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Afghanistan von innen

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon Kuno » 08.07.2012 22:02

weiland alex hat geschrieben:Was mir schon lange fehlt, wäre eine Entschuldigung der Kirche wegen des jahrhundertelangen Hexenwahns


Lieber Alex, auf diese Entschuldigung musst du nicht mehr weiter warten - die gab es doch bereits im Jahr 2000. Also vor 12 Jahren.

Und uebrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass sich DE in Afghanistan engagiert :wink:
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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon DetlevC » 08.07.2012 22:50

Kuno hat geschrieben:Optimismus im Zusammenhang mit Afghanistan ist leider nicht angebracht:

In einem Dorf nahe Kabul wird eine junge Frau erschossen, weil sie Ehebruch begangen haben soll. Männer beobachten die Exekution, manche jubeln. Nun schieben sich Taliban und Bewohner gegenseitig die Schuld zu.

Der ganze Artikel erschien eben hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/a ... 43229.html


wenn man sich gegenseitig Schuld zuweist, ist das ja schon ein Fortschritt, denn immerhin ist von Schuld die Rede. Ich finde das alles einfach nur widerwärtig. Wir sollten aber aufhören, von Menschenrechten oder Demokratie zu reden, denn da geht es nicht drum. Jeder Staat hat Interessen und nur um die geht es. Bisher hat nur keine westliche Regierung den Mut, das auszusprechen.

Afghanistan ist ein rohstoffreiches Land. Mit gleichem Recht, mit dem man die Taliban verurteilt, könnte man die Saudis verurteilen, tut aber keiner. Warum? Weil wir von dort einen Großteil unseres Öls beziehen, weil KSA ein Bollwerk gegen den Iran ist. deshalb bekommen die auch Panzer mit kurzen Rohren und durfen 1 x pro Woche steinigen, hängen, foltern u. erschießen u saudische Frauen haben immer noch keinen Führerschein u auch keinen Reisepass. Was würde denn passieren, wenn ein westl Politiker sagt - was wollt ihr verehrtes Stimmvolk. Menschnrechte in Riad oder den 3-fachen Spritpreis? Die Saudis vertrteten die Interessen des Westens, wie viele Jahre auch Gaddafi u Mubarak. Gaddafi hat dann überzogen, jetzt ist er tot und Mubarak ist auch weg.

16 Mrd werden nach Afghanistan gezahlt. Vermutlich Schweigegeld.

Ich wünsche mir nur, dass die Libyer u Ägypter sich endlich auf ihre eigenen Stärken besinnen und sich nicht länger von den Hillaries u. Obamas u Sarkosis dieser Welt gängeln lassen. Aus Berlin muss man keinen nennen, das sind alles kleine Lichter, nur mit ihrem weichen Sessel beschäftigt.
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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon Kuno » 08.07.2012 23:17

DetlevC hat geschrieben:16 Mrd werden nach Afghanistan gezahlt. Vermutlich Schweigegeld.


Verstehe ich nicht. Was meinst du mit Schweigegeld?
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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon DetlevC » 09.07.2012 10:10

Kuno hat geschrieben:
DetlevC hat geschrieben:16 Mrd werden nach Afghanistan gezahlt. Vermutlich Schweigegeld.


Verstehe ich nicht. Was meinst du mit Schweigegeld?


Schweigen darüber, wohin die bisherigen Hilfsgelder geflossen sind. Sind sicher nur Brunnen gebohrt und Schulen gebaut worden.
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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon Kuno » 09.07.2012 10:57

Ich denke, dass der grösste Teil der Gelder in Infrastruktur und Sicherheit fliesst.
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Afghanistans Frauen - Interview mit Sima Samar

Beitragvon Birgitt » 27.09.2012 19:56

Die afghanische Ärztin Sima Samar bekommt den Alternativen Nobelpreis 2012. Die schwedische Preiskommission würdigte damit ihren jahrzehntelangen Kampf für Bildung, Gleichberechtigung und Menschenrechte in Afghanistan.

Ausgezeichnete "Ärztin der Armen"
27.09.2012 - DW World

Die afghanische Menschenrechtlerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Sima Samar, spricht im DW-Interview über ihr Leben, ihre Arbeit und die Situation der Menschenrechte in ihrem Land.

