Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Mit dem Allrad, Quad und der Ente ;) über Land und durch die Wüste

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ursula
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Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von ursula »

Unfälle - kritische Situationen - was tun?

manchmal kommt man schneller, als man erwartet in eine ganz kritische Situation.
Gut, wenn dann die mitreisenden Kumpels das Richtige unternehmen.
Nur - was ist das? Da sind sich nicht immer alle einig, zum Beispiel bei Seitenlage

Bild



oder bei Rückenlage
Bild



Wie ist das mit dem "Wasser oder Öl in die Zylinder laufen" und "Motor sofort abstellen"?
Was uns nach einem Unfall auf nasser Strasse in Tunesien passiert ist.
Folge: nach La Goulette abschleppen und der Motor musste in Europa ausgewechselt werden!
Bild


Viele nützliche Tipps und Anregungen wünsche ich mir
und grüsse

Ursula
Gerhard Göttler
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Ursula!

Für a l l e Eventualitäten gibts sicherlich nicht immer d i e richtige Antwort. Aber in den gezeigten Foto-Beispielen ist die Regel "Motor aus" sicherlich gültig und zwar zu 100%. Wer gedanklich gut auf dergleichen vorbereitet ist (z.B. weil er oft Dünen fährt), sollte eigentlich schon im Kippen den Griff zum Zündschlüssel durchführen! Ich bilde mir jedenfalls ein, dass ich dies nach häufigem "mentalen Training" noch versuchen würde. Ganz wichtig erscheint mir auch noch ein schneller Griff an den Gurt, um diesen nachzustraffen.

Weiteres Training richtet sich auch danach, mit welchem Fahrzeug man unterwegs ist, bes. Airbag oder nicht? Und wenn: Wo ist der, nur Lenkrad, Seiten-Airbag? Bei mir war jeweils kein Airbag vorhanden; dann: Arme aufs Lenkrad, dort den Kopf drauf, fest anliegen lassen.

Wenn es dann passiert ist und der Motor noch läuft: Sofort aus! Er hat ja keine Schmierung. Wenn das Fahrzeug dann auf vier Rädern steht: Motor von Hand durchdrehen! Nie mit dem Anlasser! Öl- und Wasserstand prüfen; fehlt nichts, kann man davon ausgehen, dass auch nichts in die Brennräume gelangte. Lässt sich der Motor dennoch nicht durchdrehen, erst mal Zündkerzen oder Einspritzdüsen lockern, und so den Gegendruck (durch Kompression) aufheben. Erneutes Durchdrehen. Wenn sich das nicht am Motor irgendwie bewerkstelligen lässt, die alte Startmethode anwenden: Eines der Antriebsräder hochbocken und am Rad durchdrehen.

Je nach Lage des Fahrzeugs bzw. wenn der Motorraum irgendwie zugänglich ist: Sofort Batteriekabel abklemmen!

Dies meine technischen Anmerkungen. Zur Gruppendynamik: Der betroffene Fahrzeugeigentümer entscheidet, wie das Fahrzeug wieder auf vier Räder kommt! Wo man die Seile anlegt. Dabei kann man ja durchaus erst darüber reden; es sollte aber dennoch schnell gehen, wenn der Motorraum nicht zugänglich ist, eben um an die Batterie ranzukommen und ein Volllaufen des Motors möglichst zu verhindern. Aber die Zeit, an den unteren Rädern rasch noch Sand wegzuschaufeln (daran können sich ja alle beteiligen), sollte man sich dennoch nehmen.

Ein gruppendynamischer Prozess im Vorfeld: Ein Hängenbleiben ist keine Schande! Es ist 10000x besser als über eine Düne zu brettern und von dieser den berühmten Sprung ins Bodenlose zu riskieren! Ein Unfall wie im dritten Bild lässt sich derart natürlich nicht gruppendynamisch voraus-bewältigen, höchstens, indem man sich darüber einig ist, dass man gerade im Konvoi nicht durch die Gegend brettert und schon gar nicht, wenn die Straßen z.B. nass sind.

