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Abenteuer in den Strassen von Kairo

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Surfy » 02.05.2014 11:09

Danke für die Bilder & den Bericht, Kairo selber spielt in den Transafrika Reiseblogs ja meist keine so grosse Rolle.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 03.05.2014 09:14

Hier noch ein kurzes Video in Sachen Verkehrsfluß in Kairo 8)

phpBB [video]


Grüsse
Alexander
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Uwe Schmitz » 03.05.2014 11:48

bohhh äh !!!
da reicht ja die zeit, die die autos AUF der kreuzung stehen, locker zu 'nem radwechsel, und coffee to go müsste hier coffe to stand/to stop heissen...
und diese kreuzung ist eigentlich gar nicht so frequentiert! :roll:
so extrem zähflüssig hab ich's mitten in kairo noch nicht gesehen, ist natürlich auch ne tolle perspektive.
vielen dank fürs einstellen und
frohes fahren in kairo (das kennt alexander ja wohl aus eigener erfahrung noch nicht :) )
uwe
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Uwe Schmitz » 03.05.2014 12:28

Surfy hat geschrieben:Danke für die Bilder & den Bericht, Kairo selber spielt in den Transafrika Reiseblogs ja meist keine so grosse Rolle.
Surfy


hallo und @surfy:
da gab's schon etwas, 2007 in Kairo:
Lowcost Kairo - Fotoserie

viel spass auch an diesen bildern
LG
uwe
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 03.05.2014 19:23

Der (Un)Sinn eines Plans

Als ich meine Reise nach Kairo plante, hatte ich einige Points of Interest im Auge, die ich besuchen wollte. Sehr schnell lerne ich aber, dass jeder Plan zwecklos ist. Man muss sich von diesem Rhythmus einfach anstecken und sich treiben lassen. Man findet eine kleine Gasse, in die mich meine Neugierde verschlägt. Ich entdecke neue Menschen und lerne sie kennen. Neue Treffpunkte. Nach einem Tee und einem mehr oder weniger langen Gespräch treibt es mich weiter durch die mit Leben erfüllten Gassen. Zwangsläufig verliert man sich in ihrem Gewirr, dem Gassenlabyrinth. Irgendwie kommt man aber immer wieder zurück.

Heute wollte ich eigentlich zur Zitadelle. Ich mache mich auf zum Busbahnhof Midan Abdel Monheim Riyad, der knapp einen dreiviertel Kilometer nördlich des Tahrir Squares an der 6 October Bridge liegt.

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Aufgrund des Feiertags sind die Strassen verhältnismäßig leer und das Risiko von einem Verkehrsteilnehmer überrollt zu werden ist relativ gering ;)

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Heute, am Montag herrschen fast europäische Verhältnisse auf Kairos Strassen. Das Einzige, was auffällt, ist ein überdimensionales Plakat des Präsidentschaftskandidaten.

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Während ich nach meinem Bus mit der richtigen Nummer Ausschau halte, dringen laute und rhythmische Musik zu mir herüber. Ich lasse Bus Bus sein und folge der Musik.



Vorbei an der Sharia Ibn el Vazri liegt unter der 6 October Bridge ein Markt der sich unter der schattigen Brücke entlang zieht. Von Autoreifen über Obst und Gemüse gibt es praktisch alles.

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Es gibt einige Bäckereien, die ihre Waren verkaufen. Das Meiste ist mir fremd und ich beschließe aber, dass es nicht mehr solange bleiben wird und probiere jedes Teil. Es gibt gelbes Brot, eine art Toast oder Zwieback, das leicht nach Anis schmeckt.

Diese Dreiecke mit Sesamkörnern finden nicht so meinen Geschmack. Sie sind zwar schön knusprig, aber es fehlt ihnen an Geschmack. Mein Favorit wird ein rundes oben braun gebackenes Teigteilchen, das innen mit Dattelmarmelade gefüllt ist. Einfach lecker :)

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Jeans gibt es auch. Sogar im Original, was durch den Deutschen Bundesadler offensichtlich bestätigt werden soll. :)

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Bekleidung steht hier auch im Angebot. Die Ausstellung derselben erscheint mir aber schon etwas Abschreckend. Vielleicht sollte der Marketingmanager seine Strategie nochmals überdenken. :mrgreen:

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Am Ende des Marktes führt die 6 October Bridge …

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… führt die Brücke über den Nil.

