"alte" Reisen
Moderator: Moderatoren
Re: "alte" Reisen
Mauretanien 1983, Empty Quarter
was mir damals gefallen hat und das es heute nicht mehr gibt: das auf alten Reisen improvisierte Verhalten.
z.b. wenn der Batteriestrom schon schwach ist, weil Michi, mein Amateurfunker mal wieder zu lange mit der Antarktis-Südpolstation gefunkt hat - MIchi: was ihr habt minus 42 Grad ?, wir haben im Empty Quarter grad 39 Grad.. Arktis: echt jetzt, Empty, 39° ? wo seid ihr ?.. - dann hat man mit der Gripzange die fehlende Halterung für die Fackel hergenommen..
Am VW-Van sieht man den Hinterreifen.. Das ist Eigenkonstruktion mit Adapterplatten.
Sind Landroverräder 16zoll, mit den damals berühmten Michelin-Sandreifen, XZX oder so ähnlich hießen die, weiß es nicht mehr genau..
Dimension: 7.50/90 R16, Durchmesser fast 90cm.. Ich richtete im Radkasten ein blechblutbad an um das reinzukriegen, und das Getriebe musste ich extrem untersetzen.. Mit einer hinten eingebauten 2-Liter-Maschine, waren wir in Ebene einem Landrover ebenbürtig, bergauf sah es nicht so gut aus..
Kupplungstausch ist zu sechst fast Kindergeburtstag im Overland.. Tanezrouft nahe Bordj Moktar, 1983
beim heutigen HighTech schaffst du sowas nicht mehr..
Am dach vom "Maya" Wolfgang liegen 2 Reihen Wehrmachtskanister mit je 8 Stk, hinten dran 2 Benzinfässer mit je 60l, wieviel 60l-Fässer er noch im Fahrzeuginneren hatte, weiß ich nicht mehr, er hatte aber drin noch 60l-fässer
Man darf sich wundern das die Türen 10 Monate lang mit guter Haltungsnote auf- und zu gingen..
lg Peter
was mir damals gefallen hat und das es heute nicht mehr gibt: das auf alten Reisen improvisierte Verhalten.
z.b. wenn der Batteriestrom schon schwach ist, weil Michi, mein Amateurfunker mal wieder zu lange mit der Antarktis-Südpolstation gefunkt hat - MIchi: was ihr habt minus 42 Grad ?, wir haben im Empty Quarter grad 39 Grad.. Arktis: echt jetzt, Empty, 39° ? wo seid ihr ?.. - dann hat man mit der Gripzange die fehlende Halterung für die Fackel hergenommen..
Am VW-Van sieht man den Hinterreifen.. Das ist Eigenkonstruktion mit Adapterplatten.
Sind Landroverräder 16zoll, mit den damals berühmten Michelin-Sandreifen, XZX oder so ähnlich hießen die, weiß es nicht mehr genau..
Dimension: 7.50/90 R16, Durchmesser fast 90cm.. Ich richtete im Radkasten ein blechblutbad an um das reinzukriegen, und das Getriebe musste ich extrem untersetzen.. Mit einer hinten eingebauten 2-Liter-Maschine, waren wir in Ebene einem Landrover ebenbürtig, bergauf sah es nicht so gut aus..
Kupplungstausch ist zu sechst fast Kindergeburtstag im Overland.. Tanezrouft nahe Bordj Moktar, 1983
beim heutigen HighTech schaffst du sowas nicht mehr..
Am dach vom "Maya" Wolfgang liegen 2 Reihen Wehrmachtskanister mit je 8 Stk, hinten dran 2 Benzinfässer mit je 60l, wieviel 60l-Fässer er noch im Fahrzeuginneren hatte, weiß ich nicht mehr, er hatte aber drin noch 60l-fässer
Man darf sich wundern das die Türen 10 Monate lang mit guter Haltungsnote auf- und zu gingen..
lg Peter
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
- Achim Vogt
- Moderator
- Beiträge: 2853
- Registriert: Fr 2. Jan 2009, 19:32
- Wohnort: Kampala / Uganda
Re: "alte" Reisen
Lieber Peter,
grandiose Bilder und Stories! Unbedingt weiter so - das gilt natürlich auch für all die anderen schönen Beiträge. Es macht großen Spaß und manchmal auch nachdenklich in vielen Richtungen, diese alten Geschichten zu lesen und in den Impressionen zu schwelgen!
