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ML / Tuareg-Rebellion 2012

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ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Kuno » 27.01.2012 09:55

The NMLA says its attacks will continue across Mali’s north, but that they are open to negotiations.Mali’s government says if rebels accept something less than full independence, negotiations are possible. Foreign Minister Soumeylou Boubeye Maiga said Monday the government was open to hearing rebels’ demands. Ibrahim Ag Mohammad Assaleh, a Tuareg member of Mali’s parliament, doesn’t see a quick end to the rebellion. “These men will fight until the end,” he said. “Most of these people were in exile. They’ve come back and they don’t want to go back into exile ever again.”

Quelle: http://www.dailystar.com.lb/News/Middle ... z1ke7i8AD5

Anscheinend ist die Regierung von Mali bereit, den Tuareg eine gewisse Autonomie einzuraeumen -diese wollen aber einen eigenen Staat.

Wie gross sind die Chancen, dass es die Tuareg schaffen, einen eigenen Staat zu bekommen?
Sind sie unter sich einig und ziehen am selben Seil?
Wie sieht es in anderen Staaten aus, in denen Tuareg leben?

Nachdem nun Ghaddafi als Finanzier und Libyen als Rueckzugsgebiet weggefallen sind - haben die Tuareg ueberhaupt noch die Mittel, sich durchzusetzen?

Wuerde jemand aus Europa die Tuareg unterstuetzen? Den Mythos der "edlen blauen Ritter der Sahara" haben sie sich wohl gruendlich versaut, nachdem sie sich im kuerzlichen Krieg in Libyen bis zuletzt einen Namen als Soeldner Ghaddafis gemacht haben. Mag die Politik auch noch so wechselhaft sein, ich kann mir nicht vorstellen, dass sich aus Europa oder den USA irgendwer wirklich fuer die Tuareg einsetzten wuerde - liege ich da falsch?

Welche "Ueberlebenschance" haette ein unabhaengiger Tuaregstaat inmitten der Sahara? Dieser Staat waere umgeben von Nachbarn, die ihn mindestens nicht moegen. Resourcen? Wie weit reichen die? Waere so ein Staat nicht von Anfang an ein Almosenempfaenger?

Bodenschaetze hat es ja in den Gebieten, die die Tuareg besiedeln. Aber die muessen gehoben und aus dem Land gebracht werden. Wuerden die heutigen Laender, die selber ja auch nicht allzu viel haben, es zulassen, dass ihnen die Bodenschaetze zugunsten der unbeliebten Tuareg weggenommen werden?

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Fuer mich ist das ein voellig neues Thema. Wer kennt sic in diesem Gebiet besser aus und kann meine Fragen beantworten?
Kuno
 
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Alexander » 28.01.2012 10:34

Kuno,
wenn ich an die alten Geschehnisse bezüglich den Tuareg zurück erinnere, habe ich starke Zweifel, dass Zusagen, die an die Tuareg gemacht auch eingehalten werden.

:arrow: Unruhen im Niger - Amnestie 2009 ?
:arrow: Mali - Unruhen im Tuareg-Gebiet
:arrow: Tuareg-Rebellion 1991

Grüsse
Alexander
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Turi » 28.01.2012 12:09

