RobertL hat geschrieben:Mit Burka habe ich sowieso noch nie eine Frau bei uns gesehen!
Bei uns (Region Köln/Bonn) sieht man Burka-Trägerinnen. In den Dörfern weniger, in Köln häufiger, in Bonn-Bad Godesberg sehr oft. Vor ein paar Tagen begegnete mir eine Burka-Trägerin mit einem/ihrem Mann im Aldi. Falls es eine "SIE" war, ich sah nur dieses Wesen vollverschleiert, man konnte keine Augen sehen.
RobertL hat geschrieben:Die meisten Niqab-Trägerinnen hier in A sind die Ehefrauen von reichen Saudis die hier Urlaub machen oder zeitweise hier wohnen!
Das ist bei uns in DE nicht so. Ich denke nicht, dass Ehefrauen reicher Saudis in Begleitung ihrer Ehemänner (eines Mannes) im Aldi einkaufen.
Michael K. hat geschrieben:warum die Burka in Deutschland nicht verboten wird ist mir schleierhaft
Ein Argument, was diesbezüglich derzeit auf den Tisch kommt, ist unsere Brauchtumspflege. Ein Burkaverbot hätte u.a. Auswirkungen auf den Karneval:
„Man kann keine Burka im öffentlichen Raum verbieten, sondern das Verhüllen, Verschleiern, Vermummen kann man nur allgemein im öffentlichen Raum verbieten“, sagte Jäger am Donnerstag in Düsseldorf. „Und das hätte auch Folgen für Faschingskostüme und andere Gelegenheiten.“ Persönlich lehne er die Burka als Zeichen mangelnder Integration zwar ab, sagte der SPD-Politiker. „Man kann aber nicht alles, was einem nicht gefällt, unter Strafe stellen.“ –
NRW-Innenminister Burka-Verbot hätte auch Folgen für den Karneval
18.08.2016 - Kölnische Rundschau
Bezüglich Integration stehe ich auf dem Standpunkt, dass man sich als Gast in einem fremden Land durchaus an das Gastland anpassen kann. Bin ich auf reisen in arabischen Ländern, trage ich kein Spaghettiträger-Shirt und keine kurzen Hosen. Ich bin durchaus in der Lage, mich in solchen Ländern entsprechend zu kleiden. Es ist mir auch schon passiert, dass ich mich in arabischen Ländern versehentlich auf die falsche - nämlich die männliche Seite - im Omnibus gesetzt habe, und der Sittenwächter mich unter großem trara auf die "richtige" Seite umsetzen musste. Ich habe daraus gelernt. Ich wüsste nicht, wie ein Sittenwächter reagiert, wenn ich dort im Spaghettitop rumrennen würde.
Hier bei uns gibt es keine Sittenwächter. Zum Glück nicht. Aber ein klein wenig Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten des Gastlandes dürfte drin sein. Das gilt in meinen Augen nicht nur für uns im Ausland, sondern auch für unsere Gäste hier. Und das Tragen eines Gesichtsschleiers hier bei uns gerichtlich durchzusetzen kommt für mich gleich damit, dass ich das Tragen eines Bikinis am Strand eines arabischen Landes oder das Tragen von Spaghettiträgershirt/kurzer Hose versuche dort gerichtlich durchzusetzen. Solange jeder nur noch seine eigenen Rechte vor Augen hat, und Anpassung ein Fremdwort ist, wird es keinen Frieden auf dieser Welt geben.
Gruß
Birgitt