Ruanda expandiert im Osten der Demokratischen Republik Kongo – mit Truppen und strategischem Kalkül: Ein Konflikt um Macht und Bodenschätze ...
Am vergangenen Sonntag hat die Rebellenmiliz M23 die Stadt Bukavu im Osten der Demokratischen Republik Kongo erobert. Zwei Wochen zuvor hatte sie bereits die andere strategisch wichtige Stadt Goma eingenommen. Kinshasa scheint immer mehr Einfluss über den Osten des Kongo zu verlieren, der Konflikt droht nun zu eskalieren. Viele Beobachter sind der Meinung, dass dies ohne die Unterstützung Ruandas nicht möglich gewesen wäre [...] Welche Interessen verfolgt Ruanda im Osten der Demokratischen Republik Kongo? Warum handelt es auf eine Weise, die als Invasion bezeichnet werden kann? Um das zu verstehen, muss man Ruandas vielschichtige Interessen im Kongo betrachten. Diese sind politisch, sicherheitspolitisch und wirtschaftlich – und sie sind eng miteinander verwoben. Wer diese Zusammenhänge nicht versteht, kann den Konflikt nicht durchschauen.
Die Außenminister Ruandas und der Demokratischen Republik Kongo haben in Washington ein Friedensabkommen unterzeichnet. Vermittler, aber auch Nutznießer sind die USA ...
Seit Jahrzehnten schwelt ein Konflikt im Ostkongo - nun gibt es Hoffnung, dass er zu einem Ende kommt [...] Ruanda und die DR Kongo sagen zu, ein bereits vergangenes Jahr vorgeschlagenes Abkommen nun umzusetzen. Das sieht einen gemeinsamen Mechanismus zur Sicherheitskoordinierung und den Abzug der ruandischen Truppen aus dem Ostkongo innerhalb von 90 Tagen vor [...] die Vereinigten Staaten profitieren von ihrer Vermittlerrolle. Trump erklärte, durch die Vermittlung in dem Konflikt hätten sich die USA die Aussicht auf "viele" kongolesische Bodenschätze gesichert. Neben Frieden soll das Abkommen westliche Investitionen in Milliardenhöhe bringen - in einer Region, die reich an Tantal, Gold, Kobalt, Kupfer, Lithium und anderen wertvollen Rohstoffen ist. Der US-Präsident warnte vor "sehr strengen Strafen, sowohl finanzieller als auch anderer Art", sollte das Friedensabkommen verletzt werden.
Die Halbwertszeit von "dauerhaft" tendiert hier aber gegen Null. Denn nach Goma und Bukavu ist nun auch Uvira in der Hand der M23. Kongos Armee hat den Rebellen Uvira an der Grenze zu Burundi überlassen. Tausende sind auf der Flucht ...
Dies könnte ein Wendepunkt werden, der die ganze Region mit in den Kongo-Konflikt hineinzieht. Denn Uvira mit rund 700.000 Einwohnern ist das Eintrittstor aus dem Osten der DR Kongo gen Burundi und das wirtschaftliche Nadelöhr für den Handel mit Tansania und den dortigen Zugang zum Indischen Ozean [...] Der Grenzübergang zwischen Uvira und Bujumbura ist nun unter Rebellenkontrolle.
Hunderte Menschen wurden getötet, als von Ruanda unterstützte M23-Rebellen eine weitere Stadt eroberten, nur eine Woche nachdem die USA ein Friedensabkommen vermittelt hatten. Wie gefährlich ist die Lage?