Viele Grüße
Achim
grandiose Bilder und Stories! Unbedingt weiter so - das gilt natürlich auch für all die anderen schönen Beiträge. Es macht großen Spaß und manchmal auch nachdenklich in vielen Richtungen, diese alten Geschichten zu lesen und in den Impressionen zu schwelgen!
Viele Grüße
Achim
Re: "alte" Reisen
Wahnsinn, das schaff ich nicht einmal zu Hause in der Werkstatt
.
Re: "alte" Reisen
Wenn man das Foto betrachtet, gehen sehr verschiedene Gedanken durch den Kopf: da wiegen sich mehr als 3 t jauchzend in den Federn, aber das Urvertrauen in “Made in Germany” war eben unerschütterlich!Peter D hat geschrieben: ↑Do 4. Sep 2025, 00:081983 mit VW-Vans durch die Tanezrouft
:
:
Scannen0042 00.jpg
das rote komische Blechteil oben auf dem Dach zu sehen, war unser Backup, wenns - zumindest in den weiten Ebenen - nicht mehr weiter geht..
vvvvvvvvvvvvvvvvvvvccccc.png
Scannen0086.jpg
Sind Landroverräder 16zoll, mit den damals berühmten Michelin-Sandreifen, XZX oder so ähnlich hießen die, weiß es nicht mehr genau..
...waren wir in Ebene einem Landrover ebenbürtig, bergauf sah es nicht so gut aus..
Und damit verbunden: Keinem war bewusst, dass es bald danach eine Generation geben würde, deren bange Frage lauten könnte: “Ist die Rente wirklich sicher?”
Die Reifen waren die besten im Sand (und nicht nur dort), die es damals gab: 7.50R16 XS; Durchmesser 824cm, Abrollumfang ca. 2484 cm.
Der Landy 109, Serie III (Diesel) hatte 2,3 Ltr. und wog leer - bei 61 PS/HP - rund 1600kg. Also auch nicht gerade ein Geschoss!
Re: "alte" Reisen
Die beeindruckenden Kenntnisse in Geodäsie/Kartografie waren jedenfalls denen der Fahrdynamik, Kippgrenzen und Lastenverteilung weit voraus!
Letztere entsprachen schon damals noch heute geltendem afrikanischen Standard, wie man auf den jeweiligen Fähren immer wieder verblüfft sehen kann!
Re: "alte" Reisen
im 6. Reisemonat zeigen sich erste Abnutzungserscheinungen.
Im Empty Quarter ist Wasser und Proviant rationioniert, wir haben nicht selten Hungergefühl..
(Abreise mit 74kg, Rückkehr nach 10mon: 58kg..)
Es gab von Michael Mandl, mein Reisepartner/Arzt einen legendären Dialog beim Essen einer Extrawurstdose (streichfähiger Inhalt, 80g)
Man muss bei dem Dialog vorrausschicken, das wir mit unserer Reisemappe nicht nur zu Porsche Salzburg gingen, die uns 2l-Maschinen für die Tour schenkten, und vieles mehr..
Wir gingen auch zu den Konservenfabriken, die sehr einfallsreich, vielfältig in den Dosen, und spendabel waren.
Aber es gab eine Ausnahme.
die Inzersdorfer Konservenfabrik: sie gaben 120 Stk Konserven her, es waren allesamt die gleichen, Extrawurstdose, streichfähig.
Wir sitzen im 6. Monat schon etwas abgerockt, der Michi links sieht nicht mehr wie ein Arzt aus, eher wie ein Schlurf aus den Sechzigern.
Ich fühl mich etwas ausgehungert und müde..
Peter: Michi, ich war kurz weg was hast du da gegessen ?
Michi: ich hatte Extrawurstdose streichfähig
Peter: Aha...oh je...
Michi: Es ist heute die sechundfünzigste Extrawurstdose streichfähig gewesen, und ich versuche mir vorzustellen das es die erste ist....
400km westlich der Tanezrouft
Die Rippenkonturen zeichnen sich langsam ab, ein Hungerhaken mit 58kg
Im Empty Quarter ist Wasser und Proviant rationioniert, wir haben nicht selten Hungergefühl..
(Abreise mit 74kg, Rückkehr nach 10mon: 58kg..)
Es gab von Michael Mandl, mein Reisepartner/Arzt einen legendären Dialog beim Essen einer Extrawurstdose (streichfähiger Inhalt, 80g)
Man muss bei dem Dialog vorrausschicken, das wir mit unserer Reisemappe nicht nur zu Porsche Salzburg gingen, die uns 2l-Maschinen für die Tour schenkten, und vieles mehr..
