Elektroversorgungsgerät Calira EVS 17/16 DS/IU
S/N : 178 01204
Kann uns hier jemand helfen oder gute Tipps geben?
Wir sind in Afrika unterwegs, das heisst aktuell sind wir in Nairobi in Kenia auf dem
Rückreiseweg auf der Ostroute. Unser Blog ist: www.ruessbrugg-retour.blogspot.com
Wir haben ein Problem mit dem Elektroversorgungsgerät. Wir können das Gerät nicht mehr an 220 Volt legen. Die Sicherungen, welche aussen am EVS angebracht sind, sind alle in Ordnung. Sobald wir den Hauptschalter, respektive den Sicherungsschalter am EVS einschalten brennt eine Sicherung im Gerät durch. Es ist eine 240 Volt / 3.15 A Sicherung, sie ist sehr klein und sie ist so etwas wie ein kleines Glasröhrchen. Sie ist mitten im Gerät (um sie zu ersetzen muss man das Gerät zerlegen). Ich habe sie 2 Mal ausgewechselt und sie brennt aber jedes Mal mit Funken durch. Sie brennt durch wenn alle Kabel angelegt sind, aber auch wenn alle Stecker zu den Verbrauchern und Batterien ausgesteckt sind.
Ansonsten funktioniert die 12 Volt Anlage einwandfrei. Die Starterbatterie und die beiden Wohnwagenbatterien werden während der Fahrt normal aufgeladen. Wenn wir länger als 2 Tage an einem Ort stehen laden wir zur Not die Batterien mit einem externen Ladegerät auf.
Kann uns hier jemand helfen oder gute Tipps geben?
Maria und Robert
Elektroversorgungsgerät Calira EVS 17/16 DS
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ruessbrugg-retour
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Re: Elektroversorgungsgerät Calira EVS 17/16 DS
Hallo,
vorweg: das ist das Risiko bei "All-in-One-Produkten", die Erkenntnis nützt euch aber jetzt nichts.
Eine Diagnose zum vorliegenden Fehler ist ohne Schaltplan bzw. wenigstens das Gerät auf dem Tisch reine Spekulation. Dass die interne Gerätesicherung durchbrennt, deutet auf einen Kurzschluss im Strompfad des 230V-Anschlusses innerhalb des Gerätes hin. D.h. der von Außen angelegte Netzstrom kommt rein, fliesst über die Sicherung und dann auf einem falschen Weg viel zu stark (Kurzschluss) wieder zurück, was diese Sicherung auslöst.
Vermutlich ist einer oder sind mehrere der grossen Elektrolyt-Kondensatoren auf der Primärseite des (Schalt-)Netzteils des integrierten Netzladegeräts kaputt. Das sieht man den Elkos meist deutlich an: sie haben auf der Oberseite (wenn sie stehend eingelötet sind) einen Aluminiumdeckel mit vorgeritzten Sollbruchstellen, damit sie im Fehlerfall nicht platzen/explodieren. Dieser Deckel muss flach bzw. sogar etwas nach innen gewölbt sein. Ist der aufgewölbt, verfärbt oder sogar angehoben/gebrochen, dann ist der Elko intern überhitzt und hat Gasdruck aufgebaut, der den Deckel verformt und so den Druck entweichen lässt. Siehe auf diesem Beispielbild: KLICK
Defekte Elkos sind heute bei thermisch belasteten Elektronikbaugruppen die häufigste Ausfallursache, die Lebensdauer eines guten Elkos beträgt bei max. 105° ca. 3.000 Stunden, bei 85° ca. 5.000 Stunden. Dabei sind nicht Betriebsstunden gemeint, sondern alle Stunden, die das Bauteil erhöhten Temperaturen ausgesetzt ist (also auch bei ausgeschaltetem Gerät, aber heissen Umgebungstemperaturen). Elkos enthalten Flüssigkeit und trocknen schlicht aus. Bei Schaltznetzteilen kommt für Elkos noch erschwerend hinzu, dass sie dort Oberwellenanteile im Strom filtern müssen, d.h. sie erwärmen sich über den durch sie fliessenden Strom zusätzlich (bedingt durch den Ersatzserienwiderstand ESR). Sehr gute Elkos sind "ultra-low ESR" Typen, entsprechend teuer und daher von Produktherstellern nur ungern verbaut (der Kunde soll ja auch nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist gefälligst ein neues Gerät kaufen).
