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Abenteuer in den Strassen von Kairo

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen...

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 11:26

Morgendliche Ruhestörung

Gegen 6:00 Uhr wache ich durch Schreie auf. Kurze heftige Schreie. Keine Schreie, die Schmerz oder Panik verursachen. Es muss sich draußen in der Nähe meines Zimmers etwas anderes abspielen.

Auf dem Weg zur morgendlichen Dusche entdecke ich einen älteren Herrn, der einem jungen Mädchen Kung Fu Verteidigungstechniken lehrt. Der Herr, vermutlich der Vater oder Großvater des jungen Mädchens, trainiert Bewegungsabläufe, die dem Mädchen vermutlich helfen sollen, sich gegen Angriffe zu verteidigen. Sind es die Sorgen des Mannes, dass das Mädchen Angriffen von Männern ausgesetzt werden sein könnte? Angriffe, besonders sexueller Natur, von denen man in der Presse immer wieder liest?

Eigentlich steht heute der Besuch des Khan al Kallili Marktes auf meinem Programm. Ich mache mich also auf in Richtung Nord Osten. Die Straßen sind noch relativ leer. In der nähe des Talaat Harb Square spricht mich ein älterer Herr vor seinem Lebensmittelladen an.

Hello, where are you going?

Khan al Kallili Market, lautet meine Antwort.

Der Herr meint, dass am Markt heute nicht viel los sei, da heute und morgen Feiertag ist. Auch in Kairo wird das Osterfest gefeiert. Said, so stellt sich der 68jährige vor, bietet mir an, auf einem Stuhl vor seinem Laden platz zu nehmen und mit ihm einen Tee zu trinken. Said erzählt mir, dass er viele Jahre für die Security gearbeitet hat und jetzt diesen Laden betreibt. Er öffnet ihn morgens um 6:00 und wartet dann, bis ein Angestellter den Tagesbetrieb übernimmt. Gegen 8:00 macht sich Said dann wieder nach hause nach Giza. Zum Tee knabbern wir einige Plätzchen. Das Alter sieht man Said nicht an. Er ist gut durchtrainiert, nur die Knie machen ihm zu schaffen meint Said. Der alte Geschäftsmann klagt auch über die derzeitige Situation in Ägypten. Ich frage ihn, was die Revolution gebracht hat. Er meint nur: hör auf von Revolution zu sprechen. Nach einer Revolution sollte eigentlich alles besser werden. Tatsächlich wurde danach alles viel schlechter und zwar in einer Geschwindigkeit, wie wir es nicht erwartet haben. Auch Said hofft auf die Wahlen und dass Sisi der starke Mann sein wird, der in Kürze alles richten wird. Die Muslimbrüder hätten viele Versprechen gemacht, aber nichts davon gehalten.

Said stellt mir einen pensionierten Polizeigeneral vor, der mit seinen zwei Enkelinnen an Saids Laden vorbeikommt. Der General betreibt immer noch eine Securityfirma.

Gegen 8:00 Uhr trifft Saids Angestellter ein. Said übergibt ihm den Laden und fragt mich, ob ich ihn ein Stück in Richtung Giza begleite. Ich nehme gerne an und wir machen uns zu Fuß auf zum nahegelegenen Midan Abdel Monheim Riyad, dem Busbahnhof, von dem Busse in alle Richtungen bis zum Flughafen abgehen. Wir bezahlen 1 £E pro Person und schon sind wir unterwegs in Richtung Pyramiden.

Said hat drei Töchter und zwei Söhne und freut sich immer wieder zu seiner Familie nach hause kehren zu können. Zunächst zeigt er mir noch die Umgebung. Im staatlichen Reitstall (wenn ich das so richtig verstanden habe) nehmen wir noch einen Tee und sprechen mit einem Tourenveranstalter, der klagt, dass die Touristen ausbleiben. Die Pferde und Kamele stehen in den Ställen, ohne dass sie für ihre eigentliche Aufgabe, Touristen durch die Landschaft zu tragen eingesetzt werden können. Nach der Revolution, als sich die Angriffe und Diebstähle auf dem Gelände der Pyramiden häuften, wurden hohe Eisenzäune um das Gelände errichtet, sagt der Tourguide, um zu verhindern, dass Diebe über die Mauern klettern. Ich war schon einmal vor einigen Jahren hier. Heute, ohne Touristenbetrieb ist es hier totenstille.

