Auswärtiges Amt hat geschrieben:Äthiopien
Stand 22.09.2023
Letzte Änderungen:
- Aktuelles
- Sicherheit
- Reiseinfos
- Gesundheit (Malaria)
Aktuelles
Deutsche Staatsangehörige sind aufgefordert, die Region Amhara zu verlassen.
Vor Reisen in die folgenden Regionen und Gebiete wird gewarnt:
- die Regionen Afar, Amhara, Benishangul-Gumuz, Gambela, Oromia, Somali und Tigray;
- das Grenzgebiet zu Südsudan (ca. 10 km) der South-West Ethiopian Peoples’ Region;
- das Grenzgebiet zu Südsudan und Kenia (ca. 10 km) der Southern Ethiopia Region, siehe Sicherheit – Innenpolitische Lage.
Von nicht notwendigen Reisen in alle übrigen Gebiete Äthiopiens mit Ausnahme der Hauptstadt Addis Abeba wird abgeraten.
Dies gilt auch für die Stadt Dire Dawa, die Regionen Central Ethiopia, Harari und Sidama sowie die Gebiete der South-West Ethiopian Peoples’ Region und der Southern Ethiopia Region, die nicht von der Teilreisewarnung betroffen sind.
Die Deutsche Botschaft Addis Abeba hat außerhalb der Hauptstadt Addis Abeba nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der konsularischen Hilfeleistung.
Kampfhandlungen in der Region Amhara
Die äthiopische Bundesregierung hat am 4. August 2023 den Ausnahmezustand für die Region Amhara ausgerufen. Nach Kampfhandlungen u. a. am Flughafen der Stadt Lalibela in der Region Amhara seit dem 1. August 2023 ist die Lage in weiten Teilen der Region weiterhin volatil. Es gab Berichte über Kampfhandlungen an mehreren Orten, u. a. in Gondar, Bahir Dar sowie in Städten und Dörfern entlang der großen Verbindungsstraßen. Der vorübergehend eingestellte Flugverkehr an den Flughäfen der Region – Bahir Dar (BJR), Gondar (GDQ), Kombolcha (DSE) und Lalibela (LLI) – wurde wiederaufgenommen. Es kann jedoch jederzeit wieder zu Flughafenschließungen kommen. Nach Medienberichten ereignete sich im August 2023 ein Drohnenangriff in der Stadt Finote Selam, West Gojjam Zone, bei dem Zivilisten ums Leben gekommen sind.
Deutsche Staatsangehörige sind aufgefordert, die Region Amhara zu verlassen.
- Beachten Sie die geltende Teilreisewarnung.
- Wägen Sie das Risiko einer Bewegung von Ihrem aktuellen Standort zum Flughafen sorgfältig ab.
- Nutzen Sie bestehende Ausreisemöglichkeiten aus der Region Amhara. Achten Sie dabei in jedem Fall auf Ihre eigene Sicherheit und die anderer Mitreisender.
- Informieren Sie sich auf der Website von Ethiopian Airlines darüber, welche Flughäfen in der Region derzeit angeflogen werden.
- Falls Sie das Risiko einer Ausreise aus der Region Amhara derzeit als zu hoch bewerten, begeben Sie sich an einen geschützten Ort und bleiben Sie dort, bis Sie ihn sicher verlassen können.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind. Ergänzen Sie diese bei Bedarf.
- Informieren Sie sich bei Ihrem Reiseveranstalter oder Ihrer Fluggesellschaft zu den aktuell bestehenden Reiseoptionen.
- Laden Sie Mobiltelefone sowie andere Kommunikationsmittel und verfügbare externe Batterien immer voll auf, wenn Sie Zugang zu Strom haben.
Sicherheitslage
Die Sicherheitslage in der Region Amhara ist kritisch (siehe Aktuelles – Kampfhandlungen in der Region Amhara). Es gibt seit Anfang August 2023 Kampfhandlungen zwischen den Sicherheitskräften der Bundesregierung und lokalen Milizen in der Region Amhara und Oromia, gelegentlich unter Einsatz schwerer Waffen. Es kann jederzeit zur Verhängung von Ausgangs- und Straßensperren und Einschränkung der Internetnutzung kommen. Auch Strom- und Internetabschaltungen kamen vor.
