Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

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landcruiser.
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Beitrag von landcruiser. »

MODERATOR-NOTE:   Thema ausgegliedert aus Threat
Reisewarnung Afghanistan 22.04.2021 | Ausreiseaufruf


04.12.2002:

Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt
22.04.2021:

Deutsche Staatsangehörige werden aufgefordert, Afghanistan zu verlassen.

Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen im Zuge des angekündigten Abzugs der internationalen Militärpräsenz kann es zu einer Verschlechterung der allgemeinen Sicherheitslage und einer weiter zunehmenden Gefährdung für ausländische Staatsbürger kommen, insbesondere ab dem 1. Mai 2021.

Dazwischen liegen (je nach Quelle) 53 - 59 tote deutsche Soldaten.

Hunderte verletzte, schwer und schwerstverletzte, verkrüppelte und traumatisierte Soldaten.

Unendliches Leid und Schmerzen für die Betroffenen und Angehörigen.

Heftige "Probleme" für die sog. einheimischen Vor-Ort-Kräfte und deren Angehörige.

Offiziell 12,5 Milliarden € Steuergelder; inoffiziell lt. DIW über 50 Milliarden Steuergelder.

Und was hats gebracht?

Sie haben für noch mehr Chaos im Land gesorgt als vorher schon da war.

Und in diesem Chaos lassen sie die Menschen dort zurück.

Sie haben nichts stabilisiert. Die Taliban beherrschen weite Landstriche und es wird immer mehr. Die Korruption feiert fröhliche Urständ. Der Anbau und Export von/für Heroin ist höher denn je zuvor und die Regierenden mischen fröhlich mit.

Alles für die "Verteidigung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland am Hindukusch"?
°Daniel
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Beitrag von °Daniel »

Hi Landcruiser,
landcruiser. hat geschrieben:
Fr 23. Apr 2021, 09:09
Dazwischen liegen (je nach Quelle) 53 - 59 tote deutsche Soldaten.
Hunderte verletzte, schwer und schwerstverletzte, verkrüppelte und traumatisierte Soldaten.
Grundsätzlich ist jeder Tote oder Verletzte nicht akzeptabel. Aber im Vergleich zu insgesamt über 3500 Toten auf Seiten der "internationalen Truppen" sind wir bei 19 Jahren Konflikt mit nur 59 Toten wahrlich mit einem blauen Auge davon gekommen.
Übrigens ist der letzte in Afghanistan getötete Bundeswehr-Soldat 2013 zu verzeichnen (Statistik), also in dem Jahr, in dem Obama den 2001 von Bush ausgerufenen "War on Terror" für beendet erklärt hat.
landcruiser. hat geschrieben:
Fr 23. Apr 2021, 09:09
Und was hats gebracht?
  1. Die Organisation der Terroranschläge geschieht nicht mehr in Afghanistan und ist nicht mehr so einseitig auf die USA fokusiert. — Jetzt bekommt Europa auch was von dem bombigen Kuchen ab.
    • Vor Ort ist der Status fast der gleiche wie 2013, als Obama den "War on Terror" für beendet erklärt hat:
      Ein parlamentarisches, aber korruptes System und eine erstarkende Taliban, die demokratische Prozesse als unakzeptabel ansieht.
      • Ein Land, in dem quasi die halbe Bevölkerung (die Frauen) unter Hausarrest steht. Aber das war schon 2001 der Fall, also vor dem "War on Terror".
        Besser geworden ist, dass sie wenigstens gemäß Gesetz keine Burka- und keine Begleit-Pflicht mehr haben. Bei den Leuten angekommen ist dieses Gesetz aber noch lange nicht. Wie auch, wenn zwecks Wahlstimmenfang 2009 ein Gesetz zustande kommt, das (umgangssprachlich gesprochen) die Vergewaltigung durch den Ehemann erlaubt (siehe hier). Oder wie versteht man sonst diese Gesetzes-Passage: "Die Frau ist verpflichtet, den sexuellen Bedürfnissen ihres Mannes jederzeit nachzukommen."
      Ich hoffe nur, dass Biden nach dem Truppenabzug eine Folgestrategie hat. In Europa schaffen es die guten Ansätze ja typischerweise nicht weiter, als bis zum Aktenschranḱ für Willenserklärungen.