Unfallfreies Reisen allen und immer wünscht

der Gerhard
Zuletzt geändert von Gerhard Göttler am Mo 10. Mär 2008, 16:45, insgesamt 1-mal geändert.
tomduly
Beiträge: 46
Registriert: Do 6. Jul 2006, 11:26

Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von tomduly »

Moin,

um GGs Ausführungen zu ergänzen: auch wenn es komisch klingen mag, im Grunde gelten bei solchen Unfällen off-road die gleichen Regeln, wie on-road:

- Unfallstelle absichern! Gerade auf Pisten durch hügeliges Gelände in Tunesien ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann der nächste dahergebrettert kommt, nicht zu gering einzuschätzen. Es muss ja kein Warndreieck sein, aber zwei gekreuzte Sandbleche vor der Unfallstelle in den Dünenkamm gesteckt, schaden nicht. Bei Unfällen auf Strassen sollte man dagegen mit allem absichern und den Verkehr mit allem warnen, was man zur Verfügung hat.

- Evtl. verwundete Personen bergen. Auch scheinbar unverletzte Mitfahrer betreuen, sie können zumindest unter Schock stehen und in der Folge unlogisch bzw. unsinnig agieren (ich hatte bei einer Höhlentour mal einen Kamerad, der ins Seil gestürzt war, äußerlich unversehrt, bestand er in der Folge darauf, unbedingt seine Stirnlampe auszumachen, damit er beim Weitermarsch die Abgründe nicht sieht...). Leute unter Schock sind eine Gefahr für sich und andere.

- Wenn nicht, wie von GG beschrieben schon gleich zu Anfang geschehen, das Fahrzeug sichern: Motor aus/Strom abklemmen (ggf. Batterie ausbauen, damit sie nicht leerläuft, Achtung Verätzungsgefahr!)/Kraftstoff abstellen (Motorrad) bzw. Kanister mit Kraftstoff bergen (wg. Brandgefahr)

- Ausrüstung bergen. Die überlebenswichtige Ausrüstung sollte ohnehin halbwegs griffbereit in ein oder zwei Rucksäcken/Packtaschen im Fahrzeug sein, diese sollte man als nächstes aus dem havarierten Fahrzeug rausholen (Verbandszeug, Navigations/Kommunikationsmittel, Verpflegung, Trinkwasser, Kleidung, Schlafsack)

- Beim Aufrichten umgekippter Fahrzeuge erst mal ruhig bleiben, Bergematerial zusammentragen und eine "Strategie" durchspielen. Nicht draufloswerkeln! Robuste Ansatzpunkte am Fahrzeug finden, auf Brems- und Spritleitungen und andere empfindliche Teile achten. Zum Aufrichten eignet sich hervorragend ein Greifzug oder eine zugstarke Winde, beides an einem zweiten Fahrzeug angeschlagen. Versuche, ein Fahrzeug durch Bergegurt und "ziehen" mit dem zweiten Fahrzeug scheitern auf losem Untergrund, weil drehende Räder weniger Bodenhaftung haben, als feststehende Räder. Ausserdem besteht die Gefahr, zu ruckartig aufzurichten und den Havarist schlimmstenfalls noch auf die andere Seite zu legen. Deshalb sollte ein Bergegurt so am Havarist angeschlagen sein, dass ein paar Helfer in Gegenrichtung ziehen können, um das aufgerichtete Fahrzeug am Weiterkippen zu hindern.
Liegt der Havarist "bergab" auf der Seite (also Räder "gipfelwärts") ist das auf die Räder stellen praktisch unmöglich, die Seitenlage sollte möglichst weniger als 90° betragen. Sonst benötigt man extreme Hebelkräfte, die im Endeffekt nur das Fahrzeug weiter beschädigen. An stabilen Fahrzeugen kann man ggf. mit einem langhubigen Wagenheber den Havaristen etwas anheben, bevor man aufrichtet, geht das nicht, sollte das liegende Fahrzeug auch wenn es brutal klingt, erst einmal auf dem Teller gedreht werden, damit die Räder talwärts schauen. Beim Aufrichten zum Tal hin ist eine Sicherung durch ein weiteres (drittes) Fahrzeug vom Berg aus unerlässlich!