"Afghanistans Frauen haben viel erreicht"
27.09.2012 - DW World

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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon Alexander » 03.10.2015 17:39

Die Amerikaner wollten in Kundus die Taliban bombardieren und trafen ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen. Mindestens 16 Menschen starben, davon 9 Mitarbeiter von MSF. Von Kollateralschaden kann man da wohl kaum noch sprechen.

US-Jets bombardieren versehentlich Klinik in Kundus - viele Tote

Fataler Fehler der US-Luftwaffe in Afghanistan: Bei einem Bombenangriff in Kundus haben amerikanische Kampfjets offensichtlich aus Versehen ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) getroffen und dabei mindestens 16 Menschen getötet. Es handele sich um neun MSF-Mitarbeiter und sieben Patienten, darunter auch drei Kinder, teilte MSF-Sprecherin Christiane Winje am Samstag in Berlin mit. Weitere 37 Menschen - 19 Klinikmitarbeiter und 18 Patienten sowie Angehörige - wurden diesen Angaben zufolge zum Teil lebensgefährlich verletzt. mehr...

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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon Alexander » 19.10.2015 08:13

Deutsche Geisel in Afghanistan wieder frei

Eine vor zwei Monaten in Afghanistan entführte Deutsche ist wieder frei. Das bestätigte Außenminister Steinmeier. Der GIZ-Mitarbeiterin gehe es "den Umständen entsprechend gut". Die Frau war am hellichten Tage in Kabul verschleppt worden. mehr...

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Afghanistan - Anschlag in Kabul

Beitragvon Alexander » 19.04.2016 12:25

Anschlag der Taliban in Kabul: 28 Tote und mehr als 300 Verletzte

Taliban haben einen Anschlag auf ein Gebäude des afghanischen Sicherheitsdienstes verübt und sich einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert. Mindestens 28 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Die meisten Opfer sollen Zivilisten sein.

Nach dem schweren Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Polizei auf 28 gestiegen. Die Opfer seien überwiegend Zivilisten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gab die Zahl der Verletzten mit 327 an. mehr...

Grüsse
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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon Alexander » 31.05.2016 03:16

Taliban töten mindestens 40 Sicherheitskräfte

Im Süden Afghanistans haben die radikalislamischen Taliban eine Reihe von Kontrollposten überfallen. Mindestens 40 Sicherheitskräfte sollen in den vergangenen 48 Stunden getötet worden sein. Die NATO entsandte Hunderte Soldaten, um die afghanischen Einheiten zu unterstützen. mehr...

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Afghanistan: Der "Hügel der Witwen" als letzte Zuflucht

Beitragvon Alexander » 11.06.2016 06:22

Eine interessante Reportage über Frauen in Afghanisten.

Reportage aus Afghanistan Der "Hügel der Witwen" als letzte Zuflucht

Eine Frau gehört erst ihrem Vater, dann ihrem Ehemann - so sehen das viele in Afghanistan. Und wenn sie Witwe wird, wird sie Freiwild. Aus dieser Not heraus entstand der "Hügel der Witwen", eine illegale Siedlung, die zumindest ein wenig Schutz bietet. mehr...

Grüsse
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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon markus-1969 » 11.06.2016 15:46

Es wäre wirklich mal interessant, dieses Land von West nach Ost zu durchqueren und zwar auf dem Landweg vom Iran über Herat Kabul und den Kyber Paß nach Pakistan, wobei eh schon fraglich ist, ob man den Khyber Paß auf der pakistanischen Seite überhaupt befahren kann (scheint ja für Ausländer gesperrt zu sein) und ob es andere Grenzübergänge zwischen Afghanistan und Pakistan gibt, die offen sind.

