Wüstenschiff • Thema anzeigen - Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Beitragvon Kuno » 30.09.2012 13:27

[Aus gewoehnlicherweise gut informierter Quelle, die jedoch anonym bleiben moechte, hat manerfahren koennen, dass Birgit mit ihren Reiseberichten so elend lange braucht, weil sie immer den Viren und Bazillen hinterherrennt und sich mit dem Zeugs so intensiv beschaeftigt.]
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Beitragvon Achim Vogt » 30.09.2012 13:42

Liebe Birgitt,

da siehst Du mal, wie lange das her ist - ich hatte es glatt schon wieder verdrängt .... :wink:

Cheers ins Rheinland!
Achim
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Südsudan - Von Lokichoggio nach Kapoeta

Beitragvon Birgitt » 30.09.2012 19:02

In Lokichoggio hört der Asphalt auf -
von hier sind es noch ca. 20 km auf teils guter und teils doch recht holperiger Piste bis zur Südsudan-Grenze nach Nadapal. Sämtliche Formalitäten werden auch in Nadapal erledigt

1 von lokichoggio nach nadapal.jpg

Die Begrüßung auf Südsudan-Seite ist deutlich verhaltener als die Begrüßung in Kenia ;-)
Wir zeigen unsere Visa, verhandeln noch etwas über die Höhe der Roadtax,
dann will man unser Auto inspizieren -
die Beamten stöbern wahllos in unseren Sachen rum, wissen nicht so recht nach was sie eigentlich suchen, verlieren auch ziemlich schnell die Lust an ihrem Tun und wünschen uns eine gute Weiterfahrt.

Da sind wir nun endlich -
im Südsudan.

flagge südsudan.jpg

Nach Dietmars Berichten hier im Forum hatte ich einen gewaltigen Respekt vor diesem Land.
Ich stellte mir das ganze vor wie Kongo DRC, mit Roadblocks an allen Ecken,
und ständigem Gefeilsche um ein paar Dollar für diese Wegelagerer.

Südsudanesische Pfund haben wir noch keine, der Kurs der Grenzbeamten erschien uns etwas abenteuerlich ;-)
da warten wir lieber bis Kapoeta, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen.

Wir fahren los.

Die Piste ist in perfektem Zustand -
deutlich besser als auf Kenia-Seite !

Auf den ersten paar Kilometern begegnen uns mit einer irren Geschwindigkeit ein paar Pickups, die Ladefläche vollgepackt mit Soldaten und Panzerfäusten. Ein guter Einstieg fürs erste ;-)

1a von lokichoggio nach kapoeta -1.jpg

Der nächste Eindruck von Südsudan:
ein vielleicht 12jähriger Junge, der mit lässig umgehangener AK 47
seine Kühe über die Piste geleitet ...

6 kuhhirte hinter nadapal.jpg

Aber es gibt auch positive Eindrücke -
Mobilfunkmasten !

In regelmäßigen Abständen stehen brandneue Mobilfunkmasten,
die gerade fertig montiert werden.

2 von lokichoggio nach kapoeta mobilfunk.jpg

Und wenn irgendwo eine Brücke kollabiert, wird man rechtzeitig vorher darauf hingewiesen -
ich bin wieder beruhigt

7 von lokichoggio nach kapoeta schild.JPG

LKW mit Panne, kurz vor Narus

3 von lokichoggio nach kapoeta lkw1.jpg

Ansonsten ist das Stück bis Kapoeta eher einsam.
Unterwegs machen wir noch eine Rast, wir haben Hunger und wollen etwas essen.
Während wir am Pistenrand Pause machen, kommt eine Gruppe Leute heran -
wieder fallen mir Dietmars Hinweise zu Überfällen ein und ich werde leicht nervös.
Aber die Leute - es sind ein paar Toposa - bitten uns freundlich um unsere leeren Plastiktrinkflaschen!
In diesem Augenblick ist meine erste Nervosität endgültig von mir abgefallen.

Kleiner Tipp für alle Traveller:
leere 1,5 l Trinkflaschen niemals wegwerfen, in entlegenen Gebieten sind diese Flaschen ein willkommenes Geschenk für die Tribes. Wir hatten reichlich davon an Bord und haben unterwegs die Tellerlippen und auch die Turkana schon damit glücklich gemacht.

10 von lokichoggio nach kapoeta.jpg

Dank der guten Piste sind es nur zwei Stunden Fahrtzeit von der Grenze bis nach Kapoeta -
und das ganze bis hierhin ohne eine einzige Straßensperre.

12 kapoeta ortseingang.JPG

13 kapoeta schild hass petroleum.jpg

Mein erster Eindruck von Kapoeta?

Regen !!!

8)

14 kapoeta regen.JPG
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Südsudan - Kapoeta - Übernachtung/Camping im Mango Camp

Beitragvon Birgitt » 02.10.2012 21:30

Der beste Platz zum Übernachten in Kapoeta ist das Mango Camp von Bruce Pike -
besten Dank an Claudia und Hannes für diesen Tipp !

Der US-Amerikaner Bruce und seine kenianisch-südsudanesische Staff sorgen dafür,
dass man sich wohlfühlt im Camp.


