Einreiseverweigerung Israel - was dann?

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tent4two
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Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von tent4two »

Hallo zusammen,

Ich habe mal eine Frage zur Einreise nach Israel bzw. zur Einreiseverweigerung:
Kennt sich jemand mit dem genauen Prozedere aus, das einem erwartet, sollte die Einreise am Ben Gurion Airport in Tel Aviv verweigert werden?
Wie wird der Rückflug organisiert? Wo ist man bis dahin untergebracht? Wer bezahlt? etc.

Hat das jemand schon einmal erlebt?

Danke für allfällige Stories dazu. :)

Liebe Grüsse
Livia
Rufus
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von Rufus »

Hi,
was für Szenarien müssen denn erfüllt sein, dass man am Ankunfts-Flughafen abgewiesen wird? Sollten DAS die Fluggesellschaften (oder man selber) nicht vorher klären und einen dann erst gar nicht einsteigen/abfliegen lassen?
LG
Rudi
Rufus
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von Rufus »

Ich kannte mal eine deutsche Frau, die mit einem Palestinenser verheiratet war. Die hatte Spendengeld für palestinensische Familien gesammelt und wollte das persönlich überbringen. Israel hat sie zwar einreisen lassen aber dann das Geld beschlagnamt. Angeblich wg. Terrorismusförderung...
So kann´s auch gehen...
LG
Rudi
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Cheldon
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von Cheldon »

Die Israelis sind bei den Kontrollen erfahren, gründlich und fragen ähnlich wie bei der USA Einreise. Tauchgepäck ect. alles ohne Probleme.
Wenn man irgendwo nicht Einreisen darf, geht's mit nächster Möglichkeit zu Lasten der Airline, wenn sie dich nicht befördern durfte, sonst zu deinen Kosten heimwärts.
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
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Achim Vogt
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von Achim Vogt »

Leider ist das im Falle Israels nicht ganz so einfach, lieber Rufus. Über die Einreise entscheidet - übrigens in der Tat wie in den USA - am Ende die oder der Grenzbeamte. Beziehungsweise das dahinter stehende Team der Sicherheitsbehörden. Betroffen sind in aller Regel jüngere Leute unter 40, bei denen die Terrorismusgefahr stärker angenommen wird. Aber auch verdächtige Fotos, Dateien, E-Mails oder Facebook-Postings können ohne weiteres zur Einreiseverweigerung führen, wenn zum Beispiel "verdächtige" Freunde entdeckt werden. Reisende werden häufig gezwungen, die entsprechenden Programme auf ihren Handys oder Laptops zu öffnen. Da Europäer*innen in der Regel kein Visum benötigen, ist in dem Fall auch nicht die Airline schuld. Und da die entsprechenden Verhöre am Flughafen stundenlang dauern können, ist es dann auch mit dem direkten Rückflug oft nichts.

Viele Grüße
Achim
Rufus
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von Rufus »

Hallo,
ich war bis jetzt ein einziges Mal in Israel. Noch vor Handy- und Laptop-Zeiten (damals noch zu groß, zu schwer und zu teuer zum mitnehmen :lol: ). Das war mit dem Motorrad und zu Intifada-Zeiten (1990). Kuweit war gerade vom Irak besetzt worden, die ägyptische Armee stand am Suez-Kanal und der mittlere Osten war in Aufruhr! Nach vier Wochen Ägypten -fast ohne andere Touristen- sind wir völlig blauäugig von Taba nach Eilat eingereist. Die Motorradkoffer über und über mit arabischen Aufklebern verziert. Die Einreise war noch vergleichsweise harmlos. Konnten die damals schon Gepäck mit Röntgenscannern durchleuchten? Ein großes Verhör / Befragung gab es jedenfalls nicht, nur die üblichen Fragen: woher, wohin etc.
Wir sind dann völlig unbedarft auch durch die östlichen Gebiete - totes Meer, Masada - nach Jerusalem gefahren und haben auch im Ostteil der Stadt übernachtet. Gleich gegenüber vom Damascus-Gate. Abends sind wir noch zufuß durch das Gate und die Altstadt gelaufen und haben uns gewundert, dass es so ruhig ist...(Intifada!). In der Nacht hörten wir Schüsse und Tumulte...
Am nächsten Tag sind wir weiter nach Haifa gefahren und haben Fährtickets nach Griechenland gekauft.
Das dicke Ende kam, als wir auf die Fähre ausreisen wollten: die haben uns nach Strich und Faden durch die Mangel gedreht. Einschließlich Leibesvisitation (ein Besuch beim Urologen ist harmlos dagegen :mrgreen: ). Mein Kumpel ist Spanier und hat sich stur gestellt. Nach 5 Minuten war ein Übersetzer da! Jeder Aufkleber wurde hinterfragt, jedes Gepäckstück genauestens untersucht, nach jedem Kontakt gefragt. Fast hätten wir die Fähre verpasst. Auf dem Schiff haben wir uns geschworen: nie wieder Israel (obwohl es mich mittlerweile doch mal wieder reizen würde...)
LG
Rudi
oliver_grimm
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von oliver_grimm »

