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Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 18.06.2016 21:03

50 Kilometer durch Beirut - Teil 6

Es geht wieder zurück Richtung Hotel. Der Tag war spannend, aber auch anstrengend. Immer wieder gibt es Gelegenheiten, die mich an meine Heimat erinnern. Wie dieser Tchibo Laden.

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Es ist Sonntag und an jedem Sonntag grillt der Besitzer dieses Restaurants einen Hammel. Natürlich kommen wir sofort ins Gespräch und er fragt mich, ob ich den Hammel probieren möchte. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. 8) Ausser dem Eis hatte ich noch nichts in den Magen bekommen und hier bot sich eine gute Gelegenheit das nachzuholen.

Ich nehme im Restaurant Platz während der Grillmeister einige Scheiben Fleisch abschneidet und es zusammen mit Gemüse und einer Art Crème fraîche in ein Fladenbrot steckt. Dazu gibt es Rose Lemonade, ein Getränk, das nach Rosenwasser schmeckt. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass der Hammel absolut göttlich gemundet hat. :)

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Frisch gestärkt geht es weiter. Ich vermeide die gleiche Strasse zurückzulaufen und biege irgendwann mal links ab und merke irgendwann, dass ich mich total verlaufen habe. Aber was solls. Ich möchte Beirut entdecken und das ist die beste Gelegenheit einen anderen Teil der Stadt kennenzulernen.

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Eine alte Zugbrücke, über die früher eine Schmalspurbahn zwischen Beirut und Damaskus verkehrte.

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An einem Strasseneck komme ich an dieser Diskothek vorbei. Sie heißt "Under Construction" und sieht auch so aus. Sowohl von innen als auch von aussen.

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Hätte ich mich nicht verirrt, wäre mir auch dieses besondere Gebäude verborgen geblieben. Das Haus wird voll restauriert. Es stehen nur noch die Aussenmauern. Der Innenteil wurde komplett entfernt und wird neu aufgebaut. Von aussen kann man erahnen, wie das Haus einmal ausgesehen hat. Ich hoffe, dass ich das nächste Mal an diesem Haus wieder vorbeikomme und es im restaurierten Zustand betrachten kann. Ich hoffe, dass ich mich dazu nicht erst wieder verlaufen muss. :wink:

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Treppen gibt es genügend in Beirut und viele davon wurden kunstvoll bemalt.

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Nicht ganz echt. Aber es glitzert. Es erinnert mich wieder an diesen Graffitispruch: not all, what glitters is chrome...

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Ich fühle mich wie dieser Hund. Todmüde. Ich freue mich auf das Hotel, ein kühles Bier und etwas Unterhaltung mit anderen Travellern.

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Das Cuentista Art Cafe

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Restaurant mit Regenschirmen

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Morgen geht es ins Gebirge. Eine Wanderung im Mazraat Chouf. Nach den heutigen 50 Kilometern frage ich mich, ob meine Beine morgen mitmachen werden. :wink: Jetzt ist aber erst einmal relaxen angesagt.
Alexander
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 25.06.2016 15:40

Heute geht es nach Mazraat El Chouf, in eine Gebirgsregion mit einem schönen Wandertrail entlang römischer Pfade mit uralten Ölbäumen und einem wunderschönen Blick ins Marj Bisri Tal. Weiter über den Al Barouk River nach Amatour.

Die Tour, die über 13 Kilometer zu Fuß zurückgelegt wird kann über diese Facebook Seite gebucht werden.

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Ich mache mich früh auf den Weg und steige in ein Taxi ein, dass mich zum Treffpunkt nach Jdeideh bringt. Wir treffen uns dort um 7:30 vor der Sagesse School. Ich teile dem Taxifahrer mit, dass ich nach Jdeideh möchte. Er schaut mich nur fragend an. :roll: Ich wiederhole mein Ziel, aber da seine Englischkenntnisse und meine Arabischkenntnisse keine zielorientierte Kommunikation zulassen, versuchen wir es mit dem Vokabular, dass uns zur Verfügung steht. Ich merke schnell, dass ich "Jdeideh" falsch ausspreche. Verdammt, wie spricht man diese für einen Europäer ungewöhnliche Aneinanderreihung von Buchstaben richtig aus? Schdeideh, Jeideh, Scheide? Nach mehreren Versuchen, die mehr zu Mißverständnissen führen, schreibe ich es dem Taxifahrer auf. Ahhhhhh, da willst du hin? Ok, kein Problem. 8)

Der Tag scheint gerettet und obwohl wir über das Rätselraten meines Zieles einiges an Zeit verloren haben, werden wir es noch rechtzeitig schaffe. Um diese Zeit sind die Straßen in Beirut noch leer.