In zahlreichen Gebieten im Land kommt es regelmäßig zu gewaltsamen Protesten und bewaffneten Auseinandersetzungen.
- Beachten Sie die geltende Teilreisewarnung.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind. Ergänzen Sie diese bei Bedarf.
- Vermeiden Sie Aufenthalte in von Kampfhandlungen betroffenen Gebieten. Falls Sie sich gerade in einem solchen Bereich aufhalten, seien Sie vorsichtig, begeben Sie sich an einen geschützten Ort und bleiben Sie dort, bis Sie ihn sicher verlassen können.
- Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte.
- Vermeiden Sie Überlandfahrten, besonders nach Einbruch der Dunkelheit; nutzen Sie für unbedingt notwendigeReisen soweit wie möglich Inlandsflüge.
- Rechnen Sie vermehrt mit Kontrollen („Checkpoints“) durch Armee, Milizen Sicherheitskräfte und Lokalbevölkerung im Land und in Städten, auch in der Hauptstadt Addis Abeba.
- Halten Sie stets ein gültiges Ausweispapier bereit.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig. Dies gilt auch für religiöse Massenveranstaltungen, bei denen es in jüngerer Vergangenheit auch zu Gewalttätigkeiten kam.
E-Visa/ Aussetzung "Visa on Arrival"
Personen, die nach Äthiopien einreisen wollen, müssen über ein gültiges Visum oder einen Aufenthaltstitel für Äthiopien verfügen. Das gilt auch für Inhaber von Dienst- oder Diplomatenpässen.
Die Erteilung von E-Visa ist möglich; das Verfahren ist jedoch fehleranfällig. Inhaber von E-Visa sollten unbedingt den Ausdruck des Visums sowie den Zahlungsnachweis der Gebühr mit sich führen, da sonst am Flughafen die Gebühr u. U. noch einmal gezahlt werden muss.
Die Möglichkeit für „Visa on arrival“ ist derzeit ausgesetzt.
- Rechnen Sie bei Ankunft mit intensiven Befragungen durch die Einreisebehörden sowie Gepäckuntersuchungen und mit abweichender Handhabung der Einfuhrbestimmungen, auch für Devisen (siehe Einfuhrbestimmungen) durch die Zollbehörden.
Sicherheit - Teilreisewarnung
Deutsche Staatsangehörige sind aufgefordert, die Region Amhara zu verlassen.
Vor Reisen in die folgenden Regionen und Gebiete wird gewarnt:
- die Regionen Afar, Amhara, Benishangul-Gumuz, Gambela, Oromia, Somali und Tigray;
- das Grenzgebiet zu Südsudan (ca. 10 km) der South-West Ethiopian Peoples’ Region;
- das Grenzgebiet zu Südsudan und Kenia (ca. 10 km) der Southern Ethiopia Region, siehe Sicherheit – Innenpolitische Lage.
Von nicht notwendigen Reisen in alle übrigen Gebiete Äthiopiens mit Ausnahme der Hauptstadt Addis Abeba wird abgeraten.
Dies gilt auch für die Stadt Dire Dawa, die Regionen, Central Ethiopia, Harari und Sidama sowie die Gebiete der South-West Ethiopian Peoples’ Region und der Southern Ethiopia Region, die nicht von der Teilreisewarnung betroffen sind.
Die Deutsche Botschaft Addis Abeba hat außerhalb der Hauptstadt Addis Abeba nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der konsularischen Hilfeleistung.
Terrorismus
Die äthiopische Regierung warnt vor Aktivitäten der somalischen Terrororganisation Al-Shabaab auch in Äthiopien. In den vergangenen Jahren konnten Anschlagsversuche von Al-Shabaab in Addis Abeba vereitelt werden.
- Seien Sie insbesondere an belebten Orten, in der Nähe westlicher Einrichtungen und touristischer Reiseziele, als auch größerer Hotels und bei unvorhergesehenen, plötzlich auftretenden Anlässen und bei Großveranstaltungen besonders aufmerksam.
