Malaria

In diesem Bereich findest du aktuelle Hinweise zu Epidemien und gesundheitliche Risiken im Reiseland und wie man sich davor schützt bzw. vorbeugt, Informationen zur Gesundheitsversorgung, Ärzte und Krankenhäuser.

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Alexander
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Re: Malaria

Beitrag von Alexander »

Bis 2020: Sechs afrikanische Länder könnten Malaria ausrotten

In sechs afrikanischen Ländern könnte Malaria bis zum Jahr 2020 ausgerottet sein. Vor allem in Südafrika seien durch gezielte Anstrengungen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit bereits Erfolge erzielt worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag mit. Die von Mücken übertragene Infektionskrankheit könnte den Angaben zufolge auch in Algerien, Botswana, Kap Verde, den Komoren und Swasiland ausgerottet werden. mehr...

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Alexander
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Malaria - Anopheles hasst Faso Soap

Beitrag von Alexander »

Kann diese Seife Malaria ausrotten?

Ihre Waffe ist ein simpler, preiswerter Alltagsgegenstand, mit dem die meisten Afrikaner sowieso in den Tag starten: Seife. Die von den Studenten Moctar Dembélé und Gérard Niyondiko entwickelte Spezialseife nennt sich Faso Soap und soll Mücken für bis zu sechs Stunden nach ihrer Verwendung abhalten. Die Seife wird komplett ohne chemisch-synthetische Zusätze hergestellt. Sie besteht aus dem regionalen Rohstoff Shea-Butter und verschiedenen natürlichen Ölen. Diese hinterlassen einen Duft auf der Haut, welcher Moskitos abwehren soll. Die Seife schützt nicht nur die Haut vor der Anopheles-Mücke. Auch das Waschwasser, das in vielen Regionen Afrikas aufgrund der Wasserknappheit aufgehoben wird, hält die Stechmücken davon ab, das Wasser als Brutstätte zu nutzen. mehr...

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Ralf Kiefer
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Re: Malaria

Beitrag von Ralf Kiefer »

Es gibt noch mehr Düfte, die die Malaria-übertragenden Insekten nicht zu mögen scheinen:
Malariamücken hassen Hühnergeruch
Mehr in der SZ.

Schaunmermal, was draus wird :-)

Gruß, Ralf
doncarlos
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Re: Malaria

Beitrag von doncarlos »

Hi Wüschis,
Im vorliegenden "Malaria-thread" tauchen ganz vereinzelt zwischen den üblichen Tatarenmeldungen auch Hinweise zur wundersamen Heil- bzw. präventionswirkung des alten aber wohl wieder neue entdeckten Wirkstoffs Artemisinin auf wie z. B. der folgende von Muzungu:
Hollo!
Malaria-Schutz mit Malarone und ähnlichen Mitteln mag ja für einen kurzen Aufenthalt in Malaria-Gebieten ausreichen. Aber bei Langzeitanwendung zerstört es die Leber :kotz: . Es ist wohl auch nicht ganz unproblematisch für Kinder und für Senioren. Ich habe jahrelang im malariaverpesteten Afrika gelebt und mich bestens geschützt mit Artemisia annua Anamed. Nein, ich bekomme keine Prozente für die "Reklame" :lach: . Das würde sich auch nicht lohnen, das Zeug ist lächerlich billig.
Ich selbst kann mich diesen Aussagen, die aber scheint's nicht so recht aufgegriffen werden, völlig anschließen, d.h. ich habe selbst die Erfahrung gemacht, daß ein von der Malaria mal wieder umgehauener Freund nur kurze Zeit nach Einnahme eine dieser Tabletten sich sehr schnell erholt hat. Dennoch ist dieses tolle, weil billige und dazu anscheinend nebenwirkungsfreie Medikament kaum bekannt und die meisten Reisebekanntschaften überlassen sich weitgehend ihren tiefsitzenden Ängsten vor der Landplage Malaria.
Auch in den ständig hier publizierten Reisewarnungen unserer Regierungsstellen werden artemisinin-basierte Medikamente gar nicht erwähnt.
Ich bin da einfach perplex und frage mich: Haben wir es hier mit einem Fall von Betriebsblindheit (z.B. der Ärztezunft) zu tun oder hat hier die sattsam bekannt Pharmamafia wieder die Hände im Spiel; oder ist dies wieder nur ein Beispiel der Erkenntnisresistenz breiter Bevölkerungskreise welche ja auch vor unserer community nicht Halt macht wie wir bei vielen Beiträgen zur IS- oder flüchtlingsdebatte gesehen hatten (sorry für diesen Seitenhieb).
Also mein Aufruf an die Kollegen: könnt Ihr bitte hier posten was Eure Erfahrungen mit Artemisinin-präparaten sind. habt Ihr diese in der Reiseapotheke dabei oder verlasst Ihr euch lieber auf die traditionellen Hämmer für die Leber? Nehmt Ihr die artemsinin-Tabletten (welche?) als Prophylaxe? und wenn ja in welcher Dosierung bzw. zeitintervallen?
Viele grüße doncarlos
"Man entdeckt keine neuen Welten ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren" (frei nach A.Gide)
seppr
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Re: Malaria