Der Wetterbericht hat für heute eine Regenwahrscheinlichkeit von 64% prognostiziert. Die restlichen 36% dürften heute kaum eine Rolle spielen, denn es schüttet aus alles Rohren, als hätte die beiruter Feuerwehr alle ihre Schläuche auf uns gerichtet. Ich gehe davon aus, dass die Tour entweder abgesagt wird oder ich der einzige Teilnehmer sein werde.

Auf dem Weg zum Treffpunkt erhalte ich eine SMS: Die Tour findet auf jeden Fall statt. Ich werde mit dem Taxi also nicht nur eine Stadtrundfahrt durch Beirut veranstalten.

An derSagesse School warten schon ein 24 Sitzer und rette mich gleich in den Bus vor dem Dauerregen. Ich bin der erste. Der Fahrer führt einige Telefongespräche mit Kunden, welche die Tour gebucht hatten. Langsam trifft der eine oder andere ein und zu meinem Erstaunen füllt sich der Bus bis auf den letzten Sitz. Den Libanesen scheint der Regen nichts auszumachen.

Am Ziel werden werden wir von zwei Guides begrüsst. Sie verteilen noch einige Regenumhänge und schon geht es los. Wie gesagt, es regnet was der Himmel hergibt. Und es kommt ein Sturm auf. Und der Regen wechselt mit Schnee und Graupelschauer ab. Das Wetter sei zu dieser Jahreszeit aussergewöhnlich schlecht, sagt man mir. Aber die Stimmung ist top und lassen uns die Laune durch das Wetter nicht verderben.

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Es gibt hier sogar noch ein paar alte Mauern, die aus der Römerzeit stammen sollen.

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Und das ist unser Römerweg, den wir entlang wandern werden. Der Weg wurde durch den Regen zu einem reißenden Bach.

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Ein erster Blick in das Marj Bisri Valley. Bei schönem Wetter dürfte der Anglick phantastisch sein.

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Am Boden liegen über weiter Strecken leere Schrotpatronen. So viel Wild scheint es hier aber nicht zu geben.

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Der Römerweg.

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Egal, ob wir auf dem Weg bzw. im Bach laufen oder im Gras. Der Effekt ist der Gleiche. Unser Wanderschuhwerk ist durchnässt. Die Stimmung ist aber immer noch gut. ;-)

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Durch den Regen bilden sich kleine Wasserfälle, die über den Fels fließen.

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Einen Blick ins Tal. Dort müssen wir runter.

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Von hier oben erkennt man schon den Al Barouk River. Ich hoffe, dass es dort eine Brücke gibt und wir den Fluß nicht zu Fuß überqueren müssen.

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Es geht weiter auf dem Römerweg bergab. Schon eine Leistund, welche die Römer damals schon mit einfachen Mitteln vollbracht haben. Der Weg ist ausgebaut und gepflastert. Noch heute...

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Der Al Barouk River. Und es gibt eine Brücke. 8)

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Unsere Guides.

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Die Pflanzenwelt ist dieses Jahr einige Wochen zu früh aus dem Winterschlaf erwacht.

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Hier scheint es Wild zu geben. Wir finden Stacheln von einem Stachelschwein oder einem anderen Stachl tragenden Tier.

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Über einen engen Pfad geht es zu einem...

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...Wasserfall. Der Pfad wird immer enger und wir müssen höllisch aufpassen, dass wir auf dem nassen Fels nicht ausrutschen.

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Weiter oben gibt es eine kleine Hängebrücke, über die wir den Bach überqueren können.

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Ein Stück weiter oben schießt nochmal ein Wasserfall über den Fels.

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Hier ist Endstation und wir machen uns auf den Rückweg. Einstimmig entscheiden wir auch, dass wir keine Mittagspause machen werden, da es unvermindert weiter regnet.

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Keine Mittagspause. Die 50 Kilometer vom Vortag stecken mir noch in den Beinen. Meine Mitstreiter merken mir meine Erschöpfung wohl an und ich erkläre ihnen den Grund dafür. Sie lachen nur und meinen: Germans never get sick. Germans nerver give up. :) Motiviert durch die aufmundernden Worte mobilisiere ich meine letzten Reserven. ;-)

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Zurück geht es durch Plantagen mit Olivenbäumen. Der Boden ist lehmig und der Lehm hängt sich in das dicke Profil meiner Wanderschuhe. Ich trage nochmal ein paar Kilo zusätzlich durch die Berg.