Said und ich gehen gemeinsam zurück zur Bushaltestelle, wo wir uns voneinander verabschieden.

Ich beschließe, auf den Bus zu verzichten und laufe die knapp 14 Kilometer über den Giza Square zurück zum Nil.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 12:41

Märkte und das Leben in Giza

Um sicher zu gehen, auch den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, bemühe ich mein GPS. Ich muss zunächst nach Links, um später die Straße nach rechts in Richtung Giza Square einzuschlagen.

Architektonisch werden viele Teile Kairos durch schöne Moscheen bestimmt. Einige kann man sogar als Nichtmoslem außerhalb der üblichen Gebetszeiten besuchen.

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Es gibt kaum ein Plakat, Bushaltestelle oder sonstige Einrichtungen, die nicht mit dem typischen CC besprüht oder bemalt sind. Die Buchstaben repräsentieren den vermutlich künftigen Präsidenten al Sisi. Kann man den Graffitis Glauben schenken, dann scheint Sisi wirklich der große Hoffnungsträger des Landes zu sein. Die Zukunft wird es zeigen, ob Sisi die in ihn gesteckten hohen Erwartungen erfüllen kann.

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Knotenpunkte wie Bushaltestellen oder Brücken eignen sich besonders für Märkte.

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Die Fahrer schreien lauthals das Ziel ihrer Fahrt in die Menge und erleichtern so dem potentiellen Mitfahrer die richtige Wahl seines Transportmittels. Als Tourist fragt man am besten einen der Fahrer, welcher Minibus in die gewünschte Richtung fährt. Für ein paar ägyptische Pfund kann man fast jedes Ziel erreichen. Der Fahrpreis wird im Bus bezahlt. Sitzt man ganz hinten, wird das Geld einfach über die anderen Fahrgäste nach vorne gereicht. Das Wechselgeld erhält man auf die gleiche Weise wieder zurück.


Eine kleine Unstimmigkeit über die geltenden Vorfahrtrichtlinien verursachen einen kurzen Streit auf der Kreuzung und natürlich einen noch längeren Stau, in welchem die Fahrer lautstark mittels Hupen den Unmut über die Verzögerung zum Ausdruck bringen. Nach kurzer Zeit haben sich die Streithähne geeinigt und der Stau löst sich langsam aber sicher wieder auf.

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Diese Gefährte dürften wohl die Kleinstausgabe öffentlicher Verkehrsmittel darstellen.

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Der Coma Club. Wie dieser Club zu seinem Namen kam, konnte ich leider nicht herausfinden :)

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Der nächste Stau kündigt den nächsten Verkehrsknotenpunkt an: den Giza Square.
Teilweise kommt der Verkehr vollkommen zum Stillstand.

Ein älterer Herr versucht mir auf eine sehr aufdringliche Art und Weise klarzumachen, dass es für mich extrem wichtig wäre, mit ihm als Guide eine Rundreise zu den ägyptischen Sehenswürdigkeiten zu unternehmen. Der Mann ist so penetrant, dass sich gleich ein zweiter Herr einschaltet und meint, er sollte mich gefälligst in Ruhe lassen. Ich bedanke mich bei meinem Verteidiger mit einem freundlichen shukran und folge weiter dem Stau. Ich glaube, an diesem Tag habe ich alle möglichen Töne, Akkorde, alle möglichen Oktaven und Dissonanzen kennengelernt, die Hupen in der Lage sind von sich abzugeben. ;)


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Der Markt am Giza Square

Hochbrücken eignen sich besonders für Märkte. Unter den Brücken ist es schattig und etwas kühler als außerhalb ihres Sonnenschutzes. Hier drängen sich die Verkäufer und bieten nahezu alles an. Viele Käufer machen von dem reichhaltigen Angebot gebrauch.