Ansprechpartner hierfür ist wohl die Kyber agency:

https://www.fata.gov.pk/facility-home.php?fid=25

Aber offen bleibt, ob das schon jemand in jüngster Zeit gemacht hat und ob es Reiseberichte hierüber gibt; ich habe vereinzelt Reiseberichte gelesen.

tourismus-in-afghanistan-t40291.html
bergwandern-in-afghanistan-wakhan-expedition-2012-t49084.html

http://www.mazar-i-sharif.de/Reisebericht.htm
http://www.deutsch-afghanische-initiati ... eberichte/
http://www2.stroebele-online.de/upload/ ... ericht.pdf
https://gymnasium-neubiberg.de/files/Sc ... 2015-1.pdf
http://www.geo.de/reisen/community/reis ... nach-Kabul

http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... hp?t=34020
http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... p?p=135430
http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... hp?t=35845
http://www.reise-forum.weltreiseforum.d ... sc&start=9


Abgesehen von der Landroute gibt es anscheinend immer wieder Leute, die von Norden her einreisen und wieder ausreisen und kommerzielle Anbieter wie z. B.

http://www.hinterlandtravel.com/

aber auch da finde ich nicht wirklich etwas zur von mir angedachten Durchquerung von Afghanistan, das auf meiner Wunschliste ist - in Zentralasien fehlen Afghanistan und Taikistan ....

Und gerade die beschriebenen Unterschiede machen die Reise durch Afghanistan reizvoll ... nirgendwo wird der Unterschied krasser sein zu Europa als dort ... doch angesichts der Sicherheitslage mag man die o. g. Sammlung von Reiseberichten - die nur eine zufällige Auswahl ist - zwar lesen können, wird aber weiter träumen müssen.
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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon Canadier » 11.06.2016 21:44

So sehr uns Afghanistan auch reizen würde, z.B. über Iran einzureisen ... wir hätten wahrscheinlich sogar ein paar private Adressen vor Ort, ich möchte in der Nacht doch ruhig schlafen können. Spätestens mit einem europäischen Auto ist man dort als "Signalrakete" unterwegs. Das Glück möchte ich auch nicht überstrapazieren.
Vielleicht geht mal mal in ein paar Jahren was ....?
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Afghanistan von innen - Frei sein auf dem Friedhof ...

Beitragvon Birgitt » 28.07.2016 19:56

Friedhöfe in Kabul, hier fühlen sich die Menschen freier, als draußen. Frauen können die frische Luft genießen, ohne Repressalien zu fürchten, Verliebte können sich treffen, Kinder spielen ...

In Kabul gehören die Friedhöfe zu den wenigen Grünflächen. Besonders an Wochenenden wollen viele Bewohner der afghanischen Hauptstadt in der Mitte der Toten das Leben genießen. Nur nicht auf einem: dem Friedhof der Selbstmordattentäter.

Die Friedhöfe von Kabul
28.07.2016 - tagesschau

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Re: Afghanistan von innen

Beitragvon markus-1969 » 30.07.2016 16:51

ich schau grad:

http://info.arte.tv/de/afghanistan-rennrad-statt-burka

In Afghanistan ist es für Mädchen und Frauen undenkbar Rad zu fahren – die Vorstellungen vom Frau-Sein in dieser konservativen Gesellschaft, der Druck durch den Religionsterror der Taliban, das sind für viele unüberwindliche Hindernisse. Aber es gibt eine paar junge Frauen, die dagegen angehen: Die beiden Schwestern Massuma und Sarah sind 19 und 17 Jahre alt, beide sind die Leistungsträgerinnen der olympischen Radsport-Auswahl Afghanistans. Die Eltern ermutigen ihre Töchter, das zu tun, wozu sie sich berufen fühlen. Ihr Trainer, ein ehemaliger Radsportchampion, fördert sie nach Kräften. Die Mädchen in dieser Equipe sind deshalb die einzigen Frauen in Afghanistan, die das Haus in Beinkleidern verlassen dürfen.

Selbstverständlich ist das nicht: Viele halten das für großartig, für einen notwendigen Schritt in der Emanzipation der Frauen in Afghanistan. Aber viele sind dagegen: Statt sie von Straßenrand aus anzufeuern, werfen manche Steine und Früchte nach den Rennfahrerinnen. Letztes Jahr lauerte eine Gruppe Bärtiger ihrem Trainer zu Hause auf und beschimpfte ihn, Drohbriefe erhält er regelmäßig. Und doch machen sie alle weiter: Denn sie vereint der Traum, eines Tages ihr Heimatland bei den Olympischen Spielen zu vertreten.
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