Kontakt:
Mango Camp
NSSS New Sudan Service & Supply
Old Juba Road (Ortsrand Kapoeta in Richtung Juba am Thingata River)
Kapoeta - Eastern Equatoria
Südsudan

mobil Bruce: +254 733 361 998 und +211 928125039
mobil Jones: +211 9568458 und +211 928758175 und +211 919679712
mobil James: +211 928540358 +211 910479023 +211 955883929
Thuraya +88 2166 4333 4042

email Bruce: pike@mangocamp.com
email NSSS 1: nsss.kapoeta@yahoo.com
email NSSS 2: nsss.kapoeta@gmail.com

http://www.mangocamp.com

Koordinaten: 004°046.608'N 033°035.076'E


Man ist noch nicht ganz im Camp, da wird man von den 5 Haus-Schafen begrüßt ;-)

kapoeta mango camp schafe.JPG

Restaurant-/Bar-Bereich mit Blick auf die Tukuls -
die Tukuls werden hauptsächlich von Geschäftsleuten, NGOs und Politikern auf der Durchreise genutzt

kapoeta mango camp bar.JPG

Es tut gut, einfach 'mal ein bißchen abzuhängen,
Reisenotizen zu machen und Vögel zu beobachten

Davon gibt es hier eine Menge -
überall stehen Schalen mit Wasser für die Vögel bereit,
der Andrang ist entsprechend

Hier eine Meute des weit verbreiteten Purpurglanzstar

kapoeta mango camp bar vögel.JPG

Diese beiden Exoten haben es mir besonders angetan

kapoeta vögel 1.JPG

In der Sonne leuchtet das Federkleid regelrecht -
hat jemand eine Idee, was das für ein Vogel ist?

kapoeta vogel 1.JPG

Auch Bambi traut sich nach einiger Zeit zaghaft heran -
im Mango Camp springen einige kleinere Gazellen und Böckchen frei rum

kapoeta bambi.JPG

Mango Camp besitzt einen eigenen großen Obst- und Gemüsegarten,
mit allem, was das Herz begehrt.
Von der Mango ;-) über Papaya, Banane bis Tomaten, verschiedenen Paprikasorten, Kürbissen, Eggplants und eine Vielzahl an mir unbekannten Gemüsesorten

Diese grüne Oase hier ist erstaunlich, zeigt aber, dass es sehr wohl möglich ist, auch an einem Ort wie Kapoeta einen schönen Garten anzulegen und die Früchte und das Gemüse später zu ernten, wenn man diese Pflanzen etwas pflegt, sich kümmert und regelmäßig wässert!

kapoeta mango cammp garten.JPG

Der Gärtner hier kümmert sich liebevoll um seine Babys ;-)
und erklärt geduldig die Botanik 8)

(und der Koch erklärt später noch geduldiger die Rezepte)

kapoeta mango camp gärtner.jpg


Der Campingbereich ist am anderen Ende des Platzes, man steht unter schattenspendenden Bäumen,
die sanitären Einrichtungen hier sind deutlich einfacher als im Bereich der Tukuls,
aber sauber und Wasser in Massen!
Wem ein paar Meter zu Fuß nichts ausmachen, kann gerne auch die Duschen/Toiletten bei den Tukuls nutzen.

Im Campingbereich gibt es auch einige Außenwaschbecken, sehr praktisch!


Bezahlt wird im Mango Camp in "harter Währung" ;-)

Preis für Camping mit 4x4 und Dachzelt: 10 US$ pro Person/Nacht
Preis Restaurant: 16 US$ für ein Dinner (3-Gänge - super lecker, empfehlenswert!)
Preis Bar: 1,50 US$ Flasche Soda (Cola, Fanta ...) und 2 US$ Bier (Tusker, Pilsener)

Preislisten:

kapoeta mango camp preisliste 1.JPG
kapoeta mango camp preisliste 2.JPG


Der Betrieb des Mango Camps ist ein klein wenig das Hobby von Bruce -
das merkt man, sonst sähe der Platz sicherlich anders aus, wenn man bedenkt,
womit hier eigentlich das Geld verdient wird:

New Sudan Service & Supply -
ist eine Drilling Company, spezialisiert auf Bohrlöcher für die Wasserversorgung

dies erklärt auch, wieso Wasser auf dem kompletten Compound keine Rolle spielt,
es ist da, ausreichend! Und sauber!
Das heißt, das Wasser, was im Mango Camp aus den Leitungen fließt, ist bestes Trinkwasser!

NSSS Kapoeta logo.jpg

Workshop mit den Rohren und Gestänge

NSSS kapoeta workshop.JPG

nsss kapoeta rohre.JPG

Wasser wird nach Bedarf und auf Anforderung direkt zum Kunden transportiert

nsss kapoeta clean water lkw.JPG

hier die Preise dafür

NSSS Kapoeta wasserpreise.jpg
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Südsudan - Die Wasserversorgung in Kapoeta - AAR Japan

Beitragvon Birgitt » 03.10.2012 14:22

Sich Wasser liefern lassen mittels Tankwagen - wie wir das ja auch vom Oman her kennen - ist natürlich für den "Normal-Südsudanesen" finanziell völlig indiskutabel. Die Menschen gehen zu den Flüssen, oder - wenn vorhanden - zu den Brunnen.

NSSS ist in ganz Südsudan tätig und bohrt Brunnen im Auftrag der Regierung und im Auftrag vieler NGOs,
u.a. auch für AAR Japan und Japan Platform.

Wir haben die Gelegenheit, uns mit Takeshi Ikeda vom AAR Japan Kapoeta Office einige dieser Wasserprojekte in Kapoeta anzusehen

1 kapoeta wasser - aar fahrzeug.JPG

Aus dem Bohrloch wird das Wasser mit solarbetriebener Pumpe in Hochbehälter gepumpt, von dort dann eingespeist in das örtliche Leitungsnetz

2 kapoeta wasser - hochbehälter.JPG

3 kapoeta wasser - aar logo.JPG

Wie auch an unseren Wasserwerksanlagen sind die techn. Einrichtungen, Armaturen u.a., vor dem Zutritt Unbefugter geschützt

4 kapoeta wasser - armaturen.jpg

Das örtliche Leitungsnetz ist nicht aufgebaut wie wir das hier in Europa kennen, d.h. es ist nicht jedes Haus und jede Hütte an das örtliche Versorgungsnetz angebunden, sondern es gibt im Ort mehrere Entnahmestellen, die von der Allgemeinheit genutzt werden können.

