Voluntourismus | No White Saviors - Genug von der Hilfe der "Weißen Retter"

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Birgitt
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Voluntourismus | No White Saviors - Genug von der Hilfe der "Weißen Retter"

Beitrag von Birgitt »

Prominente wie Madonna oder Ed Sheeran, aber auch Abiturienten aus Europa fahren gern für ein soziales Jahr zum "Freiwilligendienst" nach Afrika, helfen in einer Organisation und fotografieren sich mit schwarzen Kindern. Nun wächst der Widerstand – "Weiße Retter" sind out. Eine Debatte über europäische Helfer in Afrika ...

»Es braucht keine Weißen, die zeigen, wo es langgeht«
15.01.2021 - Spiegel

Schnappschüsse mit Heimkindern, Hilfsorganisationen mit altbekannten Hierarchien: Eine Initiative in Uganda will zeigen, was in der Entwicklungsarbeit oft falsch läuft. Ihr Ziel: Hilfe auf örtliche Erfahrungen auszurichten ...

Initiative in Uganda: Genug von der Hilfe der "Weißen Retter"
03.04.2022 - tagesschau

Mehr dazu:
No White Saviors


In diesem Thread geht es um die "Entwicklungshilfe" in kleinem Stil, zur Entwicklungshilfe in großem Stil, d.h. auf staatlicher Ebene, haben wir ein separates Thema:

Entwicklungshilfe einstellen - Fairer Handel anstatt

Gruß
Birgitt
Sandlover
Beiträge: 329
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Re: Voluntourismus | No White Saviors - Genug von der Hilfe der "Weißen Retter"

Beitrag von Sandlover »

Das denke ich mir schon lange. Die meiste Entwicklungshilfe geht am Ziel vorbei. Doch was ist denn das Ziel überhaupt? Die Kirche will neue Schäfchen gewinnen, die Wirtschaft wollte billige Arbeitskräfte aquirieren (hat in Afrika nicht geklappt), reichere Länder blinseln nach den Rohstoffen und die Herrschaften an den Regierungen in Afrika stopfen sich die Taschen voll (nicht alle, aber viele). Die weißen Spender beruhigen ihr Gewissen durch Spenden und in Afrika macht sich eine große Gruppe von sehr wichtigen Entwicklungshelfern schöne Tage. Diese Entwicklungshelfer wissen ganz genau, was das afrikanische Land und seine Bewohner braucht und erzählen den armen unwissenden Einwohner wo es lang geht.

Im Ernst: es ärgert mich seit vielen Jahren, dass man Afrika nicht zugesteht, dass die Menschen dort ihre eigene Mentalität haben und ihren eigenen Weg gehen. Ich beobachte da schon lange eine Arroganz der Weißen, die ich für unangebracht halte. Warum läßt man diese Menschen nicht einfach so sein wie sie sind?

Ein weißer Freund aus Windhoek hat mal zu mir gesagt: "weißt du Wolfi, die (die Schwarzen) leben in ihrer Welt und wir in unserer - und das ist gut so". Er meinte damit, dass jeder seine Mentalität hat und sie in Namibia gut gemeinsam leben. So könnte es vielleicht funktionieren.

Sind nur ein paar Gedanken.....

Viele Grüße
Wolfgang
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! :wink:

Viele Grüße Wolfgang
oliver_grimm
Beiträge: 99
Registriert: Do 18. Mai 2006, 16:11

Re: Voluntourismus | No White Saviors - Genug von der Hilfe der "Weißen Retter"

Beitrag von oliver_grimm »

Hallo
Ihr wollt doch nicht die Illusion der Leute zerstören, die seid Jahrzehnten unsern Zivilisations Schrott ( Altkleider, und Billiges Plastikzeug aus China ) mit nach Afrika nehmen und mit der Art des Gütigen Gutsherren unter den Einheimischen verteilt. :lach:
Sich mal fühlen wie ein kleiner Wohltäter, die Glücklichen Kinderaugen, die extra Schule Schwänzen um an den Kontenpunkten zu lagern, um ihr billig zeug zu er-betteln.
Mal für eine kurze Zeit nach Afrika zu fahren um dehnen zu zeigen wie man es richtig macht. Nach dem Motto unter den Blinden ist der einäugige König.

Mir ist das schon seid Jahrzehnten zu wieder, weil es eine Respektlosigkeit sonder gleichen ist.
In jeden Land konnte ich bisher vieles lernen was unser heimischen doch so "hohen" Zivilisation fehlt.

Gruß
Oli
Hanomag AL-28
Rufus
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Re: Voluntourismus | No White Saviors - Genug von der Hilfe der "Weißen Retter"

Beitrag von Rufus »

Sandlover hat geschrieben:
Mo 4. Apr 2022, 09:09
...

Ein weißer Freund aus Windhoek hat mal zu mir gesagt: "weißt du Wolfi, die (die Schwarzen) leben in ihrer Welt und wir in unserer - und das ist gut so". Er meinte damit, dass jeder seine Mentalität hat und sie in Namibia gut gemeinsam leben. So könnte es vielleicht funktionieren.

Sind nur ein paar Gedanken.....

Viele Grüße
Wolfgang
Na ja... ein Weißer aus Windhoek sieht das wohl nur solange so, wie er in Windhoek wohnt und die Schwarzen in Katutura... Wenn jemand mit anderer Mentalität in der Wohnung gleich neben ihm wohnen würde... Wie lange würde sein Wohlwollen dann noch anhalten?

Im südlichen Afrika, dort wo Apartheid geherrscht hat, wird das Verhältnis schwarz-weiß wohl noch lange brauchen, bis es sich "normalisiert". Aber es entwickelt sich ja eine gut situierte schwarze Mittelschicht (konnte ich zumindest im Raum Johannesburg beobachten), und das ist gut so!

In Ostafrika erlebe ich die Menschen viel selbstbewusster und kritischer Weißen gegenüber. "You have the coulor of the Money!" hat mal einer zu mir gesagt. Da hatten wir schon etliche heiße und aufschlussreiche Diskussionen zum Thema Rassismus und Herablassung. Wir sind NICHT deswegen beschimpft worden!!!
Aber wir verschenken kein Geld, Bonbons oder Kulis. Kein Geld für Nix!
Dafür kaufen wir unser Essen auf den Märkten (wo wir regelmäßig übers Ohr gehauen werden :wink: ), unterstützen den Artenschutz durch Besuche in Nationalparks und übernachten auf Campsites und Lodges, die wiederum Arbeitsplätze schaffen. ("You spend it, we spread it")
Sogar der offizielle Strafzettel für zuschnelles Fahren wird als Unterstützung des Staates angesehen ("You support the country" :lol: ).
Mittlerweile liebe ich diese Begegnungen. Und wenn der Urlaub dann mal ein paar hundert Dollar mehr gekostet hat, ist es auch nicht tragisch...
LG
Rudi
Sandlover
Beiträge: 329
Registriert: So 4. Dez 2016, 22:27

Re: Voluntourismus | No White Saviors - Genug von der Hilfe der "Weißen Retter"

Beitrag von Sandlover »

Hallo Rudi,

Mein Freund hat eine kleine Firma in der auch ein Schwarzer arbeitet. Er wird genau mit dem gleichen Respekt behandelt wie ein Weißer. Er hat nur 2 Angestellte...

Er hätte sicher gar kein Problem mit einem schwarzen Nachbarn.
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! :wink:

Viele Grüße Wolfgang
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