Bild

- Es kann Situationen geben, in denen man sehr schnell sein Fahrzeug aufgeben muss, bzw. durch äußere Umstände von seinem Fahrzeug getrennt wird. Es macht deshalb Sinn, Reisepass, Bargeld, Kreditkarte, Tickets und ein kleines Handy mit Ersatzakku stets "am Mann" zu tragen. Man kann sich auch Kopien wichtiger Dokumente als PDF und als BMP-Bilder auf einen USB-Stick speichern, im nächsten Hotel oder Internetcafe findet sich immer ein PC mit Drucker und man kann sich schnell mit "Ersatzdokumenten" ausstatten, was weitere Behördengänge, Rückreise etc. deutlich vereinfacht.

- Wichtig ist IMO eine zuverlässige Person zuhause, die in der Lage ist, auch ohne ständige (telefonische) Anweisung die "richtigen" Entscheidungen zu treffen (Ersatzteilbeschaffung, Hilfskräfte informieren usw.). Diese Person sollte mit einer Kopie der Packliste der Reisenden, allen Fahrzeugdaten, Daten und Fotos der Mitreisenden und der ungefähr geplanten Strecken sowie Kontakte zu anderen Wüstenfüchsen und Einrichtungen vor Ort (Campingplätze, Tourguides, Garde-Nationale-Posten) ausgestattet sein.

Grüsse

Tom

P.S. Bergeausrüstung (Schaufeln, Gurte, Wagenheber, Greifzug) niemals seitlich am Fahrzeug verstauen - wenn das Auto draufliegt, nützt sie wenig...

P.P.S. Ein bis zwei 6kg Feuerlöscher können einem das Fahrzeug retten. Die 1kg und 2kg Püsterchen reichen dagegen grade mal für nen durchgegangenen Grill, abe rnicht um einen Entstehungsbrand am Fahrzeug bekämpfen zu können...[/img]
Walter
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von Walter »

Hallo Forum,
Öl- und Wasserstand prüfen; fehlt nichts, kann man davon ausgehen, dass auch nichts in die Brennräume gelangte.
Lieber nicht davon ausgehen, denn bei einem Dieselmotor der üblichen Größe (2 - 3 l) reichen 25 - 30 cm³ Öl in einem Zylinder, um den Brennraum zu füllen. Dann hat man Verdichtung "unendlich".
Lieber gleich die Düsenhalter (bzw die Zündkerzen) heraus und händisch (nicht mit Starter) durchdrehen.

Gruß
Walter
Gerhard Göttler
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo, Ihr Umfaller!

An den Bildern lassen sich m.E. auch gleich ganz gut Fehler aufzeigen! So in Bild 1 von Ursula und im Bild mit dem umgekippten LKW. In beiden Fällen lässt sich die Mannschaft offenkundig Zeit; Ursulas Bild: Die stehen da ziemlich unbeteiligt/inaktiv rum. Bild LKW: Ein Hi-Jack wird am Aufbau angesetzt. Aber in beiden Fällen sind eben die Drehpunkt-Räder nicht freigeschaufelt! Da müssten richtig tiefe Kuhlen gegraben sein! Das erleichtert das Aufstellen ungemein!

Und Walter: Ja, ich bin völlig einverstanden mit Dir, hab vielleicht nicht genau genug formuliert. Selbstverständlich sollte man den Motor immer zuvor händisch durchdrehen, auch dann, wenn Öl- und Wasserstand nach dem Aufrichten i.O. sind. Und beim händischen Durchdrehen am aufgebockten Rad: Den größtmöglichen Gang einlegen! Nicht Rückwärts- und nicht 1.Gang-Vorwärts und schon gar nicht Geländeuntersetzung.

Gerhard Göttler
bernd s
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von bernd s »

Hallo zusammen,

die Glühkerzen lassen sich wesentlich einfacher als die Einspritzdüsen entfernen.

Ich würde grundsätzlich Zünd- oder Glühkerzen entfernen und den Motor durchdrehen.

Da die Batterie in der Regel erst wieder zugänglich ist, wenn das Fahrzeug nicht mehr auf der Haube liegt, bietet sich in jedem Fall ein zentraler Masseunterbrecher an, der zudem als zusätzlicher Diebstahls- und Brandschutzschutz sinnvoll ist.

Steht das Fahrzeug wieder, sind oft erhebliche Mengen Getriebeöl, Motoröl, Bremsflüssigkeit und vor allem destilliertes Wasser zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit notwendig. Das sollte vor allem der „mein Auto ist ja noch neu, der braucht nix…“ Fraktion zu denken geben.