      Aber einen positiven Punkt kann man der drohenden Entwicklung noch abringen:
      landcruiser. hat geschrieben:
      Fr 23. Apr 2021, 09:09
      Der Anbau und Export von/für Heroin ist höher denn je zuvor und die Regierenden mischen fröhlich mit.
      Im Jahr 2000 haben die Tailban den Drogenanbau verboten. Entsprechend sank dieser für das Jahr 2001 auf fast Null.
      Mit dem Entmachten der Taliban Ende 2001 ging der Anbau dann munter weiter, mit stetig steigender Tendenz.
      Sollten die Taliban die Herrschaft wieder übernehmen wird sich zeigen, ob sie ihre Einstellung zum Opium beibehalten oder doch lieber dessen Wirtschaftsleistung einkassieren.

      Gruß,
      °Daniel
      Chris1
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von Chris1 »

      °Daniel hat geschrieben:
      Mo 26. Apr 2021, 16:02


      Im Jahr 2000 haben die Tailban den Drogenanbau verboten. Entsprechend sank dieser für das Jahr 2001 auf fast Null.
      Mit dem Entmachten der Taliban Ende 2001 ging der Anbau dann munter weiter, mit stetig steigender Tendenz.
      Sollten die Taliban die Herrschaft wieder übernehmen wird sich zeigen, ob sie ihre Einstellung zum Opium beibehalten oder doch lieber dessen Wirtschaftsleistung einkassieren.

      Daraufhin wurde nur noch im nicht von den Taliban kontrollierten Norden Afghanistans Schlafmohn angebaut. Jedoch handelten die Taliban weiterhin mit Opium und Heroin aus Lagerbeständen. Der Anbaustop führte zu einer „humanitären Krise“, da sich Tausende Kleinbauern ohne Einkommen wiederfanden. Mit dem Anbaustopp wollten die Taliban zum einen eine Lockerung der Sanktionen der Resolution 1267 des UN-Sicherheitsrats erreichen. Einem Bericht der CRS nach vermuteten einige Mitglieder der US-amerikanischen Drogenbekämpfung dahinter lediglich eine Strategie, um die Preise nach oben zu treiben. In der Tat stieg der Rohopium-Preis von einem Allzeittief von 28 $/kg auf ein Allzeithoch von 746 $/kg am 11. September 2001. In den Wochen nach den Terroranschlägen fiel er wieder auf 95 $/kg, wahrscheinlich weil Lagerbestände in großem Stil verkauft wurden angesichts einer drohenden Invasion.

      Taliban-Kommandeure schützen Produktion und Schmuggel von Opium militärisch und verlangen dafür bis zu 20 % der Einnahmen. Dabei schrecken sie nicht vor Waffengewalt gegenüber staatlicher Polizei zurück und überfallen mitunter Kontrollpunkte, um Drogenkonvois freie Fahrt zu garantieren. Daneben sind Taliban-Kommandeure an der Besteuerung oder dem Betrieb von bis zu 60 Heroin-Laboren beteiligt.

      Für das Jahr 2009 schätzte das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung die Gewinne der Taliban aus dem Opiumhandel auf 150 Millionen Dollar, den der afghanischen Drogenhändler auf 2,2 Milliarden Dollar und jenen der afghanischer Bauern auf 440 Millionen Dollar.

      2012 betrug die Anbaufläche für Schlafmohn in Afghanistan 154.000 Hektar und die Taliban finanzierten sich weiter durch Drogengelder.


      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Taliban


      Btw faszinierendes Land und Leute und was die Zukunft bringt, bleibt ungewiss.
      Trotz etlichen Reisewarnungen man trifft die Touristen vor Ort.
      °Daniel
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von °Daniel »

      Chris1 (Ex„anonimous“) hat geschrieben:
      Di 27. Apr 2021, 22:44
      [...] Taliban finanzierten sich weiter durch Drogengelder.
      Tja, dann war das ja wohl nichts mit dem einen positiven Punkt. :cry:
      Der Versuch, wenigstens etwas Positives zu finden, ist damit gescheitert.

