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Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmuggler

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen...

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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Kuno » 22.12.2013 14:08

Genau das meine ich - ein derart aussergewohnliches Unternehmen haette man bestimmt berichtet.
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 22.12.2013 16:49

Dieses Fläschchen lag am Bir Russia herum. Weiss jemand, was auf dem Etikett steht?

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Grüsse
Alexander
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Bodensee » 23.12.2013 01:51

Die für mich komisch geformten Zeichen kann ich immer noch nicht lesen,
aber "effervescent pott.." übersetze ich mal mit Kalium-Brausetabletten, das Fläschchen dürfte in Aegypten genauso wie
hierzulande aus einer Apotheke stammen. Kaliummangel führt zu Muskelschwäche, Leistungsabfall, Konzentrationsmangel...
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Bodo » 26.12.2013 16:45

Hallo Alexander und alle anderen im Forum,
ich wünsche eine schöne "Restweihnachtszeit" und ein spannendes neues Reisejahr.
Viele Grüße aus Thüringen von Bodo
PS: Alexander - wann gehts weiter, hast du Wasser gefunden? Tolle, spannend erzählte Reisegeschichte !!!!
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Kuno » 29.12.2013 09:16

Alexander; es waere wieder eine Woche rum...
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 29.12.2013 15:28

Hallo Bodo und Kuno,

ich hatte mir nur eine kurze Auszeit gegönnt. Ihr wißt ja, Weihnachtstrubel und so weiter ;-)
Werde mich bald wieder an die Arbeit machen

Grüsse
Alexander
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon schnorr » 29.12.2013 18:42

welches bald meinst du denn? das deutsche oder das afrikanische? falls letzteres schaue ich in einem monat noch mal hier rein :mrgreen:
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://www.quadridesafrica.de
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 29.12.2013 18:46

schnorr hat geschrieben:welches bald meinst du denn? das deutsche oder das afrikanische? falls letzteres schaue ich in einem monat noch mal hier rein :mrgreen:

Es gibt auch ein europäisches "bald"? :roll: Mal schaun. May be, may be not.... :mrgreen:
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 29.12.2013 19:46

Wie schon erwähnt hatte es merklich abgekühlt. Was in der Nacht unangenehm war, entpuppte sich als sehr angenehm unter tags. Die Hitze war nicht mehr so drückend und ich war für die Mittagspausen nicht auf Schatten im Land ohne Schatten angewiesen.

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Was denkt man, wenn man alleine durch die Unendlichkeit läuft? Was fühlt man?
Es klingt paradox, doch unter tags habe ich kaum Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen. Der Körper konzentriert sich auf das Vorankommen. Welches ist der beste Weg, um Dünenüberquerungen und Weichsandpassagen zu vermeiden? Häufig laufe ich an einer Dünenkette entlang und suche einen einfachen Übergang. Besonders dort, wo sich zwei oder mehrere Dünenketten verschmelzen und die Dünenstruktur unübersichtlich ist, entwickelt sich die Pfadfinderei zu einer Herausforderung. Was am Anfang noch eine einfache Route vermuten lässt, kann sich weiter hinten zu einem unüberbrückbaren Hindernis entwickeln. Links oder rechts ist häufig die Frage, die sich mir stellt. Ich lasse die Karre stehen und laufe zunächst nach links, um die Sandbeschaffenheit zu testen. Danach gehe ich nach rechts, in der Hoffnung, dass der Durchgang durch die Dünen sich hier einfacher gestalten lässt.

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Manchmal steht es unentschieden und ich klettere auf eine hohe Düne, um mir aus der Vogelperspektive einen Überblick zu verschaffen. Man sieht dann erst wirklich, was einen erwartet und ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob diese Richtung überhaupt die Richtige ist. Jede Steigung und jede Senke laufe ich mit meinen Augen ab. Welches ist der Weg des geringsten Widerstandes?

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Irgendwann steht dann die Entscheidung. Das GPS spielt keine Rolle mehr, denn das Gelände lässt mich eh nicht in die Richtung, die der Navigator vorgibt. Ich muss erst wieder in ebenes Gelände, bevor ich meine Richtung überprüfen und gegebenenfalls korrigieren kann.