Für den Fall, das Wasser ohne Probleme ersetzbar ist, kann auch ein Neutralisieren der ausgelaufenen Batteriesäure mit einem Wasser + Waschmittelgemisch nichts schaden.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass schnell Aufstellen sehr relativ ist. Im ersten Fall schön zugänglich gelegen, stand das Fahrzeug nach 15 Minuten dank Winde des Begleitfahrzeugs wieder. Leider machte der Ölbadluftfilter ein aufwändiges Reinigen des Saugrohrs und anschließendes Entölen der Zylinder notwendig, das noch mal einen halben Tag kostete.

Schön war, dass bis auf einen losen Gerümpeleimer dessen Inhalt sich im Fahrzeug verteilt hatte, dank Spanngurten alles noch an seinem Platz war. Da sollt jeder mal sein Stausystem in Gedanken prüfen. Wie sieht das aus, wenn Unten plötzlich Oben ist?

Im zweiten Fall lag das Fahrzeug sehr ungünstig an einer steilen Düne. Nach 12h graben und winchen stand er wieder auf den Rädern ohne noch mal über die Schokoladenseite gezogen zu werden. In der Zwischenzeit war der Wassertank durch die Entlüftung ausgelaufen und mit dem extremen Wasserverbrauch bei der Schaufelei, wurde das Wasser dann extrem knapp. Ein weiterer halber Tag mit Motor entölen, Betriebsflüssigkeiten nachfüllen (Batterien fast leer, 2l Getriebeöl), talseitige Mäntel wieder auf die Felge ziehen und die Fahrt konnte weitergehen.

Es lohnt sich auf jeden Fall die Situation vorher mal im Kopf durchzuspielen, vor allem im Sand geht’s ruck zuck und der Liebling liegt auf dem Dach.

Beulenfreies Sandvergnügen wünscht
Bernd
www.afritracks.de
BJ75
" Sieh mal, ein Auto mit Erfahrung!"
schnorr
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von schnorr »

erweitrung: die bergegurte sollten, wenn es sich machen lässt, nicht an der karosserie festgemacht werden, da sie dadurch noch mehr schaden anrichten können, schon gar nicht bei einem auf der seite liegenden fahrzeug um das dach auf die andere seite führen. dies drückt nur das dach ein.

bei einigen ATV's und quads ist die technik so verkapselt, das ein auf-dem-kopf-stehen und dabei weiterlaufen des motors nichts ausmacht!
gibt es aus dem auto und lkw-bereich ähnliches zu berichten? lässt sich ein auto umrüsten? oder gibt es gewisse modelle, denen ein kipper nichts ausmacht?

ich finde es immer beruhigend, wenn ich in meiner reisegruppe einen ausgebildeten arzt, sanitäter oder krankenschwester dabei habe.
im vorraus seine erste hilfe kenntnisse aufzufrischen, finde ich auch sinnvoll.

ebenso finde ich es wichtig, wie gg schon angedeutet hat, sich mit solchen extremsituationen geistig zu beschäftigen, um im evtl. notfall schneller agieren zu können.

und nun noch eines für motorrad- und quadfahrer: im überschlag- oder sturzfall sich schnell vom fahrzeug trennen, um nicht überollt zu werden und dadurch noch mehr verletzt zu werden.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
tomduly
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von tomduly »

Gerhard Göttler hat geschrieben:Hallo, Ihr Umfaller!

...Bild LKW: Ein Hi-Jack wird am Aufbau angesetzt. Aber in beiden Fällen sind eben die Drehpunkt-Räder nicht freigeschaufelt! Da müssten richtig tiefe Kuhlen gegraben sein! Das erleichtert das Aufstellen ungemein!
Hallo GG!

Genaueres Hinsehen zeigt, dass kein (lebensgefährlicher) Hi-irgendwas Wagenheber sondern (von mir) ein hydraulischer Heber benutzt wurde. So einer mit extra langem Hub ist in der Originalausstattung an Bord bei Unimogs. Die Räder wurden in der Tat tief ausgegraben, sieht man auf dem Bild schlecht, andere hab ich grad nicht (online) zur Hand.