Die Entnahmestellen mit modernen Zapfhähnen stellen einen großen Fortschritt für die Bewohner des Ortes dar. Früher mussten die Menschen mit den Handpumpen Schwerarbeit leisten, um einen Kanister Wasser zu füllen. Heute dauert es genau 2,5 Minuten und ein 25-ltr. Wasser-Kanister ist voll.

5 kapoeta wasser - entnahmestelllen 1.JPG

6 kapoeta wasser - entnahmestelllen 2.JPG

Immer noch bilden sich vor den Entnahmestellen lange Warteschlangen

8 kapoeta wasser - warten auf wasser 1.JPG

9 kapoeta wasser - warten auf wasser 2.JPG

Auch der Kleine steht hier und wartet bis seine Mutter an der Reihe ist

12 kapoeta wasser - junge.jpg

Die Menschen haben sich organisiert, nicht jeder bleibt bei seinem Kanister und wartet, dann würde man dort vor lauter Menschen auch nicht mehr treten können. Man stellt seinen Kanister ab, einige Frauen machen nichts anderes, wie befüllen, und wenn die Kanister voll sind, werden sie mit Schubkarren ihren Besitzern "frei Haus" oder Hütte ;-) geliefert

Die Schubkarren - übrigens gesponsert von der deutschen GIZ - erleichtern nochmals das Leben der Frauen. Früher mussten sie Kanister für Kanister nach Hause tragen, heute passen gleich 3 Kanister in eine Schubkarre ... in diesen Momenten wird mir immer wieder bewusst, was ein Luxusgut Wasser doch ist !

11 kapoeta wasser - schubkarre 2.JPG

Und damit es auch kein Durcheinander und keine Verwechslung gibt, ist jeder Kanister mit entsprechenden Markierungen gekennzeichnet

kapoeta wasser - kanister kennzeichnung.JPG


Überschwappendes Wasser wird aufgefangen als Brauchwasser -
mit einer Dornenhecke gesichert, damit die Kühe nicht sofort Besitz von dem kleinen Tümpel ergreifen.

13 kapoeta wasser - brauchwasser.JPG

Wir steigen ins Auto, denn es geht weiter zum nächsten Brunnen -
ein Foto aus dem Heck unseres AAR-Wagens:

Kapoeta Abschied.JPG
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Beitragvon AnnArbor » 03.10.2012 16:56

Hallo Birgitt,

super Reisebericht und für mich besonders schön, endlich mal wieder was aus Kapoeta zu sehen und zu lesen und dadurch zu erfahren, dass Bruce noch immer dort lebt und arbeitet.

Zu Deinen Piepmätzen: ich habe "damals" in Kapoeta auch viele Bilder dieser Vögel geschossen und wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, sind das Roller (Racken). Man sieht dort nicht nur die blue-bellied roller, sondern auch die lilac-breasted roller, die ebenso farbenfroh und wunderschön sind.

Viele Grüße - AnnArbor
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Beitragvon AnnArbor » 03.10.2012 17:00

P1020883.JPG
...ein (schlechtes) Vergleichsfoto...
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Beitragvon Kuno » 03.10.2012 17:12

Sind das nicht "Binenfresser"? (Oder so...)
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Südsudan - Abyssinian Roller in Kapoeta - Senegalracke

Beitragvon Birgitt » 03.10.2012 17:14

Hallo AnnArbor,

willkommen bei uns an Bord!

Schön, dass dir Bericht und Bilder aus Kapoeta gefallen.
Das Mango Camp ist eine tolle Oase dort ...

Es hört sich an, als hättest du schon einmal eine Zeitlang in Kapoeta gelebt (gearbeitet?).
Vielleicht hast du ja Lust, uns hier im Forum etwas über deine Zeit dort zu erzählen, und uns auch noch ein paar Bilder zu zeigen. Wir würden uns sehr freuen!

Vielen Dank für deinen Hinweis zu dem Vogel! Bei dem Namen "Roller" hats bei mir "pling" gemacht und mir ist wieder eingefallen, dass die Lokals ihn "Abyssinian Roller" nannten. Ich habe jetzt etwas dazu gegoogelt, auf deutsch ist das dann wohl die Senegalracke. Hier sind einige Bilder dazu :arrow: Coracias Abyssinica

Hallo Kuno,

der Bienenfresser ist auch so herrlich bunt, aber das ist er nicht. AnnArbor hat schon recht mit dem Roller. Hier siehst du den :arrow: Bee-Eater

Gruß
Birgitt
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Südsudan - Kapoeta - Historic Downtown ...

Beitragvon Birgitt » 03.10.2012 23:03

Kapoeta -
der Ort erinnert mich auf den ersten Blick etwas an Pweto und Moba in Ostkongo

Der Krieg ist hier noch sichtbar

1 kapoeta - panzer 2.jpg

Altes Steinhaus -
davor die "heiligen Kühe" ;-)

4 kapoeta - altes haus mit kuh.JPG

In diesem leicht verfallenen Bau sind Polizei oder Militär untergebracht -
ich sehe das den Uniformen oft nicht an, wem sie angehören ...

2 kapoeta - polizei.JPG

Das Gericht -
etwas schwer zu erkennen, aber wir mussten mit dem fotografieren in diesem Bereich etwas vorsichtig sein ;-)

Sehr ihr den hinteren Baum?
Sein Stamm ist in den Landesfarben bemalt. Unter diesem Baum wird (oder wurde ?) das Recht gesprochen

5 kapoeta - gerichtsbaum 1.JPG

Altes Lagerhaus in Kapoeta

8 kapoeta - lagerhaus.JPG

7 kapoeta - lagerhaus 1.JPG
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Südsudan - Rundgang durch Kapoeta

Beitragvon Birgitt » 04.10.2012 22:34

Vorbei an ein paar Hütten

0 kapoeta - hütten.JPG

gelangen wir durch eine schmale Gasse

2 kapoeta - moschee gasse.JPG

zur Moschee

2 kapoeta - moschee.jpg

Bei der Moschee ;-) begegnen uns zwei Nonnen -
ihre schneeweiße Tracht blendet regelrecht

kapoeta - nonnen.JPG

Die Behausungen sind teilweise lebensgefährlich,
wenn ich mir den Türsturz so betrachte ...

