Moin Turi,Turi hat geschrieben:Hallo Barbara
Betreffend Marokko, bei der Geburtenrate, wenn das stimmt und dem Tourismusboom, dann frage ich mich, was ist der Fluchtgrund? 3000 Marokkaner in einem Monat!
Denke in Marokko muss keiner hungern, oder?
Vielleicht einige im Riff, von denen wird sich aber eher selten einer unter den Flüchtlingen befinden.
Sicher hätte jeder gerne ein noch besseres Leben, dann sollte er oder sie das auf ordentlichem Weg mit Visa und Arbeitserlaubnis erledigen, muss man dort unten auch, sofern man das will, nur als Tourist um 3 Monate verlängern war schon eine mehrtägige Prozedur.
Die tausenden von Touristen bringen einiges an Geld in's Land, vor allen Dingen seit Libyen, Tunesien und Algerien wieder Ausnahmeziele geworden sind.
Da kann man gezielt helfen, so man will.
aus den Medien:Hauptroute für Flüchtlinge verschiebt sich
Vermehrt kommen Migranten via Marokko nach Europa. In Spanien wurden im Juni bereits 6000 irreguläre Grenzübertritte gezählt.
Der Chef der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, hat vor einer neuen Hauptroute für Migranten nach Europa gewarnt. Die Hauptroute für afrikanische Migranten nach Europa könnte sich nach dessen Einschätzung von Italien nach Spanien verschieben.
«Wenn die Zahlen dort so steigen wie zuletzt, wird sich dieser Weg zum wichtigsten entwickeln», sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri der deutschen Zeitung «Welt am Sonntag».
Die 3000 Marokkaner waren vermutlich mehrheitlich nur zur traditionellen Sommermigration unterwegs. Läuft seit Jahrzehnten, im Herbst gehts wieder zurück. Heute gibt es wieder im TV was dazu: http://www.daserste.de/information/repo ... o-100.html
Und mit Verlaub, meine Zahlen sind überprüfbar und seriös.
Befasse dich bitte mit der Beschäftigungssituation eines Landes, bevor du dir eine Meinung bildest. Nur wenige Regionen bieten viel Arbeit im Tourismus, keine bietet Jobs für alle. Es gibt ehrgeizige Entwicklungspläne, viel wurde schon umgesetzt, noch mehr ist in der pipeline. Viele haben keine Perspektive, können keine Familie gründen. Und auch im Tourismis: wer Kundenkontakt hat lebt oft ausschließlich vom Trinkgeld, der Mindestlohn wird in MA und D erfolgreich unterlaufen. Visa und Arbeitserlaubnis: wenn man das so einfach beantragen könnte. Das mit der Touristenverlängerung gleichzusetzen zeigt, daß du dich mit dem Thema noch nie wirklich befasst hast.
Meine letzte Verlängerung lief stressfrei und professionell. Einmal hin zum Abgeben, einmal zum Abholen, 4 Tage später. In Deutschland ist eine Visumsverlängerung nach der Einreise nicht möglich, nur vorher. Bearbeitungszeit: mehrere Monate. Leute wie wir mit eigenen Fahrzeugen sind auch keine fetten Devisenbringer. Eher schon die Flugtouristen.
Zum Thema Migration und die Deutschen:
Quelle:Nach den Zahlen der International Organization for Migration lebten 2015 gut vier Millionen Bundesbürger im Ausland.
Das sind knapp fünf Prozent aller deutschen Bürger. Damit ist Deutschland weltweit eines der größten Auswanderungsländer. Nur ganz wenige Staaten, wie etwa derzeit Syrien, haben einen größeren Prozentsatz jenseits ihrer Grenzen lebender Bürger. In der Türkei sind es 3,81 Prozent, in Spanien 2,6, in Brasilien 0,73, in Nigeria, Afrikas bevölkerungsreichstem Land, 0,59 und in Indien, dem Land mit der absolut größten Zahl an Auswanderern, 1,17 Prozent.
https://www.heise.de/tp/news/Auswanderu ... 94256.html
Herr Leggeri ist erst 3 Jahre lang im Amt und in der Historie der Frontex nicht wirklich bewandert. Die Meerenge war und ist die beste Stelle zum Übersetzen. Zusammen mit Marokko wird seit 26 Jahren die Küste zunehmend besser bewacht. Zu Beginn des Jahrtausends gab es diese Lager in den marokkanischen Wäldern, falls sich noch jemand erinnert.
Durch den tunesischen Frühling taten sich neue Routen mit weniger Überwachung auf, aber es war doch immer klar, daß früher oder später die Westroute wieder bevorzugt wird. Wer die marokkanischen Polizeiberichte verfolgt wird feststellen, daß die Aufgriffe von Drogen und Flüchtlingen nicht auf den selben Schiffen stattfinden. Leggeri betreibt hier unsachliche Panikmache und verkauft nebenher alten Wein in neuen Schläuchen.
Was mich mit Sorge erfüllt, ist der Ton, mit dem die Debatte geführt wird und Menschen ausschließlich nach ihrer Nutzbarkeit bewertet werden. Interessen statt Menschenrechte, von Würde ganz zu schweigen.
Differenzierung scheint auch schwer. Afrika: alle schwarz, alle gleich, alle unfähig (ob durch Genetik oder in der Historie erworbene Konditionierung)? Mir stellt sich der Kontinent deutlich vielfältiger in seinen Chancen und Problemen dar.
Viele Grüße
Barbara