Zum Thema Eile: beim LKW wurde schon während der Umkippens Motor und Strom abgestellt. Das Fahrzeug kippte mehr oder weniger im Stand um, als die Flanke eines Sandtrichters kollabierte - falscher Parkplatz. Die Bergung dauerte ca. 2h - Bei einem 6,5t-Gefährt schadet Hast mehr als sie nützt. Danach stand das Fahrzeug weitere 2h (es herrschte ein wenig Unordnung an Bord...). Dann wurde der Motor durchgedreht, nichts ungewöhnliches festgestellt und verbunden mit einem Stoßgebet angelassen, der Motor lief sofort rund ohne zu husten oder untypische Abgasfarben. Bei den direkteinspritzenden Dieseln von Mercedes (OM352/366) gibt es übrigens keine Glühkerzen, um evtl. Öl aus den Brennräumen zu schaffen kann man wahlweise die Düsenstöcke ausbauen, was eine riesen Fummelei ist (selbst mit Spezialwerkzeug) oder man klemmt unter die Kipphebel aller Auslassventile ein Centstück, damit die Ventile in der Verdichtungsphase nicht komplett schließen können. Dazu muss nur die Abdeckhaube des Zylinderkopfs abgebaut werden (Murrscher Spezialtrick, wurde beim Ulmer Allradtreffen 2006 erfolgreich an einem gebadeten Motor angewandt, um diesen leer zu bekommen).
Nach weiteren 30min mit laufendem Motor im Stand wurde die Fahrt fortgesetzt (wir standen 15km vor den Jedariet-Bergen).

Grüsse

Tom
Gerhard Göttler
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von Gerhard Göttler »

Kompliment!

Das mit dem Kupferstück imponiert mir ganz besonders!

Der Gerhard
HerbertA.
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von HerbertA. »

Hallo!

Wieso werden eigentlich bei Wüstenfahrten keine Gel-Batterien (Optima, Exide) verwendet?
Diese Batterien sind auslaufsicher, stoßfest, "schußsicher", kälteunempfindlich und man kann sie mehrere tausendmal tiefentladen.
Ich bin eigentlich eher im Offroadsektor (Trial, Trophy) anzutreffen und bei uns werden ausschließlich diese Batterien verwendet.
Auslaufende Batterien wären somit Geschichte! :mrgreen:

gruß
Herbert
Roger-Tecumseh
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Die werden wohl doch häufig verwendet. Ich habe eine solche Batterie seit sechs Jahren im Einsatz - nicht zuletzt wegen der von Dir angeführten Gründe - und bin sehr zufrieden!
ursula
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Unfall in der Sahara

Beitrag von ursula »

:D vielen Dank - ihr seid einfach Spitze! :D

zu unserem Schleuderunfall in Tunesien (bei 80 km/h) möchte ich noch Folgendes mitteilen: Irgendetwas hat unter der Motorhaube gebrannt, denn es stieg dunkler Rauch aus dem Vorderteil des Autos. Da ich ziemlich schnell aus dem 4x4 gezogen und in einen anderen Geländewagen gesetzt wurde, habe ich leider nicht gesehen, ob ein Feuerlöscher zum Einsatz kam. War das die Folge, weil der Motor nicht sofort abgestellt wurde?

Grüsse
Ursula
Jürgen Kempe
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von Jürgen Kempe »

...auf jeden Fall Folge nicht abgeklemmten Akkus...

glaubt Jürgen Kempe (der auch schon mit 2kg-Feuerlöscher Schlimmeres verhütet hat)
Gerhard Göttler
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Re: Unfälle - kritische Situationen - was tun?

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Ursula!

Diesen Rauch sehe ich wie Jürgen K. als Folge eines Kabelschmorens oder -brennens.

