Putsch in der Türkei

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Alexander
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Alexander »

Erdogans Verhalten wird immer obskurer. Jetzt fordert er die in Deutschland lebenden Türken auf möglichst viele Kinder zu zeugen.
Kinder statt Kanonen: Als Reaktion auf den eskalierenden Streit mit Europa hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine dort lebenden Landsleute aufgefordert, ihren Einfluss auszuweiten und mehr Kinder zu zeugen.
Welt: Erdogan ruft Türken in Europa zum Kinderkriegen auf

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Alexander
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Alexander »

Die Erkenntnisse des BND zum Putsch in der Türkei.
Zu den Massenentlassungen wäre es nach Einschätzung von BND-Präsident Kahl auch ohne den Putschversuch gekommen - wenn auch nicht in der "Tiefe und Radikalität". Der gescheiterte Aufstand sei "wohl nur ein willkommener Vorwand" gewesen.
Tagesschau: Putschversuch in der Türkei: BND hält Gülen nicht für verantwortlich

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Alexander
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Alexander
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Alexander »

Insgeheim habe ich noch gehofft, dass sich die Unebenheiten in den deutsch/türkischen Beziehungen sich auf diplomatischer Ebene glätten lassen. Jetzt droht der kranke Mann allerdings offen den Menschen in Europa.
„Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können“, sagte er am Mittwoch bei einer Veranstaltung für Journalisten in Ankara. „Wir als Türkei fordern Europa auf, die Menschenrechte und die Demokratie zu respektieren.“
Welt: Erdogan warnt EU: „Bald kein Europäer mehr sicher auf den Straßen“

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Alexander
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doncarlos
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von doncarlos »

Hi Alexander,
das mit dem kanken Mann Erdogan meinst Du ja doch nicht ernst? Ich denke Du spielst damit nur an auf eine populäre Floskel aus der vorvorigen Jahrhundertwende, wo immer vom "kranken Mann am Bosporus" die Rede war.
Ich für meinen Teil halte Erdogan zwar für einen zynisch kalkulierenden Machtpolitiker aber nicht für geisteskrank.
Dass E. zu derart empörenden Drohungen greift, kommt ja nicht von ungefähr.In der Türkei selbst herrscht offensichtlich eine höher entwickelte politische Urteilsfähigkeit des Wahlvolks als bei den Deutschtürken hierzulande, denn an deren Adresse sind doch diese Hetzparolen gerichtet.
Wie man allenthalben liest scheint nämlich in der Türkei selbst die Zustimmung zu seinem "ermächtigungsgsetz" im Schwinden begriffen und so setzt E. offensichtlich die Hoffnung jetzt auf die in der europäischen Diaspora lebenden emigrierten Türken, bei welchen er eine jungleich größere Zustimmung genießt. Deren Applaus und entsprechende Pro-Stimmen beim Referendum kann er wohl mit derart islamo-populisitschen Giftparolen noch am ehestn einheimsen.
Dieses Faktum sollte uns allen eigentlich am meisten zu denken geben,denn in der Tat kann man derartiges Gedankengut häufiger hören - und zwar nicht nur in Ditib-Kreisen. Ich selbst habe einen großen Bekanntenkreis unter unseren Deutschtürken und wenn man des Türkischen mächtig ist vernimmt man öfter Sätze, die einem aufgeklärten Mitteleuropäer die Haare zu Berge stehen lassen- und dies nicht erst abends nach Genuß von viel Raki.
Bevor jetzt wieder die üblichen Verdächtigen über mich herfallen und mir ein absichtsvolles "Schlechtreden" unserer tollen deutschen Türken- und Flüchtlingsintegration unterstellen. Lasst uns doch in ca 1 Monat nach der Abstimmung die Wahlergebnisse insbesondere hier bei unseren Deutschtürken -ob mit oder ohne doppelte Staatsangehörigkeit- analysieren. Ich würde vorhersagen, dass wir dann erst unser blaues Wuner erleben werden und zwar egal ob E. nun seine Präsidialverfassung durchbekommt oder nicht meint doncarlos
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Peter D
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Peter D »

Erdogan befindet sich im Club der dunklen Triade..

Bei den unangenehmsten Zeitgenossen finden Forscher häufig drei Eigenschaften: Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus.
Wie äußern sich diese Charakterzüge in der Politik und was genau macht ihren Schrecken aus?
Der Erste ist selbst­gefällig und arrogant, der Zweite aggressiv und brutal, der Dritte hinterhältig und machtgierig. Doch bei diesem Trio handelt es sich nicht um eine Gangsterbande, sondern um die drei Seiten des schlechten Charakters – Narzissmus, Psycho­pathie und Machiavellismus.
Seit den 1970er Jahren stehen diese Merkmale im Visier von Psychologen, die egoistisches und rücksichtsloses Verhalten erforschen. Alles Fiese und Schädliche lasse sich im Wesentlichen mit diesen drei Eigenschaften erfassen, behaupteten 2002 die Psychologen Delroy Paulhus und Kevin Williams von der University of British Columbia in Vancouver (Kanada). Und sie gaben ihnen einen ebenso einprägsamen wie unheimlichen Namen: die Dunkle Triade.