Wenn Ihr bzw. ein Elektrofachmann(!) einen defekten Elko lokalisieren könnt, dann kann man (bitte nur wenn man Ahnung davon hat, es ist lebensgefährlich, Elkos aus einem Schaltnetzteil auszulöten, das vor kurzem noch am Netz angeschlossen war, da können noch über 400V Spannung auf den Elkos auch bei ausgestecktem Netzanschluss drauf sein!) den Elko durch einen von der Spannungsfestigkeit und Kapazität her passenden neuen Elko ersetzen. Bitte das aber nur von einer Radio/Fernsehwerkstatt machen lassen! Falls so ein Ersatz-Elko nicht aufzutreiben ist, man findet die auch in anderen Schaltnetzteilen (z.B. PC-Netzteil) auf dem Schrott.
Die Gefahr bei laienhaften Reparaturversuchen ist allerdings, dass man die noch funktionierenden Teile des "All-in-one"-Geräts auch noch beschädigt und den Schaden nur vergrössert.
Von daher mein Rat: verwendet das normale Netzladegerät, das ihr Euch ohnehin schon besorgt habt.
Ihr könnt natürlich auch beim Truma Service anfragen, viel Support würde ich in diesem Fall aber nicht erwarten.
Calira (Trautmann Apparatebau Kaufbeuren) wurde vor ein paar Jahren von Truma übernommen und in Truma Electronic Systems (TES) umfirmiert. Dummerweise zieht sich Truma gerade aus dem Elektronik-Geschäft zurück und hat den TES-Geschäftsbereich aufgegeben: "Die Stromversorgungs-Produkte von TES werden von Truma nicht weitergeführt." (Quelle)
Allerdings soll es zumindest bis auf weiteres noch Service für TES (Calira)-Produkte geben (gleiche Quelle wie vor):
"Bis zum 31. Mai 2013 läuft der Betrieb von TES weiter. Danach wird der Service für die TES-Produkte von Truma in Putzbrunn übernommen. Hier werden auch in den nächsten Jahren eventuelle Gewährleistungsansprüche abgewickelt. Der Ersatzteilbedarf ist für die nächsten Jahre ebenso sichergestellt. Bei weiteren Fragen erreichen Sie uns gerne auch direkt unter der Telefonnummer 089-4617-2142." Von derTruma-Webseite noch diese Kontaktinfo: "Sie erreichen uns auch per Fax +49 (0)89 4617-2159 oder E-Mail: service@truma.com"
Grüsse
Tom
vorweg: das ist das Risiko bei "All-in-One-Produkten", die Erkenntnis nützt euch aber jetzt nichts.
Eine Diagnose zum vorliegenden Fehler ist ohne Schaltplan bzw. wenigstens das Gerät auf dem Tisch reine Spekulation. Dass die interne Gerätesicherung durchbrennt, deutet auf einen Kurzschluss im Strompfad des 230V-Anschlusses innerhalb des Gerätes hin. D.h. der von Außen angelegte Netzstrom kommt rein, fliesst über die Sicherung und dann auf einem falschen Weg viel zu stark (Kurzschluss) wieder zurück, was diese Sicherung auslöst.