- Achten Sie auf verdächtige Personen und herrenlose Gepäckstücke wie Taschen, Pakete oder Textilbündel und melden diese ggf. der Polizei.
- Verhalten Sie sich möglichst unauffällig und meiden Sie Menschenansammlungen.
- Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.
Innenpolitische Lage
Die Sicherheitslage außerhalb der Hauptstadt bleibt volatil. Es kommt überall im Land regelmäßig zu Demonstrationen und Unruhen, oft mit Todesopfern, sowie zu Aktionen der äthiopischen Streitkräfte gegen bewaffnete Gruppen und zu Geiselnahmen bzw. Entführungen. In den Grenzgebieten zu den Nachbarländern ereignen sich immer wieder gewaltsame Zwischenfälle.
Trotz der Beilegung des Tigray-Konflikts Ende 2022 bleibt die Lage in der Region Tigray und in deren Grenzgebiet zu den Regionen Amhara und Afar angespannt. In der Region Amhara kam es Anfang August erneut zu Kampfhandlungen zwischen amharischen Fano-Milizen und äthiopischer Armee (ENDF) in allen größeren Städten, Flughäfen waren vorübergehend geschlossen sowie das Internet abgeschaltet. Es muss jederzeit mit einem erneuten Gewaltausbruch gerechnet werden. Die Regierung hat den Ausnahmezustand in Amhara verhängt. (siehe Aktuelles).
- Vermeiden Sie Überlandfahrten, besonders nach Einbruch der Dunkelheit.
- Rechnen Sie vermehrt mit Kontrollen („Checkpoints“) durch Streitkräfte, Milizen, Sicherheitskräfte und Lokalbevölkerung und einer erhöhten Aktivität der Sicherheitskräfte im Land und in Städten, auch in der Hauptstadt Addis Abeba.
- Informieren Sie sich regelmäßig zur Sicherheitslage über die lokalen Medien.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
- Folgen Sie den Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte.
Regionen Afar, Amhara und Tigray
Deutsche Staatsangehörige sind aufgefordert, die Region Amhara zu verlassen. Vor Reisen in die Regionen Afar, Amhara und Tigray wird gewarnt.
In dem 2020 begonnenen bewaffneten Konflikt zwischen der äthiopischen Regierung und der TPLF haben sich Ende 2022 beide Seiten auf eine dauerhafte Waffenruhe zur Beilegung des Tigray-Konflikts geeinigt, die Lage bleibt gleichwohl äußerst volatil; es besteht das Risiko eines erneuten Ausbrechens von Kampfhandlungen. In Amhara muss jederzeit mit gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen lokalen Milizen und Sicherheitskräften gerechnet werden, einschließlich einer Ausweitung des Konflikt auf benachbarte Regionen (siehe Aktuelles).
Im Grenzgebiet zwischen den Regionen Amhara und Tigray mit Sudan kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen äthiopischen Sicherheitskräften und Milizen mit sudanesischen Sicherheitskräften.
Anhaltendeethnische Konflikte führen immer wieder zu Auseinandersetzungen.
Auf der Straße von
Eli Dar in Richtung Assab muss mit Landminen gerechnet werden. Im Südosten der Grenzregion zu Eritrea ist das Gebiet an der Straße Bure-Assab betroffen. Bei unbedingt erforderlichen Fahrten sollten die örtlichen Behörden informiert und um entsprechende Schutzmaßnahmen gebeten werden.
Somali Region
Vor Reisen in die Somali Region wird gewarnt.
Der bewaffnete Konflikt zwischen äthiopischen Streitkräften und bewaffneten Gruppen, der Zustrom somalischer Flüchtlinge sowie Infiltrationsversuche und Angriffe islamischer Fundamentalisten wie Al-Shabaab stellen erhebliche Risikofaktoren dar. Insbesondere besteht die Gefahr von Entführungen, vor allem im Grenzgebiet zu Somalia und Kenia. In der gesamten Somali-Region besteht abseits der Hauptverkehrsstraßen eine erhebliche Minengefahr. Größere Truppenbewegungen erfolgen auch grenzüberschreitend.
