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Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmuggler

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Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmuggler

Beitragvon Alexander » 20.12.2013 19:15

Wüstengeister und warum plötzlich Dinge verschwinden

Und wieder ist ein Tag vollbracht. Der Lagerplatz, den ich mir für die heutige Nacht ausgesucht habe, ist eingerahmt von Dünenketten. Ich bereite den Lagerplatz vor, sodass ich nur noch in den Schlafsack hüpfen muss. Das abendliche Farbenspiel möchte ich noch nutzen, um einige Fotos zu schießen.

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Den Deckel meines Kameraobjektivs lege ich auf meine Decke. Ich drehe meine Runde und fange die Schattenspiele der untergehenden Sonne ein. Ich gehe zu meinem Platz zurück. Wo ist der Deckel meines Kameraobjektivs? Ich erinnere mich sicher daran, wo ich in abgelegt hatte. Ich drehe alles drei oder vier Mal um. Im Sand kann er nicht versunken sein. Der Boden ist hart und nur eine dünne Sandschicht bedeckt ihn. Mit meinen Händen durchpflüge ich den Sand. Nichts. Es ist zum Haare raufen. Der Deckel kann doch nicht einfach vom Erdboden verschwunden sein. Ich bekomme Zweifel, ob ich den Deckel wirklich an der Stelle auf der Decke abgelegt habe.

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Taschen meines Rucksacks, meine Hosentaschen, den Schlafsack, meine Wüstenkarre. Das Ganze dann gleich noch mal um sicher zu sein. Wieder nichts. Ich beginne an meinem Verstand zu zweifeln. Ich suche unter der Decke. Nichts. Kein Deckel. Welches Spiel spielt ihr mit mir, ihr Dschinne? Kommt raus ihr Wüstengeister und zeigt euch. Die Suche blieb bis zum heutigen Tage erfolglos. So ein Objektivdeckel kostet ja nicht die Welt. Wenn aber ein Deckel auf so höchst rätselhafte Weise verschwindet, dann gibt das einem zu denken. Ich bin jetzt schon wieder vier Wochen zuhause und habe meinen Rucksack immer noch nicht ausgeräumt. Vielleicht hatte ich den Deckel doch irgendwo im Rucksack verstaut. Ich gehe gleich mal nachsehen…. ;-)

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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 20.12.2013 20:12

Hallo Klaus,

Klaus B. hat geschrieben:Hallo Alexander,
kannst Du mal Reklame für Deine Wunder-Wüsten-Schuhe machen?


Die Schuhe habe ich beim Globetrotter in Köln entdeckt. Auf der Suche nach dem passenden Schuhwerk wurden mir diese Wanderschuhe, die speziell für Wüstenwanderungen hergestellt werden empfohlen.

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Der Schuh der Fa. Meindl wiegt gerade mal 475 Gramm und kostet 119,95 Euro. Von der Fa. Meindl hatte ich mir auch noch die Trekkingsocken zugelegt. Nach meiner Erfahrung und 220 Kilometer Wüstenwanderung würde ich behaupten, diese Kombination ist das non plus ultra.

Grüsse
Alexander
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Kuno » 20.12.2013 20:18

Alexander hat den Objektivdeckel seiner Kamera verloren - wird er seine Wanderung trotzdem noch fortsetzen koennen oder muss er nun aufgeben? Ich bin gespannt, wie es mit dem Bericht in einer Woche weitergeht 8)
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 20.12.2013 20:43

Kuno,
Kuno hat geschrieben:Alexander hat den Objektivdeckel seiner Kamera verloren - wird er seine Wanderung trotzdem noch fortsetzen koennen oder muss er nun aufgeben? Ich bin gespannt, wie es mit dem Bericht in einer Woche weitergeht 8)

Ich gebe niemals auf 8)

Am Besten versuche ich es mit einer webweiten Suche:

wanted.jpg


Grüsse
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon schnorr » 20.12.2013 22:39

Alexander hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung und 220 Kilometer Wüstenwanderung würde ich behaupten, diese Kombination ist das non plus ultra.

aber nur, wenn der fuss auch zu dem leisten passt.

ich laufe mir mit meindl immer blasen en masse. mit lowa passiert mir das nicht.
also immer ausprobieren,liebe wanderer.
Viele Grüße
Jörg

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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 21.12.2013 08:23

schnorr hat geschrieben:ich laufe mir mit meindl immer blasen en masse.

Von welchem Schuhwerk sprichst du hier? Auch von den Sahara Schuhen?
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon schnorr » 21.12.2013 09:26

nein, von den "normalen", festeren wanderschuhen.
meindl hat leisten, die im rist etwas breiter sind, und die bereiten meinem schlanken fuß etwas probleme.
die saharaschuhe kenne ich nicht vom tragen her. da sie etwas weicher sind, könnte es klappen.
mag ich aber nicht ausprobieren, da ich auch beim wandern im sand mit meinen lowas gute erfahrung gemacht habe.
Viele Grüße
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 21.12.2013 09:36

schnorr hat geschrieben:nein, von den "normalen", festeren wanderschuhen.

Dann hast du etwas das Thema verfehlt. Es ging hier ausdrücklich um Wüstenwanderschuhe und nicht um festest Schuhwerk. Und da du diese nicht getestet hast, ist eine Verallgemeinerung der Qualität einer Marke nicht gerade hilfreich.

Grüsse
Alexander
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon schnorr » 21.12.2013 15:46

es ging nicht um die qualität, die ist unangefechtet, sondern darum, dass die leisten der einzelnen hersteller nicht allen passen, und jeder hersteller andere passformen haben. dass ich mit dem schuh noch nicht gewandert bin heisst nicht, dass ich ihn nicht kenne. ich möchte dich ja als glühender verfechter des saharaschuhs nicht angreifen, aber wir können die kirche hier im dorf lassen

lediglich anderen den hieis geben, ihren wanderschuh genau zu prüfen
Viele Grüße
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 21.12.2013 16:10

schnorr hat geschrieben:dass ich mit dem schuh noch nicht gewandert bin heisst nicht, dass ich ihn nicht kenne.