4 kapoeta - sorghum drink 3.JPG

In Gedanken versunken sitzt diese Frau auf der Erde und sortiert Körner auf einem Teller

3 kapoeta - moschee frau auf der erde.JPG

Neujahrsgruß mit Kuh ;-)

4a kapoeta - sorghum drink 4.JPG

In diesem Fass wird ein Sorghum-Drink gebraut ...

5 kapoeta - sorghum drink.JPG

... wir sind eingeladen, eine Gemeinschaftstasse :shock: macht die Runde

Es kostet mich einiges an Überwindung, dieses Gebräu zu probieren -
und noch mehr, das dann auch hinunterzuschlucken.
Meine Geschmacksknospen gehen voll auf ALARM -
das Zeug schmeckt wie Backhefe flüssig !
Für meinen Geschmack einfach nur zum :kotz:
Tapfer versuche ich zu lächeln und trinke - lehne aber eine weitere Runde dankend ab 8)

Träg blubbert und kocht die Masse vor sich hin,
Sorghum mit Wasser

6 kapoeta - sorghum drink 2.JPG


Die Destillerie -
insbesondere in den Abendstunden gut besucht

(wenn ich nicht wüsste, dass hier am Ende wahrscheinlich giftige 80 % rauströpfeln,
dann wäre mir ein ordentlicher Magenbitter jetzt ganz recht ;-) )

9 kapoeta - destillerie.JPG
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Südsudan - Kapoeta - Der Markt

Beitragvon Birgitt » 08.10.2012 20:53

Die "Hauptgeschäftsstraße" -
zur Mittagszeit wie ausgestorben

10 kapoeta - mainroad.JPG

Nairobi Shop ...

11 kapoeta - nairobi shop 2.JPG

... der beste Platz um Dollar in südsudanesische Pfund zu tauschen ist bei diesen Kenianern

12 kapoeta - nairobi shop.JPG

Kiosk -
hier sind auch die begehrten Schmuck-Perlen im Sortiment

13 kapoeta - kiosk.JPG

Auf dem Markt

14 kapoeta - markt 1.jpg

Die "Krapfenfrau" macht mit mir sicher den Umsatz des Monats -
ihre Krapfen sind so dermaßen lecker, dass ich mich reichlich damit eindecke ;-)

Preise:
kleine Krapfen 6 Stück = 1 SSP
kleine Brote 2 Stück (auch super lecker) = 1 SSP

15 kapoeta - krapfenfrau 1.jpg

Metzger gibt es einige im Ort -
Fleisch ist für die Menschen hier das A und O

Gekühlt wird nichts,
alles wird "luftgetrocknet" abgehangen ;-)

16 kapoeta - markt metzger.jpg

Und das Militär ist ständig dabei ...

17 kapoeta - markt metzger3.jpg
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Südsudan - Die Menschen in Kapoeta

Beitragvon Birgitt » 08.10.2012 21:59

Dieser ältere Herr bittet mich um dieses Foto -
ich tue mich sehr schwer in seinem Fall, ich habe das Gefühl jahrelanges Elend in seinen Augen zu lesen

kapoeta - mann.JPG

Von traditioneller Kleidung und traditionellem Schmuck der Menschen bin ich immer wieder fasziniert,
und auf dieser Reise werde ich diesbezüglich außerordentlich verwöhnt:
zuerst die Surme und Mursi im Südwesten Äthiopiens, dann die Turkana in Kenia,
und nun auch noch die Toposa in Südsudan.

Die selbstgeschneiderten Röcke - wie bei dieser Frau, die Reisigbündel nach Hause trägt - erinnern mich an die Kleidung der Karimojong in Norduganda

kapoeta - toposa woman mit reisig 1.JPG

Wunderschön anzusehen sind die Toposa-Frauen mit ihren prächtigen bunten Ketten ...

kapoeta - toposa woman 3.JPG

... und ihren Schmucknarben im Gesicht

kapoeta - toposa woman 1.jpg

Aber nicht jede Frau ist "vernarbt"

kapoeta - toposa woman 2.JPG

Toposa-Frau mit Baby am Brunnen

kapoeta - toposa woman 5.JPG

Perlenschmuck im leicht verfilzten und völlig ausgeblichenen Haar

Toposa woman mit kind.jpg

Kriegerischer Blick -
ein junger Toposa, dem ich am Brunnen begegne

kapoeta - toposa junge.JPG

Und hier das Kontrastprogramm zur Tradition:
die südsudanesische Kopie von Eddie Murphy -
auch das ist Kapoeta 8)

kapoeta - dorfjugend cool.jpg
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Südsudan - Kapoeta - Empfang des Governors Lobong Lojore

Beitragvon Birgitt » 09.10.2012 21:27

Heute ist ein großer Tag -
Louis Lobong Lojore, der Governor von Eastern Equatoria, gibt sich die Ehre

0 kapoeta empfang governor transparent.JPG

Taichi Yamamoto und Hiroyuki Miura aus Japan, die wir im Mango Camp kennenlernen, laden uns ein, das Event mit ihnen zu besuchen.

Die beiden Journalisten der Mainichi Newspapers Tokio sind für einige Tage im Südsudan, um ihrer Zeitung eine aktuelle Reportage über die Wasserprojekte von AAR Japan und das Leben in Kapoeta zu liefern. Der Clou: sie haben ein Foto-Permit aus Juba ! Damit fällt gar nicht auf, wenn noch jemand hellhäutiges dort rumspringt und fotografiert ;-)

Wer etwas empfindlich ist, sollte sich die nachfolgenden Fotos sparen und wegklicken !