      Um die Bevölkerung tut es mir leid, war das Land doch seit der Unabhängigkeit 1919 auf einem guten und aussichtsreichen Weg, bis das Drama Ende der 1970-er began.

      °Daniel
      Chris1
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von Chris1 »

      °Daniel hat geschrieben:
      Mi 28. Apr 2021, 11:15

      Um die Bevölkerung tut es mir leid, war das Land doch seit der Unabhängigkeit 1919 auf einem guten und aussichtsreichen Weg, bis das Drama Ende der 1970-er began.

      °Daniel
      Yep, die fremde Militärmächte haben das Land nur für eigene Interessen total zerstört und die Taliban erschaffen...
      Swch
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von Swch »

      Hallo zusammen

      1) Was die Soldaten der BW da Verteidigen, ist in meinen Augen mehr wie Fraglich.

      2) Ich denke wir sollten uns nicht anmaßen, anderen Völkern zu sagen was recht oder Unrecht ist.
      Wir sind ja auch in den 70ger Jahren nicht in die Schweiz einmarschiert, nur weil ein paar Frauen nicht wählen dürften.

      3) Bei der Anzahl der Toten und Verwundeten sollte man auch die Selbstverstümmelung, Selbsttötung sowie Versuche mit zählen.
      3Okt2019 StUffz Zitzer

      Ich freue mich auf eine Welt, in der es keine ausländischen Soldaten mehr gibt!
      XY go home!!!!

      LG, Sascha
      LG,
      Sascha
      Chris1
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von Chris1 »

      Sascha Du hast Recht, die fremde Militärmächte zuerst Sowjetunion und nachher USA + NATO haben dort nichts verloren, haben nur zur Taliban Erschaffung beigetragen und das Land mehr zerschritten (zerstört) als geholfen. Wir im Westen nach wie vor denken, dass die Konflikte in dem nahen Osten lassen sich nur militärisch lösen. Kein Land hat Freude an einer fremden Besatzungsmacht! Die einheimische Soldaten, die von den Amis ausgebildet sind, wechseln jetzt zu den Taliban, weil sie eigenen Landsleuten mehr vertrauen und dort eigene Zukunft sehen. Wenn das Land eigene Kultur, Sitten etc. schützen will, sollen wir lieber so belassen. Wir versuchen diesen Länder unsere Demokratie und unsere Denkweise aufzuzwingen. Genauso im Westen, wenn umgekehrt wäre, man hätte wenig Freude daran, wenn überall Moscheen entstehen und die Muezzin Gebete sehr laut predigen würden. Dies würde früher oder später jene Aufstände generieren. Statt Schulen, Spitäler zu bauen und den armen Bauern zu helfen, dass sie mehr Safran statt Opium produzieren, haben wir nur Misstrauen gebaut und enorm viel Steuergelder für die Militärpräsenz verschwendet. Und jetzt sollen wir das Geld für Medikamente und den Aufbau schicken, weil das Land auf eigenen Beinen sehr schwer stehen kann oder sollen wir noch mehr modernsten Waffen liefern, weil dies ein sehr lukratives Geschäft ist, damit sie sich selbst zerstören? Am Schluss irgendjemand muss eine Rechnung bezahlen und wir noch mehr Flüchtlinge haben … LG
      Zuletzt geändert von Chris1 am Do 6. Mai 2021, 15:23, insgesamt 4-mal geändert.
      °Daniel
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von °Daniel »

      Hi Sascha,
      Swch hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 12:57
      Ich freue mich auf eine Welt, in der es keine ausländischen Soldaten mehr gibt!
      XY go home!!!!
      Netter Gedanke, wenn man das aus der ruhigen Position demokratisch regierter Länder betrachet.
      Aber um mal diese alternative Realität ausleben zu können, solltest Du in die Realität ziehen, in der sie deutlich öfter und typischer praktiziert wird:

      Ziehe doch für eine Weile mal nach z.B.
      • nach Nord-China als Uigure
      • nach Myanmar
      • in eines der vielen afrikanischen Länder, in die die Industrie-Länder so gerne Waffen exportieren.
      • Aber auch Hongkong ist mittlerweile ein tolles Erlebnis.
      Natürlich ohne Dein mit westlicher Arbeit gefülltes Bankkonto. Die Umstände sollten ja realistisch sein ....

