Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Sabine u. Burkhard
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Entwicklungshilfe

Beitrag von Sabine u. Burkhard »

Klar, gute Projekte gibt es einige. Sowohl von privater Seite als auch von Kirchen.
Aber ich bezweifele die immer geforderte NAchhaltigkeit. Die Projekte die halbwegs funktionieren, funktionieren nur solange ein Einfluss und Kontrolle von aussen gegeben ist. Sobald man sich zurück zieht und das Projekt unter lokales Managment stellt geht es bergab. Ich kenne kein einziges funktionierendes Projekt, das von Entwicklungshilfe gestartet wurde und unter lokalem Managment zwei JAhre auf dem Niveau der Übrgabe weiter funktioniert. Wenn jemand ein solches Projekt kennt, würde ich mir das gerne mal ansehen.
Gruß Burkhard
PS. An Kuno: Die Zeiten mit Kaffeetrinken beim DED und GTZ sind vorbei, ich werde die nicht weiter von der Arbeit abhalten.
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Kuno
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Re: Entwicklungshilfe

Beitrag von Kuno »

Sabine u. Burkhard hat geschrieben:PS. An Kuno: Die Zeiten mit Kaffeetrinken beim DED und GTZ sind vorbei, ich werde die nicht weiter von der Arbeit abhalten.
Das ist ja schon mal ein richtiger Schritt im hinblick auf eine Effizienzsteigerung :!:

Aber zu deinem anderen Punkt: Dass die Projekte nach der Uebergabe in lokale Haende schnell aus dem Ruder laufen....

Kann das auch damit zu tun haben, dass die Projekte gerne mal komplett an den lokalen Beduerfnissen vorbeigehen?

Ich erinnere mich immer gerne mit einem Schmunzeln an diese Story: Hilfsprojekt in Afrika. Schweizer Projekt. Hilfe zur Selbsthilfe. Man hat den Locals eine tolle Schreinerausbildung gegeben. Waren auch alle voll dabei und haben sich gut angestellt. Gab gute Unterkunft und lecker Essen. Die Schulschreinere war mit dem feinsten Werkzeug ausgestattet und die Trainees konnten am chluss wirklich was. Nach dem Kurs hat natuerlich -wie auch in der Schweiz ueblich - jeder sein "Gesellenstueck" mit nach Hause genommen. So als Referenz fuer die sich nun anbahnende berufliche Karriere.
Irgendwann spaeter war dann mein Bekannter, der irgendwie mit dem Projekt verbandelt war, mal "im Dorf" eingeladen. Dabei hat er dann festgestellt, dass die tiptop ausgebildeten Jungs kein Geld hatten, um sich Werkzeug zu kaufen, dass es das Werkzeug auf dem lokalen Markt so gar nicht gab und....

....dass man bei denen zu Hause halt gar keine "Chuchichaeschtli" (Kuechenkaesten) verwendete. Man sass auf dem Boden. Tat man schon immer. Auf die gefertigten Moebelstuecke war man war nach wie vor stolz aber man hatte eigentlich keine Verwendung dafuer.

Nehme an, dass so eine Musterschreinere auch recht schnell von der Schiene runterkaeme, wenn man sie erstmal in lokale Haende uebergeben haette. Das koennte ich dann aber den Locals nicht alleine in die Schuhe schieben.
Alexander
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Alexander »

Derer Beispiele gibt es genügend.

Da war noch der Dorfbrunnen, der mit einer elektrischen Pumpe betrieben wurde. Irgendwann gab die Pumpe ihren Geist auf. Ersatzteile waren nicht erhältlich und wenn dann unerschwinglich, zumindestens für lokale Verhältnisse.

Wo stehen jetzt die Traktoren herum, welche mit Entwicklungsgelder angeschafft wurden? Auch dort fehlen die Ersatzteile. Nicht, weil man keine Lust hat, sie zu besorgen....

Manchmal geht die Hilfe an den Anforderungen vorbei oder es werden die falschen Mittel zur Verfügung gestellt.

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Kuno »

Ich kenne ein Land, da stehen ueberall kaputte Maehdresscher rum. auch in Gegenden, wo es nie Getrede zum Maehen gab.

Das kann ich aber auch nicht den lokalen Bauern vorwerfen. Denn in vielen Gegenden waechst das Getreide nur sehr spaehrlich zwischen den Steinen hoch. Der Einsatz eines Maehdreschers auf so einem Feld ist ein vorprogrammierter Schaden am Maehbalken.

Und dann hat man es damals darauf angelegt, moeglichst viele Maehdrescher mit dem zur Verfuegung stehenden Geld zu kaufen. Damit konnte man mehr Bauern happy machen und damit konnte man besser "trumpfen". Regierung X stellt den Bauern 'soundsoviele' Maehdrescher zur Verfuegung.

