Wirklich? — Ich sehe keinen Unterschied, ob die Frau indische, arabische, afrikanische, deutsche oder sonstige Wurzeln hat bzw. dort lebt. Die psychische Mechanik der Unterdrückung funktioniert überall, selbst bei einem Hund.
Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Im Fall von Afghanistan bestehen diese aus Islam und hierarchischer Clanstruktur. Im Fall von Indien üblicherweise aus Hinduismus und Kastenwesen in der Gesellschaft. Dazu hat Indien einen relativ großen Männerüberschuß.
P.S.: Ansonsten war mir das Finanzierungskonzept der Taliban durchaus bewußt. Auch Karsai lobte mal die Reduktion des afghanischen Mohnanbaus ( https://www.tagesspiegel.de/politik/kar ... 10646.html ). Das waren und sind Meldungen hierzulande in der "seriösen" Presse. Was soll man denn sonst glauben?
Wem man glauben kann - dass ist eine grosse Frage, die vermutlich sogar den Thread hier sprengt.
Es geht ja nicht (nur) um das direktes verbreiten von Lügen/Falschaussagen oder fake news sondern um Facetten die man bewusst nicht heraushebt oder gar in der Kommunikation unterschlägt oder gezielt unter den Tisch fallen lässt.
Deswegen hatte ich auf einen Artikel aus dem Tagesspiegel verwiesen und nicht auf die SZ, TAZ oder FAZ. Daneben hatte der Tagesspiegel in seinem Lokalteil zuvor bereits mehrfach über diesen Fall berichtet.
Zurück zum Thema Abzug der ausländischen Truppen nach Beendigung des "NATO-Bündnisfalls": der Cliffhanger dauerte nur 4Tage. Es wird eine neue Staffel der Endlosserie geben :-(
Doch im Osten formiert sich nun scheinbar auch militärischer Widerstand. Angeführt vom früheren Vize-Präsidenten Amrullah Saleh und Ahmed Massud, dem Sohn eines berühmten Taliban-Gegners, soll sich im Pandschirtal nordöstlich von Kabul eine Widerstandsgruppe gebildet haben. Massud bat in einem Beitrag in der „Washington Post“ sogar um Unterstützung der USA.
Seinen Kämpfern hätten sich Soldaten und Spezialeinheiten der afghanischen Armee angeschlossen, erklärte Massud. Seine „Mudschahedin-Kämpfer“ seien „bereit, es erneut mit den Taliban aufzunehmen“. Angesichts des vielen US- Kriegsgerätes, das die Taliban bei ihrem Eroberungsfeldzug von der afghanischen Armee erbeutet hätten, bräuchten sie aber „mehr Waffen, mehr Munition und mehr Nachschub“.
Genau das haben sie in Afghanistan vertieft: wenn schon viele Waffen im Spiel sind, dann helfen nur noch mehr Waffen. Und die USA waren häufig ein williger Geber. Vielleicht wird's auch Anfragen an .de geben, vermutlich spätestens, wenn ein paar Geiseln freigekauft werden müssen. Heckler&Koch, Rheinmetall u.a. wird's freuen, denn das steigert das Bruttosozialprodukt. The Show must go on :-(
Ich erwähnte die Mauer, die ich um dieses Areal bauen würde. Hoch, stabil, undurchlässig, aber mit der Möglichkeit ab und zu einen Blick von außen reinwerfen zu können, ob es sich drinnen beruhigt haben sollte.
Ein kurzer, prägnanter Artikel zu Kriegswaffen der Taliban bei Golem. Dies ist auch ein Artikel für die hierzulande noch weitverbreitete Ansicht medieninkompetenter Netznutzer, daß sie "nichts zu verbergen" hätten.
Taliban jagen ihre Gegner auch via Netz
[...]
Für einen umfassenden Quellen- und Informantenschutz muss bei Journalistinnen und Journalisten hierzulande in vielen Fällen erst noch ein Bewusstsein geschaffen werden. Und es muss vor allen Dingen viel mehr Wissen über Bildforensik und Methoden der Bildinhaltsanalyse vermittelt werden, damit in den Redaktionen eine seriöse Gefahrenabschätzung getroffen werden kann.