Beitrag von seppr »

Ich finde Deine Erinnerung gut.

Aber Erfahrungsberichte stellen nur eine einseitge Position dar. Im schlimmsten Fall die Meinung derer, die aus welchen Gründen auch immer ihre Krankheit überwunden haben. Misserfolge sind stark unterrepräsentiert.
Das heißt, die gibt es auch, darüber gibt es aber kaum Erfahrungsberichte.

Sepp
doncarlos
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Re: Malaria

Beitrag von doncarlos »

Hi Wüschis,
schade dass so wenig Resonanz von euch kommt was die eigenen Erfahrung mit Artemisinin-präparaten für die allfällige Malaria-Prophylaxe bzw. vielleicht sogar Heilung angeht.
Was die Meinung von Sepp angeht, dass alle Erfahrungsberichte über Heilungserfolge oder - mißerfolge wohl nur einseitig sein können so ist dies ja eine Binsenweisheit, denn es geht natürlich immer um größere Zahlen von Erfahrungen. Und natürlich ist die amtliche Arzneimittelzulassung auch nur auf die Auswertung von Behandlungserfahrungen -natürlich in entsprechend größeren versuchsreihen- begründet, auf was denn sonst?
Meines Wissens hat sich auch die WHO schon ganz offiziell pro Artemisinin-medikation geäußert nur wird dies m.E. an der breiten Medizinerfront irgendwie ignoriert; stattdessen ergehen sich viele Afrikafahrer in Lamentos über besonders gefährliche Mückenspezies oder spekulieren über Abwehrmöglichkeiten mittels Hühnerdreck oder aber wiegen sich etwas wissenschaftlicher in Hoffnungen über baldige Durchbrüche an der Impffront.
Zu Artemisinin-präparaten hört man gerade mal, dass irgendwo in SE-Asia Resistenzen aufgetreten seien, was sicher zutrifft, denn schließlich wird dort diese pflanzenbasierte Behandlung schon seit Jahrhunderten praktiziert. Als kleine Anekdote sei angemerkt, dass wohl auch der Vietcong seinen Sieg gegen die hochgerüsteten Amerikaner in den moskitoverseuchten vietnamesischen sümpfen diesem Pflanzenpräparat verdankt.
Schon allein daher sollte man diese Mittel nicht in die homöopathische oder Körnerfresser-ecke verdrängen und belächeln meint doncarlos
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Alexander
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Re: Malaria

Beitrag von Alexander »

Ist Artemisinin nun das ultimative Wundermittel?

Entgegen der Empfehlung meines Tropenmediziners Malarone zu verwenden, habe ich mich für meine Nigerreise für Artemisinin entschieden.

Nun gut. Malaria habe ich keine bekommen, was allerdings kein Beweis für die Wirksamkeit des Medikaments ist. Laut der Klinik in Timia wird pro Woche ein Malariafall gemeldet. Während der Regenzeit (Juli - September) sind es entsprechend mehr. Nebenwirkungen gab es keine.

