Alexander hat geschrieben:Hallo schu achbar ?,
deine Frage ist sehr berechtigt und verdient mit Sicherheit eine Disskussion.
Aus welchem Blickwinkel wollen wir das Dilemma betrachten? Aus der Sicht der Geiseln? Ich würde mich schön bei meiner Regierung bedanken, die mich im Stich läßt, nur weil sie sich das Prädikat der Unnachgibigkeit ausgestellt hat. Als steuerzahlende Geisel erwarte ich, daß die Regierung/Sicherheitsbehörden etwas für mich tun. Oder habe ich die Weitsicht und erkenne, daß ich nur der kleinere Verlust, also entbehrlich bin?
Oder aus der Sicht der Opfer, die durch die Nachgibigkeit und Zahlungswilligkeit der Regierungen neue Waffen, Sprengstoff und Logistik erkaufen, um neue Anschläge zu begehen oder Entführungen durchzuführen?
Oder aus der Sicht der Regierungen. Die sich einfach nicht erpressen lassen wollen und können, da sie die globale Verantwortung tragen, für das Wohl der Menschheit und dann auf dem großen Schachbrett einfach mal einen kleinen Bauer an die Front schicken, um König und Königin zu schützen?
Ein schwieriges Thema um notwendige Entscheidungen, um die ich keinen beneide.
Grüsse
Alexander
Hallo Alexander,
ich finde die Entscheidung keinswegs schwierig. Die Sahara war schon immer ein rechtsfreier Raum. Wo niemand ist, schützt dich auch keiner. Jeder, der in die Wüste fährt, geht aus meiner Sicht ein erhebliches Risiko für Leib und Leben ein. Und das nicht erst in den letzten Jahren. Er ist also 100% für sich und seine Sicherheit selbst verantwortlich.
Natürlich würde ich mich freuen, wenn jemand mein Leben rettet, aber nicht durch Lösegeld. Das geht immer nach hinten los.
Jeder, der in die Sahara fährt, sollte ein Schreiben unterzeichnen, dass er auf eigenes Risiko fährt und auf keine Hilfe seitens der Regierung hoffen kann. Wenn der Tourist seine Existenz nicht so wichtig nehmen würde, sollte das kein Problem sein.
Das hätte einige negative Entwicklungen der letzten Jahre zumindest deutlich verzögert, weil nur noch ein kleiner Teil gefahren wäre.
Eine Eingreiftruppe ist die adequate Antwort für Kriminelle, die den Islam für ihr Tun missbrauchen.
Die Franzosen machen es vor.
Das ist meine, zugegebenermassen harte Sicht, die erfolgreich den Vollkasko-Tourismus in der Sahara verhindert hätte.
Deshalb: kein Lösegeld für Touristen, höchstens eine Eingreiftruppe.
no risk, no fun.
Gruß aus dem heißem Kairo
Franz
Der Mensch braucht zuweilen etwas Wüste. Das Sein in der Wüste ist wie Yoga für meine Seele.