Wir gingen auch zu den Konservenfabriken, die sehr einfallsreich, vielfältig in den Dosen, und spendabel waren.
Aber es gab eine Ausnahme.
die Inzersdorfer Konservenfabrik: sie gaben 120 Stk Konserven her, es waren allesamt die gleichen, Extrawurstdose, streichfähig.
Wir sitzen im 6. Monat schon etwas abgerockt, der Michi links sieht nicht mehr wie ein Arzt aus, eher wie ein Schlurf aus den Sechzigern.
Ich fühl mich etwas ausgehungert und müde..
Peter: Michi, ich war kurz weg was hast du da gegessen ?
Michi: ich hatte Extrawurstdose streichfähig
Peter: Aha...oh je...
Michi: Es ist heute die sechundfünzigste Extrawurstdose streichfähig gewesen, und ich versuche mir vorzustellen das es die erste ist....
400km westlich der Tanezrouft
Die Rippenkonturen zeichnen sich langsam ab, ein Hungerhaken mit 58kg
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
-
Ferdinand1
- Beiträge: 133
- Registriert: Mi 25. Sep 2024, 17:58
Re: "alte" Reisen
Ja, als Jugendliche, haben wir uns als "junge Abenteurer" immer mit den ausgemusterten EPas ausgerüstet, die kosteten (und kosten immer noch) fast gar nichts.
Einpersonenpackung (EPa) der Bundeswehr.
Einpersonenpackung (EPa) der Bundeswehr.
Re: "alte" Reisen
Grad drüber gestolpert,
irgendwann in den 90ern, irgendwo in den Karpaten. Bedaure heute noch, den alten Maggi weggegeben zu haben. Lief wie ein Uhrwerk, egal wie lange der gestanden hatte. Bisschen schwach auf der Brust, aber sonst...
Und mit diesem Auto warst du immer vorne, vor allem auf kilometerlangen Serpentinen...
irgendwann in den 90ern, irgendwo in den Karpaten. Bedaure heute noch, den alten Maggi weggegeben zu haben. Lief wie ein Uhrwerk, egal wie lange der gestanden hatte. Bisschen schwach auf der Brust, aber sonst...
Und mit diesem Auto warst du immer vorne, vor allem auf kilometerlangen Serpentinen...
Re: "alte" Reisen
Die Leiter war eine extrem teure Sonderanfertigung!
-
Rockatanski
- Beiträge: 154
- Registriert: Sa 2. Jul 2022, 16:32
Re: "alte" Reisen
Tollste Bilder und Geschichten.
@Peter_D
Entbehrung als Grundlage der Erfüllung.
Gefühlt schwer vorstellbar für 95% der heutigen "Overlander"....
Wo ein Wille da ein Weg...
@Peter_D
Entbehrung als Grundlage der Erfüllung.
Gefühlt schwer vorstellbar für 95% der heutigen "Overlander"....
Wo ein Wille da ein Weg...
- Rolandderältere
- Beiträge: 46
- Registriert: So 25. Jan 2009, 00:00
- Wohnort: Niederbayern
Re: "alte" Reisen
Hallo,
1986 besuchten uns Linde und Bernd Weiss in Conakry.
Wir kannten die beiden da schon ein paar Jahre.
Das sind (in unserem Bekanntenkreis) die interessantesten Saharareisenden der Neuzeit!
Schon durch ihre Vorbereitungen (aus meiner Erinnerung heraus):
Der Käfer hatte seine Bodenfreiheit nicht nur von den Portalachsen des VW T1 (oder Kübel??), sondern auch durch riesige Ballonreifen die sie wegen der Grenzkontrollen in Italien deponierten...
Durch die Portalachsen hatten sie eine extrem kurze Übersetzung, die mit dem 50 PS Motor max. 80 km/h zuließ. Schon erwähnt war hier das "Sperrdifferential" mittels geteilter Handbremsen.
Ein Hauptinteresse in der Wüste waren z.B. selten gesehene Felszeichnungen.
Um das Risiko, als Alleinreisende sicher wieder zurück kommen zu können zu verringern, vergruben sie in Fuß-Tagesmarschentfernungen Wasserkanister für den Fall eines Fahrzeugzusammenbruchs...
Die Linde lernte Tamascheq, die Sprache der Tuarek.
Durch die viele Präsenz in der Sahara war deren Käfer recht gut als "Coccinelle" bekannt. Wir hatten mit manch einem Tuarek also gemeinsame Bekannte.
Nun gut; ich schwelge mittlerweile öfters in Nostalgie...