Der ganze Ort steht Kopf zu Ehren des Governors

1 kapoeta empfang governor parade rote mädchen.JPG

Kinder der Kuleu Lights Academy, ein Kindergarten und eine Grundschule, die von einer anglikanischen Mission unterstützt wird, werden vor dem GOSS Headquarter in Reih und Glied aufgestellt

2 kapoeta empfang governor parade rote mädchen.JPG

Perfekt !

3 kapoeta empfang governor parade rote mädchen.JPG

Einmarsch der Gladiatoren ;-)
Auch die Primary School schickt eine Abordnung

4a kapoeta empfang governor parade grüne jungs.JPG

Die Veranstaltung ist gut besucht -
Militär und Polizei sorgen für Ordnung

5 kapoeta empfang governor zuschauer.jpg

Gebannt schauen die Menschen dem Spektakel zu

6 kapoeta empfang governor zuschauer.jpg

Der Governor, wohnhaft an seinem Regierungssitzt in Torit, der Hauptstadt von Eastern Equatoria, ist gebürtig aus Kapoeta und vom Stamme der Toposa.

Ihm zu Ehren wird nach alter Tradition ein Rind geopfert -
gefesselt liegt dieses arme Vieh vor dem Rathaus ...

7 kapoeta empfang governor vorbereitung kuh.JPG

... sicherlich ahnend, dass dies seine letzten Atemzüge sein sollen.

Ab und zu wird kontrolliert, ob das Tier noch lebt -
die Augen rollen hin und her ...

9 kapoeta empfang governor vorbereitung kuh.JPG

Hiroyuki bei der Arbeit ;-)

10 kapoeta empfang governor vorbereitung kuh.JPG

Ich verziehe mich etwas nach hinten, diese Nähe muss ich jetzt nicht haben.

Die Machete saust hinunter -
und mit einem schnellen Bauchschnitt wird die Kuh langsam ins Jenseits befördert :shock:

Während die Kuh dahinscheidet, springt Lobong Lojoro und mit ihm die Offiziellen laut "rrrrrrrrrrrrriiiiirrrrrrrrrrrrrriiiiirrrrrrrrrrrrrriiiii" schreiend über das dahinsiechende Tier :shock: und alle Zuschauer springen auf, rennen nach vorne und hüpfen wild schreiend hinterher

12 kapoeta empfang governor kuh opfer.JPG

Der Geist des Tieres lebt so in den Menschen, die in diesem Moment darüber springen, weiter und verheißt Stärke und Glück. Merkwürdige Sitten - ich stehe leicht schockiert und fassungslos am Rand, und überlege, wie Angela Merkel sich wohl bei einem Staatsbesuch in Kapoeta verhalten wird. Aber dieses Ritual scheint man nur für Angehörige der Toposa zu zelebrieren ...

Die Kuh wird derweil weggeschleppt, geschlachtet und das Fleisch dem Dorf zur Verfügung gestellt

Am 2. Oktober war Lobong Lojoro übrigens "groß" in der Presse:

:arrow: Parliament summons governor over alleged link to “militias” in South Sudan und heute
:arrow: Toposa community condemns allegation against E. Equatoria governor.

So ganz sauber scheint seine Weste nicht zu sein, trotz eingefangenem Kuhgeist muss er sich nun in Juba erklären.

13 kapoeta empfang governor kuh opfer.JPG
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Südsudan - Kapoeta Mission Hospital - Besuch im Krankenhaus

Beitragvon Birgitt » 10.10.2012 23:21

Kuno hat geschrieben:[Aus gewoehnlicherweise gut informierter Quelle, die jedoch anonym bleiben moechte, hat man erfahren koennen, dass Birgitt mit ihren Reiseberichten so elend lange braucht, weil sie immer den Viren und Bazillen hinterherrennt und sich mit dem Zeugs so intensiv beschaeftigt.]

Lieber Kuno,

"unsere" Japaner haben im Anschluss an den Empfang vom Governor noch einen Termin im Krankenhaus. Um dich nicht zu enttäuschen, fahre ich mit ;-)


Kapoeta Mission Hospital, kurz KMH -
das Krankenhaus der katholischen Diözese von Torit

1 kapoeta mission hospital.JPG

Dr. Kareem erwartet uns bereits ...

1a kapoeta krankenhaus warteraum 1.JPG

... und gibt uns eine kleine Einführung in das Gesundheitswesen von Südsudan, speziell Kapoeta.

KMH - seit 10 Jahren in Betrieb - ist mit einer Kapazität von 60 Betten für ein Einzugsgebiet von ca. 490.000 Menschen ausgelegt. Die monatliche Patientenzahl schwankt zwischen 150 und 200. Betreut werden hier hauptsächlich Tuberkulose- und Aids-Patienten.

Die Leistungen umfassen die vollständige klinische Versorgung von Patienten (indoor und outdoor), Schwangerschaftskontrolle/Geburtsvorbereitung, Immunisierung, Gesundheitserziehung, Laboruntersuchungen, Tuberkulose-Management, Schulungen u.a. für Betreuung von Leprapatienten.

Es stehen keine speziellen Operationsräume zur Verfügung, größere Operationen können nur im ca. 15 km entfernten Krankenhaus (in Richtung Juba) durchgeführt werden.

2 kapoeta hospital doctor kareem.JPG

Aktuelle Epidemien -
eine Übersichtstafel hängt in Kareems Büro.

Malaria ist in Kapoeta saisonal ein Thema, ein dauerhaftes Thema hingegen sind Kala Azar und Brucellose. Die Sterblichkeit insbesondere bei Heranwachsenden aufgrund Brucellose ist hoch, Auslöser ist der Verzehr infizierter tierischer Produkte (nicht durchgegartes Rindfleisch, Milch).

3 kapoeta hospital doctor kareem büro.JPG

Anmeldung, Rezeption und Warenannahme -
gleichzeitig Warteraum ...