      Gerne kannst Du auch als Frau verkleidet nach Afhanistan ziehen. Ich denke, die nächsten Jahre wird das aus dieser Perspektive sehr spannend werden ....

      Nein, für militärische Einsätze bin ich auch nicht. Aber leider gibt es genug Halbstarke mit ausgeprägtem Ego, denen nur die eigene Würde unantastbar ist, incl. dem eigenen Geldbeutel.

      Wie unzählige Kriege von Gangs und Warlords, z.B. im afrikanischen Raum zeigen, setzt eine solche Auseinandersetzung eine Flüchtlingsbewegung in Gang, sehr oft in das Ausland. — Und damit ist das von Dir angedeutete Prinzip "macht das doch unter euch aus" nicht mehr real. Der innere Konflikt trägt sich selbst nach außen. Das Ausland ist damit ungewollter Beteiligter.

      Das würde natürlich nicht so schnell passieren, wenn die Waffen angepasst wären: Jeder nur eine Keule, selbst geschnitzt, und dann los.
      Da hätte das gemeine Volk dann plötzlich auch eine Chance und könnte sagen: Jetzt reichts. — Aber z.B. Myanmar zeigt uns gerade, was Realität ist.

      ERGO: Wenn Du es schaffst, den Waffenhandel auszurotten (incl. Rückholung der industriellen Waffentechnik), dann kommst Du Deiner Wunschvorstellung einen großen Schritt näher.

      ... Das Grundproblem hat also gar nichts mit dem westlichen Ethik-Export zu tun.

      Gruß,
      °Daniel
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von TwinsWerner »

      Ich habe die Beiträge mit Interesse gelesen, besonders auch jene aus dem deutschem Blickwinkel.
      Wie hab ich mich damals gewundert als deutsche Soldaten dort auftauchten.

      Seit dem 2. Weltkrieg, bleibt wie immer nach einem Abzug fremder Truppen, ein Trümmerfeld übrig.
      Ein Nährboden für künftige Probleme. Seit den Persern sind immer wieder Großmächte in Afghanistan eingefallen
      und gedemütigt wieder geflohen.
      Und mit Hintergrund vom 11. September 2001 war Afghanistan ein willkürliches Ziel für die amerikanische Rache.
      Nun verzieht sich auch diese Grossmacht, im Schlepptau ein paar "willige".

      Kolumnist William Pfaff in der «International Herald Tribune» vom Oktober 2001:
      «Statt des Terrorismus wird nun Afghanistan attackiert, denn Afghanistan ist militärisch angreifbar, nicht der Terrorismus.»

      Und ich bin gespannt wer als nächstes "einmarschiert", denn:

      schon 2013 lockte der damalige Präsident Hamid Karsai mit grandiosen Geschäften.
      Afghanistan besitzt grosse Vorräte an Seltenen Erden, Gold, Silber, Kupfer, Kobalt, Eisen, Chrom, Uran,
      Bauxit und vieles andere mehr liegt da im Boden rum, wie auch Lithium.
      Im Norden sind grosse Vorräte an Erdöl und Erdgas gefunden worden. Das kann ja heiter werden.

      Ein grosses Geschäft wittert z.Bsp. auch der Milliardär Stephen A. Feinberg, Besitzer der«DynCorp International».
      Diese «Söldner» Firma wartet bloss um die Ausbeutung der Minen paramilitärisch zu begleiten.
      Glaubt mir, Feinberg ist nur einer unter vielen.

      Will man Kriege abschaffen, muss vorher der Mensch vom Planeten vertrieben werden. Sonst wird das nix mit Frieden.

      @landcruiser, etwa so schätze ich die Lage ein, um auf deine Frage zu antworten. Würde meinen es macht keinen Sinn
      mit ehemaligen Armeefahrzeugen die zu Wohnmobilen umgebaut wurden, dort in den Bergen aufzutauchen. Früher ist
      man noch mit dem Opel Rekord nach Kabul zum kiffen gefahren. Das ist nun wohl vorbei. An geeignetem "Stoff" fehlt es
      zwar nicht.

