Hallo,
ich war bis jetzt ein einziges Mal in Israel. Noch vor Handy- und Laptop-Zeiten (damals noch zu groß, zu schwer und zu teuer zum mitnehmen

). Das war mit dem Motorrad und zu Intifada-Zeiten (1990). Kuweit war gerade vom Irak besetzt worden, die ägyptische Armee stand am Suez-Kanal und der mittlere Osten war in Aufruhr! Nach vier Wochen Ägypten -fast ohne andere Touristen- sind wir völlig blauäugig von Taba nach Eilat eingereist. Die Motorradkoffer über und über mit arabischen Aufklebern verziert. Die Einreise war noch vergleichsweise harmlos. Konnten die damals schon Gepäck mit Röntgenscannern durchleuchten? Ein großes Verhör / Befragung gab es jedenfalls nicht, nur die üblichen Fragen: woher, wohin etc.
Wir sind dann völlig unbedarft auch durch die östlichen Gebiete - totes Meer, Masada - nach Jerusalem gefahren und haben auch im Ostteil der Stadt übernachtet. Gleich gegenüber vom Damascus-Gate. Abends sind wir noch zufuß durch das Gate und die Altstadt gelaufen und haben uns gewundert, dass es so ruhig ist...(Intifada!). In der Nacht hörten wir Schüsse und Tumulte...
Am nächsten Tag sind wir weiter nach Haifa gefahren und haben Fährtickets nach Griechenland gekauft.
Das dicke Ende kam, als wir auf die Fähre ausreisen wollten: die haben uns nach Strich und Faden durch die Mangel gedreht. Einschließlich Leibesvisitation (ein Besuch beim Urologen ist harmlos dagegen

). Mein Kumpel ist Spanier und hat sich stur gestellt. Nach 5 Minuten war ein Übersetzer da! Jeder Aufkleber wurde hinterfragt, jedes Gepäckstück genauestens untersucht, nach jedem Kontakt gefragt. Fast hätten wir die Fähre verpasst. Auf dem Schiff haben wir uns geschworen: nie wieder Israel (obwohl es mich mittlerweile doch mal wieder reizen würde...)
LG
Rudi