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Ob Brot…

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… Fisch …

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… Obst und Gemüse …

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Während ich so durch den Markt schlendere, bettelt mich eine Frau mit einem Kind auf dem Arm um Geld an, in dem sie ihre Hand zum Mund führt und andeutet, dass sie und ihr Kind etwas zu essen benötigen. Ich gebe ihr einen Schein. Noch ehe ich es verhindern kann ergreift sie meine Hand und küsst sie. Ich ziehe meine Hand wieder zaghaft zurück und tauche in der Menge wieder unter.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Heinrich » 01.05.2014 13:26

Alexander hat geschrieben:
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Als ich weiter nachfrage, ob ich auch den Innenhof mit dem feudalen Gebäude fotografieren darf meinte er nur kurz: Police Club
(...)
Wenn ich sehe, wie die Menschen mit dem Wenigen auskommen müssen, das sie haben, oder auch nicht und welches Leben sich die "Staatsdiener" gönnen, frage ich mich schon, ob das so alles richtig sein kann.


Bemerkenswert ist auch, dass das Fahrzeug Zollkennzeichen (Salum) trägt. Gleiche Schilder hat man als Tourist bei der Einreise bekommen. Es ist allerdings wohl kaum anzunehmen, dass das Fahrzeug aus Libyen kam...

Herzlichen Dank für deine Beiträge.

Gruss

Heinrich
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 15:03

Danke Heinrich.

Kann es vieleicht sein, dass das Fahrzeug nur für diese Festlichkeit "Importiert" wurde? Was bedeutet Zollkennzeichen in diese Zusammenhang? Kann man das Fahrzeug damit nur einführen oder berechtigt es auch wieder zur Ausfuhr?

Grüsse
Alexander
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Heinrich » 01.05.2014 15:40

Hallo Alexander

Ich habe seinerzeit diese Schilder (wie vergleichbare in Libyen) an der Grenze erhalten und montieren müssen. Dazu gabs auch den entsprechenden Fahrzeugausweis. Auf dem Schild steht arabisch جمرك = Zoll und Salum + die Nummer. Links daneben alles identisch in Englisch. Bei der Ausreise z.B. in Nuwaiba musste alles in stundenlanger Prozedur wieder abgegeben werden.

Gruss

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 19:16

Zurück zum Nil

Irgendwie schaffe ich es, dass ich zwei Brücken zu weit südlich von der Kasr al Nile Bridge, die zum Tahrir Square führt den Nil erreiche.

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Also geht es am Westufer des Nils entlang Richtung Ahmed Morsi Street …

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… über den Giza Zoo. Von Außen erkenne ich einige Tiere. Der Zoo scheint gut besucht zu sein. In einer Seitenstraße stehen Panzer in Bereitschaft, die vermutlich eingesetzt werden, wenn es wieder zu Unruhen am Tahrir Square kommt.

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Der Wegweiser nach El Dokki zeigt mir an, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde.

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Auf Höhe der Al Gaama Bridge befindet sich der …

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… Eingang zum Zoo, der offensichtlich gut besucht ist.

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Gestrandete Boote und alte Wracks findet man gelegentlich am Nilufer.

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Der weithin sichtbare Cairo Tower zeigt mir an, dass ich es bald geschafft habe.

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Es gibt einige interessante Museen für den Liebhaber von Kultur und Geschichte.

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Dieses Gebäude war einst im Besitz einer der Mubarak Söhne. Während der Revolution ging es in Flammen auf. Seitdem steht es als Erinnerung an die Revolution am Nil. Ob es eines Tages abgerissen wird und das zerstörte Gebäude einem anderen weichen wird konnte mir niemand sagen.