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Ein wohl schon vor längerer Zeit aufgegebenes Boot. Ich fühle mich in das Buch Die dunklen Straßen von Kairo von Parker Bijal versetzt. Der Held dieses Krimis, ein Privatdetektiv, wohnt auf so einem alten fast verfallenen Boot. Ok, dieses Stück Strandgut hat definitiv schon die besten Jahre hinter sich.

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Besser in Schuss ist dieser Dampfer. Einst im Besitz der Mubaraks, steht die Maxim wieder im Staatsdienst.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 03.05.2014 21:24

Das Nilufer, Feste und die syrische Mafia

An diesem zweiten Osterfeiertag sind die Ägypter mit ihren Familien unterwegs.

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Nilpanorama (zur Vergrößerung aufs Foto klicken)

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Sie nutzen den freien Tag für Spaziergänge entlang des Nils oder besuchen die Osterfeste, die an den Nilbrücken veranstaltet werden. Das Epizentrum dieser Feste scheint sich an der 6 October Bridge etabliert zu haben.

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Ich habe keine Ahnung, ob diese alten Seelenverkäufer noch in Betrieb sind. Es ist vermutlich gut, dass sie am Ufer liegen und glaube kaum, dass sie noch einer Nilüberquerung standhalten könnten.

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Die Polizei fährt Patrouille auf dem Nil. Mit Blaulicht und Sirene rasen sie den Nil auf und ab.

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Entlang des Nils gibt es Gärten und ich erinnere mich an die alten Geschichten, als der Nil noch nicht von einem Staudamm bezwungen war und der Fluss über die Ufer stieg, um das Land zu bewässern und seinen fruchtbaren Schlamm abzulagern.

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The Coffee Company. Ein Schiff, dass zu einem Restaurant umgebaut wurde und dass zum nachmittäglichen Tee oder Kaffee einläd.

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Das Fest. Angeboten werden kalte und warme Getränke. Ich bin hungrig und ein älterer Herr meint, ob ich nicht die Pasta versuchen möchte. Ich lasse mich nicht lange betteln und für ein paar Pfund gibt es einen Topf mit Pasta, extrascharfer Sauce mit angedünsteten Zwiebeln.

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Als Dessert gibt es Eis. Es gibt viele Eisstände auf diesem Fest. Und wer mich kennt weiß, dass ich keinen auslassen werde :)

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Ich verlasse das Fest in Richtung Süden und während ich so am Nil entlang schlendere hält neben mir ein schwarzer Kia an. Ein Mann spricht mich an: Hello, Police! und streckt mir kurz seinen Polizeiausweis entgegen. Ich sehe den Ausweis nur kurz. Was ich aber sehe genügt mir, um festzustellen, dass es sich bei diesem Mann niemals um einen Polizisten handeln kann. Der Polizeiausweis ist eine Fälschung.

Die Plastikkarte, die mir der ca. 48jährige entgegenstreckt in blaue Farbe gehalten und in der rechten oberen Ecke steht Police. Aus früheren Kontrollen weiß ich, dass der richtige Ausweis eine gelblich/beige Hintergrundfarbe besitzt auf der in arabischer und dunkelgrüner Schrift die Art des Ausweises und sein Träger verzeichnet ist. Nur auf der Rückseite steht Police Office.

Der Mann fordert meinen Reisepass und fragt gleichzeitig, ob ich Drogen oder eine Pistole hätte und erkundigt sich danach, ob ich Dollars oder Euros bei mir hätte. In diesem Falle sollte ich sie ihm aushändigen. Ich lehne sein Ansinnen ab. Die wirkliche Polizei fragt nicht nach Dollars oder Euros.

Give me your Passport and your money wiederholt der falsche Staatsdiener.

Vehement weigere ich mich überhaupt irgendetwas auszuhändigen und äußere meine Zweifel, dass es sich bei meinem Gesprächspartner um einen Polizisten handelt. Als auch noch zwei Polizisten in weißer Uniform auftauchen, wird der falsche Polizist nervös und ruft in Richtung Beifahrer: Go, Go! worauf die beiden Männer die Flucht antraten.