Die Tuaregund einen eigenen Staat!!
Wo sollten da die Grenzen sein?
Wie sollten sie sich ernähren?
Die Wüste schreitet immer mehr voran und die Bevölkerung wird immer mehr.
So wie die Tuareg heute leben ist vermutlich die einzige Möglichkeit noch zu überleben.
Mit Schmuggel und Handel, legal und vor allen Dingen illegal.
Sie hängen einer längst vergangenen Zeit nach, die nicht mehr zurückkommen wird.
Würde Libyen, Algerien, Mali und Niger auch einer, sagen wir mal Autonomie, zustimmen, was sicher nicht der Fall sein wird, würde die westliche Welt, aus Angst ihren Einfluss auf Bodenschätze etc. zu verlieren, schon einen Weg finden dem Frieden einen Strich durch die Rechnung zu machen.
Meiner Meinung nach , und da stehe ich nicht alleine da, gibt und gab es "die" Tuareg als geeintes Volk nie, es waren Nomaden, verschiedene Gruppierungen, die schon untereinander keinen Frieden fanden und sich gegenseitig bekiegten.
Man sollte ihnen die Möglichkeit geben innerhalb dieser Länder frei umherziehen zu können und sie nach ihren Regeln leben lassen, dann wäre das Problem mit ziemlicher Sicherheit,mindestens zum Teil,gelösst.
Da sind aber zu viele andere Interessen im Spiel, politische, wirtschaftliche und eben auch die sich verändernde Umwelt.
Wieso bekommt man das Sinti/Roma Problem nicht in den Griff??
Sie haben andere Lebensstile und die passen nicht mehr in die heutige Zeit, leider.
Alles wird globalisiert, nur die Grenzen werden immer geschlossener, vor allen Dingen in Afrika.
Ich sehe schwarz für "die" Tuareg.
sandige Grüsse
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Ralf Kiefer » 28.01.2012 14:54

Kuno hat geschrieben:Bodenschaetze hat es ja in den Gebieten, die die Tuareg besiedeln. Aber die muessen gehoben und aus dem Land gebracht werden.


Genau hier könnte es einen starken Interessenskonflikt geben. Wer profitiert von den Bodenschätzen? Einige westliche Industrieunternehmen (Öl, Uran, u.ä.) oder aus Fernost der Staat China. Diese hätten ggf. ein Interesse einen neuen Tuareg-Staat zu installieren, dessen Machthaber auf ihrer Gehaltsliste stehen, sofern sie die jetzigen Machthaber über die Bodenschätze nicht kaufen oder ihren aktuellen Einfluß nicht sichern können.

Nur ein spontaner Gedanke, ansonsten schließe ich mich Turis Meinung an.

Gruß, Ralf
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Bodensee » 29.01.2012 01:38

Die Tuaregs werden ebensowenig einen eigenen Staat bekommen wie die Kurden. Die USA haben sich in Mali eingenistet und wollen mindestens dort den Chinesen und Europäern in die Pfanne mit den Bodenschätzen spucken. Der Autor des von Kuno erwähnten Artikels,Martin Vogl, stammt aus Denver /Colorado (Bergbaugebiet...) und arbeitet für die AP sowie jede andere interessierte Zeitung.
Algerien, Libyen, Mali, Mauretanien und Niger müssten für einen Touaregstatt entweder Gebiete abgeben oder fürchten, dass die Unruhen auf ihren Sand übergreifen. Deshalb werden sie (zwar ungern) zusammen und mit der freundlichen Unterstützung durch Frankreich, England, Kanada und den USA scharf, hart und mit modernsten Mitteln (Luftüberwachung, Drohnen etc.) gegen die Tuaregs vorgehen. Besitztitel haben die ja ohnehin keine, also stören sie bei jeder Veränderung. Rechte für umherziehende Leute sind nicht vorgesehen, den christlichen Füdlibürgern in der angeblich ziviliserten Welt wird vorgeflunkert, wie böswillig die Herren der Wüste doch sind und wie extrem vom Islam geprägt. Dann muckt in keinem Parlament jemand auf und alle sind zufrieden und sattgefressen im dreckigen Geschäft.
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Kuno » 29.01.2012 10:07

Bodensee hat geschrieben:... den christlichen Füdlibürgern in der angeblich ziviliserten Welt wird vorgeflunkert, wie böswillig die Herren der Wüste doch sind und wie extrem vom Islam geprägt.


