Auswärtiges Amt hat geschrieben:Madagaskar
Stand 18.06.2026
Letzte Änderungen:
- Sicherheit (Innenpolitische Lage)
- Einreise und Zoll (Visum)
- Gesundheit (Impfschutz; Erkrankungen im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene; Durch Tierkontakt übertragene Erkrankungen; kpl. Überarbeitung Gesundheitsteil)
Sicherheit
Innenpolitische Lage
Im September 2025 kam es in Antananarivo und zahlreichen Städten Madagaskars zu Protesten. Vor allem Studierende und Jugendliche der „Generation Z“ demonstrierten zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. In den ersten Tagen wurden die Proteste durch massive Plünderungen und hartes Eingreifen der Sicherheitskräfte begleitet; es gab zahlreiche Tote und Verletzte. Teilweise wurden nächtliche Ausgangssperren erlassen.
Nach der Solidarisierung von Armee und Sicherheitskräften mit den Demonstrierenden und der Vereidigung eines neuen Staatsoberhauptes im Oktober 2025 hat sich die Sicherheitslage weitgehend beruhigt.
Allerdings kann es auch weiterhin zu kurzfristigen Protestaktionen und Demonstrationen kommen, bei denen gewalttätige Auseinandersetzungen nicht auszuschließen sind.
- Verfolgen Sie aktuelle Entwicklungen mit besonderer Aufmerksamkeit und bleiben Sie besonders umsichtig.
- Informieren Sie sich in den lokalen Medien und auf der Webseite der Deutschen Botschaft Antananarivo über die aktuelle Lage.
- Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts; weisen Sie auch andere Deutsche auf diese Möglichkeit hin. Die Registrierung ist auch per ELEFAND-App möglich.
Einreise und Zoll
Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein Visum.
Vergehen gegen die madagassischen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen werden unnachgiebig geahndet. Es drohen hohe Geld- bis hin zu Haftstrafen.
Visum vor der Einreise
Für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen ist bereits im Vorfeld der Einreise ein gebührenpflichtiges Visum bei der
Botschaft der Republik Madagaskar zu beantragen. Sofern das Visum in Madagaskar verlängerbar sein soll, ist es ratsam bereits bei Antragstellung ein entsprechendes Visum der Kategorie „Transformable“ zu beantragen.
Visum bei Einreise („on arrival“)
Für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen genügt ein Visum, das bei Ankunft am internationalen Flughafen von Antananarivo-Ivato, aber auch an allen anderen Flughäfen mit internationalen Verbindungen (Nosy Be, Antsiranana, Toamasina, Tuléar, etc.) ausgestellt wird.
Die
Gebühr für das Visum „on arrival“ für Aufenthalte bis zu 15 Tagen beträgt derzeit 30 EUR, bis zu 30 Tagen 35 EUR, bis zu 60 Tagen 40 EUR und bis zu 90 Tagen 50 EUR.
Gesundheit
Impfschutz
- Pflichtimpfungen:
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist für alle Personen älter als neun Monate eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.
Auch bei Transitreisen über die Flughäfen Addis Abeba oder Nairobi kann unabhängig von der Dauer des dortigen Aufenthalts der Gelbfieberimpfnachweis gefordert werden.
- Reiseimpfungen:
Es sind Impfungen gegen Hepatitis A und Poliomyelitis empfohlen. Nach individueller Indikation sind zusätzlich Impfungen gegen Denguefieber, Hepatitis B, Typhus und Tollwut angeraten.
- Standardimpfungen:
Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO auf aktuellem Stand befinden. Insbesondere sollte ein adäquater Impfschutz gegen Masern sichergestellt sein.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung in Madagaskar ist nicht mit der Versorgung in Deutschland vergleichbar. Außerhalb von Antananarivo fehlt vielerorts medizinisches Fachpersonal. Selbst in der Hauptstadt ist die medizinische Versorgung nicht zufriedenstellend. Planbare Operationen, Eingriffe und Diagnostik sollten in Europa durchgeführt werden. Notfall- und Basisversorgung ist mit Einschränkungen in den großen staatlichen Krankenhäusern sowie einigen Privatkliniken gewährleistet. Die Apotheken haben nur ein stark begrenztes Sortiment wichtiger Standardmedikamente. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor.
- Lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten und Ihren Impfschutz anpassen. Entsprechende reisemedizinische Praxen und Impfstellen sind u.a. über die DTG zu finden.
- Nehmen Sie eine Reiseapotheke sowie regelmäßig einzunehmende Medikamente mit. Lassen Sie sich für die Einreise ggf. die Notwendigkeit ärztlich auf Englisch bescheinigen.
- Schließen Sie eine medizinische Evakuierungsversicherung ab.
Durch Mücken, Zecken und sonstige Gliederfüßer übertragene Erkrankungen
Malaria ist eine schwerwiegende Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Es besteht ein ganzjährig hohes Infektionsrisiko im ganzen Land inklusive der Städte. In der Hauptstadt Antananarivo besteht ein mittleres Risiko. Der Anteil an der fast ausschließlich vorkommenden Malaria tropica, verursacht durch Plasmodium falciparum, beträgt über 99 %. Eine Karte der Malaria-Risikogebiete stellt die DTG zur Verfügung.
Darüber hinaus gibt es folgende mückenübertragene Erkrankungen, die ganzjährig landesweit auftreten können:
Chikungunya-Fieber,
Denguefieber,
Rift-Valley-Fieber.
- Schützen Sie sich tags und nachts konsequent vor Mückenstichen. Benutzen Sie regelmäßig Mückenschutzmittel und tragen entsprechende Kleidung. Verwenden Sie nachts Bettnetze, siehe Schutz vor Insekten.
- Es gibt Impfungen gegen Chikungunyafieber und Denguefieber. Lassen Sie sich bzgl. Ihres persönlichen Risikos beraten.
- Zur Verhinderung einer Malaria ist in Gebieten mit hohem Malariarisiko zusätzlich zum Mückenschutz eine Tabletteneinnahme sinnvoll. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
- Bei Reisen in Gebiete mit mittlerem Malariarisiko, die mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung mit Möglichkeit zur Malariadiagnostik und -therapie entfernt sind, ist die Mitnahme von entsprechenden Medikamenten zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen. Lassen Sie sich bzgl. der Auswahl entsprechender Medikamente ärztlich beraten.
Im zentralen Hochland von Madagaskar ist die
Pest, eine durch den Rattenfloh übertragene bakterielle Erkrankung, endemisch (größtenteils
Beulenpest), vor allem in den Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga und Toamasina.
Erkrankungen im Zusammenhang mit mangelnder Hygiene
Insbesondere durch mangelnde Trinkwasser-, Lebensmittel und Handhygiene können Erkrankungen auftreten, die oft mit Durchfällen einhergehen. Häufig treten unbestimmte Reisedurchfälle.
Cholera betrifft Reisende so gut wie nie. Bestimmte Viruserkrankungen der Leber (
Virushepatitis A und E),
Shigellose,
Typhus und
Wurmerkrankungen können auch bei Reisenden auftreten. In Madagaskar wurde
Poliomyelitis (cVDPV-1) nachgewiesen.
- Beachten Sie unsere grundlegenden Hygienehinweise.
- Lassen Sie sich hinsichtlich einer Hepatitis A- und Typhus-Impfung beraten.
- Stellen Sie einen vollständigen Impfschutz gegen Poliomyelitis sicher. Bei Aufenthalten über 4 Wochen muss laut WHO-Vorgaben eine Impfung 4 Wochen bis 12 Monate vor Ausreise aus dem betroffenen Land erfolgen. Bei einem Aufenthalt unter 4 Wochen ist eine Auffrischimpfung empfohlen, wenn die letzte Impfung vor mehr als 10 Jahren verabreicht wurde, siehe Poliomyelitis-Impfung. Die Nachweispflicht entsprechend der WHO-Vorgaben wird aktuell nicht umgesetzt.
- Lassen sich hinsichtlich einer Cholera-Impfung beraten, falls Sie längerfristig in Choleraepidemiegebieten z.B. als medizinisches Personal oder in der Katastrophenhilfe tätig sind.