Vermutlich ist einer oder sind mehrere der grossen Elektrolyt-Kondensatoren auf der Primärseite des (Schalt-)Netzteils des integrierten Netzladegeräts kaputt. Das sieht man den Elkos meist deutlich an: sie haben auf der Oberseite (wenn sie stehend eingelötet sind) einen Aluminiumdeckel mit vorgeritzten Sollbruchstellen, damit sie im Fehlerfall nicht platzen/explodieren. Dieser Deckel muss flach bzw. sogar etwas nach innen gewölbt sein. Ist der aufgewölbt, verfärbt oder sogar angehoben/gebrochen, dann ist der Elko intern überhitzt und hat Gasdruck aufgebaut, der den Deckel verformt und so den Druck entweichen lässt. Siehe auf diesem Beispielbild: KLICK
Defekte Elkos sind heute bei thermisch belasteten Elektronikbaugruppen die häufigste Ausfallursache, die Lebensdauer eines guten Elkos beträgt bei max. 105° ca. 3.000 Stunden, bei 85° ca. 5.000 Stunden. Dabei sind nicht Betriebsstunden gemeint, sondern alle Stunden, die das Bauteil erhöhten Temperaturen ausgesetzt ist (also auch bei ausgeschaltetem Gerät, aber heissen Umgebungstemperaturen). Elkos enthalten Flüssigkeit und trocknen schlicht aus. Bei Schaltznetzteilen kommt für Elkos noch erschwerend hinzu, dass sie dort Oberwellenanteile im Strom filtern müssen, d.h. sie erwärmen sich über den durch sie fliessenden Strom zusätzlich (bedingt durch den Ersatzserienwiderstand ESR). Sehr gute Elkos sind "ultra-low ESR" Typen, entsprechend teuer und daher von Produktherstellern nur ungern verbaut (der Kunde soll ja auch nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist gefälligst ein neues Gerät kaufen).
Wenn Ihr bzw. ein Elektrofachmann(!) einen defekten Elko lokalisieren könnt, dann kann man (bitte nur wenn man Ahnung davon hat, es ist lebensgefährlich, Elkos aus einem Schaltnetzteil auszulöten, das vor kurzem noch am Netz angeschlossen war, da können noch über 400V Spannung auf den Elkos auch bei ausgestecktem Netzanschluss drauf sein!) den Elko durch einen von der Spannungsfestigkeit und Kapazität her passenden neuen Elko ersetzen. Bitte das aber nur von einer Radio/Fernsehwerkstatt machen lassen! Falls so ein Ersatz-Elko nicht aufzutreiben ist, man findet die auch in anderen Schaltnetzteilen (z.B. PC-Netzteil) auf dem Schrott.
Die Gefahr bei laienhaften Reparaturversuchen ist allerdings, dass man die noch funktionierenden Teile des "All-in-one"-Geräts auch noch beschädigt und den Schaden nur vergrössert.
Von daher mein Rat: verwendet das normale Netzladegerät, das ihr Euch ohnehin schon besorgt habt.
Ihr könnt natürlich auch beim Truma Service anfragen, viel Support würde ich in diesem Fall aber nicht erwarten.
Calira (Trautmann Apparatebau Kaufbeuren) wurde vor ein paar Jahren von Truma übernommen und in Truma Electronic Systems (TES) umfirmiert. Dummerweise zieht sich Truma gerade aus dem Elektronik-Geschäft zurück und hat den TES-Geschäftsbereich aufgegeben: "Die Stromversorgungs-Produkte von TES werden von Truma nicht weitergeführt." (Quelle)
Allerdings soll es zumindest bis auf weiteres noch Service für TES (Calira)-Produkte geben (gleiche Quelle wie vor):
"Bis zum 31. Mai 2013 läuft der Betrieb von TES weiter. Danach wird der Service für die TES-Produkte von Truma in Putzbrunn übernommen. Hier werden auch in den nächsten Jahren eventuelle Gewährleistungsansprüche abgewickelt. Der Ersatzteilbedarf ist für die nächsten Jahre ebenso sichergestellt. Bei weiteren Fragen erreichen Sie uns gerne auch direkt unter der Telefonnummer 089-4617-2142." Von derTruma-Webseite noch diese Kontaktinfo: "Sie erreichen uns auch per Fax +49 (0)89 4617-2159 oder E-Mail: service@truma.com"
Grüsse
Tom
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ruessbrugg-retour
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Re: Elektroversorgungsgerät Calira EVS 17/16 DS
Ich danke Dir herzlich Tom. Heute habe ich nochmals das Gerät auseinandergenommen und genau nach Schäden visuell untersucht. Ein Bauteil, nach dem Internet: ein Varistor EPCOS - spannungsabhängiger Widerstand Typ S20 K275 scheint geplatzt zu sein. Es ist ein kleines Bauteil. Daneben sind andere ein wenig schwarz geworden vom Vorfall selbst, aber ich denke, dass diese nicht tot sind. Die Spannungsunterschiede hier in Afrika sind manchmal gross.