Hallo
Ähnliche Erfahrungen habe ich 1995 mit dem Motorrad in Israel gemacht.
Das ist halt so in einen Menschenverachtenden Totalitären System.
Reizvoll ist das Land schon, und es halt jeder für sich selbst entscheiden ob er das Risiko eingeht und dort hin fährt.
Und wen man nur zurückgeschickt wird, ist das Risiko doch überschaubar.
Gruß
Oli
Hanomag AL-28
tent4two
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Registriert: Sa 28. Aug 2021, 12:27

Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von tent4two »

Danke euch für die Rückmeldungen und Erfahrungsberichte.

Liebe Grüsse
Livia
fordfahrer
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Registriert: Do 12. Jan 2012, 15:15
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von fordfahrer »

Hi,
ich könnte hier eine kurze Einreiseerfahrung schildern. (16.10. 22)

Ich hatte ja auch viel von Befragungen und Untersuchungen etc. gelesen und war schon etwas unsicher.

Wir waren vier Stunden vorher in Prag. Der Vor-check-in öffnete genau 3h vor Abflug. Die Befragung durch Mitarbeiter der EL AL unterschied sich jetzt nicht wirklich sehr, von den vom normalen check-in und war in 5 Minuten erledigt.

Gut, am Gate war das noch etwas mehr aufwendig, als Hinz und Kunz, unter anderem auch ich, noch einmal Ausagen zum Gepäck machen mussten. Ich hatte halt eine Kompressorkühlbox im Gepäck.

In TLV erwarteten wir Kontrollen und alles mögliche. Am Ende haben wir aus dem Einreiseautomaten eine Einreisekarte gezogen. Diese am E-Gate gescannt und fertig. Eine Passkontrolle in dem Sinne, also drin rumblättern, fand nicht statt, eine Befragung auch nicht.

Beim Rückflug ähnlich, auch in TLV eine kurze Befragung und dann war's gut. Das einzige Problem war die chaotische Sicherheitskontrolle, die das ganze etwas länger gestaltete.

Im Land ist halt etwas mehr Militär unterwegs (insbesondere natürlich auf auf der Sinai und den Golan Höhen und an der Grenze zum Libanon) das ist man ja von Afrika gewohnt. Im Bus von Bethlehem zurück nach Jerusalem kommt halt das Militär in den Bus und kontrolliert die Pässe, PalästinenserInnen müssen dazu aussteigen. An die Waffenscanner an öffentlichen Plätzen gewöhnt man sich.


Gruss
Christian
fordfahrer
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von fordfahrer »

RH.jpg
Rosh Hanikra ... .

Gerade wenn wir an unsere aktuelle Situation in D denken, sollten wir Deutschen uns mit der Bewertung der Lebensweise anderer Völker doch stark zurückhalten ... zumal wir dort auch nicht leben und viele Sachen überhaupt nicht einschätzen können. Qatar ist ja auch so ein schönes Beispiel...

