Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

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Alexander
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben:...nur dass es zum "auf & ab" von heute oftmals gar kein reales Ereignis mehr braucht. Dank Globalisierung und der schnellen Kommunikationsmethoden.
Und genau darum geht es hier. Es geht um das gezocke an dessen Ende die einen etwas reicher werden und die anderen dafür etwas toter.
Kuno hat geschrieben:(Das musste etz trotzdem noch sein)
Du bist wie eine Frau. Musst auch immer das letzte Wort haben :mrgreen:

Grüsse
Alexander
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Guido3

Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Guido3 »

Kuno hat geschrieben:"Die Spekulation ganz aus dem System zu nehmen könnte problematischer Weise dazu führen, dass es keine ausreichende Liquidität an den Rohstoffbörsen mehr gibt und Landwirte wie Großhändler nicht mehr genügend Handelspartner finden. Die Spekulation ist also nicht an sich verwerfl ich, aber wie so oft macht auch hier die Dosis das Gift."
Die Spekulation hat zweifellos nicht nur negative Auswirkungen sondern kann eben auch für Liquidität im Markt sorgen. Mittlerweile überwiegen die negativen Folgen der Spekulationen in vielen Bereichen so erdrückend, dass ein Verbot das weitaus kleiner Übel zu sein scheint. Es wird wie alles, was global geregelt werden müsste, aber kaum durchsetzbar sein.

In Deutschland wird gerade wieder über den rasant steigenden Spritpreis lamentiert. Politiker übertreffen sich mit Forderungen nach höherer Pendlerpauschale, niedrigeren Mineralölsteuern etc. Gleichzeitig schaut man tatenlos und staunend zu, wie Spekulanten den Ölpreis immer höher treiben.

Ich erinnere mich an 2008. Da war der Ölpreis bei 150 USD und viele Experten haben uns beständig erzählt, dass das gar nicht an Spekulanten sondern an der wachsenden Nachfrage in Schwellenländern wie China liegt. Dann kam die Immobilien-, Finanz-, Wirtschaftskrise. Die Ölverbrauch ging in Folge dessen 2009 weltweit um etwa 3% zurück. Der Ölpreis sackte von 150 auf 40 USD. Rund 3% weniger Ölverbrauch haben also über 70% Preisrückgang ausgelöst. Es gibt zwar Grenzeffekte, aber das war letztlich der Beweis, dass der Ölpreis vorher fast ausschließlich von Spekulanten getrieben war.

Bei Spekulationen mit Nahrungsgrundstoffen läuft es wohl ähnlich, nur das die Folgen noch drastischer sind.

Beste Grüße

Guido
Frank J.
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Frank J. »

Kuno hat geschrieben:Hmmmm. Frank, waehrend ihr den DE Bundstag inder Petition auffordert, die Spekulation ganz einfach zu verbieten (so habe ich es aus dem Text verstanden), …
Ich weiss nicht, warum ich mir die Mühe gemacht habe, auf Deine Fragen einzugehen, wenn Du so etwas äusserst.
Kuno hat geschrieben:… aeussert sich "Mr. Dax" in dem von dir empfohlenen Artikel wie mir scheint doch etwas vernuenftiger: …
Meine obigen Ausführungen zum "Mann in der Mitte" hast Du offenbar ebenso ignoriert wie den Wortlaut der Petition.

Die Arbeit für dieses Anliegen hat mittlerweile den Umfang eines Halbtagsjobs erreicht. Ich beantworte Fragen in der Regel geduldig. In Deinem Fall erreiche ich allerdings meine Grenze, Kuno.

Danke für Dein Interesse. Mir fehlt allerdings die Zeit, weiterhin auf Deine Behauptungen einzugehen.