Einige Tage später erfahre ich von einem Polizisten, dass es sich um eine syrische Bande handelt, nach der Bereits gesucht wird. Ein Japaner hatte mir vor einigen Tagen schon von seinen Erlebnissen mit diesen Wegelagerern erzählt. Ihm wurde einiges an Geld abgnommen.

Nach diesem Erlebnis sehne ich mich nach einem Glas Tee und ich mache mich zurück in Richtung Square.

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Auf dem Rückweg entdecke ich noch einige Mauern, die über einige Straßen hochgezogen wurden. Das Militär hat sie errichten lassen, um Demonstranten den Zugang zu verwehren.

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Nach einigen Stunden Ruhe, treffe ich mich am Abend wieder mit Omar, um weitere Abenteuer im Nachtleben Kairos zu erleben. Nicht ohne in unserer Lieblingsbar vorbeizuschauen :)
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 04.05.2014 12:34

Ersatzteilemarkt

Nach den beiden Feiertagen ist am Tahrir Square wieder die Hölle los. Der Verkehr kommt im Kreisverkehr fast zum Erliegen.

Die Höhe der Gehsteige entspricht etwa dem doppelten bis dreifachem der Höhe unserer Randsteine. Das ist auch gut so. Sonst hätten die Fußgänger überhaupt keine Chance im Straßenverkehr zu überleben und müssten sich den Platz wahrscheinlich auch noch mit den Autos teilen. ;)

Panorama Zum Vergrößern draufklicken

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Die Temperaturen klettern heute über 40º Grad Celsius. Zu heiß für lange ausgedehnte Spaziergänge. Darum unternehme ich nur einen kurzen Ausflug den Nil entlang.

Ein Interview am Nilufer. Wer hier interviewt wird und warum entzieht sich mir mangels ausreichender Sprachkenntnisse. Ich wünsche mir wenigstens etwas von dem zu verstehen, was die Menschen hier sprechen. Es würde die Kommunikation wesentlich erleichtern.

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Auf der Ostseite der 6 October Bridge gibt es einen Markt. Einen Markt nur für Männer :) Hier findet der ambitionierte Schrauber alles, was sein Herz begehrt. Stoßdämpfer, Zylinder, jedes erdenkliche, wenn auch meist gebrauchte Ersatzteil für den fahrbaren Untersatz.

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Ein Warnschild? Der Totenkopf lässt es vermuten. Die Schrift auf der Tafel kann ich leider nicht entziffern.

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Markt und Politik scheinen nicht im Widerspruch zu stehen. Unter überdimensionalen Wahlbannern werden Autoersatzteile angeboten.

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Sogar das Vorder- und Hinterteil eines Mercedes kann man hier erstehen. Preis? Verhandlungsache :)

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Hier gibt es koptische Kirchen. Der Stadtteil Shobra ist einer der koptischen Stadtteile Kairos.

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Bunte Graffitis weißen unter einer Brücke auf die historischen Sehenswürdigkeiten Ägyptens hin.

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Auf der anderen Seite zugänglich über eine Seitengasse gibt es mehr bodenständigere Artikel für den Haushalt.

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Politische Statements. Das alte Feindbild.

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Vor manchen Einrichtungen wurden diese Betonbögen aufgestellt. Sie sollen helfen die Wucht von Bombenanschlägen zu minimieren.

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Wegweiser kündigen das Ägyptische Museum an …

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… das man schon vom Tahrir Square gut erkennen kann. Ein 10 minütiger Spaziergang und man steht vor dem Museum.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 04.05.2014 18:17

Die Zitadelle

Heute steht die Zitadelle auf dem Programm. Am Busbahnhof Midan Abdel Monheim Riyad warte ich auf einen der grünen Busse mit der Nummer 1489. Die Nummern der Linien können sich aber ändern. Am besten fragt man einen der fliegenden Teeverkäufer. Den jungen Mann, den ich gefragt hatte, wusste den kompletten Fahrplan auswendig, ohne auch nur überlegen zu müssen

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Während ich auf meinen Lift in Richtung Zitadelle warte, spricht mich ein älterer Herr an.