Neben der Wirksamkeit von Artemisinin stehen die Nebenwirkungen im Vordergrund. Die Beipackzettel einiger Medikamente lesen sich wie ein Horrorroman: Als Nebenwirkungen treten am häufigsten psycho-vegetative Veränderungen auf, die sich selten durch epileptische Anfälle, psychotische Störungen oder Schwindel mit Koordinationsstörungen, aber auch Angst, Depression und Halluzinationen äußern können.

Artemisinin besticht hingegen durch seine gute Verträglichkeit im Vergleich mit anderen Präparaten. In einzelnen Fällen können Nebenwirkungen auftreten, die den typischen Malariasymptomen entsprechen. In seltenen Fällen kann es auch zu Atemnot, Schluckbeschwerden und allergischen Reaktionen kommen. Da Artemisinin auf Eisen reagiert kann es zu Wechselwirkungen mit Eisenpräparaten kommen.

Wirkungsweise:
Der Malariaerreger enthalten grosse Mengen an Eisen. Hier setzt Artemisinin an. Artemisinin reagiert mit dem Eisen wodurch freie Radikale erzeugt werden, welche die Zellmembran des Malariaerregers förmlich zerreissen. Die gleiche Wirksamkeit wurde im Zusammenhang mit Krebs- und Leukemiezellen beobachtet, die ebenfalls Eisen aufnehmen. Artemisinin arbeitet selektiv und zerstört nur die Erreger und kranken Zellen und verschont die gesunden. Artemisinin ist auch wirksam in den Fällen, in denen Zellen und Erreger gegen andere Mittel resistent sind.

Artemisinin Resistenz:
Zunehmend sieht man in Asien (Kambodscha, Loas, Myanmar, Thailand, Vietnam), wo Artemisinin schon länger eingesetzt wird Malariamutationen, die gegen Artemisinin resistent werden. Hauptgrund für die Resistenz ist die unsachgemäße Anwendung von Artemisinin. Um eine Resistenz zu verhindern sollte Artemisinin immer mit einer Artemisinin-based combination therapy (ACT), also einer Kombinationstherapie erfolgen. Diese Forderung wird dadurch erschwert, da Artemisinin frei im Handel verfügbar ist und es daher kaum Kontrollen gibt.

Hier noch einige Quellverweise:

WHO: Q&A on artemisinin resistance
Artemisinin
Beifuss – uraltes Wissen gegen Krebs

Grüsse
Alexander
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globenomaden
Beiträge: 126
Registriert: Mi 13. Jan 2016, 17:58

Re: Malaria

Beitrag von globenomaden »

Hallo zusammen

Artemisinin ist gänzlich ungeeignet zur Prphylaxe und wird niemals zur Malaria prohphylaxe eingesetzt. Der Grund ist, das die Halbwertszeit (2-3 Stunden) viel zu kurz ist um einen vernünftigen Blutspiegel aufrecht halten zu können.
Artemisinin ohne Kombination mit einem zweiten Wirkstoff (wie z.B. Lumefantrin, Piperaquin, Ammodiquine, Mefloquin sog. ACT's) wird i.V. zur Behandlung einer schweren (komplizierten) Malaria eingesetzt, da Artemisinin eine schnelle Reduktion der Parasiten bewirkt und so lebensrettend wird. Sobald der Patient eine orale Medikation verträgt wird auf ACT's umgestellt.

Der zweite Wirkstoff in den ACT's hat eine viel längere Halbwertszeit (.z.B. >Lumefantrine 3-6 Tage) als Artemisnin und schützt daher länger vor einer Neunfektion bzw. verhindert dass der Patient glaubt er sei wieder gesund bzw. im Blutbild keine Parasiten sichtbar sind, sich aber trotzdem in der Leber noch Parasiten befinden, die dann wieder eine Neuinfektion auslösen. Das ist auch der Grund wieso sich dann Resistenzen enwickeln.

Artemsinin ohne Kombination mit einem zweiten Wirkstoff (siehe oben) ist zur Behandlung der sog. unkomplizierten Malaria mittlerweile verpönt und wird davon streng abgeraten.

Zur Prophylaxe eignet sich am Besten Doxycyclin. Günstig und in den Studien gab es kaum Prophylaxe Versager. In Deutschland war Doxy lange Zeit nicht zur Prophylaxe zugelassen, jetzt wird es aber doch schon von einigen Medizinern empfohlen.

