Achim Vogt hat geschrieben: ↑Sa 30. Aug 2025, 12:42
Puh - al hamdulillah kann man da nur sagen!
Das gilt sicher für viele Situationen und in der Sahara wahrhaftig ganz besonders!
Trotzdem muss man sich einige spezielle Fakten deutlich machen, wenn man das algerische “Schwarze Jahrzehnt” richtig verstehen möchte.
Das Land ist mehr als 6 x so groß wie Deutschland und hatte damals knapp unter 30 Millionen Einwohner; nicht überall wurde also gekämpft. (Es gibt nur Schätzungen zur Zahl der Toten: 150 000 bis 200 000.) Der weitaus größte Teil der Kämpfe fand im Norden statt und dort besonders auch in den gebirgigen Regionen z.B. Kabylie/Aures.
Sehr gefährlich waren die großen nationalen Verbindungsrouten, denn dort errichtete die GIA (der bewaffnete Arm der FIS) "fliegende" Sperren. Dabei wurden unzählige Zivilisten ermordet, manchmal alle Passagiere von Bussen. Nicht immer konnte man die Islamisten von der Armee unterscheiden, denn beide trugen bei solchen Sperren oft Zivil!
Das - und die manchmal unvermeidlichen Durchfahrten von Siedlungen - waren unkalkulierbare Situationen. So z.B. in Zaouia el Kahla, wo es ein Gefängnis für Islamisten gab; keine gute Atmosphäre!
Ich bin während dieser Jahre dort viel gereist - es war ein langes Jahrzehnt! Bin dort offenem Hass begegnet (von Menschen, deren Herkunft eindeutig nicht algerisch war) und hatte wohl auch einige Male Glück. Aber ich hatte dort auch meine besten Begegnungen mit diesem wunderbaren Land.
Und sie sind es, deren Echo noch in mir lebt!