Mittlerweile finden "Weltreise Abenteuer" doch mehr und mehr auf heimischen Travellertreffen und im Internet statt.
Die Reiseroute ist im Navi, das Geld auf der Karte, der Heimatkontakt im Smartphone und der Kompass auf dem Autolack...
Wenn wir das "Wüstenschiff" nicht hätten, müßte man fast glauben, DAS wäre es
Einen guten Rutsch gehabt zu haben und alles Gute im neuen Jahr
wünscht wieder einmal aus Niederbayern
Rolandderältere,
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
mit Reisemobil VW T3 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern
-
Dieter der Raabe
- Beiträge: 60
- Registriert: Mi 22. Mär 2006, 17:22
- Wohnort: Bad Tölz
Re: "alte" Reisen
Naja, sowohl bei meinem Fiat 126 als auch bei meiner Ente hatte ich die Kupplung alleine gewechselt. Beides luftgekühlte 2-Zylínder; ein paar Kabel und Schrauben lösen und die Motoren rausheben war wirklich kein Hexenwerk. Da sind 6 Personen schon Luxus
Dieter
Re: "alte" Reisen
Hallo Roland,
das Bild mit dem Käfer erinnerte mich an das Buch einer Bekannten- Christine Schöttler - die Ende der 70er/Anfang der 80er mit ihrem Käfer von Tansania nach Deutschland zurück gefahren ist. Schon mal gesehen?
Sie hat dann später noch lange für das auswärtige Amt in verschiedenen Ländern Afrikas gearbeitet...
Liebe Grüße
Rudi
das Bild mit dem Käfer erinnerte mich an das Buch einer Bekannten- Christine Schöttler - die Ende der 70er/Anfang der 80er mit ihrem Käfer von Tansania nach Deutschland zurück gefahren ist. Schon mal gesehen?
Sie hat dann später noch lange für das auswärtige Amt in verschiedenen Ländern Afrikas gearbeitet...
Liebe Grüße
Rudi
-
el-djenoun
- Beiträge: 14
- Registriert: Mi 30. Okt 2024, 11:11
Re: "alte" Reisen
Hello,
Hab mich erst vor kurzem mit jemandem unterhalten, der mit beiden befreundet ist und meinte dass es beiden noch soweit gut ginge. Mittlerweile in den 90ern leben sie recht zurückgezogen.
Beide hab ich 2003 im GEO getroffen, sie halfen spontan und sehr offen mit Insiderwissen für unser Zielgebiet im Tefedest aus. Nicht nur ein tolles Auto, auch ein tolles und ganz sicher legendäres Paar!
Hab mich erst vor kurzem mit jemandem unterhalten, der mit beiden befreundet ist und meinte dass es beiden noch soweit gut ginge. Mittlerweile in den 90ern leben sie recht zurückgezogen.
Beide hab ich 2003 im GEO getroffen, sie halfen spontan und sehr offen mit Insiderwissen für unser Zielgebiet im Tefedest aus. Nicht nur ein tolles Auto, auch ein tolles und ganz sicher legendäres Paar!
-
el-djenoun
- Beiträge: 14
- Registriert: Mi 30. Okt 2024, 11:11
Re: "alte" Reisen
Servus,
Neben all den tollen Reisen hier finde ich besonders interessant, welche Improvisationskünste erfolgreich entwickelt wurden! Heute wohl kaum mehr denkbar!
Dez 1999: auf der Hochzeitsreise ins Tefedest lag irgendwo etwas westlich den Gebirges im Weichsand ein Stein im Weg. Was aufgrund fehlendem Unterfahrschutz zu deutlicher Inkontinenz beim Peuget J5 führte.
Jedoch ein Stück Alublech vom Innenausbau, Kaltmetallkleber und 5l vorsorglich vorhandene Ölreserve ließen uns am 3. Tag wortwörtlich fortfahren!

Neben all den tollen Reisen hier finde ich besonders interessant, welche Improvisationskünste erfolgreich entwickelt wurden! Heute wohl kaum mehr denkbar!
Dez 1999: auf der Hochzeitsreise ins Tefedest lag irgendwo etwas westlich den Gebirges im Weichsand ein Stein im Weg. Was aufgrund fehlendem Unterfahrschutz zu deutlicher Inkontinenz beim Peuget J5 führte.
Jedoch ein Stück Alublech vom Innenausbau, Kaltmetallkleber und 5l vorsorglich vorhandene Ölreserve ließen uns am 3. Tag wortwörtlich fortfahren!