Ciao
Eva&Alfred
http://www.globenomaden.at
seppr
Beiträge: 217
Registriert: Mi 13. Feb 2013, 21:04

Re: Malaria

Beitrag von seppr »

Doxycyclin ist halt ein klassisches Antibiotikum und derzeit richtet sich der Fokus stark und zunehmend auf die schädliche Auswirkung von Antibiotika auf die Darmflora.
War die Darmflora vor 10-20 Jahren noch das Hobby esoterischer Leute und deren Heilpraktiker wir das Thema immer bedeutender. Ein Tipp für Interessierte. Gestern abend lief in 3sat ein Beitrag darüber von Scobel, meiner Meinung nach die beste kritische Wissenschaftssendung im deutschen Fernsehen. Die beiden Berichte sind sicher in der Mediathek noch zu finden.

Ich bin bei der Prophylaxe immer noch ein Fan von Lariam, obwohl dieses Mittel wegen psychischer Nebenwirkungen in Deutschland nicht mehr zugelassen ist und, zugegeben, in Ostafrika Resistenzen vorkommen. Ob es im Ausland noch problemlos zu bekommen ist weiß ich nicht. Und ob Lariam für die Darmflora unschädlich ist ... ja das weiß ich auch nicht.

Ist eben ein schwieriges Kapitel.

Sepp
seppr
Beiträge: 217
Registriert: Mi 13. Feb 2013, 21:04

Re: Malaria

Beitrag von seppr »

Ich will noch ergänzen:

Antibiotika sind nicht des Teufels. Aber sie sollten Kranken vorbehalten sein und nicht von Gesunden zur Vorbeugung eingenommen werden.

Sepp, (Hausarzt, kein Tropenmediziner)
Amanzi
Beiträge: 72
Registriert: Mo 10. Nov 2008, 22:35

Re: Malaria

Beitrag von Amanzi »

Hallo zusammen,

ich kann die positiven Eigenschaften ebenfalls aus eigener Erfahrung bestätigen.
Mein Mann hatte 2 x Malaria, einmal in Ghana, das zweite Mal in Kamerun. Wir haben mit "Artesunate" behandelt, in Verbindung mit Fansidar. Medikamente hatten wir zu Spottpreisen in Ghana gekauft. Sie sind wohlbemerkt nicht zur Prophylaxe geeignet, sondern zur Therapie.

Wir werden Medikamente mit diesem Wirkstoff immer wieder auf Reisen in Malariagebiete dabeie haben.

Gross
Amanzi
doncarlos
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Re: Malaria

Beitrag von doncarlos »

Danke insbes. an Alexander und die globenomaden für eure Erfahrungsberichte mit artemisinin-präparaten.
Jetzt verstehe ich endlich etwas besser den Wirkungszusammenhang dieser Medikation und ganz konkret weiß ich nun auch, dass und warum Artemisinin für die Prophylaxe wohl nicht das richtige ist, wohl aber für die Therapie supereffektiv. Daher wird es dann wohl auch in den ständig wiederkehrenden offiziellen reisewarnungen nicht weiter erwähnt, da die Mehrzahl unserer europäischen afrikafahrer mit Vollkaskomentalität hauptsächlich an Prophylaxe interessiert ist.
Da ich persönlich schon seit Jahrzehnten keine Prophylaktischen Malaria-mittel mehr schlucke aus den bekannten Gründen (und außer Hepatitis noch nichts abbekommen habe) fühle ich mich jetzt mehr denn je -weil auch rational begründbar- mit Artemisinin-Tabletten bestens abgesichert meint Doncarlos
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Birgitt
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Re: Malaria

Beitrag von Birgitt »

doncarlos hat geschrieben:...da die Mehrzahl unserer europäischen afrikafahrer mit Vollkaskomentalität hauptsächlich an Prophylaxe interessiert ist.
Hallo "doncarlos",

woher nimmst du dein Wissen? Oder ist es eine Vermutung?
Wie meinst du das überhaupt: "Afrikafahrer mit Vollkaskomentalität"?