Die kompletten Maschinen machen sich sauber aufgereit fuer's Foto einfach besser als nur die Haelfte der Karren und hintedran ein paar Kisten mit Ersatzteilen :wink:
Sabine u. Burkhard
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Sabine u. Burkhard »

naja mit einer Kiste Ersatzteile ist es nicht getan, die Ersatzteilkisten kann ich dir in Afrika zeigen, die Ersatzteile wurden zweckentfremdet, oder liegen im Dreck und Regen und die notwendige Sauberkeit beim Einbau von Lager und Dichtungen ist nicht immer gegeben.
Es fehlt m.M. oft an Verantwortungsgefühl, nach Namibia wurden mal Traktoren von deutscher Entwicklungshilfe geliefert. Diese Traktoren sieht man heute auf rückübertragenen Farmen vor sich hin rotten. Ich habe mir einige Traktoren angesehen und oft waren nur Gleichigkeiten kaputt, die man mit "basteln" wieder hin gekriegt hätte. (Bei den kommerziellen Farmern funktionierts) Der Farmer meinte lapidar: "Das ist ein Traktor den die Regierung hier her gebracht hat, die muss sich auch um die Reparatur kümmern." Und so steht der Bauer auf seinem Feld hat Hunger und bettelt und beschwert sich über die Regierung weil sie ihm den Traktor nicht repariert.
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Kuno
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Kuno »

"The machine refused to work and so I went home."

Und wenn an dann fragt, da as bereits vor 11 Tagen war, was er denn in der Zwischenzeit unternommen haette da grinst er nur breit und zuckt mit den Schultern 8)

Oder der eine Fahrer, an den ich mich erinnere. Ein stolzes Exemplar seiner Berfsgattung. Mit Handy & Sonnenbrille. Den damals noch extra importierten VW Passat 4Motion immer parat...

...er fuhr den Wagen bis der Motor kaputt war.

Die Werkstatt sagte dann, dass man vielleicht mal einen Oelwechsel haette machen sollen oder nur mal schauen, ob ueberhaupt noch Oel drin war. Er meinte nur, dass er doch als Fahrer angestellt und nicht als Oelkontrolleur...
Lothar
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Lothar »

Hallo Sabine & Burkhard,

Klasse Beitrag, er beschreibt exakt die Realität vor Ort.
Burkhard hat geschrieben:Irgendwann platzt einem der Kragen, wenn man täglich mit ansehen muss, wie unser Steuergeld und Spendengelder in großem Stil in Afrika verschleudert werden
Genau – ab irgend einem Zeitpunkt wird es unerträglich.

Wer längere Zeit in Afrika unterwegs ist, hat sich irgendwann das „dicke Fell“ übergezogen, welches einem hilft, die typisch afrikanischen Missstände zu verdauen, zu verdrängen oder zu erklären. Das ist eben die eine Seite Afrikas, die andere Seite, die wir an Afrika so schätzen, wiegt das jedoch wieder auf. Wir sind daher auf unseren Reisen bereit, uns mit den typisch afrikanischen Missständen abzufinden.

Aber das Chaos, welches die sogenannte „Entwicklungshilfe“ in allen ihren Schattierungen und Auswüchsen dort anrichtet, hat uns schon mehrfach an den Rand der Selbstbeherrschung gebracht.

Insofern sind wir euch beiden schon mal dankbar, dass ihr mit diesem Beitrag unseren Frust so zu sagen stellvertretend mit abgebaut habt.

Obwohl es kaum noch jemanden gibt, der die Entwicklungshilfe – oder besser Fehlentwicklungshilfe – in der jetzigen Form für erfolgreich hält und alle Kenner unisono nach Reformierung rufen, geht der Wahnsinn unbeirrt weiter.

Jetzt wird den Entwicklungsländern „Good Governance und E-Governance“ beigebracht, allen voran die GTZ.

Als wenn wir, der Westen, das leuchtende Vorbild seien können. Uns fliegen unsere Systeme gerade um die Ohren, aber wir wollen anderen erzählen wie es gemacht wird .......

Wie man erfolgreich „Good Governance und Demokratie“ in anderen Ländern installiert, sehen wir im Irak und in Afghanistan. Man kann nicht mal eben ganze Kulturen, Traditionen, Mentalitäten, Machtstrukturen deutschlandkonform umkrempeln.

Ein Volk muss die Chance haben, sich aus sich selbst heraus zu entwickeln.

Grüsse

Lothar
Sabine u. Burkhard
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Sabine u. Burkhard »

Hallo Lothar,
ich habe gerade eine interessante Internetseite entdeckt, die man mal ein paar Monate verfolgen sollte, bin gespannt was da raus kommt. Wir werden die Beiden wahrscheinlich in Äthiopien treffen.

Guck mal hier http://www.expedition-nachhaltige-entwicklung.de

Grüß Burkhard
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Klaus B.
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Klaus B. »

Lieber Burkhard,
warum regst Du Dich auf? Warum forderst Du eine Umgestaltung der (westlichen) Entwicklungshilfe? Warte doch ganz einfach ab, bis sich die Chinesen den Kontinent völlig unter den Nagel gerissen haben!
Wenn Du ein erfolgreiches Projekt deutscher Entwicklungshilfe suchst, es gibt viele aber leider werden die allzugerne nicht erwähnt. So, wie Du nur hörst, wer an Krebs verstorben ist und nicht, wer geheilt wurde.
Deine Kritik ist dennoch nicht ganz unberechtigt, siehe Bild.