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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 30.12.2013 18:45

Purzelbäume
Während ich meine Alurohrgitterrahmenkarre auf eine Düne zerre, kommt mir etwas entgegen. Irgendetwas Kleines, in genau der Farbe, wie sie der Sand aufweist. Bis ich meine Kamera aus der Tasche packe hatte der Purzelbaum schlagende Artist schon seine Kapriolen beendet. Natürlich interessierte es mich, wer mir in dieser Einsamkeit begegnete. Bei dem Tier angekommen legte es sich Flach in den Sand, sodass es kaum noch von der Umgebung zu unterscheiden war. So klappt es natürlich nicht mit dem Fotoshooting. Als ich näher zu diesem Tierchen aufhole rollt es sich wieder zusammen und fängt wieder an, seine Purzelbäume zu schlagen. Erst als wir beide wieder unter an der Düne angekommen waren, also dort, wo mein Aufstieg begonnen hatte, legte es sich wieder flach auf den Boden. Immer wenn ich auf den Auslöser des Fotoapparates gedrückt hatte, war das Tierchen schon wieder weitergekrabbelt. Irgendwann hatte ich aber die Taktik durchschaut und das Bild war im Kasten. Ich vermute, dass es sich bei diesem Tierchen um eine "Radspinne" handelt, die ihre Beine so zusammenlegen kann, dass sie die Form eines Rades annehmen und sie dann einfach Dünen hinunterrollen kann.

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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 31.12.2013 09:46

Sturm

Was sich in den letzten Tagen schon angekündigt hatte, scheint nun endlich einzutreffen. Das Wetter wusste anscheinend nicht, wie es sich entscheiden sollte. Die Tiefdruckfront war nun am Anrollen. Der Wind wirbelt Sandwolken auf, die über die Dünen gleiten. Der Himmel bewölkt sich zunehmend.

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Kaum habe ich wieder eine Düne überquert, stehe ich wieder vor der Piste. Es gibt immer noch keine frischen Spuren. Eine gute Nachricht, denn ich konnte annehmen, dass ich weiterhin alleine bleiben würde. Trotzdem schlage ich wieder eine Richtung ein, die mich von der Piste entfernt. Ich möchte sicher gehen, dass ich nicht unerwartet Bekanntschaften werden. Dazu muss ich wieder eine Dünenkette überqueren, was mich wieder in unwegsameres Gelände bringt.

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Die Sicht wird immer schlechter, die Konturen der Dünen gehen fließend ineinander über, was zur Folge hat, dass ich in die falsche Richtung gehe, direkt auf die Weichsandfelder zu. Ich kneife die Augen zu, denn trotz Brille lässt es sich nicht verhindern, dass der Sandmann mir Sand in die Augen streut. 8)

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Wieder eine Rutschpartie auf dem Hosenboden. So geht es schneller die Düne herunter ;-)

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Im Norden werden die Wolken werden immer schwärzer. Der Wind frischt weiter auf und peitscht dicke Sandfontänen über die Dünen. Es wird langsam dunkel und ich brauche einen geschützten Platz für die Nacht.

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Der pechschwarze Himmel lässt nichts Gutes erwarten. Ein, zwei Kilometer außerhalb der Dünen errichte ich mein Nachtlager. Die Wüstenkarre stelle ich so in den Wind, dass ich vom Wind und den kleinen Sandgeschossen halbwegs geschützt bin.

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Ich bin nur ein paar Kilometer vom Bir Russia entfernt. Einen Hinweis auf den Brunnen kann ich aber noch nicht erkennen. Für die kurze Strecke reicht die Kraft nicht mehr und ich hoffe, dass der Sturm am nächsten Tag etwas nachlässt.