      Beste Grüsse
      Ernst
      mehr von uns auf: http://www.asuhsworld.com
      °Daniel
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von °Daniel »

      TwinsWerner hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 15:52
      Will man Kriege abschaffen, muss vorher der Mensch vom Planeten vertrieben werden. Sonst wird das nix mit Frieden.
      Da kann ich nur zustimmen:

      "Treffen sich zwei Planeten: »Na, wie geht's Dir?«
      »Oh, schlecht, ich habe die Menschheit«
      »Na, halb so schlimm, das geht vorüber.«


      Gute Aussichten also (je nach Standpunkt) :wink:

      Gruß,
      °Daniel

      P.S.: Ja, ich weiß, der Witz ist alt, aber alt und bewährt
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von landcruiser. »

      Tja, wenn man den schon angesprochenen Zeitraum nach WKII betrachtet, fällt es schwer einen positiven Aspekt zu finden, wenn ein Land meint sich militärisch in die Belange eines anderen Landes einzumischen.

      Aus meiner Erinnerung hat das noch nie nachhaltig funktioniert und es wurde anschließend für alle Beteiligten schlimmer als vorher.

      Die "finanziell Interessierten" würde ich in diesem Sinne nicht als Beteiligte sehen. Die haben schon immer auf Kosten anderer ihren Schnitt gemacht. Die waren immer die Gewinner.

      Warum die Deutsche Regierung nun meinte quasi u.a. nach den Russen und Amerikanern dort, zwar nicht so ganz allein, etwas bewirken zu können, wäre eine "interessante" Frage.

      Ich persönlich muss die Frage für mich nicht stellen; ich hab das seinerzeit schon als unglaubliche Dummheit betrachtet und mich (damals noch) gefragt wie eine Regierung so bodenlos dumm, borniert und arrogant sein kann.

      Es fällt leichter über das Leben und das Geld anderer zu entscheiden, wenn man in Berlin sitzt und nicht selbst in den Krieg ziehen muss und wenn die Milliarden, die man verpulvert, nicht einem selbst gehören.

      Ich denke nicht das sich an dieser Situation jemals etwas ändern wird.
      Chris1
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von Chris1 »

      landcruiser. hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 18:36

      Warum die Deutsche Regierung nun meinte quasi u.a. nach den Russen und Amerikanern dort, zwar nicht so ganz allein, etwas bewirken zu können, wäre eine "interessante" Frage.
      weil man vor Überfremdung keine Angst hat und mehr Flüchtlinge in Europa braucht, die Europäer produzieren zu wenig Kinder, sind langsam am Aussterben…
      Ausserdem Kriegsgebiete sind die besten Schauplätze, um moderne Waffen scharf zu testen. Solche Waffen lassen sich weltweit sehr gut verkaufen. Btw die Bush Familie hat mit den Kriegen sehr viel Geld verdient, man spricht nur nicht davon, weil Amerika in unserer Propaganda fehlerfrei sein sollte.
      Frieden mit den Waffen zu erzwingen hat mehr mit Terror als guten Absichten zu tun.
      Wenn man ein Problem mit einem Nachbar hat, geht man doch nicht zu ihm voll bewaffnet, mit Messer, Kalaschnikow und Granaten, um das zu regeln. Hingegen eine Flasche Vodka könnte das Problem viel besser und schneller lösen, aber nur wenn ein Nachbar nicht gerade ein gläubiger Muslim ist.
      Zuletzt geändert von Chris1 am Do 6. Mai 2021, 19:27, insgesamt 1-mal geändert.
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von landcruiser. »

      Chris1 (Ex„anonimous“) hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 19:15
      landcruiser. hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 18:36