4 kapoeta hospital anmeldung.JPG

Es stapeln sich Medikamentenkartons aus Dänemark

5 kapoeta hospital medikamente denmark.jpg

Spezielle Wartezimmer gibt es keine, Stühle nur wenige -
die Menschen sind gewohnt auf der Erde zu sitzen

5a kapoeta krankenhaus warteraum 3.JPG

Kareem und seine Mitarbeiter zeigen uns alle Abteilungen -
hier das Labor

6 kapoeta hospital labor 1.JPG

7 kapoeta hospital labor 2.JPG

Ein Baby wird versorgt,
es ist stark dehydriert und seine Augen bereits eingefallen

9 kapoeta krankenhaus baby dehydriert 1.JPG

10 kapoeta krankenhaus baby dehydriert.jpg

Die Wände in den Fluren sind tapeziert mit Hinweisschildern zur Aids-Prävention

12a kapoeta hiv plakat 2.JPG

12 kapoeta hiv plakat 1.JPG

Tuberkulosestation -
letzte Türe rechts ...

... nicht etwa isoliert, wie wir das hier kennen, sondern frei zugänglich für jeden.
Auch für uns. Fenster und Türen stehen offen, damit die Kranken etwas Luftzug verspüren.
Eine Klimaanlage gibt es nicht.

13 kapoeta hospital tuberculosis 1.jpg

Krankenzimmer -
in dieser Reihe ist nur ein Bett belegt.
Wieso?
Weil alle Kranken, wenn sie sich auch nur einen Hauch noch bewegen können, um das Krankenhaus herum unter den Bäumen liegen. Auf der Erde. Im Dreck. Sie sind das gewöhnt, in einem Bett und in einem geschlossenen Raum sind sie nicht glücklich.

14 kapoeta hospital krankenzimmer.JPG

Am anderen Ende des Geländes ist die Krankenhausapotheke - untergebracht in einem abschließbaren Container. Es gibt diverse Impfstoffe, die fachgerecht in einem großen und modernen Kühlschrank lagern.

Der Apotheker erläutert uns sein Repertoire

15 kapoeta krankenhaus apotheke.JPG

Das Medikamentenlager -
auf den ersten Blick scheint reichlich vorhanden.
Aber auch nur auf den ersten Blick.

Kareem macht seinem Unmut Luft und zeigt uns, dass mind. 80 % der Medikamente abgelaufen sind, das Haltbarkeitsdatum ist teilweise deutlich überschritten. Wie kann es dazu kommen?

Das Gesundheitswesen in Südsudan sieht vor, dass Krankenhäuser 2 x im Jahr mit Medikamenten beliefert werden. Die Medikamentenliste wird vom Government in Juba festgelegt, d.h. hier kommen Medikamente an, die teilweise überhaupt nicht benötigt werden, während dringend benötigte Medikamente das Krankenhaus nicht erreichen. Kareem hofft, dass er sich eines Tages durchsetzen kann gegen die Regierungsstellen und nach seiner Order bedarfsgerecht beliefert wird.

16 kapoeta hospital pharmacy lager 1.JPG

Als wir uns verabschieden, fährt gerade die Ambulanz vor und bringt neue Patienten

18 kapoeta hospital ambulanz.JPG
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Südsudan - Von Kapoeta über Lobira nach Torit

Beitragvon Birgitt » 13.10.2012 21:39

Unser nächstes Ziel ist Torit,
die Hauptstadt von Eastern Equatoria.

Die Piste ist anfangs schnell und gut

RIMG0188.JPG

Unterwegs sieht man des öfteren Kriegsspielzeug -
teilweise - so wie hier - in kleinen Militärbasen,
teilweise aber auch mitten im Ort an strategischen Kreuzungspunkten.
Immer bewacht von Militär.

RIMG0190.JPG

Mit Beginn der Berge wird die Piste schmaler, kurviger und auch ausgefahrener -
d.h. deutlich holperiger, teilweise übles Wellblech und teilweise Staub bis FeschFesch.
Die Strecke Kapoeta - Torit fährt sich deutlich langsamer als das Stück von der Grenze bis Kapoeta

RIMG0202.JPG

Die Brücken sind intakt

RIMG0205.JPG

Schöne Bergwelt -
die Ausläufer der Didinga Mountains

RIMG0207.JPG

Dörfer unterwegs

RIMG0212.JPG

Große Kreuzung -
hier zweigen die Pisten nach Chukudum im Süden und Kimotong im Norden ab

RIMG0220.JPG

Konvoi -
bewaffnetes Militär eskortiert einen LKW des WFP

Uns gefällt es gar nicht, hinter diesem Konvoi zu fahren -
nicht nur wegen der Staubfahne, die sie hinter sich herziehen,
sondern auch wegen möglicher Überfallgefahr.

Als letzter in der Reihe zu sein ist da sicher nicht der dankbarste Platz ;-)

RIMG0228.JPG

Sobald sich die Gelegenheit bietet, drängeln wir uns vorbei ...

RIMG0227a.JPG

Wir sind wieder alleine auf der Piste.
Die Dornbuschsavanne wechselt für einen kurzen Streckenabschnitt in tropischen Wald

RIMG0229.JPG

Hunger macht sich bei uns breit -
also Mittagsrast im nächsten Dorf ;-)

Neben dem Bedachungshandel ...

RIMG0241.JPG

gibt es auch einen winzigen Kiosk ...

RIMG0238.JPG

... mit gekühlten Getränken ;-)

Der "Kühlschrank" ist eine ausgemörtelte mit Wasser gefüllte Bodenmulde -
die Verdunstungskälte kühlt die Getränke von sehr warm in nur noch lauwarm ;-)

RIMG0237.JPG

Die Inhaberin des kleinen Getränkemarktes

RIMG0240.JPG

Der Geruch von frischen Chapatis zieht ebenfalls durchs Dorf -
und in einer der Hütten werden wir fündig.
Die Frauen sind ganz begeistert, dass wir ihnen etwas abkaufen möchten und bedanken sich sehr.