Mensch-zu-Mensch übertragene Erkrankungen
In Madagaskar besteht ein Risiko für
Mpox und
Tuberkulose. Diese Erkrankungen werden i.d.R. durch den engen Kontakt mit infizierten Menschen übertragen.
- Halten Sie sich grundsätzlich von krank wirkenden Personen fern. Besuchen Sie keine Beerdigungen oder Krankenhäuser. Meiden Sie engen Hautkontakt.
- Beachten Sie lokale Warnungen.
- Es gibt keine Reiseimpfempfehlung zum Schutz vor Mpox. Lassen Sie sich unabhängig von einer Reise bzgl. einer Mpox-Impfung ärztlich beraten, wenn Sie die Kriterien der STIKO für eine Impfung erfüllen.
HIV-Infektionen,
Mpox und bestimmte Lebererkrankungen (
Virushepatitis B, C und D) können auch durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Die Übertragung ist prinzipiell auch durch Drogenkonsum mit unsauberen Spritzen oder Kanülen, Tätowierungen und Bluttransfusionen möglich.
- Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Hepatitis B-Impfung ärztlich beraten.
Durch Tierkontakt übertragene Erkrankungen
Eine Ansteckung mit
Tollwut erfolgt vorrangig über Hunde.
Rift-Valley-Fieber kann nicht nur durch Mücken (s.o.), sondern auch durch den Kontakt mit infizierten Wiederkäuern oder Kamelen und deren Produkten und Ausscheidungen übertragen werden. In Madagaskar gibt es keine Giftschlangen. Dagegen kommen einige giftige Spinnen- und Skorpionarten und andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (z.B. bestimmte z.T. auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßer, Frösche u.a.) vor.
Ciguatera ist eine Erkrankung, die durch Konsum von vergiftetem Fisch entsteht.
- Meiden Sie grundsätzlich den Kontakt zu Tieren und deren Ausscheidungen.
- Sollten Sie von einem Tier gebissen werden, begeben Sie sich umgehend in ärztliche Betreuung.
- Vermeiden Sie Verzehr von Fleischgerichten unklaren Ursprungs und rohen tierischen Produkten.
- Verzichten Sie auf den Verzehr von Seefischen und Meeresfrüchten.
- Lassen Sie sich bzgl. einer Tollwutimpfung beraten. Beachten Sie, dass Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline nicht oder nur sehr begrenzt im Land erhältlich sind.
- Seien Sie vorsichtig, wohin Sie greifen, wohin Sie treten und wohin Sie sich setzen oder legen. Entfernen Sie vor Benutzung von Bettdecken und -laken, Kleidungsstücken, Schuhwerk, Kopfbedeckungen evtl. vorhandene giftige Tiere durch sorgfältiges Ausschütteln.
Weitere Gesundheitsgefahren
Schistosomiasis ist eine Wurmerkrankung, die Baden, Waten oder anderen Freizeitaktivitäten im Süßwasser bereits bei geringem Kontakt mit übertragen werden kann. Auch in fließenden Gewässern können die Würmer übertragen werden.
- Sehen Sie vom Baden und Schwimmen in Binnengewässern ab.
Intensive Sonneneinstrahlung kann zu kurz- und langfristigen Haut- und Augenschäden führen.
- Informieren Sie sich z.B. über die App SunSmart über notwendige Sonnenschutzmaßnahmen.
Reisen ans Meer in Verbindung mit Schwimmen und Wassersport können mit besonderen Gefahren verbunden sein. Durch Tierkot verunreinigte Strände bergen ein Infektionsrisiko für parasitäre Hauterkrankungen wie z.B. Wurminfektionen.
- Beachten Sie stets Verbote, Hinweisschilder und Warnungen sowie die Anweisungen lokaler Behörden.
- Meiden Sie Strände, die auch von Tieren genutzt werden.
- Machen Sie sich vor einem Tauchurlaub mit den grundlegenden Gefahren des Sporttauchens vertraut und lassen Sie sich vor Reiseantritt tauchmedizinisch beraten und untersuchen. Beachten Sie unsere Informationen zum Tauchen.