Erdogan ist jetzt an einem psychopatischen Level angelangt, wo er aus Angst vor Machtverlust die Grenzlinie der Rationalität überschreitet.

Das zeigt sich jüngst an seiner unverhohlenen Drohung "Wenn sich der Westen weiterhin so verhalten wird, dann wird morgen weltweit kein Europäer, kein Bürger des Westens auf den eigenen Straßen sicher sein"

Es gibt eine Argumentations-Denkschule die meint Erdogan mache das nur, um das wacklige Ja der Türken beim Referendum über seine Machtbefugnisse abzusichern. Es sei nur Rhetorik.

Man wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass das vollkommen ernst gemeint ist. Ebenso wie seine Aufforderung an die Auslandstürken, fünf statt drei Kinder zu machen...

Wer diesen Mann nicht als Psychopath der Sonderklasse erkennt, dem ist nicht zu helfen...

Gruß Peter
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doncarlos
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von doncarlos »

Hi Peter D,
na ja, wie weit man mit der Psychopathologisierung von politischen Gegnern kommt konnte man ja an der früheren Sowjetunion sehen wo es Usus war, Dissidenten in die Psychiatrie zu verfrachten. Dies war ja aus der Sicht der "Inhaber ewiger Wahrheiten" in der KPdSU auch ganz folgerichtig. Dennoch halte ich dieses Argumentationsmuster und die dahinter steckende Denkweise für äußerst fatal und wende mich vehement dagegen.
Nein, Erdogan handelt m.E. durchaus zweckrational und das eigentlich Erschreckende daran ist, dass dieser Islamo-populismus auch leider durchaus verfängt und nicht nur bei zurückgebliebenen anatolischen Bauern sondern gerade bei unseren "Almancis" (so werden in der Türkei unsere Deutschtürken bezeichnet).
Die von dir angeführte psychologische Charakterisierung für machtgierige Alleinherrscher ("dunkle Triade") kommt ja aus der nordamerikanischen Psychologie, der gegenüber ich halt einige Vorbehalte habe, die aber nicht hier zu diskutieren sind. Ich müsste da auch erst mal nachlesen, meine aber dass die kanadischen Kollegen sich damit eher auf afrikanische und lateinamerikanische Despoten bezogen haben. Für einen Bokassa, Idi Amin oder Mobutu etc. mag diese Psychostruktur wohl zutreffen aber nicht für den vom Volk mehrheitlich gewählten Präsident der einzigen Demokratie im islamischen Kulturraum meint Doncarlos
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Peter D
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Peter D »

doncarlos hat geschrieben:Hi Peter D,
................. Tunesien....... der einzigen Demokratie im islamischen Kulturraum meint Doncarlos
Der Senegal zeichnet sich (seit der neuen Verfassung) durch rechtsstaatliche und demokratische Strukturen aus, grundlegende Freiheitsrechte, insbesondere Religions-, Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit, sind gewährleistet.
Senegal ist ein islamisch dominiertes Land: Zwischen 90 %und 94 % der Bewohner des Landes bekennen sich zur sunnitischen Strömung des Islam

Deine subtil gut getarnte proislamische Einstellung ist leicht enttarn bar und kriegt hier jeder mit...

Gruß Peter
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doncarlos
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von doncarlos »

Hallo PeterD,
jetzt hast Du mich aber entlarvt! Gratuliere zu deinem psychologischen Spürsinn des "Zwischen-den-Zeilen-Lesens".
Ich korrigiere mich natürlich: es gibt ganz klar noch mehrere -allerdings wenige- Demokratien im islamischen Kulturraum. Ich bekenne mich ohne weiteres zu meinen Fehlern und wenn ich dies nicht selbst gleich merke bin ich dankbar für entsprechende Hinweise. Nur so lernt man dazu und garantiert wird mir dies nicht wieder passieren verspricht doncarlos
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Peter D
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Peter D »

Halllo DonCarlos,

Jepp, es sind nicht viele der Demokratien mit über 90% Islamanteil.

Sie Senegalesen waren aber schon in den frühen Achtzigern nicht schlecht drauf.
Das Land war wohlhabend, bis die Franzosen die Senegalesen mit riesigen Erdnussplantagen gelockt haben.
Die wurden auch umgesetzt, Millionen Tonnen Nüsse gingen nach Frankreich, die Böden der Bauern waren bald biologisch tot, mit dem Verkehrsaufkommen stiegen die Ölschulden und viele Auslandsschulden anderer Couleur, bis die westlichen Banken das Land fest in Griff hatten.
Das Land ist aber trotz Verarmung durchaus demokratisch geblieben, das ist eine Leistung.

