. In seiner Musik thematisierte er immer wieder das Gefühl der Oromo, wirtschaftlich und politisch benachteiligt zu werden.
Dazu eine Analyse von Dr. Philipp Aerni, Direktor des Zentrums für Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit (CCRS) an der Universität Zürich. Der Inhalt des Artikels basiert grösstenteils auf den kritischen Recherchen von Nigist Goytom, einer äthiopischen Architektin. Sie ist mit dem Autor verheiratet ...