Preise:
Dose Coca Cola = 3 SSP
Tüte Peanuts = 1 SSP
Frische Chapatis 5 Stück = 1 SSP


Anschließend sitzen wir noch etwas mit den Männern des Dorfes zusammen.
Sie erzählen uns, dass sie dem Stamm der Lutoka angehören, beheimatet in der Gegend von Torit und Lobira.

RIMG0239.JPG
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Südsudan - Von Kapoeta über Lobira nach Torit

Beitragvon Birgitt » 14.10.2012 15:12

Kurz danach die südlichen Ausläufer der Lafit Mountains

1 Südsudan Bergdörfer bei Lobira.JPG

Die Menschen hier haben vor Jahren aus Angst vor den Rebellen und dem Krieg begonnen, auf den Bergen zu siedeln. So waren sie unbehelligt von den Kriegswirren und konnten sich gegen mögliche Angreifer sehr gut verteidigen. Auch heute noch leben sie hier oben.

Die Hütten kleben wie Schwalbennester am Berg

3 Südsudan Bergdörfer bei Lobira.JPG

Die Piste ist jetzt wieder deutlich besser

4 südsudan piste lobira - torit.JPG

Auch hier sieht man die Dörfer nicht im Tal, sondern diesmal an den Bergflanken

5 südsudan piste kapoeta torit.JPG

13 südsudan bergdörfer.JPG

Wrack am Wegesrand

11a piste nach torit wrack.JPG

Landschaftlich ist die Strecke sehr schön und abwechslungsreich

9 piste nach torit .JPG

Es ist nicht mehr weit bis Torit

8 piste nach torit kühe.JPG
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Beitragvon Alexander » 14.10.2012 15:41

Das ist ja eine ganz schön blutige Tradition

Bild

Grüsse
Alexander
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Südsudan - Kapoeta - Opfern einer Kuh

Beitragvon Birgitt » 14.10.2012 16:22

Allerdings.
Ich war auch etwas sprachlos -
Tierschützer müssten bei diesem Anblick eigentlich Amok laufen ...
Andererseits haben die Viecher im Südsudan bis dahin ein schönes Leben -
sie streifen unbehelligt durchs Dorf und machen ihr Ding.
Das kann bei uns kein Rindvieh mehr ;-)

Mich wundert, wie wenig Blut das Tier verloren hat.
Und ich frage mich wie lange es dauert, bis das Tier tatsächlich tot ist.
Da es ja anschließend geschlachtet wird, könnte ich mir vorstellen, dass auch dann erst der Tod einsetzt.

Erstaunt hat mich, dass solche Zeremonien zu einem offiziellen politischen Empfang stattfinden -
Anzug und Krawatte passen da irgendwie nicht zu ;-)

Gruß
Birgitt
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Südsudan - Übernachtung / Camping in Torit

Beitragvon Birgitt » 15.10.2012 20:21

Wir erreichen Torit

1 ortseingang torit südsudan.jpg

Zum übernachten empfehlen wir das Gästehaus der Caritas Switzerland Luxembourg -
mit angeschlossenem kleinen Restaurant, WiFi und guten sanitären Einrichtungen.

Camping ist unüblich, aber Margaret, die nette Managerin, macht es für uns möglich ;-)

Kontakt:
Caritas Switzerland Luxembourg
Guesthouse - South Sudan Program
Torit - Eastern Equatoria
Südsudan

Koordinaten: 004°23.646'N 032°35.236'E

Preisliste:

1a südsudan torit caritas guesthouse.jpg

Die Anlage ist gut gesichert

1a südsudan torit caritas guesthouse.jpg
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Südsudan - Nutzung der Latrine ...

Beitragvon Birgitt » 15.10.2012 21:30

Ein wichtiges Anliegen der NGOs ist die Aufklärungsarbeit

1 südsudan torit watchman caritas switzerland luxembourg.JPG

Wir benutzen die Latrine -
was ist mit dir ?


2 südsudan torit kampagne latrinennutzung.JPG

Latrine ;-)

3 südsudan torit latrine.JPG

4 latrine innen.jpg
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Südsudan - Spaziergang durch Torit

Beitragvon Birgitt » 16.10.2012 21:10

Torit ist größer als Kapoeta, und auch etwas moderner.
Neben alten, ziemlich verfallenen und teilweise zerschossenen Bauten wie in Kapoeta gibt es durchaus auch Neubautätigkeit

7 torit neubau.JPG

Neue Häuser entstehen zwischen den Hütten -
hier schimmert das grüne Dach des neuen Gebäudes von War Child Holland hindurch
(in Torit sind so ziemlich alle Hilfsorganisationen vertreten ;-) )

1 torit hütten bei war child holland.jpg

Die Hütten sind teilweise mit hübschen Mustern bemalt

2 torit hütten.JPG

Atebi Medical Center -
eine kleine Krankenstation

3 torit krankenstation.JPG

Vögel an einer Pfütze -
diese hübschen hellblaugefiederten Gesellen treten immer im Rudel auf,
von der Größe und vom Verhalten ähneln sie sehr unseren Spatzen

5 torit südsudan vögel.jpg

Africa Cup of Nations ;-)
der Fußballplatz

5 südsudan torit fußball.jpg

Kampagne zur HIV-Bekämpfung

6 torit HIV werbung.JPG

Die Spritversorgung in Südsudan läuft ausschließlich über Kenia und Uganda -
Südsudan hat trotz Öl keine eigenen Raffinerien und jeder Liter Sprit wird mit Tankwagen angeliefert.

Tankstellen auf dem Land gibt es so ...