Where are you going?

"Zur Zitadelle", lautet meine Antwort.

Oh, das ist nicht gut, meinte der hilfreiche Herr. Die Zitadelle hat heute geschlossen.
Gleichzeitig offeriert er mir ein "Alternativprogramm". Er könnte mir Giza zeigen, die Pyramiden und alles, was so für Touristen interessant ist. Als ich ihm erkläre, dass ich die Pyramiden schon in- und auswendig kenne und ich vor einigen Tagen schon in Giza unterwegs war meint der Herr, dass die Zitadelle wohl doch geöffnet hätte. Nice try :mrgreen: denke ich mir und bestelle einen Tee, um die Wartezeit zu verkürzen.

Da ich der erste im leeren Bus bin, sichere ich mir einen Platz in der Nähe des Ausgangs. Im vollgepackten Bus wird es später schwer sein, sich einen Weg durch die dichtgedrängte Menschenmasse zu bahnen, um den Bus zu verlassen.

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Die Fahrt geht durch Kairo an Haltestellen und Märkten vorbei. In der Nähe der Zitadelle werden die Straßen immer enger und enger und ich denke mir schon, hier musst du raus. Irrtum! Wie ein großer Fremdkörper bohrt er seinen Weg durch die Menschenmassen. Manchmal habe ich den Eindruck, als würde keine Briefmarke mehr zwischen den Bus und den geparkten Autos passen.

Irgendwann nickt mir der Fahrer zu und meint: The Zitadell. Ich springe vom Bus und laufe den Rest des Wegs zu Fuß.

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1176 baute Saladin die Festung auf einem Hügel über der Stadt mit der Nasir Moschee. Damals diente die Festung als Regierungssitz und Gefängnis, in dem auch Gefangene gefoltert wurden. Heute hat sich das Bollwerk in eine Touristenattraktion mit verschiedenen Museen gewandelt.

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Die "Futterluke" über welche die Gefangenen versorgt wurden.

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Einst zog sich die Stadtmauer von der Zitadelle bis zur heutigen Ramsis Street. Die Kanonen zeugen noch heute von den Verteidigungslinien.

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Von der Zitadelle aus hat man einen schönen Panoramablick über Kairo und die Mohammed Ali Moschee.

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Zitadellenpanorama zur Vergrößerung auf das Fotoklicken

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Die Nasir Moschee können auch "Ungläubige" außerhalb der regulären Gebetszeiten betreten. Es versteht sich, dass man vor dem Betreten die Schuhe auszieht.

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Altes Feuerwehrequipment wird in einem der Museen ausgestellt. 2002 brach in der Zitadelle ein Großbrand aus. Die Ausstellungsstücke und die Moschee wurden damals aber nicht beschädigt. Das alte Equipment kam allerdings schon wesentlich früher zum Einsatz.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 04.05.2014 18:29

Die Zitadelle (Fortsetzung)

Bei gutem Wetter und möglichst wenig Smog kann man von der Zitadelle aus sogar die Pyramiden erkennen.

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In den Moscheen findet man besondere Kunstwerke, z.B. kunstvoll erstellte Deckengewölbe.

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Auch im Innenhof der Moschee ist es nicht erlaubt Schuhe zu tragen.

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The National Military Museum

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Im National Military Museum werden Waffen der verschiedenen Waffengattungen der verschiedenen Epochen ausgestellt.

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Mit Stolz, auch auf die neuzeitliche Geschichte, werden die Ausstellungsstücke präsentiert.
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 04.05.2014 18:59

Zurück geht es zu Fuß vorbei an Moscheen und den typischen Märkten.