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Fortsetzung folgt
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 01.01.2014 09:37

Einen Nachteil hat die Wüstenkarre allerdings. Man bekommt schwarze Hände. Sand in Verbindung mit Schweiss scheuert natürlich am Aluminium. Da muss ich mir noch etwas Besseres einfallen lassen. Das sieht jetzt nicht so aus, als würde ich meine Hände nie waschen. :roll:

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Grüsse
Alexander
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Kuno » 01.01.2014 10:16

Ein sehr aufschlussreiches Foto, Alexander.

Aus den Linien auf deiner Handflaeche kann ich einiges entnehmen :shock:

So zum Beispiel, dass du weiterlaufen und den Brunnen erreichen und somit weder vom Sand zugeweht wirst noch elendiglich verdurstest. Und noch so einiges anderes, aber dam moechte ich mich oeffentlich nicht darueber auslassen :oops:
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 01.01.2014 12:05

Kuno hat geschrieben:Aus den Linien auf deiner Handflaeche kann ich einiges entnehmen :shock:

Und noch so einiges anderes, aber dam moechte ich mich oeffentlich nicht darueber auslassen :oops:


Kuno, kannst du mir die restlichen Deutungen, die mit Sicherheit nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind per PN schicken? Evtl. prognistizierst du mir einen Lottogewinn und ich könnte schon meine nächste Reise planen.

Kuno hat geschrieben:So zum Beispiel, dass du weiterlaufen und den Brunnen erreichen und somit weder vom Sand zugeweht wirst noch elendiglich verdurstest.

Ok, das war jetzt wirklich einfach. :roll:

Grüsse
Alexander
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Re: Ägypten: Wüstenwanderung auf den Spuren libyscher Schmug

Beitragvon Alexander » 03.01.2014 13:45

Bir Russia

Diese Nacht hatte ich einen eigenartigen Traum. Ich war bereits wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Einen Tag früher. Ich wurde mit Erstaunen gefragt, warum ich jetzt schon zurück bin. Da merkte ich, dass irgendetwas nicht stimmen kann. 8) Ich würde niemals freiwillig einen Tag früher nach Deutschland zurückkehren. Eher einen Tag später, wenn ich wieder mal meinen Flug verpasse :mrgreen:

Verwirrt von diesem Traum wache ich mitten in der Nacht auf. Der Regen peitscht seine dicken Wassertropfen in mein Gesicht. Ich liege im strömenden Regen :) Die Uhr meiner Kamera zeigt 2:35 Uhr. Ich drehe mich noch mal um und verkrieche mich noch tiefer in meinen Schlafsack…..

Der Schlafsack war äußerlich von der Regennacht durchnässt. Ihn wieder trocken zu bekommen sollte in der Wüste eigentlich kein Problem sein.

Um 5:30 Uhr mache ich mich auf die letzten Kilometer zum Bir Russia. In der Mitte der 80iger Jahre bohrten russische Erdölfirmen nach Öl. Das einzige, und für die Wüstenbewohner wertvollere, was die Prospektoren fanden, war Wasser.

Aus der Ferne erkenne ich bereits hinter einer Düne zwei Bäume. Für mich das Zeichen, dass ich mich auf dem richtigen Kurs befinde.

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Bei Bir Russia, Russia Springs oder Bir Russi, wie die Siwi den Brunnen nennen, handelt es sich um einen artesischen Brunnen, also einer Wasserquelle, aus der das Wasser sprudelt, ohne dass man selbst das Wasser fördern muss. Das Wasser fließt aus einem dicken Eisenrohr, vermutlich der Rest der Bohrvorrichtung.

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Auf dem Weg zum Brunnen findet man jede Menge Hinterlassenschaften aus der Zeit der Ölsucher, aber auch Müll aus neuerer Zeit.

Abgeschossene Schrotpatronen. Auf wen oder was wurde geschossen?

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Alte Rohre und Ventile:

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Vorinstallierte Halterungen für Ölpipelines. Die Kreuze erwecken den Eindruck eines Friedhofs, was zu der aufgegebenen Bohrstelle irgendwie passt.

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Einschusslöcher?

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Und jede Menge alter und verrosteter Konservendosen.

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Fortsetzung folgt
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