Als ich in den frühen Achtzigern eine 9-monatige Sahara-Erstdurchquerung Atlantik-Nil startete (da gabs kein GPS, nur Sextant) nahm ich als "Lebensversicherung" ein Profi-Amateur-Funkgerät mit freigeschaltenen Mitlitärfrequenzen mit.
Nur das Militär und Gendarmerie wäre in der Lage gewesen ins "Empty Quarter" in Mauretanien zu fahren, da sie Funk haben.
Nun, ich bekam in ganz Westafrika nur eine einzige Funk-Lizenz-Erlaubnis, das war Senegal...
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Alexander
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Alexander »

Hallo Zusammen,
doncarlos hat geschrieben:dieser Schuss vor den Bug war deutlich!!!
Anscheinend war der Schuss vor den Bug nicht so deutlich…

Ich zitiere Mischa nochmal:
Mischa Prey hat geschrieben:…So werden ursprüngliche Beiträge verwässert.
Dieser Thread hat weder etwas mit dem Senegal noch mit einer einmalig erworbenen Funklizenz zu tun.

Hallo Peter D,
da du wiederholt auf deine „Erstdurchquerung“ mit altem Navigationsgerät hinweist, möchte ich dich an ein altes Versprechen erinnern. ;-)
Alexander hat geschrieben:Es wäre schön, wenn du uns an deiner Erfahrung teilhaben lassen würdest und uns den Umgang mit dem Theodolit erklärst und was es mit den HO Tabellen auf sich hat.
Peter D hat geschrieben:Hallo Alexander,
ja fein, das mach ich gern, werd dann einen kleinen Thread eröffnen.
Da hol ich mir vom Vermessungsinstitut in Wien wieder meinen alten Schinken aus den 50zigern. Sekundentheodolit. Die haben mir das immer für meine Touren verliehen. Kostenlos. Trotz des Alters sehr genau, aber mordsschwer und für Fixstern zigmal ausreichend.
Hier nochmal zum Nachlesen ;-) ende-der-angelegenheit-t47726-15.html?h ... o*#p126285

Grüsse
Alexander
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doncarlos
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von doncarlos »

Hi Alexander,
möchte bitte nochmal festhalten:
Mein "Vom-Thema-Abschweifen" was Mischa mit Ihrem Vorwurf der "Verwässerung" kritisierte, geschah in einem anderen Thread und liegt auch schon länger zurück. Warum geht Ihr vom Moderatorenteam dann nicht einfach her -was ja schon früher öfter geschah- und trennt den kontextuell unpassenden Beitrag ab und verfrachtet diesen in einen neuen Thread?
Dann könnten diejenigen, welche auf die neu angerissene Thematik einsteigen wollen, dies im richtigen Kontext tun.
Im jetzigen Thread zum Türkeiputsch war meine Meinungsäußerung über die psychische Gesundheit von Erdogan -und seine deswegen gerade erhöhte Gefährlichkeit- doch eine m.E. durchaus legitime Fortführung deines Beitrags über den kranken Mann, mit dem du doch auch E. gemeint haben musst. Auch dies könnte man abtrennen und den Leute, welche über Psychopathologisierung in der politischen Diskussion sich auslassen wollen, die Gelegenheit dazu geben. Natürlich muss man dies alles nicht und ich will auch gar nicht weiter reinreden ins Management des Forums, das alles in allem für mich o.k. ist meint Doncarlos
P.S. Mir fällt gerade ein: gibt es für derartige "Metadiskussionen" nicht eine extra Rubrik, z.B. für "Diskussionsdisziplin" und dgl. denn damit müsste man in der Tat nicht immer die eng themenbezogenen Diskussionsstränge "Verwässern".
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Alexander
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Alexander »

Doncarlos,
doncarlos hat geschrieben:Warum geht Ihr vom Moderatorenteam dann nicht einfach her -was ja schon früher öfter geschah- und trennt den kontextuell unpassenden Beitrag ab und verfrachtet diesen in einen neuen Thread?
Weil wir nicht die Kindermädchen derjenigen sind, die nicht wissen, was sie tun, oder derjenigen, die genau wissen was sie tun, da sie ja schon oft genug angezählt wurden.

Ich denke, es ist für alle und das Forum besser, wenn wir uns an dieser Stelle trennen.