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Auf der Nilbrücke spricht mich wieder ein älterer Herr an. Er sei Künstler und möchte mir seine Visitenkarte geben, die er natürlich in seinem Shop bereitliegen hat. :mrgreen: Kennen wir diese Masche nicht schon? Ich bin aber zu erschöpft von dem Fußmarsch und der Hitze des Tages und gehe zurück ins Hotel. Ich genehmige mir einen kurzen Nachmittagsschlaf und eine Dusche, bevor ich mich am Abend in das Nachtleben Kairos stürze.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 20:07

Das Nachtleben in Kairo

Frisch gestärkt geht es zunächst auf einen Tee in einer der Teestuben am Square. Der Teeladen entwickelte sich in dieser Woche zu meinem Lieblingsplatz. Von dort aus kann man das Treiben am Tahrir gut beobachten. Man kommt ins Gespräch mit anderen Menschen, die sich für den Fremden interessieren und die gerne Neuigkeiten aus der Fremde erfahren wollen. Ebenso bin ich neugierig auf alles, was die Menschen hier betrifft. So kommt es häufig zu interessanten Begegnungen und Gesprächen.

Mittlerweile ist der Abend hereingebrochen und die Lichter der Geschäfte beleuchten die Straßen. Ich mache mich wieder auf den Weg Richtung Nordosten zum Taalat Harb Square. Die Strassen sind voller Menschen. Ich habe den Eindruck, dass heute ausnahmsweise die Fußgänger Priorität vor den Autos haben.

Die Gehwege sind ausgefüllt mit Verkaufständen. Ich kann mich nur langsam durch die Menschenmenge bewegen. Grosse Lautsprecher wurden aufgestellt, aus denen in maximaler Lautstärke orientalische Musik dröhnt. Die Qualität der Lautsprecheranlagen bringt aber die Musik trotz der Lautstärke gut zur Geltung.

An einem Verkaufsstand gibt es Tumulte mit Handgreiflichkeiten. Ein junger Mann hat sich an einem Stand bedient, ohne dafür zu bezahlen. Das sollte man natürlich nicht tun. Die Geschädigten verstehen da keinen Spaß.

Am Taalat Harb Square überquere ich die Strasse, wo ein anderer Stand aufgebaut wurde. Dort preist ein Verkäufer auf ungewöhnlich Weise seine Waren an. Er steht auf einem Tisch mit einem Schild in der Hand und schreit in die Menge.

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Mich spricht ein Mann mittleren Alters an.

Hey, were are you from?

Ich erkläre, dass ich aus Deutschland komme und ich mir hier einige Tage Kairo anschauen möchte. Der Mann stellt sich als Omar vor und erklärt mir, was gegenüber der Straße abgeht. Der Marktschreier ist ein Verkäufer vom Land und bietet seine Waren an. Die Art und Weise des Verkaufs, erklärt mir Omar, ist hier sehr ungewöhnlich und die Passanten bleiben stehen und sehen dem bunten Treiben eher belustigt zu, als dass sie für die Waren des Verkäufers Interesse zeigen.

Omar kennt einen ruhigen Platz, wo man einen Tee trinken könnte. Wir machen uns auf den Weg in eine enge Gasse in der es einen kleinen Platz mit Stühlen gibt. Wir nehmen Platz und bestellen Tee.

Omar erzählt mir aus seinem Leben. Er hat zehn Jahre bei der Armee als Panzerfahrer gedient. Er erzählt mir alle Einzelheiten eines russischen T55. Seit dem er den Dienst quittierte ist Omar arbeitslos. Er lebt alleine, bekommt etwas Unterstützung vom Staat und von seinem Vater. Es reicht aber mehr schlecht als recht. Omar spielt mit dem Gedanken wieder zurück zum Militär zu gehen. Die Aussichten sind aber schlecht.

Omar wünscht sich eine Partnerin, mit der er das Leben verbringen kann. Er hat das Alleinsein satt.

Das Gespräch schwenkt auf das Thema Politik. Omar meint, dass es derzeit nur einen chancenreichen Kandidaten gibt und dass wäre Sisi. Auf ihn bauen die Erwartungen und die Hoffnung ist groß, dass der neue Präsident die Probleme schnell beseitigen wird, alles besser werden wird.

Wir sprechen über den Einfluss der Russen und der Amerikaner auf das Land und die Probleme in Syrien. Irgendwann fragt Omar: Hast du Lust? Lass uns eine Bar besuchen.