Region Benishangul-Gumuz
Vor Reisen in die Region Benishangul-Gumuz wird gewarnt.
In der Region finden seit Jahren bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen lokalen Milizen und den äthiopischen Streitkräften statt.
Oromia-Region
Vor Reisen in die Region Oromia wird gewarnt.
In der Region Oromia kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Oromo Liberation Army (OLA) und den äthiopischen Streitkräften. Immer wieder gibt es Straßensperrungen, Überfälle auf Fahrzeuge, auch auf Hauptverkehrsstraßen sowie Entführungen. -
Es besteht das Risiko einer Ausweitung des Konflikts in der Region Amhara auf die Region Oromia; es ist in den vergangenen Wochen bereits zu Kämpfen unter Beteiligung von Fano-Milizen in an Amhara angrenzenden Teilen von Oromia gekommen.In der erweiterten Grenzregion zu Kenia (Borena-Zone) besteht Minengefahr abseits der Hauptverkehrsstraßen.
Region Gambela
Vor Reisen in die Region Gambella wird gewarnt.
In dieser Region bleibt die Lage trotz Präsenz von Streit- und Sicherheitskräften angespannt.Es kommt es immer wieder zu sicherheitsrelevanten Zwischenfällen.
Central Ethiopia Region, South West Ethiopian Peoples’ Region, Sidama und Southern Ethiopia Region
Vor Reisen in das Grenzgebiet (ca. 10 km) zu Südsudan und Kenia wird gewarnt. Von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Gebiete der Central Ethiopia Region, South West Ethiopian Peoples’ Region, Southern Ethiopia Region und der Region Sidama wird abgeraten.
Bei Protesten und bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Volksgruppen wurden 2022 zahlreiche Menschen verletzt, getötet und vertrieben.
Stadt Dire Dawa, Harari-Region
Von nicht notwendigen Reisen in die Stadt Dire Dawa und die Harari-Region wird abgeraten.
Kriminalität
Äthiopien ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. In Addis Abeba, aber auch in anderen Städten und auf dem Land, kommt es im Zusammenhang mit der schlechten wirtschaftlichen Lage Äthiopiens immer häufiger zu Taschendiebstählen und Raubüberfällen auf Ausländer; es wurden seit Ende 2022 mehrere Fälle bekannt, in denen die Opfer bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und dann ausgeraubt wurden. Zuletzt mehren sich Meldungen über Raubüberfälle in öffentliche Parks oder auf Spaziergängen bzw. Wanderungen im Raum Addis Abeba sowie in Seitenstraßen insbesondere in der Umgebung der Airport Road im Stadtteil Bole.
Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse können ebenfalls zu gewaltsamen Übergriffen auf Ausländer führen.
Taschendiebstähle und das Entwenden von Gepäck vor dem Addis Abeba Bole International Airport und Diebstähle von Wertgegenständen durch Sicherheitspersonal bei der Durchleuchtung des Gepäcks kommen vor.
- Wenn Sie abgeholt werden, stellen Sie – ggf. durch Anruf bei Ihrem Hotel oder Ihrer Kontaktperson – sicher, dass Sie wissen, wer Sie abholt und wie die Kennzeichennummer des Autos lautet.
- Nutzen Sie nach Ankunft am Flughafen möglichst nur von Ihrem Hotel oder Reiseunternehmen organisierte Transportmittel oder die gelben Taxiunternehmen.
- Wenn Sie im Auto unterwegs sind, achten Sie darauf, dass die Fenster allenfalls einen kleinen Spalt geöffnet und die Türen verriegelt sind – insbesondere vor Ampeln und bei Verkehrsstaus kann es aggressiver Bettelei und zu Diebstählen kommen.
- Seien Sie in touristischen Gegenden und Ausgehvierteln in Addis Abeba besonders wachsam.
- Unterlassen Sie Spaziergänge, besonders vor Sonnenaufgang und nach Einbruch der Dunkelheit und wenn Sie allein unterwegs sind.
- Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf; speichern Sie ggf. elektronische Kopien/Fotos. Dies erleichtert im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
- Vermeiden Sie Konfrontationen, die zu Gewaltanwendung gegen Sie führen könnten.