Bild
Ich habe den ganzen Parkplatz des "Sheraton Hotels" in Abuja/ Nigeria abgesucht und habe kein Kind gesehen, dem der fette Toyo geholfen hat.

Sei gespannt auf Äthiopien, da wird alles getoppt - bis zum Erbrechen!
Gruß, Klaus
Sabine u. Burkhard
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Sabine u. Burkhard »

hallo Klaus,
ja, genau das sind die Automodelle die zu tausenden auf Afrikas Straßen unterwegs sind, nur mit unterschiedlichen Aufklebern an den Türen. Trifft man am Leichtesten vor den teuren Hotels.
Wenn Du ein erfolgreiches Projekt deutscher Entwicklungshilfe suchst, es gibt viele aber leider werden die allzugerne nicht erwähnt.
Nenn mir mal ein erfolgreiches Projekt, wo durch deutsche Entwicklungshilfe ein Anfang gesetzt wurde und das Projekt ohne weiteren Einfluss noch zwei JAhre auf dem Niveau der Übergabe oder besser funktioniert. Ich habe gesucht und kenne keins.

Ein (1) Projekt, das man sich mal ansehen kann reicht.
Gruß Burkhard
Selbst die weiteste Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt.
Klaus B.
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Klaus B. »

Hallo Burghard,
gerne nenne ich Dir ein vorbildliches Projekt nicht, aus einem einfachen Grund: Es könnte nach Eigenlob riechen. Ich will aber ausnahmsweise über meinen Schatten springen.
In Kano, Nigeria gibt es eine "School of Technology", dorthin war meine Frau 4 Jahre von einer deutschen Institution entsendet. Ihre Aufgabe war es, den Holzbereich aus einem desolaten Zustand in eine funktionsfähige Abteilung zu führen so daß ein Ausbilden und Lehren (nach unserem Standard) mit einheimischen Lehrern möglich war. 16 Jahre nach unserer Rückkehr waren wir dort, der Lehrbetrieb funktioniert reibungslos und - alle Maschinen, die Deutschland spendete, waren in Betrieb. Nicht eine Schraube fehlte, und das in Nigeria!
Fahr hin und schau Dir's an, wenn Du's nicht glaubst.
Frohe Weihnacht,
Klaus
Sabine u. Burkhard
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Sabine u. Burkhard »

Hallo Klaus,
natürlich glaube ich deine Ausführungen, dass es dieses erfolgreiche Projekt in Nigeria gibt, habe da überhaupt keinen Grund zu zweifeln. Ist ja auch beruhigend, dass die Situation nicht ganz so schlecht ist, wie sie sich mir bisher dargestellt hat.
Viele Grüße aus Nairobi
Burkhard
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OECD kritisiert Deutschland für zu niedrige Entwicklungshilfe

Beitrag von Birgitt »

Deutschland zahlt weniger Entwicklungshilfe als versprochen und wird scharf kritisiert. Besonders in Afrika fehlt das Geld. Insgesamt 21 Milliarden Dollar weniger Entwicklungshilfe als 2005 versprochen werden die Geberländer in diesem Jahr zahlen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland und andere Länder dafür kritisiert. Fünf Jahre nach dem G-8-Entwicklungsgipfel von Gleneagles bleibe ein Teil der führenden Industriestaaten hinter den Zusagen zurück, stellte die in Paris ansässige Organisation fest. Zwar bekämen die Entwicklungsländer dieses Jahr voraussichtlich 27 Milliarden Dollar (19,8 Milliarden Euro) mehr als 2004, aber dennoch bei weitem nicht so viel wie vereinbart ...

OECD kritisiert Deutschland für zu niedrige Entwicklungshilfe
17.02.2010 - Zeit

Gruß
Birgitt
tom schwarzegurken
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von tom schwarzegurken »

auch wenn mein beitrag wieder gloescht wird

afrika !!! bedarf keinerlei entwicklungshilfe es ist vergeudetes geld. kein mensch in de glaubt das. die mentalitaet ist, der etwas staerker pickmentierten ist, es der geld fuer nichts zu bekommen versucht ob es der parkplatzboy oder der minister ist, es macht keinen unterschied. der weisse mann braucht nur am arm schuetteln und schoen faellt geld heraus das ist das realle denken. ich lebe in afrika und ich sehe es jeden tag.
bitte liebe deutsche bringt sie besser zur besinnung als sie tot zu kaufen
Birgitt
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Re: Entwicklungshilfe einstellen - fairen Handel anstatt

Beitrag von Birgitt »

tom schwarzegurken hat geschrieben:auch wenn mein beitrag wieder gloescht wird
Hallo Tom,

da es sich bei deinem Posting um ein Doppelposting mit identischem Inhalt handelte, haben wir das doppelte gelöscht. Darüber bist du auch sofort per PN informiert worden.

Dein Posting findest du hier:

Alle schauen weg - und die Kornkammer Afrikas ist tot!

Gruß
Birgitt
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