Woher soll's bei der hiesigen Generation "Ich-mach-irgendwas-mit-Medien" kommen, weil keine Ahnung von Naturwissenschaft, Technik und Logik? Aber die Taliban als steinzeitlich bezeichnen ...
Wie konnte es zu einem derart schnellen Zusammenbruch der afghanischen Regierung und ihrer Institutionen kommen? Was in Afghanistan alles schiefläuft, war seit Langem ersichtlich, doch der Westen wollte die Realität nicht zur Kenntnis nehmen, schreibt Emran Feroz ...
Viele Staaten werden schon bald „normale“ Beziehungen zu den Taliban pflegen, meint Emran Feroz. Auch bei der EU sei das nicht auszuschließen, erklärt er im Interview ...
Bei Telepolis gibt's einen Buchauszug des afghanischen Autors Emran Feroz sowie ein Interview anläßlich des heutigen Erscheinungstermins.
Es werden Details und Zusammenhänge erwähnt, die nicht zu dem passen, was hiesige Brunnenbauer*Innen und Frauenbefreier*Innen lesen möchten. Es gibt eben noch eine andere Seite der Medaille.
UN warnen vor Nahrungsmittelknappheit in Afghanistan
Die Vereinten Nationen warnen vor dem Versiegen von Nahrungsmittelhilfen für Millionen notleidende Afghanen. „Bis Ende September werden die Vorräte, die das Welternährungsprogramm im Land hat, aufgebraucht sein“, sagte der stellvertretende UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Ramiz Alakbarov, am Mittwoch. Er betonte, dass die humanitäre Hilfe nicht mit den nötigen finanziellen Mitteln der Mitgliedsstaaten ausgestattet ist - es würden akut mindestens 200 Millionen US-Dollar benötigt.
Die Vereinten Nationen versuchen, im gesamten Land etwa 18 Millionen Notleidende mit Hilfsgütern zu versorgen - momentan könnten aber nur etwa neun Millionen Menschen erreicht werden. Alakbarov berichtete, dass auch nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Hilfslieferungen nach Afghanistan möglich seien. „Wir waren in der Lage, über Grenzübergange von Pakistan aus 600 Tonnen Nahrung mit Trucks zu liefern“, sagte er. Auch Lieferungen auf dem Luftweg nach Masar-i-Scharif seien möglich. (dpa)
Unter der korrupten, von der NATO gestützten Regierung haben die Lebensmittellieferungen für das Land, das sich nicht selbst ernähren kann, viele Jahre lang funktioniert. Nach gerade mal zwei Wochen Taliban-Regierung bricht die Lebensmittelversorgung zusammen. Die Unterstützer der neuen Machthaber hätten vielleicht vorher drüber nachdenken sollen, was ihnen lieber ist.
Wie wäre es mit eigener Lebensmittelerzeugung? In einer weit zurückliegenden Vergangenheit hatte das ohne die UN und den (christlichen)Westen funktioniert. Damals. Hier die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre (ungefähre Verdopplung zwischen 2000 und 2020) sowie die Fertilitätsraten.
Wie soll das weitergehen? Braucht die wachsende afghanische Bevölkerung jährlich mehr Nahrungsmittel von der UN? Woher bekommt die UN diese Nahrungsmittel? Jetzt ist schon die Rede von 18 Millionen Notleidenden bei einer Gesamtbevölkerung von rund 33 Millionen.
Ein ehemaliger Oberst des deutschen Militärs, der in Afghanistan eingesetzt war, schrieb vor ein paar Tagen einen Leserbrief an die FAZ, die diesen sogar veröffentlichte. Der Tagesspiegel versucht sich an einer Berichterstattung drüber, die eher einem Kommentar gleicht. Ein Teil des ersten Satzes der "überparteilichen" Berichterstattung:
[...] spricht sich ein ehemaliger Oberst der Bundeswehr mit verächtlichen Pauschalurteilen gegen eine undifferenzierte Hilfe für die Ortskräfte aus.