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Es gibt zahlreiche Stände mit frischen und gekühlten Säften. Genau was ich jetzt brauche nach einer langen Besichtigungstour. Und der Hunger macht sich auch langsam bemerkbar. In einem Pastaladen bestelle ich mir wieder diese extrascharfen Nudeln. :)
Be careful, meint der Wirt it's very hot

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Auch in Ägypten macht die Polizei mit Falschparkern kurzen Prozess. Ein Ticket hinter der Windschutzscheibe und eine Parkkralle an den Rädern.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 09.05.2014 19:55

Am Khan al Khalili Market

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Heute geht es wirklich zum Khan al Khalili Market. ;)

Ich machte mich zeitig auf den Weg, da ich auch noch die engen Shillas, die Gassen des nördlichen und südlichen islamischen Viertels durchstreifen möchte. Ein Besuch der Al Azhar Moschee steht auch noch auf dem Programm.
Der Tag sollte aber ganz anders enden, als geplant.

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Von meinem Hotel aus laufe ich vom Taalat Harb Square in Richtung Midan Ataba und von dort aus der Sharia Al Azhar entlang.

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Einen teil läuft man unter einer Hochstrasse, die zwar nicht gerade in die Landschaft passt, aber unter der es nicht zu heiß wird.

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Außerdem gibt es häufig kleinere und größere Märkte, auf denen die Händler ihre Waren anbieten und die Käufer mit den Ständebetreibern um den Preis feilschen.

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Heute ist Garbage Day. Die Müllfahrer fahren durch die Strassen und leeren die Müllbehälter.

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Neben Einkaufgelegenheiten gibt es …

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… natürlich jede Menge an kulinarischen Genüssen. Ich lasse nur wenige aus. Überall wird probiert ;)

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Nicht immer sind die Gassen so leer und still. In der Ferne höre ich einen Hammer, der gegen ein massives Stück Metall geschlagen wird. Leise schallen Stimmen durch die Gassen, die von den hohen und engen Häuserwänden reflektiert werden.

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Hier befindet man sich in einer anderen Welt. Fern von Touristen und dem lauten Gehupe der mit Autos verstopften Straßen. Hierher, in den islamischen Vierteln dürfte sich kaum ein Fremder verirren. Ich komme mir fast wie ein Eindringling in dieser friedlichen Welt vor.

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Einige Läden haben immer noch geschlossen. Vielleicht öffnen sie erst später. Das Stimmengewirr wird immer lauter.

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Kunstvoll angeordnet stehen die Bücher in den Regalen. Bevorzugt wird der Koran in allen Größen und Farben angeboten.

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Skeptisch betrachtet der Metzger das Fleisch auf dem Pickup. Ist die Ware auch wirklich frisch? Ich denke schon, denn es riecht frisch und das Blut läuft teilweise noch von den Schlachtstücken. Es wird gewogen und verhandelt.

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Ich habe den Eindruck, dass 50% Kairos aus Bazaren, Märkten und Geschäften besteht. Es gibt kaum eine Stelle, wo nicht ein Verkaufstand aufgestellt wurde.

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Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte sich um ein kleines Kino handeln. Die vor dem Eingang aufgehängten Plakate werben auf jeden Fall für einen Film.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 09.05.2014 20:20

Die andere Seite: Das nördliche islamische Viertel

Der Khan al Khalili Bazar teilt die beiden islamischen Viertel. Beide sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier sieht man, wie die Menschen im alten Kairo leben. Selbst ein Tourist wird hier mit ägyptischen Preisen bedient. Es gab keinen Versuch des Übervorteilens oder einen ahnungslosen Touristen in einen Laden zu zerren, um ihm irgendwelche Andenken zu verkaufen. Jeder geht hier seinen Geschäften nach, jeder scheint hier gleich zu sein.

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Ich verlasse das islamische Viertel nicht ohne mir nochmals eine dieser köstlichen ägyptischen Pizzen zu genehmigen. ;)

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Wer sich für Moscheen interessiert, kommt hier auf seine Kosten. Wie schon erwähnt kann man einige außerhalb der Gebetszeiten besuchen.