-Frank
Frank J.
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Frank J. »

Kuno hat geschrieben:… aeussert sich "Mr. Dax" in dem von dir empfohlenen Artikel wie mir scheint doch etwas vernuenftiger:
Ebenso hast Du übersehen, dass Dirk Müller die Petition ausdrücklich unterstützt:

http://occupy-occupy.de/2012/03/30/dirk ... -petition/

-Frank
Kuno
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Kuno »

...ich hoffe, du hast mit dem Deutschen Bundestag etwas mehr Geduld als mit mir, Frank.

Die uebermaessinge Spekulation mit Nahrungsmitteln kann wohl niemand gutheissen. Selbstverstaendlich auch ich nicht. Dass aber selbst der produzierende Bauer am Ende spekuliert - auf einen moeglichst guten Verkaufspreis hinarbeitet ist Fakt. Dasselbe gilt fuer jeden Zwischenhaendler und am Ende auch fuer mich als Endkonsumenten in der Nahrungskette - ich moechte mein Essen moeglichst gut & guenstig haben. Insofern ist Spekulation ein "natuerlicher Teil" von Handel und Wirtschaft.

Deine Initiative hat mir am Anfang gut gefallen aber da ich die Hintergruende nicht kannte, dachte ich mir, bevor ich einfach mal wieder "blind" unterschreibe, moechte ich doch ein paar Fragen stellen. Auch duenkt es mich nach wie vor, dass der Petitionstext nicht so abgefasst ist, dass er keine Verbesserung mehr bekommen koennte.

Jetzt hast du die Geduld verloren, mir weitere Links zu schicken. Zugegeben, ich hatte noch nicht die Zeit, alles zu lesen - insofern ist es ja dann auch nicht so schlimm, wenn du mir nichts mehr schickst :wink:

Aber dennoch. Hier sind wir in einem Forum und nicht auf einer "Versammlung Gleichgesinnter", wenn ich das mal so ausdruecken darf. Und da koennen halt auch Fragen und Argumente herangezogen werden, die nicht gleich in der selben Linie liegen (ob diese dann Bestand haben ist nochmal eine ganz andere Sache).

Zusammengefasst: Ich bin auch gegen die uebermaessige Spekulation (oder kann man sagen "unnatuerliche Spekulation"?) aber ich bin auch vorsichtig, in dem, welche Petitionen / Initiativen von welchen Organisationen ich unterschreibe.

Egal. Da du die Geduld mit mir ja bereits verloren hast, koennen wir's auch lassen. Und jetzt lasse ich es hier auch mal wieder gut sein ist schon zum Dritten Mal - langsam wirke ich wohl nicht mehr glaubwuerdig :oops: Macht nichts. Dann kann ich immer noch Politiker (jeder Ausrichtung) werden :lol: )
Frank J.
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Frank J. »

Kuno hat geschrieben:... Aber dennoch. Hier sind wir in einem Forum und nicht auf einer "Versammlung Gleichgesinnter", wenn ich das mal so ausdruecken darf. Und da koennen halt auch Fragen und Argumente herangezogen werden, die nicht gleich in der selben Linie liegen (ob diese dann Bestand haben ist nochmal eine ganz andere Sache). …
Kuno, Du unterschätzt offenbar die Arbeit, die mit so einer Petition verbunden ist. Es ist schlicht unmöglich, in unserer kleinen Gruppe auf immer die selben Fragen individuell einzugehen.

Aus diesem Grunde habe ich einen Webauftritt produziert, der die Informationen bündelt. Alexander hat die Adresse dankenswerterweise im Eingangsbeitrag angegeben. Dort sollte jeder in der Lage sein, sich die notwendigen Dinge heraus zu suchen.

Meine Geduld ist lediglich insofern nicht ausreichend, als dass ich Dich nicht weiterhin bei der Hand nehmen kann, um Dir jeden Link zu zeigen. Und noch weniger Geduld bringe ich auf, wenn Du nicht auf meine erklärenden Beiträge eingehst, wie oben geschehen.

Ich bitte um Verständnis dafür.