      Warum die Deutsche Regierung nun meinte quasi u.a. nach den Russen und Amerikanern dort, zwar nicht so ganz allein, etwas bewirken zu können, wäre eine "interessante" Frage.
      weil man vor Überfremdung keine Angst hat und mehr Flüchtlinge in Europa braucht, die Europäer produzieren zu wenig Kinder, sind langsam am Aussterben…
      Ausserdem Kriegsgebiete sind die besten Schauplätze, um moderne Waffen scharf zu testen. Solche Waffen lassen sich weltweit sehr gut verkaufen. Btw die Bush Familie hat mit den Kriegen sehr viel Geld verdient, man spricht nur nicht davon, weil Amerika in unserer Propaganda fehlerfrei sein sollte.
      Frieden mit den Waffen zu erzwingen hat mehr mit Terror als guten Absichten zu tun.
      Wenn man ein Problem mit einem Nachbar hat, geht man doch nicht zu ihm voll bewaffnet, mit Messer, Kalaschnikow und Granaten, um das zu regeln. Hingegen eine Flasche Vodka könnte das Problem besser lösen, wenn ein Nachbar nicht gerade ein gläubiger Muslim ist.
      Naja ..., Sinn dieser mehr rethorischen Frage war weniger eine solche Antwort als mehr die Frage: "Wenns die Russen und die Amis nicht geschafft haben, warum sollte es dann ausgerechnet die schlecht ausgebildete und mies ausgerüstete deutsche Bundeswehr schaffen?"

      Vor zwanzig Jahren war das mehr eine Truppe von Laiendarstellern als eine hoch gerüstete und augebildete Armee mit Erfahrung, nur mal so zur Erinnerung.
      °Daniel
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von °Daniel »

      Chris1 (Ex„anonimous“) hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 19:15
      landcruiser. hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 18:36

      Warum die Deutsche Regierung nun meinte quasi u.a. nach den Russen und Amerikanern dort, zwar nicht so ganz allein, etwas bewirken zu können, wäre eine "interessante" Frage.
      weil man vor Überfremdung keine Angst hat und mehr Flüchtlinge in Europa braucht, die Europäer produzieren zu wenig Kinder, sind langsam am Aussterben…
      Naja, ich glaube, nach dem Jugoslawien-Krieg war der Ansturm noch gut genug, dass man nicht noch neue Flüchtlinge produzieren musste. Zudem hätten schon damals etliche Länder im nahen Osten sicherlich gerne Flüchtlinge abgegeben.

      Chris1 (Ex„anonimous“) hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 19:15
      Ausserdem Kriegsgebiete sind die besten Schauplätze, um moderne Waffen scharf zu testen. Solche Waffen lassen sich weltweit sehr gut verkaufen.
      Ich tippe mal, dass die Waffen-Lobby eher an dem Verbrauch der Waffen und Munition interessiert war. Testmöglichkeiten haben sie ja zu genüge in anderen Kriesengebieten.

      Chris1 (Ex„anonimous“) hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 19:15
      Btw die Bush Familie hat mit den Kriegen sehr viel Geld verdient,.... man spricht nur nicht davon, weil Amerika in unserer Propaganda fehlerfrei sein sollte.
      Nur die Bushs? — Das ist dann doch ein recht einseitig verzerrtes Bild. Da solltest Du schon deutlich globaler denken. Die Verstrickungen des Bush-Clans können nur als Beispiel herhalten und müssen als Teil eines Gesamt-Netzwerks gesehen werden.
      Ansonsten gilt wie immer: "Der Sieger schreibt die Geschichte über die Geschichte."

      Chris1 (Ex„anonimous“) hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 19:15
      Frieden mit den Waffen zu erzwingen hat mehr mit Terror als guten Absichten zu tun.
      Deine Behauptung über den Bush-Clan erübrigt die Idee, ein unter deren Einfluss initiierter Einsatz hätte ernsthaft was mit Frieden zu tun, wenn das nicht die eigenen Interessen fördert.