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Am westlichen Rand des nördlichen islamischen Viertels gibt es an einem Platz Restaurants, die fast schon europäischem Stil entsprechen. Ich bin aber von Pizza, Kofta und Fleischspießen gefüllt und verspüre gerade keinen Appetit :)

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Eine Ladung Brot wird auf dem Kopf transportiert.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Uwe Schmitz » 09.05.2014 20:30

hallo alexander,
wenn ich mich recht entsinne, dürfen in ägypten alle moscheen auch von nicht-muslimen betreten werden, mir fällt nur leider grad nicht ein, warum das in ägypten anders als in fast allen anderen muslimischen ländern ist.
ich bin jedenfalls (mit dem einverständnis von "aufpassern", "schuhwächtern" und sonstigen muslimen) in bestimmt schon fast 20 moscheen unterschiedlichster bauweise und alter gewesen.
:idea: vielleicht bringe ich im anschluss an deine erlebnisse mal nen kleinen überblick.
viele grüße und einen riesendank für denen mitnehmenden bericht.
uwe
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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 09.05.2014 20:35

Eine verhängnisvolle Entscheidung

Ein Mensch hat immer die Wahl. Er ist frei in der Entscheidung, was er tut. Manchmal entscheidet man sich richtig, manchmal entscheidet man sich falsch. Manchmal aber sind Entscheidungen verhängnisvoll und sie haben unabschätzbare Folgen.

Ich hatte an diesem Tag die Wahl: gehe ich nach links oder nach rechts. Ich entschied mich für die linke Richtung. Eine 50 zu 50 Entscheidung. Es gab keinen Grund für diese Entscheidung. Es war wie ein Los, das entschieden hatte.

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Begeistert von der Stadt, die ich so oft durchquert, aber noch nie richtig besucht hatte. Das hektische Leben auf der einen Seite, die Ruhe und Zufriedenheit auf der anderen. Der orientalische Flair einer Metropole und ein Hauch von Abenteuer.

Hier an dieser Brücke nahm aber mein Besuch dieser besonderen Stadt eine nicht vorhersehbare Wende.

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Ein Foto von dieser Seite der Brücke…

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… und Foto von dieser Seite. Das war mein letztes Foto, das ich in Ägypten geschossen habe. Von hier ab nahm das Verhängnis seinen Lauf.

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Re: Abenteuer in den Strassen von Kairo

Beitragvon Alexander » 09.05.2014 20:41

Du hast eine Polizeieinrichtung fotografiert

Nachdem ich die Fotos von der Brücke geschossen hatte, verlies ich die Brücke wieder, um meinen Weg fortzusetzen.
Von der Brücke kam ein junger Ägypter in ziviler Kleidung auf mich zu und teilte mir etwas auf Arabisch. Ich versuchte ihm klarzumachen, dass ich kein arabisch spreche, redete aber weiter auf mich ein, packte mich dabei am Arm und versuchte mich in eine Richtung zu zerren.

Da ich mich nicht von jedem irgendwo hinschieben lasse, habe ich mich gewehrt und Widerstandgeleistet. Ich hatte vor einigen Tagen schon Erfahrungen mit falschen Polizisten der syrischen Mafia gemacht (davon werde ich noch an anderer Stelle berichten) und war daher besonders vorsichtig.

Erst als unter dem T-Shirt des Zivilisten eine Stimme aus einem Funksprechgerät hörte, wurde mir klar, womit ich es zu tun hatte. In der Zwischenzeit traf ein Polizist in schwarzer Uniform ein und ich lies mich widerstandslos abführen.

Im Büro des Wachleiters wurde mir eröffnet, dass ich die Polizeidienststelle fotografiert hätte, was ich abstritt. Mir wurden Videos gezeigt, auf denen ich zu sehen war, wie ich mit meiner Kamera herumhantierte. Der Wachleiter verlangte in freundlichem Ton die Bilder in der Kamera begutachten zu dürfen, was ich auch gestattete. Die mehrfache Begutachtung der Bilder ergab, dass ich tatsächlich nur das Fotografiert hatte, was ich auch fotografiere durfte.

Der Wachleiter erklärte mir noch, dass ich diese Einrichtung nicht fotografieren dürfe, aber danach die Mosche.

Der Wachleiter entschuldigte sich noch bei mir, bevor er mich entließ und hatte auch Einsehen mit meinem Verhalten, da für mich nicht klar sein konnte, dass es sich beim der Zivilperson um einen Polizisten handeln konnte.

Ich wurde also wieder entlassen. Der ganze Vorgang dauerte etwas 30 Minuten. Meinen Weg zu Mosche setzte ich fort.

Die Mosche, welche ich anschliessend fotografierte:

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