-Frank
Alexander
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Alexander »

Hier nochmal der Text zu Petition:

An: Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages in Deutschland

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Spekulation mit Nahrungsmitteln gesetzlich zu verbieten. Ausgenommen seien Termingeschäfte, die reale Erzeuger und reale Abnehmer der gehandelten Nahrungsmittel unmittelbar abschließen.

Begründung: Der ursprüngliche Zweck der Warentermingeschäfte mit Nahrungsrohstoffen war es, Landwirte und Verarbeiter vor extremen Preisschwankungen abzusichern. Durch verschiedene Gesetzesänderungen haben nun auch reine Finanzspekulanten Zugang zu diesem Markt gefunden. Deutsche Großbanken bieten diese Art der Finanzspekulation sogar verpackt in attraktive Geldanlageprodukte feil.

So entwickelte sich der Rohstoffmarkt in den Finanzkrisen 2007/08 und 2010/11 zum Ersatzspielfeld für reine Finanzmarktwetten, als andere Märkte zusammenbrachen, wie etwa 2007 der Immobilienmarkt. Als Folge sind im Rohstoffbereich „Nahrung“ deutlich höhere Preissteigerungen verzeichnet worden als bislang. Die preistreibenden Effekte dieser reinen Finanzspekulationen sind für jedermann erkennbar zutage getreten.

Der weitaus größte Teil der Anleger und der Bevölkerung lehnt die Spekulation mit Nahrungsmitteln aus moralischen Gründen kategorisch ab. Zurecht: Anerkannte gemeinnützige Organisationen haben in ausführlichen Dokumentationen die Zusammenhänge zwischen der Spekulation mit Nahrungsmitteln und Hungersnöten in ärmeren Ländern der Welt nachgewiesen. Die Auswirkungen dieser Spekulation sind besonders dort zu sehen, wo die Menschen schon heute weit über die Hälfte ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufwenden müssen, und überdies Abhängigkeit von Importen besteht. Es ist offensichtlich: Das Gewinnstreben einiger Weniger führt dazu, dass Menschen hungern oder hungers sterben.

Genauso kann die geballte Finanzspekulation durch Wetten auf fallende Nahrungsmittelpreise zu Niedrigstpreisen führen, durch die bäuerliche Existenzen bedroht werden.

Wertpapiere, d.h. Fonds, Zertifikate, spezielle Derivate etc. die auf Nahrungsrohstoffen basieren, und die für Anleger reine Geldanlagen oder reine Finanzspekulationen darstellen, sind folglich ausnahmslos zu verbieten.

Grüsse
Alexander
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Frank J.
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Frank J. »

Wir haben mittlerweile die Rolle von Botschaftern eingerichtet. Wenn sich jemand in seinem Umfeld für die Petition einsetzen möchte, kann er sich das ja mal anschauen:

http://occupy-occupy.de/botschafter-werden/

-Frank
Alexander
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Alexander »

Hallo Frank,

gibt es eine Übersicht, wieviel Stimmen noch fehlen? Die Petitionsseite ist heute nur sporadisch erreichbar.
Offensichtlich gibt es Netzwerk- oder Serverprobleme.

Grüsse
Alexander
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Frank J.
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Frank J. »

Hallo Alexander,

uns "fehlen" zu 50.000 Unterzeichnern nur noch läppische 45.000. Wir wissen allerdings nicht, wie der Stand bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung ist, die momentan wohl bundesweit fleissig auf Papier sammelt.

Wir haben noch knapp zwei Monate und sind an diversen Dingen dran, die uns hoffentlich noch mehr Sichtbarkeit bringen werden. Eine Aktion ist die mit den Botschaftern:

http://occupy-occupy.de/botschafter-werden/

Wir brauchen jede Hilfe — vielleicht gibt's hier ein paar Kandidaten?