Nun, Bodensee, die Tuareg haben sich eigentlich in ihrer ganzen Zeit schon damit hervorgetan, dass sie Karawanen entweder abzockten oder ueberfielen. Oder beides. Die Tuareg wurden nicht vom (wieder einmal) "boesen Westen" verteufelt sondern vielmehr als "edle Wilde" verherrlicht. Ich glaube, vor allem ihre Nachbarn im Sueden haben das nicht wirklich so sehen koennen - und seit diese die Macht in der Hand haben, haben die Tuareg wohl auch ein Problem, aus dem sie kaum mehr herauskommen. Die Tuareg haben im Sueden mittlerweile etwa gleichviel Symptahie wie eine CH Grossbank bei den US Steuerbehoerden.

Die Bodenschaetze, die im entsprechenden Gebiet lagern muessen alle verkaufen, die dort leben - wenn sie ueberleben wollen...
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Wolfgang K » 29.01.2012 10:55

Das mit dem eigenen Staat wird aus verschiedenen Gründen nichts werden die meisten wurden ja schon genannt (Gebietesabtretung, Rohstoffe). Der Staat wäre aber auch wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Selbst wenn er Rohstoffe besäße und fördern würde – beim Transit würden die nicht wohl gesonnen Nachbarn das meiste für „Gebühren“ abreifen.
Obendrein passt das Gebilde nicht zu der Lebensweise, und das hat nichts mit Romantik und Tradition zu tun. Ein Tuareg Staat würde ja sofort wieder Grenzen mit sich bringen. Die Bewegungsfreiheit über diese oder sonstige Grenzen hinweg wäre eher weniger als jetzt.
Die Nachbarstaaten würden erwarten, dass die Tuareg mit ihren „Geschäften“ in ihrem Land bleiben, was dem Charakter des transsaharischen Nord-Süd und Ost-West Handels – vorsichtig gesagt - widerspricht. Der neue Staat wäre in der Wahrnehmung und wohl auch in der Realität nur eine Art Rückzugsgebiet für Geschäfte aller Art mit den Nachbarstaaten. Der Ärger wäre mehr als vorprogrammiert.

Wer profitiert von den Bodenschätzen? Einige westliche Industrieunternehmen (Öl, Uran, u.ä.) oder aus Fernost der Staat China.


Das kann man so nicht sagen. Die Abnehmer „profitieren“ nicht monetär sondern halten ihre Wirtschaft durch die Versorgung mit notwendigen Rohstoffen am laufen. Hier geht es geostrategisch nicht primär um Profit (vor dem Export), sondern um Versorgungssicherheit. Von Rohstoffen profitieren (im Sinne Geld verdienen) ganz wesentlich die Länder, welche auf den Rohstoffen sitzen. Algeriens Staatshaushalt z.B. ist im Gegensatz zu den Finanzen der „reichen“ (eigentlich nicht mehr, weil total überschuldeten) Kunden im Norden und Westen mehr als kerngesund. Was intern mit dem Geld passiert – oder eben nicht passiert – ist ein inneres Problem Algeriens.

Grüße
Wolfgang
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Kuno » 29.01.2012 11:41

Sehr gute Argumente, Wolfgang.
Dann bleibt den Tuareg eigentlich nichts anderes, als versuchen, sich bei den Nachbarn auch mal etwas beliebt zu machen. Das ist ihnen wohl in ihrer ganzen Existenz noch nie gelungen und die Chancen stehen wohl auch diesmal schlecht.
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Ralf Kiefer » 29.01.2012 15:09

Wolfgang K hat geschrieben:Die Abnehmer „profitieren“ nicht monetär sondern halten ihre Wirtschaft durch die Versorgung mit notwendigen Rohstoffen am laufen. Hier geht es geostrategisch nicht primär um Profit (vor dem Export), sondern um Versorgungssicherheit. Von Rohstoffen profitieren (im Sinne Geld verdienen) ganz wesentlich die Länder, welche auf den Rohstoffen sitzen.