Wie sonst sollte man einen Schuh testen, wenn nicht auf einer Wanderung? Woher hast du deine Erfahrungen mit dem Schuh?

Grüsse
Alexander
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Bodensee » 22.12.2013 06:15

Da hab ich doch glatt einen traditionellen "Transporter" gefunden, speziell für Alexander:

[youtube2]http://www.youtube.com/watch?v=6ymZsrDIhYs[/youtube2]
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 22.12.2013 09:51

Danke Bodensee für dieses interessante Video.

Dieser Satz bleibt bei mir irgendwie hängen: Kommst du am Brunnen an und du noch ein oder zwei Liter übrig hast, waren deine Berechnungen gut, dann hast du alles richtige gemacht....

Seit ein paar Jahren befasse ich mich mit der Idee mit Dromedaren die Wüste zu durchqueren. Vor einigen Jahren habe ich einen Siwi kennengelernt, der gelegentlich ab Siwa Kamelwanderungen zum Gilf oder nach Tunesien organsiert. Er ist kein Veranstalter, der die Touren gewerblich organisiert. Gerade wenn er Lust hat und er meint, dass es die richtigen Personen sind, die es schaffen könnten.

Auf jeden Fall sollte man auch prüfen, ob die Angaben, die man vor Ort bekommt, richtig sind.
In Baharia fragte ich jemanden, der gelegentlich mit Touren zum Gilf fuhr, ob es möglich wäre mit meiner Karre eine Wanderung zum Gilf zu unternehmen. Er meinte, dass es bis zum Gilf ca. 800 km sind und am Tag durchaus 15 Kilometer machbar wären. In 20 Tagen könnte ich das ohne Probleme schaffen. Gut, je nachdem, welche Strecke man läuft könnte man auf 800 Kilometer einfach kommen. Aber 800 km / 15 km Tagesleistung ergeben keine 20 Tage 8)

Grüsse
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Beitragvon Alexander » 22.12.2013 13:50

Wie jeden Morgen begann auch dieser Tag mit einem Sonnenaufgang ;-) Die Nacht hatte ich auf dem Rücken einer Düne verbracht. Während der Nacht frischte der Wind kräftig auf und es wurde bedeutend kühler, sodass ich mir am Morgen zweimal überlegte, ob ich aus dem Schlafsack klettere oder nicht. Trotz des aufkommenden Windes war die Luft kristallklar, ohne ein Wölkchen am Himmel. Es sah nach einem Bilderbuchwetter aus. Aber wie heißt es so schön, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

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Innerhalb der verschlungenen Dünen war es nicht einfach, den richtigen Weg zu finden. Sicherlich war es einfach, den Kurs Richtung Süden zu halten. Es ging aber auch darum möglichst die Weichsandgebiete zu meiden. Nicht immer war ersichtlich, was nach der nächsten Düne kam. Was zunächst wie eine einfache Passage aussah, konnte hinter dem nächsten Sandhügel schon in einen kraftraubenden Gewaltmarsch ausarten.

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Immer wieder hatte ich die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Links die Düne umlaufen oder rechts herum. In Richtung rechts sah es schon etwas komplizierter aus. Die Dünen machten einen recht steilen Eindruck und ich hatte Zweifel, dass ich sie mit meinem Wagen bewältigen konnte. Also entschloss ich mich, es auf der linken Seite zu versuchen und endete prompt in einem Weichsandfeld. Das Problem war, dass der Wagen im tiefen Sand gerne selbstständig die Richtung wechseln wollte, was er durch Rattern und Vibrieren zum Ausdruck brachte. Ich musste also mein ganzes Gewicht aufbringen, um von der Karre nicht in eine andere Richtung gezwungen zu werden. Die Karre hatte häufig die Absicht, den scheinbar einfacheren Weg zu nehmen. Mit diesen eigensinnigen Entscheidungen war ich aber nicht immer einverstanden, da dem Wüstenwagen der geografische Weitblick fehlte.

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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Kuno » 22.12.2013 13:56

Alexander hat geschrieben:Aber 800 km / 15 km Tagesleistung ergeben keine 20 Tage 8)

Das kaeme schon hin - du muesstest nur nachts und waehrend der Pausen ebenfalls weiterlaufen...

Aehnliche Kalkulationen sind mir auch von den Fezzan-Cowboys her bezueglich Benzinverbrauch ihrer Autos bekannt.

Aber etz mal im Ernst - Kameltouren ins Gilf hinunter und hinueber nach Tunesien mit Touristen? Haette man von so einem Unternehmen nicht irgend etwas hoehren oder lesen muessen?
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 22.12.2013 14:05

Kuno hat geschrieben:Aber etz mal im Ernst - Kameltouren ins Gilf hinunter und hinueber nach Tunesien mit Touristen? Haette man von so einem Unternehmen nicht irgend etwas hoehren oder lesen muessen?

Kuno, nicht unbedingt, da diese Touren nur selten veranstaltet werden. Ich glaube nicht, dass da schon mal der "typische" Tourist mit dabei war. Wenn man bedenkt, dass auf diesen Touren eine Tagesetappe von ca. 30 - 35 Kilometer zurückgelegt wird und du zum Gilf oder nach Tunesien wanderst, dann dürfe das den Zeitrahmen eines normalen Touristen sprengen. So eine Tour dürfte auch nicht ganz preiswert sein.

Grüsse
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