0a tankstelle torit südsudan.jpg

... und auch so !
Diese Variante ist genial - die Tankstelle befindet sich in einem abschließbaren Container

Hass - we care for your fillings ;-)

0b torit tankstelle.JPG
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Südsudan - Torit - Der Markt

Beitragvon Birgitt » 16.10.2012 22:35

Boda Boda -
wie in Uganda ;-)

Im Gegensatz zu Kaopeta gibt es in Torit schon einen Haufen an Mopedtaxis.
Wer etwas Geld hat, kauft sich in Juba oder Kampala eine solche Maschine chinesischen Fabrikats -
Kostenpunkt zwischen 1000 und 1500 US$ - ist damit mobil und betreibt sein Geschäft

Wir sind heute schon genug gelaufen und unterstützen gerne das Business -
mit Boda Boda gehts zum Markt

4 torit boda boda.jpg

Der Markt in Torit -
so wie eigentlich überall in Afrika ;-)

10 Torit Markt.jpg

11 torit markt.JPG

10a torit markt.JPG

12 torit markt.JPG

Frischgemüse -
welches auch immer ;-)

13 torit markt.JPG

Getrocknetes Gemüse und Hülsenfrüchte

16 torit markt okra.JPG

Getrocknete Okra -
Okra soll ja sehr gesund sein, ist tatsächlich auch schmackhaft.
Aber die schleimige Konsistenz ist mir zuwider ...

16a torit markt okraschote.JPG

Getrocknete Kartoffelscheiben -
später einfach in Wasser quellen lassen, gar aufkochen und dazu eine leckere Erdnusssoße ;-)

17 torit markt kartoffelchips.JPG

Der "Fischmarkt" ;-)

14b torit fischmarkt.JPG

Trockenfisch in allen Variationen -
und der kommt nicht etwa aus dem südsudanesischen Nil,
sondern aus dem Lake Albert ... wirklich erstaunlich.
Ich habe einige der Marktfrauen befragt und alle haben mir bestätigt,
dass der Trockenfisch aus Uganda geliefert wird

14a torit fischmarkt.JPG

Trockenfisch kunstvoll geflochten -
schade, dass es hier keinen "Riechbutton" gibt 8)

14 torit trockenfisch.JPG

Baumarkt

18 torit baumarkt.JPG

Die Shisha wird schon vorbereitet -
es dämmert bereits und die Menschen gehen zum gemütlichen Teil des Tages über

15 torit shisha.JPG

Die Grills werden angeschmissen und aus den kleinen Garküchen duftet es verlockend

19 torit markt restaurants.jpg

Noch schnell im Kiosk die letzten Besorgungen tätigen
und dann schlendern wir langsam "nach Hause" ;-)

20 torit kiosk.JPG
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Südsudan - Von Torit über Liria und Ngangala nach Juba

Beitragvon Birgitt » 20.10.2012 10:42

Wir verlassen Torit in Richtung Juba

1 südsudan torit rg liria.JPG

Schrott im Busch -
dieser Panzer ist so manövrierunfähig, dass ihn auch kein Militär mehr bewachen mag ;-)

2 südsudan panzer bei torit.JPG

3 südsudan panzer rg juba.JPG

Wellblech -
die Strecke Torit - Juba ist deutlich frequentierter

4 südsudan piste torit juba wellblech.JPG

Bei den Brücken muss man ab und zu etwas aufpassen ...

7 südsudan bailey bridge.JPG

... weil die Übergänge nicht so sehr sauber gearbeitet sind 8)

8 südsudan piste torit juba brücke.JPG

Menschen auf dem Weg in ihre Dörfer

5 südsudan piste torit juba verkehr.JPG

Auge in Auge mit dem Sorghum - Transporter ;-)

6 südsudan sorghum taxi.JPG

Piste kurz vor Liria

9 südsudan piste torit liria.JPG

Diese Hüttendörfer sind für mich immer "Afrika aus dem Bilderbuch"

10 südsudan dorf bei liria.JPG

Sorghum auf dem Hochtisch, so dass kein Tier daran knabbern kann.
Die Sorghum-Ernte war in diesem Jahr besonders gut

11 südsudan liria sorghum.JPG

Der Mittelpunkt des Dorfes

12 südsudan liria.JPG

Das Leben spielt sich entlang der Haupt-Durchgangsstraße ab -
es gibt einen kleinen Straßenmarkt ...

13 südsudan ngangala liria markt.JPG

... und ein paar Restaurants

16 südsudan liria straßenszene.JPG

15 südsudan liria restaurant.JPG

Vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen ;-)

17 südsudan liria straßenszene.JPG

Von Liria führt die ausgesprochen gute Piste ...

18 südsudan piste liria ngangala.JPG

... über Ngangala

19 südsudan ngangala village.JPG

und kurz darauf erreichen wir die Asphaltstraße nach Juba

20 südsudan vor juba asfalt.JPG
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Südsudan - Verkehr in Juba

Beitragvon Birgitt » 05.11.2012 22:58

Es ist nicht weit bis Juba

2 juba asfalt.JPG

nach ca. 20 km und einem freundlichen Checkpoint
(dem ersten und einzigen auf der ganzen Strecke durch Südsudan)
erreichen wir den Stadtrand von Juba

3 juba vorort.JPG

und schon sind wir auf der Brücke über den Nil,
bewacht von Militär - wie üblich ;-)

4 juba nilbrücke.JPG

Nach wie vor gibt es Erdpisten, die sich bei Regen in ein Schlammloch verwandeln ;-)
so wie diese "Straße", an der auch der Bauhof der GIZ gelegen ist

8b juba verkehr piste vor giz.JPG

Aber überwiegend ist der Innenstadtbereich ordentlich asphaltiert und unterscheidet sich nicht von anderen afrikanischen Großstädten. Zur Rush Hour bildet sich sogar in Juba schon der Stau ;-)

8 juba verkehr.JPG

7 juba verkehr.JPG

Abenteuerliche Fracht -
Schutzkappe scheint unnötig ;-)

8c juba verkehr gasflasche.JPG
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