- Führen Sie stets mehrere Kopien des Reisepasses mit, wenn Sie Wohnraum oder Mietwagen vor Ort anmieten möchten (siehe auch Reiseinfos Führerschein).
- Bevorzugen Sie bargeldlose Zahlungen und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
- Überlegen Sie, während des Aufenthalts in Äthiopien statt eines hochwertigen Smartphones ein günstiges, ggf. gebrauchtes Gerät mitzuführen.
- Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
- Legen Sie bei der Durchleuchtung Ihres Gepäcks am Flughafen Wertgegenstände wie Armbanduhren oder Mobiltelefone nicht einfach in den Behälter, sondern in ein verschließbares Gepäckstück.
- Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Telefonanrufen, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfeersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.
Reiseinfos
Infrastruktur/Verkehr
Die Landgrenzen sind aufgrund der militärischen Auseinandersetzung weiterhin teilweise geschlossen. Es gibt außer einer modernen Eisenbahnverbindung von Addis Abeba nach Dschibuti nur eingeschränkten Zug- und Busverkehr. Die Infrastruktur des Landes ist schwach, gut ausgebaute Straßen für Überlandreisen sind nur begrenzt vorhanden.
Insbesondere in den Grenzregionen und abseits regelmäßig befahrener Straßen ist von einem erhöhten Risiko durch Überfälle und Landminen auszugehen. Zudem sind außerhalb der Hauptstadt die Möglichkeiten, bei Verkehrsunfällen Hilfe zu erhalten, äußerst beschränkt.
Der Grenzübertritt mit einem Privatfahrzeug nach Äthiopien ist in der Zeit von Freitag, 18 Uhr bis Montag, 6 Uhr und unter der Woche in den Nachtstunden zwischen 18 und 6 Uhr grundsätzlich nicht möglich.
- Beachten Sie die geltende Teilreisewarnung.
- Holen Sie vor notwendigen Reisen ins Landesinnere genaue Erkundigungen über die Sicherheitslage im Einzelfall ein.
- Verzichten Sie möglichst auf Überlandfahrten. Neben sonstigen Gefährdungen ist bei schlechten Lichtverhältnissen (Dämmerung/Nacht) die Unfallgefahr erhöht.
- Schalten Sie möglichst immer ortskundige Führer ein und stimmen Sie ggf. auch die Reise mit den örtlichen Behörden ab.
- Bereiten Sie Überlandreisen entsprechend mit Proviant, Wasser und sinnvoller Ausrüstung (Powerbank, Ersatzreifen, Starthilfekabel etc.) vor.
Führerschein
Das Führen von Kraftfahrzeugen mit ausländischen oder internationalen Führerscheinen ist nur innerhalb der ersten 45 Tage nach Einreise gestattet. Ausländische Führerscheine, die in Äthiopien verwendet werden sollen, bedürfen u. U. der Legalisierung durch eine äthiopische Auslandsvertretung.
Für das Führen eines Kraftfahrzeugs über diesen Zeitraum hinaus wird ein äthiopischer Führerschein benötigt, den ausländische Staatsangehörige nur in Addis Abeba erhalten können. Deutsche Führerscheine müssen hierfür vor der Einreise nach Äthiopien ins Englische übersetzt und von der zuständigen äthiopischen Auslandsvertretung legalisiert werden. Informationen hierzu bietet die Website der Deutschen Botschaft Addis Abeba.
LGBTIQ
Homosexuelle Handlungen sind in Äthiopien strafbar und können Haftstrafen bis zu 15 Jahren zur Folge haben.
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Äthiopiens lehnt LGBTIQ ab. Seit August 2023 kommt es zu vermehrten Festnahmen, Denunziationen und Hasskampagnen in sozialen Netzwerken, gelegentlich auch zu Mordaufrufen. Es wird daher dringend empfohlen, sich nicht in der Öffentlichkeit als LGBTIQ erkennen zu geben und auch im Privaten größte Vorsicht walten zu lassen. Nach europäischen Maßstäben völlig unverfängliche Verhaltensweisen wie das Tragen von Ohrringen durch Männer können bereits zu einer Gefährdung führen.