Ich meinte das weniger volkswirtschaftlich betrachtet, sondern betriebswirtschaftlich: es gibt Firmen, die wirtschaftliches Interesse daran haben die Rohstoffe zu fördern und dort zu verkaufen, wo sie ggf. weiterverarbeitet den meisten Gewinn abwerfen, "Klassiker" sind z.B. Exxon, Shell, Areva oder Gazprom. Die arbeiten ausschließlich für ihren Profit und keineswegs für eine Versorgungssicherheit. Eine solche wird manchmal geheuchelt, um z.B. Protektion einer mächtigen Instanz zu erhalten, z.B. US-Militär. Im Normalfall lassen sie ihr Geld im Hintergrund wirken und kaufen sich eine afrikanische Regierung oder auch mal einen deutschen Bundeskanzler.

Im Fall eines Konflikts in der südlichen Sahara bliebe den interessierten Unternehmen die Frage, ob die derzeit etablierten Regierungen billig genug sind oder ob sich innerhalb der bestehenden Strukturen eine billigere "etablieren" läßt. Ein Militärputsch hat lediglich einen Preis, eine "demokratische" Neuwahl mit den bewährten US-Methoden beim kreativen Auszählen ebenso. Die IMHO unwahrscheinliche Alternative ist die, daß ein Tuareg-Staat die billigste Lösung wäre.

Der Profit der Länder mit den Rohstoffen ist "lediglich" der Preis des dortigen politischen Systems, und für die Bevölkerung bleiben die Abfälle der Rohstoffausbeutung, siehe Ölpest in Nigeria oder Strahlung in Arlit.

Zu Nigeria aus Wiki: "Nigerias wichtigster Bodenschatz ist das Erdöl. Es macht 90% aller Exportprodukte aus, obwohl nur 7% der Beschäftigten in diesem Sektor tätig sind." "Es leben etwa 35% der Bevölkerung in extremer Armut."
Zu Nigeria aus der Zeit: "Im Nigerdelta ist der Kampf gegen auslaufendes Öl für die Bewohner zum bitteren Alltag geworden." "Seit 50 Jahren fördern hier ausländische Konzerne das leicht zu raffinierende nigerianische Öl. Nach Schätzung von Umweltschützern sind seither zwei Milliarden Liter davon ins Nigerdelta geflossen – das entspricht ungefähr einem Tankerunglück der Kategorie "Exxon Valdez" pro Jahr."

Gruß, Ralf
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Kuno » 29.01.2012 19:16

Jetzt sind wir bereits in Nigeria mit seinen Umweltproblemen. Ich moechte nochmal zurueck zu den Tuareg und ihrem Aufstand.

Der gewaltsame Aufstand - hat er eine Chance auf Erfolg oder birgt er nicht vielmehr die Moeglichkeit, dass es ueber kurz oder lang zu einer konzertierten Aktion der betroffenen Staaten kommt, welche dann in der Vernichtung der Tuareg enden koennte?
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Wolfgang16 » 11.02.2012 18:23

Gefunden im englischsprachigen Saharaforum:

http://thinkafricapress.com/mali/causes ... ali-tuareg

Der Author Andy Morgan ist viel in der Touareg Gegend im Norden Mali gewesen, es mag sein, daß er eher aus Sicht der Touareg schreibt, und nach der Lektüre schwirrte mir der Kopf voller unbekannter Namen, aber ich hatte den Eindruck, daß da mal jemand die unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen Ereignisse aus der Region geordnet und in einen Zusammenhang gestellt hat. Besonders interessant fand ich die "Beziehungen" zwischen der Malischen Regierung, den Touareg und AQIM: kurz gesagt, läßt Bamako AQIM gewähren, solange es damit die Touareg ärgern kann:

There are several reasons why that taint is wholly unjustified. The first is that since the inception of the MNA and MNLA movements, one of their loudest, most cherished and oft repeated aims is to rid their homeland of AQIM, an organisation which they consider to be one of Mali’s most effective weapons in its fight against their cause. “AQIM was parachuted in and installed in our territory by the Malian government,” declares Hama Ag Sid’Ahmed, with total conviction. “It was the initiative of certain drugs barons, who are advisors to the President, in the shadows of the Koulouba Palace [The Presidential palace in Bamako]. They brought them into the Timbuktu region and then to Kidal. In return for the release of the 32 hostages in 2003, a pact of non-aggression was signed between Bamako and Al Qaeda, who then progressively occupied this territory. Those contacts became permanent and it’s clear that since then all the operations led by the terrorist groups have originated in Mali, and the terrorist have always fallen back to Mali. It’s their safe haven. Everyone knows that the terrorists are in communication with military leaders, and that politicians from Bamako meet the terrorist emirs quite regularly.”


A senior Malian politician once had the temerity to declare in a private meeting at the US Embassy in Bamako that the presence of AQIM in the north east of the country was a good thing, as long as it meant that the Tuareg rebel movement wasted its resources and time trying to combat it. At another meeting, the new Algerian ambassador informed his US counterpart that he suspected collusion between Mali and the terrorists. He cited the then recent case of a joint Algerian-Malian operation to attack an AQIM base that had failed because the AQIM katiba in question had been tipped off in advance. All these frankly startling revelations are contained in the US Embassy cables leaked by Bradley Manning and Wikileaks. In fact, there is no better way to understand what really went on in the northern deserts of Mali between 2006 and early 2010 than to read those US Embassy cables. The level of intelligence, analysis and research contained in them is often of the highest order. And yes, they do reveal that the US Embassy has also suspected Mali of at best tolerating and at worst colluding with AQIM at one time or another.
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Wolfgang K » 12.02.2012 12:55

lesenswert !

Warum sie jetzt endgültig zwischen alle Stühle gerutscht sind wird gut beschrieben, soweit ich das zu beurteilen vermag.
Was allerdings auch hier fehlt ist das Konzept wie und wovon dieser Staat existieren soll (siehe mein Posting weiter vorher).

Dieses Konzept würde innere Einheit voraussetzen, die gibt es aber wohl nicht. Weiterhin müsste dieses Konzept einen Anreitz für die Mehrzahl der Nachbarstaaten enthalten. Das sehe ich auch nicht.

Das Konzept eines Tuaregstaates der als regionale Ordnungsmacht gegen AQIM, Schmuggel etc. vorgeht und dafür von den Anrainern (und anderen) akzeptiert und finanziert wird wäre die einzige Option. Nur dass viele genau diese Ordnung nicht wollen…
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Bodensee » 21.02.2012 14:13

Ich schreib das mal hier rein:
Algerien blockiert Nachschub für die Touareg's, Waffenlager im Sand gefunden.
El Watan meldet, dass Algerien im Süden eine Anzahl Flugabwehrraketen ausgebuddelt hat:

http://www.elwatan.com//une/in-amenas-d ... 29_108.php

Irgendjemand im Dreieck da unten wird sich fürchterlich ärgern, die Luftaufklärung über dem Sand bringt langsam Resultate...
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Mali - Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Birgitt » 08.03.2012 23:36

Der libysche Diktator Gaddafi ist tot, aber die Folgen seiner Kriege zerrütten die Region. In Mali liefern sich Regierungstruppen schwere Gefechte mit Tuareg-Rebellen - und gefährden die Stabilität des Landes.

Mali - Rebellion im Wüstenstaat
07.03.2012 - Deutsche Welle

Gruß
Birgitt
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Re: ML / Tuareg-Rebellion 2012

Beitragvon Alexander » 13.03.2012 20:14

Mali Tuaregs Control Major Military Base Near Algeria Border

Tuareg rebels said Sunday they had taken control of Tessalit military base in the north of Mali, near Border with Algeria, after having surrounded the location for weeks.

“There are no Malian soldiers left in the base, they have all fled,’’ AP news agency has quoted Bayes Ag Dicknane, an officer with the rebel forces on the ground near Tessalit, as saying. mehr...

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