Die Bedienung, eine bildhübsche Ägypterin serviert uns die Getränke. Sehr bald zeigt sie Interesse für den Fremden. Sie erzählt mir, dass sie Katzen liebt und fragt mich, ob ich verheiratet bin. Sie lässt mich nicht mehr aus den Augen und ihre Intentionen werden mir bald klar.

Nach einigen Drinks wechseln wir die Lokalität, nicht ohne das mir die 30jährige das Versprechen abnimmt bald wieder zu kommen.

Dieses Mal landen wir in einer Bar. Wenn ich mich recht erinnere hieß die Bar Africana. Omar erklärt mir, dass sich hier vor allem Afrikaner treffen. Vor allem Äthiopier, Sudanesen und Somalis trifft man hier an, aber auch Gäste aus anderen afrikanischen Ländern. Omar berichtet, dass man hier leicht weibliche Bekanntschaften knüpfen könnte. Ich habe aber kein Interesse. Ägypten zählt zu den Ländern mit der höchsten Hepatitis Rate und die AIDS Quoten stiegen auch in den letzten Jahren. Man sollte daher bei "Abenteuer" dieser Art sehr vorsichtig sein oder besser ganz auf sie verzichten.

Die Musik hört auf zu spielen. Wir bezahlen und machen uns auf den Nachhauseweg.

So voll und laut die Strassen vor einigen Stunden noch waren, umso ruhiger und dunkler sind sie nun nach Mitternacht. Kairo ist in einen kurzen Tiefschlaf verfallen, von dem die Stadt in einigen Stunden wieder erwachen wird.
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 20:08

Kann mir bitte jemand sagen, was auf diesem Schild steht?

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Danke ;-)

Grüsse
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon birgit » 01.05.2014 20:29

He, Leute (untere Zeile), ich bin ein Bandit! :lol:

Diese Angabe aber ohne Gewähr...
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 20:57

Hallo Zusammen,

noch eine Anmerkung zu den CC Grafitis. Ich wurde gerade im Zickes Forum daraufhingewiesen, dass diese Grafitis nicht unbedingt von Sisi Supportern sondern auch von Gegner stammen können. Teilweise wird CC und dann zusätzlich z.B. Verräter geschrieben, dies dann aber übermalt. Evlt. kann jemand die arabischen Schriftzeichen entziffern. Evtl. habe ich die Grafitis falsch interpretiert.

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Danke

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 01.05.2014 21:19

Hallo Birgitt,

birgit hat geschrieben:He, Leute (untere Zeile), ich bin ein Bandit! :lol:

Diese Angabe aber ohne Gewähr...


Bandit? Das würde passen :lach:

Grüsse
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon birgit » 01.05.2014 21:39

So steht's jedenfalls in meinem Wörterbuch. Ich kenne das Wort nicht, man braucht so eines doch eher selten :)

sagt die Birgit mit einem t
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Stefanie » 02.05.2014 01:14

Alexander,
Auf dem Schild steht tatsaechlich 'ana harami ya nas'.. ein Dieb, Leute

Was die CC angeht, so steht meist Hund oder Schlaechter dahinter. In der Regel findest du im Zusammenhang mit dem CC Negatives. Die Befuerworter schreiben Sisi...
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 02.05.2014 07:29

Hallo Stefanie und Birgit,

dann sieht es so aus, als würde der Verkäufer eine Art "Negativwerbung" zu machen, um auf sich aufmerksam zu machen. Eine interessante Strategie ;-)

Ein Bekannter aus Ägypten nannte Sisi in einer Email "Butcher", also Schlächter, was auch deiner Übersetzung entspricht. So muss ich meine Aussage von oben revidieren.

Danke nochmal für die Übersetzung

Grüsse
Alexander
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Stefanie » 02.05.2014 10:04

Alexander,
auf der ' Bushaltestelle' tatsaechlich rechts 'ars' (so etwas wie A...loch) in der Mitte 'qatil' (Schlaechter) und unten etwas ganz Schlimmes...das koennen meine Kids tatsaechlich nicht uebersetzen ;-)

Solche Schreibereien findest du sogar bei uns im Ort! Er ist nicht ueberall wirklich geliebt...
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