Ich kenne nicht den originalen Leserbrief des ehemaligen deutschen Soldaten [1], sondern nur die selektierten Zitate des Tagesspiegel-Journalist sowie dessen Meinung. Ich fragte mich aber, wer mehr Einblick in die tatsächlichen Lebensumstände in Afghanistan hat.
Gruß, Ralf
[1] Die FAZ verhindert die Anzeige vom Inhalt ihrer Web-Seite in meiner Umgebung.
Für alle, die ihren Rechner nicht ganz so restriktiv abgeschottet haben wie Ralf - hier der Link zum originalen Leserbrief des Oberst a. D. Thomas Sarholz: FAZ-Leserbrief: Es lohnte sich, für uns zu arbeiten
(runterscrollen, es ist der dritte Leserbrief).
Und Ralf, der Tagesspiegel-Artikel zu dem Leserbrief besteht fast nur aus Zitaten des Briefs sowie fast wortgetreuen Nacherzählungen. Der einzige Kommentar ist der von dir zitierte Halbsatz im ersten Absatz.
Die von Oberst Sarholz gewählten Worte sind zum Teil nun aber auch nicht gerade die sachliche Beschreibung persönlicher Erfahrungen...
Den Brief werden einige Leute nicht so gern lesen. Könnte die Sozialromantik stören ... vermute ich.
Fakten spielen da keine Rolle. Es gilt was die "Deutungsinhaber" absondern und als Mainstream vorgeben. Daran hat man sich zu halten, sonst ist man raus. Fällt auch nicht schwer zu glauben was vorgebetet wird, da man ja selbst gegen minus unendlich Kenntnisse zum Thema hat.
Nein, ich wähle nicht AfD oder sonstwie rechts oder hänge Verschwörungstheorien an.
Die Mordbuben werden die Scharia einführen und fleißig umsetzen.
Sie werden weiter Rauschgift in großen Mengen in den Weltmarkt bringen.
Die Chinesen werden die Situation genau wie die Russen wirtschaftlich zu nutzen wissen.
Der Westen wird sich mit den Mordbuben zu Verhandlungen an den Tisch setzen.
Sie werden den Westen erpressen weil der
- Leute dort rausholen möchte
- keine Rückzugsgebiete für Terroristen
- xxx
haben möchte.
Der Westen wird zahlen zahlen zahlen.
Auch aus humanitären Gründen weil sie dort sonst verhungern und an an anderen Dingen sterben.
Die weiter oben genannte Idee mit der Mauer wird wohl nicht funktionieren.
Man könnte ja mal überlegen, dass diejenigen, die die wirtschftlichen Vorteile haben werden, auch die Kosten tragen müssen.
Wir auch nicht so kommen.
Das was der Westen bisher an finanziellen Mitteln in diesen sinnlosen Krieg gesteckt hat, wird bald ein Peanut gegen die noch kommenden Kosten für die Unterstützung der Mordbuben und Ihrer Komplizen sein.
Die Hoffnung, dass sich Taliban, IS oder ISIS und Al Khaida gegenseitig den Garaus machen dürfte auch mehr Wunschdenken sein.
Trübe Aussichten ...
... hat sich der Westen mit seinem "Einmarsch" zur "Verteidigung der Demokratie am Hindukusch" selbst eingebrockt.
Hätten sie das ganze Geld den Afghanen einfach dirikt gegeben, hätte es weniger Tote und Verletzte gegeben.
Und Ralf, der Tagesspiegel-Artikel zu dem Leserbrief besteht fast nur aus Zitaten des Briefs sowie fast wortgetreuen Nacherzählungen. Der einzige Kommentar ist der von dir zitierte Halbsatz im ersten Absatz.
Von einer Berichterstattung erwarte ich die Wiedergabe der Fakten ohne Kommentar. Journalistische Arbeit besteht aus Anreichern durch weitere Fakten, die durch Recherche gewonnen werden. Bereits die Recherche birgt die Gefahr von Einseitigkeit und Parteilichkeit, indem Fakten, die nicht zur eigenen Meinung passen, unterschlagen werden. Ein Kommentar ist einer, wenn er als solcher gekennzeichnet ist, und nur in diesem darf die persönliche Meinung eines Autors oder einer Redaktion beschrieben werden.