      Nicht "Frieden stiften" war die amerikanische Mission nach 9/11 in Afghanistan, sondern der von Präsident Bush erklärte War on Terror. Damit wurde der Anschlag als Erstangriff deklariert und der NATO-Verteidigungsfall ist damit eingetreten.
      Aber nach der amerikanischen Invasion im Rahmen des "War on Terror" war ab 12/2001 der offizielle Zweck der Militärpräsenz ein anderer:

      "[...] Weiterhin wurde ab Dezember 2001 mit der International Security Assistance Force eine von den UN mandatierte und der NATO geführten Sicherheits- und Wiederaufbaumission eingerichtet, an der sich u.a. auch Deutschland beteiligte. Diese blieb bis 2014 im Land und sollte Sicherheit und Stabilität gewährleisten, die Ausbildung afghanischer Polizei- und Sicherheitskräfte sowie den Wiederaufbau wichtiger Infrastruktur und die Verteilung humanitärer Güter unterstützen und bewaffnete Gruppen entwaffnen. Auf diese folgte – erneut mit deutscher Unterstützung – ab 2015 die Mission Resolut Support, die die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Polizei- und Sicherheitskräfte zum Ziel hat."
      [Quelle: Der Konflikt in Afghanistan und die UN (DGNV)]

      Ich würde die Mission mit deutscher Beteiligung in Afghanistan also eher mal als "Scherbenhaufen zusammenkehren und zusammenflicken" deklarierern. Das zum Erfolg zu führen ist allerdings schwierig, wenn es anderen nicht gefällt. Mögliche Kandidaten mit Interessen könnten hier zur finden sein.

      Im übrigen können die "guten Absichten" auch mit Naivität und/oder Idealismus gepaart sein. Mit der heutigen Perspektive bekommt die für den Afghanistan-Einsatz entscheidende Bundestagsdebatte 14/210 (PDF) einen ganz neuen Blickwinkel auf die damalige deutsche Realität.

      Chris1 (Ex„anonimous“) hat geschrieben:
      Do 6. Mai 2021, 19:15
      Wenn man ein Problem mit einem Nachbar hat, geht man doch nicht zu ihm voll bewaffnet, mit Messer, Kalaschnikow und Granaten, um das zu regeln. Hingegen eine Flasche Vodka könnte das Problem viel besser und schneller lösen, aber nur wenn ein Nachbar nicht gerade ein gläubiger Muslim ist.
      Naja, manche Dinge lassen sich nicht mit einem Schluck Vodka erledigen, so dass die Wahrung der eigenen Interessen doch überzeugendere Argumente benötigt.

      Aber es sind typischerweise nicht die Nachbarländer, die nach der Flüchtlingswelle kriegerisch eingreifen. Diese werden eher humanitär aktiv und geraten dadurch oft selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten (mir genügt's schon, wenn ich an die Langzeit-Flüchtlinge in Jordanien denke). Das wiederum wirkt sich nicht gut auf die Qualität der Versorgung und den Umgang mit den Flüchtlingen aus. — Ganz nach dem Motto: Wem es nicht gefällt, der wird auch wieder gehen.


      Gruß,
      °Daniel
      Chris1
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      Re: Afghanistan | Ansichten über den Truppenabzug

      Beitrag von Chris1 »

      °Daniel hat geschrieben:
      Sa 8. Mai 2021, 00:13
      Naja, manche Dinge lassen sich nicht mit einem Schluck Vodka erledigen, so dass die Wahrung der eigenen Interessen doch überzeugendere Argumente benötigt.
      @daniel Du hast die Ironie über Flüchtlinge und Flasche Vodka nicht bemerkt. :lach:

      Anyway die Amerikaner haben den Krieg in Afghanistan demütigend verloren, haben die Forderungen der Taliban akzeptiert und müssen sich zurückziehen.
      Da sie ein Abkommen mit den Taliban ohne die afghanische Regierung miteinzubeziehen in 2020 untergeschrieben haben, war ein grosser Fehler.
      Die Taliban werden immer häufiger, die von der Regierung kontrollierte Gebiete angreifen und sind auf dem guten Weg das Land wieder zu erobern. Bereits kontrollieren sie mehr als 55% der Landesfläche und ihr Einfluss ständig wächst.
      Immer mehr Flüchtlinge werden Afghanistan Richtung Europa verlassen. Btw in Berlin habe ich die besten Lamm Kebab–Spiesse in den afghanischen Imbissstuben bekommen. Schönen Samstagabend.
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