Was denkst Du? Grenzt dies die Fehlersuche etwas ein?
Gruss, Robert
Was denkst Du? Grenzt dies die Fehlersuche etwas ein?
Gruss, Robert
Re: Elektroversorgungsgerät Calira EVS 17/16 DS
Hallo Stromloser,
Spezifikation EPCOS Typ S20 K275 hier >
http://www.conrad.de/ce/de/product/5003 ... nung-430-V
http://www.produktinfo.conrad.com/daten ... 20K275.pdf
Suchmaschine: Nairobi Electronics Parts > Es gibt jede Menge an Elektronikläden in Nairobi. Wäre doch gelacht, wenn das Ding dort nicht zu bekommen wäre.
Dann brauchst noch jemand, der mit feiner Lötspitze auf Platinen löten kann.
Wenn das Calira EVS 17/16 DS empfindlich gegen Überspannung ist, empfehle ich das Vorschalten eines 230V-Spannungskonstanters. Gibt's bereits ab € 25.- und müßte ebenfalls in Nairobi aufzutreiben sein.
Viel Glück
Spezifikation EPCOS Typ S20 K275 hier >
http://www.conrad.de/ce/de/product/5003 ... nung-430-V
http://www.produktinfo.conrad.com/daten ... 20K275.pdf
Suchmaschine: Nairobi Electronics Parts > Es gibt jede Menge an Elektronikläden in Nairobi. Wäre doch gelacht, wenn das Ding dort nicht zu bekommen wäre.
Dann brauchst noch jemand, der mit feiner Lötspitze auf Platinen löten kann.
Wenn das Calira EVS 17/16 DS empfindlich gegen Überspannung ist, empfehle ich das Vorschalten eines 230V-Spannungskonstanters. Gibt's bereits ab € 25.- und müßte ebenfalls in Nairobi aufzutreiben sein.
Viel Glück
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
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ruessbrugg-retour
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- Registriert: Do 13. Jun 2013, 09:23
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Re: Elektroversorgungsgerät Calira EVS 17/16 DS
Liebe Internet Freunde
Zwischenzeitlich haben wir das Gerät Calira EVS 17/16 repariert. Es war der geplatzte Scheiben-Variator! Das Bauteil kam via Freunde von der Schweiz nach Nairobi. Es hat Schweizerfranken 0.72 gekosten, also etwas um 60 Eurocent.
Im Vorfeld hat uns der Service von Calira/Truma wissen lassen, dass das Gerät nicht mehr zu reparieren ist. Wir sollen ein neues kaufen! Super Reklame von diesen beiden Unternehmen! Die Antwort ist so gut wie die finanzielle Lage dieser merkwürdigen Firmen.
Nochmals ein herzliches Dankeschön für die Ratschläge (Tom)
ruessbrugg-retour
Zwischenzeitlich haben wir das Gerät Calira EVS 17/16 repariert. Es war der geplatzte Scheiben-Variator! Das Bauteil kam via Freunde von der Schweiz nach Nairobi. Es hat Schweizerfranken 0.72 gekosten, also etwas um 60 Eurocent.
Im Vorfeld hat uns der Service von Calira/Truma wissen lassen, dass das Gerät nicht mehr zu reparieren ist. Wir sollen ein neues kaufen! Super Reklame von diesen beiden Unternehmen! Die Antwort ist so gut wie die finanzielle Lage dieser merkwürdigen Firmen.
Nochmals ein herzliches Dankeschön für die Ratschläge (Tom)
ruessbrugg-retour