- Beachten Sie die allgemeinen Hinweise für LGBTIQ.
Rechtliche Besonderheiten
Bei Interaktionen mit staatlichen Behörden sollte bedacht werden, dass Korruption in Äthiopien existiert (Rang 94 von 180 auf dem (Rang 94 von 180 auf dem Korruptionsperzeptionsindex von Transparency International).
- Zahlen Sie keinesfalls Schmiergelder, da Sie sich hiermit selbst strafbar und somit angreifbar machen.
Bei Beteiligung an Verkehrsunfällen können Autofahrer – unabhängig von der Schuldfrage – in Haft genommen werden, bis die Freilassung richterlich angeordnet wird; dies geschieht in der Regel frühestens am folgenden Arbeitstag.
Drogendelikte werden mit harten Strafen geahndet, diesbezügliche gerichtliche Verfahren können sich Jahrelang hinziehen.
Die gesetzliche Strafandrohung für jeglichen Drogenbesitz beträgt je nach Schwere der Tat zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Drogenschmuggel wird mit Gefängnisstrafe bis zu 17 Jahren geahndet. Dies gilt auch für das Schmuggeln sogenannter „weicher“ Drogen wie zum Beispiel Marihuana.
Es ist strikt verboten, militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen (z.B. Flughafen, Eisenbahn, Brücken, Regierungsgebäude usw.) und Militär/Polizei zu fotografieren. Einfuhr und Nutzung von Drohnen, Ferngläsern und Teleobjektiven bedarf der vorherigen Genehmigung der Sicherheitsbehörden.
Es ist verboten, bettelnden Personen etwas zu geben; dies kann Geldstrafen nach sich ziehen.
Der Aufenthalt in Äthiopien ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung sowie die Erwerbstätigkeit ohne Arbeitserlaubnis sind Vergehen, die in der Regel mit Inhaftierung bis zur Ausreise und Geldstrafen geahndet werden.
Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind strafbar und können in Äthiopien mit Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu 25 Jahren geahndet werden. Bei Fällen mit Todesfolge oder schweren Verletzungen droht eine lebenslange Haftstrafe.
Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Äthiopische Birr (ETB). Reisende sollten ausreichend EUR oder USD für die gesamte Reisedauer mit sich führen. EUR werden außerhalb der Hauptstadt nur in wenigen Orten gewechselt oder akzeptiert. Innerhalb der Hauptstadt ist der Umtausch von Euro-Noten problemlos möglich. Beim Kauf von USD-Noten sollte darauf geachtet werden, möglichst neue Noten zu erwerben, da Scheine älterer Serien in Äthiopien nicht akzeptiert werden.
Versuche, Geld auf dem Schwarzmarkt zu tauschen, sind strafbar und können mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet werden. Fremdwährung darf nur in Banken und lizensierten Wechselstuben getauscht werden.
Geldabheben per Kreditkarten ist an Geldautomaten in der Hauptstadt sowie den mittleren und größeren Städten Äthiopiens möglich. Außerhalb der Hauptstadt werden oft nur in größeren Hotels akzeptiert, wobei damit gerechnet werden muss, dass Zahlvorgänge an den häufig vorkommenden Störungen der Telekommunikationsinfrastruktur scheitern.
- Bitte beachten Sie jedoch die Hinweise zur Einfuhr von Bargeld im Abschnitt Einreise und Zoll - Einfuhrbestimmungen.
Gesundheit
Malaria
Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe auch Malaria.
- Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.
Ein geringes Malariarisiko besteht in Addis Abeba und in Höhenlagen über 2.500 m. In den anderen Landesteilen unter 2.500 m besteht ein ganzjähriges, hohes Übertragungsrisiko, inkl. der Stadt Lalibela. Der Anteil an Malaria tropica (P. alciparum) und Mischinfektionen beträgt 66 %, Malaria tertiana- Fälle(P. vivax) machen 18% aus. Eine Karte der Risikogebiete stellt die DTG zur Verfügung.
Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
- Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
- Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz.
Neben der notwendigen Expositionsprophylaxe ist zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.
- Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
- Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.