-Frank

PS. Ja, bei openpetition.de gibt's heute ein Serverproblem. Hoffentlich bekommen die das schnell in den Griff.
Götz Krieger
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Götz Krieger »

Agrar-Spekulation "Die Deutsche Bank verhält sich verantwortungslos"

Der Handel mit Nahrungsindexfonds sollte verboten werden, sagt der UN-Sonderberichterstatter Olivier de Schutter. Im Interview warnt er vor einer Hungerkrise im Sahel.

ZEIT ONLINE: Herr De Schutter, die Menschen in der Sahelzone hungern, die Nachrichten aber sind widersprüchlich: Manche Organisationen fordern, die finanziellen Hilfen schnell aufzustocken, um Nahrung zu beschaffen – andere sagen, die Verteilung von Lebensmitteln im großen Maßstab könnte die lokalen Märkte zerstören und die Lage verschlimmern. Je nach Quelle sind zwischen sieben und 14 Millionen Menschen in Gefahr. Wie ernst ist die Lage wirklich?

Olivier De Schutter: Mancherorts gibt es genügend Lebensmittel, aber die Preise sind so hoch, dass die Armen sich nichts kaufen können. Ihnen würde es helfen, wenn sie ein Einkommen hätten. Anderswo waren die Ernten sehr schlecht, und es kann tatsächlich hilfreich sein, Nahrung in diese Gegenden zu schicken. Es gibt Regionen, in denen überall Mangel herrscht, und andere, in denen Nahrung nur innerhalb bestimmter Grenzen knapp ist. So erklären sich die unterschiedlichen Zahlen. Meinen Informationen zufolge sind in der gesamten Sahelzone zehn Millionen Menschen gefährdet. Allein die Hälfte davon lebt in Niger. Wenn die internationale Gemeinschaft nicht schnell mehr Hilfe leistet, könnte die Zahl sogar auf 23 Millionen steigen....
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-04/s ... tsche-bank

Gruß
Götz
Götz Krieger
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Götz Krieger »

Verdient die Allianz am Hunger?

Die Hilfsorganisation Oxfam hat die Allianz massiv für die Spekulation mit Nahrungsmitteln angegriffen. Durch seine Geschäfte sei der Konzern mitverantwortlich für den Welthunger. Der Versicherer fühlt sich unschuldig.

Die Allianz spekuliere wie kein anderer deutscher Finanzkonzern mit Agrarrohstoffen, erklärte Oxfam am Dienstag. Eine Studie der Organisation zeige, dass deutsche Finanzkonzerne ein Sechstel des weltweit geschätzten Anlagevolumens in Nahrungsrohstoffen von insgesamt 68,8 Milliarden Euro hielten....
http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 50097.html

Gruß
Götz
Alexander
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Alexander »

Zur Erinnerung: die Petition läuft nur noch 25 Tage.

Grüsse
Alexander
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Re: Keine Macht den Nahrungsmittelspekulanten

Beitrag von Kuno »

Jetzt sind es noch vier Tage.

Die Anzahl der Leute, die Occupy Initiative unterzeichnen hat stetig abgenommen anstatt auf den Endspurt hin nochmal richtig zuzulegen. Es sind jezt gerade mal etwas ueber 11'000 "Unterschriften".

Vielleicht war aber die KAB etwas erfolgreicher, welche laut obiger Meldung von Frank Jermann Unterschriften auf Papier sammelt. Also echte Unterschriften, welche in muehsamer Arbeit eingebracht werden.

Also los: Wer noch nicht unterschrieben hat und die Aktion unterstuetzen will hat nur noch wenig Zeit.
Birgitt
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Misereor - Online-Petition gegen Spekulation mit Nahrung

Beitrag von Birgitt »

Auch MISEREOR setzt sich gemeinsam mit Attac, Oxfam und WEED
für die Eindämmung von preistreibender Spekulation mit Nahrungsmitteln ein:

:arrow: Online Petition - Mit Essen spielt man nicht


Mit essen spielt man nicht.jpg
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Gruß
Birgitt
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