Du hattest zwar ausdrücklich nach Verhaltensweisen n a c h einem Unfall wie z.B. Überschlag gefragt. Dennoch möchte ich nochmals auf das Thema Vermeiden zurückkommen. Viele solcher Unfälle (die sich fast immer in Dünen ereignen) sehe ich nämlich als durchaus vermeidbar an. Da ich üblicherweise als Alleinfahrer unterwegs bin und nur selten in Gruppe reise, ist mir beim Nachdenken zu diesem Thema erst jetzt aufgefallen, dass ich riskante Erlebnisse oder gar Unfälle immer nur in Gruppe hatte. Da spielen wohl gruppendynamische Prozesse doch eine starke Rolle! Ein ganz wichtiger Aspekt scheint mir dieses Männer-Macho-Gebahren - ich komme besser über die Dünen, ich sande überhaupt nie ein, hohoho, da war der Wagen schon am Kippen aber mit schneller Reaktion hab ich ihn gerade wieder auf alle Viere gebracht ... kurz, einer gibt vor dem anderen eine Welle an und fühlt sich als Muhamed Ali, der Allergrößte überhaupt. Sind Frauen in der Gruppe kommt noch das Gockelverhalten dazu - der Dünenkante entlang, da wird sie wieder ihre spitzen Schreie ausstoßen, zeig ich ihr mal wieder, was ich für ein toller Hecht bin. Ich bin ja selbst nicht frei von solchen Verhaltensweisen und wünschte mir oft, da gäbe es immer wieder mal jemanden, der einen zur Vernunft riefe! Aber es ist schwer, sich von solchen Mustern zu befreien.

Gruppendynamisch auch andere Dinge, die man sich aber realitätsnah überlegen und untereinander besprechen kann: Auf einer Reise mit Verwandtschaft fiel das Fahrzeug meines Schwagers nur wenige Stunden vor Abreise mit Motorschaden aus; als lieh ich ihm meinen eigentlich für mich eingeplanten 104-PS-Toyota und fuhr selbst mit meinem 70-PS-Syncro. Das dritte Fahrzeug war ein Über-100-PS-G-Mercedes. Libyen das Reiseziel und da ich mich dort als einziger auskannte fuhr ich fast immer an erster Position - und kam mir während der gesamten Reise vor wie der Ober-Bremser, so zäh bewegte sich mein Untermotorisierter voran. Dann gabs ganz am Ende der Reise eine Würdigung, leider erstmals, denn dabei musste ich mir anhören, ich sei die gesamte Zeit über gefahren wie ein Gestörter! Ich, vermeintlich Ober-Bremser, musste mir Vorwürfe wegen Rasens anhören! Wiederholt wären damit die anderen zu riskanten Fahrweisen verleitet worden! Da hätte man doch schon mal früher ein Gespräch zu diesem Thema führen sollen!

Auch andere Dinge sollten in der Gruppe unbedingt zuvor ganz klar gesprochen werden; fährt man im Konvoi auf Sicht, wie und wo trifft man sich, falls man sich verliert. All solche Dinge klipp und klar und vielleicht am besten tag-täglich.

Während meiner letzten Libyenreise hatte ich Reifenprobleme; da kam mir das Angebot eines Einheimischen gerade recht, mich zu sehr günstigem Preis mit seinem Fahrzeug an die Seen im Mandara-Gebiet zu fahren. Das war ein Erlebnis der Extra-Klasse! Mit welcher Ruhe und Gelassenheit dieser Mann aus New-Gabroon die Dünen anging! Da blieben an jedem Dünenkamm stets alle vier Räder am Boden. Nix mit foto-cineastisch spektakulären Weitsprüngen, wie man sie auch hier im Forum ab und zu zu sehen bekommt! Es war geradezu traumhaft. Wars beim ersten Anlauf mal nicht zu schaffen, gings wieder zurück hinab und dann vielleicht 10 Meter weiter rechts oder links erneut mit kaum höherem Tempo hinauf und drüber weg.

Aber wie gesagt, danach hattest Du eigentlich nicht gefragt. Aber ich meine dennoch, man sollte erst mal einen Schwerpunkt in Vermeidungsstrategien setzen, nicht als Thema hier, sondern als Thema für seine zukünftige Reise.

Der Gerhard
ursula
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kritische Situationen

Beitrag von ursula »

Schieflage auf Dünenkamm

später Nachmittag, fahren gegen die tiefstehende Sonne, unten am Fuss der Düne grosse Felsbrocken, runterfahren war deshalb unmöglich.
Das Auto wurde von zwei anderen 4x4 gesichert, von einem gedreht und dann grad zurückgezogen
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Schräglage an einem Dünenhang

der Geländewagen konnte mit vereinten Kräften, Schaufeln und Sandblechen wieder in normale Lage gebracht werden
Bild

PS Entschuldigung für die schlechte Bildqualität, Vorlage war ein mieser Computerausdruck :(
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