Oder in Kurzfassung: der Autor beim Tagesspiegel hat versagt. Ich weiß nur nicht, ob er gegen die FAZ als Konkurrent auf dem Markt austeilt oder dem Leserbriefschreiber widersprechen möchte.
Die von Oberst Sarholz gewählten Worte sind zum Teil nun aber auch nicht gerade die sachliche Beschreibung persönlicher Erfahrungen...
Es ist ein Leserbrief. Für diesen gelten die journalistischen Regeln nicht, denn Leserbriefe sind von "Laien" geschrieben und erheben nicht den Anspruch auf fundierte, sachliche und objektive Recherche. Aber der Leserbriefschreiber war Zeuge. Das macht ihn glaubhafter als einen Artikelautor (hier ausdrücklich nicht als Journalist bezeichnet), der keinerlei Fakten beitragen kann.
Der frühere Fallschirmjäger Vinzing wird noch deutlicher: «Ich hatte gar kein Vertrauen zu Ortskräften.» Und das hänge mit der afghanischen Kultur zusammen. Es sei normal, dass ein Sohn bei der Polizei, ein anderer bei den Taliban, ein dritter bei einem Drogenbaron arbeite. «Die wahre Treue der Afghanen gehört ohnehin der Familie und nur ihr.»
Schaunmermal, ob das der Tagesspiegel kommentieren wird
Die Taliban haben Helikopter und Flugzeuge erbeutet – haben sie nun ihre eigene Luftwaffe?
Die Amerikaner haben viel Kriegsmaterial zurückgelassen in Afghanistan. Nicht alles wurde unschädlich gemacht.
... und die Taliban verfügen teils über US-Material inkl. ausgebildetem Personal vom ehemaligen afghanischen Militär. Es gibt einen Hoffnungsschimmer für komplexe Waffen wie Hubschrauber: für Service und Wartung gibt's dort keine Infrastruktur.
Hintergrund ist, dass eine Vielzahl von Ministerien und Behörden in Afghanistan unter der vorherigen Regierung Gmail als bevorzugten E-Mail-Provider verwendeten und für offizielle Korrespondenz nutzten.
Das war die Digitalkompetenz einer von den USA aufgebauten Regierung. Klar, diese handelte nicht nur als Wohltäter. Die Taliban bewiesen bereits deutlich mehr Digitalkompetenz, allerdings beim Verfolgen ihrer Gegner, wozu sie Fachkräfte aus anderen Ländern wie z.B. Malaysia anheuerten.
Dies als Gedankenanstoß überlege ich, wie es um die Digitalkompetenz bei der deutschen Regierung und den Verwaltungen aussieht: sie verwenden überwiegend M$-Produkte und diese häufig genug in der Cloud, von Office bis Outlook. Vielleicht sollten wir ein paar Taliban zur Steigerung der hiesigen Digitalkompetenz "importieren" Fachkräftemangel, kennt man ja.
Gruß, Ralf
P.S.: Was wäre jetzt in Afghanistan los, wenn diverse US-Web-Dienstleister ihre Leistungen in Afghanistan spontan beenden würden? Kein Facebook, kein Instagramm, kein Whatsäpp, usw.
Die Taliban haben bis jetzt zwar noch keine Regierung vorgestellt, wie sie es eigentlich vorgestern tun wollten, aber sie haben ein erkennbares Selbstbewußtsein entwickelt:
Die militant-islamistischen Taliban fordern von Deutschland nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan [...] finanzielle Hilfen.
Die Taliban fordern Geld von mir bzw. aus dem deutsche Steueraufkommen! So frech muß man erstmal sein! Wenn dagegen ich mich in Berlin melde und Geld aus dem deutschen Steueraufkommen haben möchte, zeigt man mir dort den Mittelfinger (außer ich hätte ein bißchen Detailwissen, was manche ungern öffentlich sehen würden).Schaunmermal, wieviel Rückgrat die deutsche Regierung hat.