Gruss
Alexander
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Turi
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Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von Turi »

Hallo Wüschigemeinde
Jetzt wäre es an der Zeit den Natostützpunkt in der Türkei aufzulösen.
Bin gespannt wie die Natopartner auf die Aussagen von Erdogan nach dieser Abstimmung reagieren,
ich vermute mal; Abwarten!
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
markus-1969
Beiträge: 609
Registriert: So 17. Apr 2011, 21:36

Re: Putsch in der Türkei

Beitrag von markus-1969 »

Turi hat geschrieben: Jetzt wäre es an der Zeit den Natostützpunkt in der Türkei aufzulösen.
Bin gespannt wie die Natopartner auf die Aussagen von Erdogan nach dieser Abstimmung reagieren,
ich vermute mal; Abwarten!
was will man denn tun ?

Die Wichtigkeit von Demokratie und Menschenrechte ist durch die aktuelle politische Lage begrenzt. Man sollte nicht vergessen, daß selbst die Herrschaft Hitlers formaljuristisch ausgehend von der Weimarer Reichsverfassung in Ordnung war, d. h. diese Verfassung nicht verletzte. Was lernen wir daraus ? An sich sollten wir mit unseren Erfahrungen versuchen, unsere Nachbarländer zu sensibilisieren, doch sind wir damit nicht weit gekommen, denn selbst Frankreich hat ein Präsidialsystem, das die Weimarer Reichsverfassung mehr oder weniger kopiert hat.

Kann man der Türkei die Aufnahme verweigern, nur weil sie ein "Präsidialsystem" hat ? ich weiß jetzt nicht, ob und inwieweit das Präsidialsystem Frankreichs sich vom Präsidialsystem der Türkei unterscheidet, aber einen relativ dauerhaften Ausnahmezustand gibt es in beiden Ländern, sodaß zu fragen ist "Was ist denn der Normalzustand ?"

Was will man denn tun ? Seit ich lebe, gab es immer den freundlichen Türken um die Ecke, der immer freundlicher und fleißiger war als die Deutschen: Man ging hin, kaufte ein, aß seinen Döner und war zufrieden. Nun haben aber diese Menschen ausgehend vom Satz "Mehrheit ist Mehrheit" ungeachtet der Wahlbeteiligung für Erdogan gestimmt. Kritische Fragen wurden nicht beantwortet oder bekamen nur abschlägige Antworten wie "Was interessiert denn Politik ?"

Das Problem des Präsidialsystems sahen wir bei den US - Wahlen und werden es wieder bei den französischen Präsidentschaftswahlen sehen: Was, wenn zwei Nieten gegen einander antreten ? Auf die Frage, wie man denn Trump wählen könne entgegneten mir US - Freunde "Hillary is not better" und was wenn dieser eine sozialistische Populist und Marine Le Pen in die Stichwahl kommen ?

In der Türkei funktioniert angeblich eine Demokratie nicht - ob dem so ist, kann ich nicht beurteilen. Aber das eigentliche Problem des Präsidialsystems ist, daß erst einmal fähige Kandidaten zur Wahl stehen müssen und das muß wie die Beispiele aus den USA und Frankreich zeigen, nicht immer der Fall sein. Über Erdogan habe ich nichts gesagt.

Der Kern des Problems ist, daß man - ich argumentiere aus der Betrachtung eines pro Erdogan - Anhängers - zweierlei Dinge vermengt.

1) Erdogan ist der "große Führer" - er hat aus der Türkei etwas gemacht

2) Die Gefahren eines Präsidialsystems, denn kein Mensch lebt ewig. irgendwann ist zu wählen und spätestens dann tritt das Risiko des Präsidialsystems wieder auf.

Das Problem liegt nun darin, daß man mit der Vermenung der beiden vorgenannten Punkte bestens Wahlkampf betreiben kann:

"Erdogan ist gut - also laßt ihn allein herrschen" verdeckt das Risiko des Präsidialsystems.

Was will man aber von den Wählern erwarten ? In der Türkei soll man stolz sein (dürfen), ein Türke zu sein und dafür, daß man dort stolz ist, kamen jede Menge an Haßtiraden gegen Deutschland höchst beliedigender Art. Ich habe mich gefragt, ob die Türken eigentlich verstehen, was das für Beleidigungen sind.

Bei mir kamen Haßtiraden einerseits und eine Abstimmung PRO Erdogan andererseits an - entschuldigt für die Entgleisung hat sich niemand. Daß mir am Ende kein DÖNER mehr schmeckt, wundert irgendwie nicht, zumal mich die Beleidigungen nicht kalt gelassen haben, sodaß ich mich nicht mit dem Satz abspeisen lasse "Was interessiert Politik ?"

Was können wir nun tun ? Wir brauchen die Türkei in der NATO und beim Flüchtlingspakt und schauen bei allem übrigen weg.

Augen zu und durch ?

Das ist der Weg der Politik und der Bevölkerung, doch hat man keine Strategie mit der Folge, daß man sich bei nächster Gelegenheit wieder beleidigen respektive abwatschen lassen wird.
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