Gruss

Christian
oliver_grimm
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von oliver_grimm »

Hallo
Gerade wenn wir an unsere aktuelle Situation in D denken, sollten wir Deutschen uns mit der Bewertung der Lebensweise anderer Völker doch stark zurückhalten ... zumal wir dort auch nicht leben und viele Sachen überhaupt nicht einschätzen können. Qatar ist ja auch so ein schönes Beispiel...
Genauso zuhalten wie bei andern Völkern.
Oder sind Palästinenser die Untermenschen 2ter Wahl?
Die Israeli haben halt das gleiche Problem wie andere Staaten auch, die einen Teil ihrer Bevölkerung unterdrücken .
Wen ich Gast in so einen Land bin halte ich mich mit meinen Ansichten und Meinungen zurück, das gehört sich als Gast einfach. Ihre Probleme müssen sie selber lösen.
Aber ich habe deswegen immer noch meine Meinung und Ansichten. Und auch wen ich dir recht gebe das in Deutschland sehr viel auch falsch läuft, hat es nichts damit zu tun was in Israel passiert.
Aber in einen weiteren Punkt gebe ich dir wieder Recht. Es ist an uns was in Deutschland zu ändern und nicht im Rest der Welt, egal wo.
Gruß
Oli
Hanomag AL-28
fordfahrer
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von fordfahrer »

Lieber Oli,

wir schweifen jetzt etwas vom thread ab, aber ja, natürlich darf man eine Meinung haben.
Es ist aber nicht alles schwarz oder weiss und wir haben als ausländische Touris natürlich nur einen begrenzten Kenntnisstand und auch nicht im täglichen Leben damit zu tun. Von daher sollten wir halt nicht pauschal werten, wer-wen-warum-wann. Gerade im Nahen Osten ist das ein so komplexer Konstrukt - und auch nicht alle Teilnehmer sind argumentativ zugängig.

Die Deutsche Politik ist da ja auch sehr ambivalent und hat sich auch von stark pro israelisch zu jetzt eher pro palästinensisch gewandelt. Ausländische Positionierungen zu solchen Themen sind jedoch meist eher kontraproduktiv... .

Gruss
Christian
Mauritius
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Einreiseverweigerung Israel - was dann

Beitrag von Mauritius »

Cheldon hat geschrieben:Die Israelis sind bei den Kontrollen erfahren, gründlich und fragen ähnlich wie bei der USA Einreise.
Die Aussage stimmt so überhaupt nicht.
Ich habe noch bei keiner Einreise in die USA solch eine Kontrolle erlebt wie bei den Israelis,
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Achim Vogt
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Christian,

vielen Dank für Deine Beobachtungen und Erfahrungen. Davon lebt das Wüstenschiff!

In einem Punkt muss ich Dir allerdings kräftig widersprechen. Wenn Du Dir mal Diskussionen in der deutschen Politik nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 anschaust und solche von 2022, wirst Du schnell feststellen, dass vieles, was seinerzeit ohne jedes Problem diskutiert werden konnte, heute fast unmöglich geworden ist. Mit der Keule des Antisemitismus-Vorwurfes wird jede vernünftige Diskussion über israelische Politik faktisch unterbunden. In den USA, dem wichtigsten Verbündeten Israels - ausgerechnet - , wird wesentlich kritischer über israelische Politik in den besetzten Gebieten diskutiert als in Deutschland. Und selbst in Israel ist die Debattenkultur über die Politik gegenüber den Palästinensern inzwischen kritischer als in Deutschland, selbst wenn wir den Rechtsruck in der israelischen Politik berücksichtigen. Das ist eigentlich eine sehr traurige Entwicklung.

Viele Grüße
Achim
fordfahrer
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Re: Einreiseverweigerung Israel - was dann?

Beitrag von fordfahrer »

Lieber Achim,

ja, da hast du Recht. Die klammheimliche Änderung des §130 StGb zeigt ja, wohin es mit der deutschen Disskusionskultur geht. Irgendwann darf man dann nur noch eine Parteil wählen ... .

Wir sind ja ein Reiseforum, da ist es auch immer wichtig, zwischen offizieller Politik und den Menschen zu unterscheiden.

Gruss

Christian
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