Gruß
Birgitt
doncarlos
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Re: Malaria

Beitrag von doncarlos »

Hi Birgitt,
sorry, falls sich bei meinem etwas flapsigen ausdruck jemand aus der Wüschi-gemeinde auf den schlips getreten fühlte.
Gerne stelle ich folgendes klar:

a) in den Beiträgen im Malaria-thread geht es signifikant mehr um Themen der Prophylaxe (d.h. Impfungen oder auch die üblichen Prophylaktika) als um Therapie. Gerne kann ich dies mal contentanalytisch auszählen an einer Stichprobe der letzten Beiträge. Ich schließe daraus, dass der Fokus allgemein mehr auf Absicherung gegen evtl. Malariarisiken liegt. Ob die gesundheitlich mehr als bedenklichen handelsüblichen Präparate diese erhoffte "Sicherheit" bringen ist für mich zumindest aber mehr als zweifelhaft. Für meinen teil habe ich daher seit langem entschieden, lieber das in meinen augen eher beherrschbare Risiko einer Malariaerkrankung einzugehen, die ja nun dank Artemisininpräparaten auch wirkungsvoll zu bekämpfen ist falls es einen mal erwischen sollte.

b) Unter einem etwas allgemeineren Gesichtswinkel möchte ich aufgrund meiner häufigen Begegnungen sowohl mit einheimischen Afrikanern als auch mit Wüstenfahrern (darunter aber m.W. keine aus der Wüschi-community, die mir bislang in der Tat noch nicht über den Weg gelaufen sind) folgende These aufstellen:

Afrikaner und Europäer etc. unterscheiden sich u.a. hinsichtlich ihres Sicherheitsdenkens, das bei Europäern etc. ungleich stärker ausgeprägt ist als bei einheimischen Afrikanern. Dabei handelt es sich aber m.E. nicht um eine anthropologische Konstante, denn auch in Europa ist diese charakteristische Versicherungsmentalität ein zeitgeschichtlich eher jüngeres Phänomen. So viel ich weiß begann das Versicherungswesen erst mit dem Aufkommen der weltumspannenden Seefahrt, was zu den ersten Vorformen der modernen Versicherungen geführt hat. Aus den Versicherungsvereinen der Reeder (Lloyds etc.) zur Reduzierung des materiellen Risikos von Schiffsuntergängen wurde dann das moderne Geflecht von Hunderten Versicherungen gegen alle möglichen realen und befürchteten Lebensrisiken. Diese Denkmuster habe ich -vielleicht etwas unscharf- gemeint wenn ich von Vollkaskomentalität sprach.

Falls es die Vorschriften der "political correctness" erlauben könnte man ja hier im Forum darüber diskutieren ob diese These auch von anderen geteilt wird. Um noch etwas Zunder beizugeben könnte man sogar behaupten, dass auch das Aufkommen des Kapitalismus (ursprüngliche Kapitalakkumulation) mit diesem ständig wachsenden Sicherheitsbedürfnis hierzulande einhergeht. Demgegenüber hat wohl das traditionelle afrikanische Modell, welches mehr das Kollektiv gegenüber der individuellen Bereicherung betont auch seine Wurzeln möglicherweise im Fehlen dieser zukunftsgerichteten Absicherungsmentalität.
Soviel zunächst mal von doncarlos
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Alexander
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Re: Malaria

Beitrag von Alexander »

Die WHO unternimmt mit verschiedenen Firmen und Sponsoren einen weiteren Schritt gegen Malaria und testet einen Impfstoff.
Der Impfstoff RTS,S (Mosquirix) wurde im Rahmen einer Partnerschaft von GlaxoSmithKline und der PATH Malaria Vaccine Initiative (MVI) mit Unterstützung der Bill & Melinda-Gates-Stiftung sowie eines Netzwerks von afrikanischen Forschungszentren entwickelt. Er enthält ein im Erreger Plasmodium falciparum enthaltenes Protein, das eine Immunisierung und eine schnellere Abwehrreaktion des Immunsystems bewirken soll. P. falciparum ist der gefährlichste Malaria-Parasit weltweit und in Afrika am weitesten verbreitet. Mosquirix ist der erste Malaria-Impfstoff, der die pivotale klinische Phase 3-Testung erfolgreich abgeschlossen hat.
Daz: Malaria-Impfung: Pilotprojekte sollen bald starten

Grüsse
Alexander
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