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Als wir den Bus sehen, der uns schon erwartet, sind Erschöpfung und Schmerz schnell vergessen. Ich bin froh, mich auf einen trockenen Platz setzen und ausruhen zu können.

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Wir unternehmen noch einen kurzen Abstecher nach Dair al-Qamar, wo wir in einem Restaurant bei libanesischen Köstlichkeiten wieder Kräfte sammeln.

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Auch ich diese Tour bei widrigstem Wetter unternommen habe, war es ein sehr schönes Erlebnis auch mal einen Teil der libanesischen Natur kennenzulernen. Ich denke, ich werde diese Trail nochmal laufen. Allerdings dann bei sonnigem Wetter. :)
Alexander
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 28.06.2016 02:30

Die Ruinen von Baalbek

Baalbek ist eine kleine Stadt am Fuße des Anti Libanon Gebirges, östlich des Litani Flusses im Bekaa Tal, ca. 85 Kilometer nordöstlich von Beirut und ungefähr 20 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Baalbek wurde bereits im 8. Jahrtausend vor B.C. besiedelt. Entsprechend interessant ist diese Gegend aus historischer und archäologischer Sicht.

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Ich nehme einen Bus am Busbahnhof in der Nähe meines Hotels und mache mich auf den Weg in ein ungewöhnliches Abenteuer.

Geisterfahrt nach Baalbek

Die Busfahrt selbst verläuft relativ ereignislos durch Beirut und das Bekaa Tal. Die Sicht in höheren Lagen wird gleich Null. Mit zunehmender Höhe wird der Nebel immer dichter. Erst als wir ins Bekaa Tal fahren, lichtet sich der Nebel wieder. Der Bus fährt nicht direkt zu den Ruinen. Ich steige vorher aus dem Bus und suche mir ein Taxi.

Taxi? Ruft mir ein junger Mann zu, dessen Alter ich auf etwas 18 schätze. So jung und schon Taxifahrer? Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob er einen Führerschein hat oder nicht, denn es sitzen schon zwei Soldaten mit im Taxi. Ich setze mich dazu. Die beiden Militärs werden zuerst abgesetzt. Irgendwo in einem Hinterhof. Anstatt dass der Taxifahrer nun zurück auf die Strasse fahren würde, fährt er mit seinem alten Daimler durchs Gelände auf die Autobahn und zwar in die falsche Richtung. :roll: Wir sind als Geisterfahrer auf einer Autobahn unterwegs. :shock:

Nicht dass er jetzt langsam auf der Autobahn fahren und den anderen Fahrzeugen ausweichen würde. Er beschleunigt auf 80 km/h und die anderen Fahrzeuge müssen uns ausweichen. Lichthupen und lautes Gehupe kommt uns entgegen. Ein schwarzer Nissan Geländewagen kommt uns entgegen. Ich kann die aufgerissenen Augen des Fahrers erkennen. Bis fast in letzter Sekunde entscheidet er sich dafür, uns auszuweichen, reißt sein Steuer aber zu heftig herum, sodass der Wagen ins Schleudern gerät. Er kann aber sein Fahrzeug wieder abfangen.

Wir fahren so noch einen oder zwei Kilometer weiter bis zwischen den beiden Fahrbahnen eine Lücke erscheint, durch die der Taxifahrer die Fahrbahn wechselt, natürlich ohne auf den anderen Verkehr zu achten. Auch das bewerkstelligen wir ohne große Hürden.

Einige Kilometer weiter fahren wir auf einen Platz, vermutlich das Zentrum der Stadt. Dort versperren uns zwei Polizeifahrzeuge den Weg. Ein Polizist kommt auf uns zu. Er fragt den Taxifahrer etwas, worauf er ihm etwas aushändigt, vermutlich seine Lizenz. Der Polizist fordert den Taxifahrer auf auszusteigen. Der Polizist setzt sich ans Steuer. Auch mich fordert er auf, aus dem Auto auszusteigen. Den Taxifahrer nehmen sie fest und fahren davon. Und ich ohne Taxi...

Ich frage einen Mann, der die Geschehnisse beobachtet hatte, wo ich die römischen Ruinen finde. Er meint ungefähr einen Kilometer in diese Richtung.

Der Platz, an dem ich meinen Taxifahrer los wurde.

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Ich laufe in die Richtung, die mir der Mann angegeben hatte und sehe auch schon bald die ersten Ruinen. Der Vorfall ist schon vergessen und ich bin neugierig auf die Ruinen.

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Die Libanesen sind ständig bemüht, die Ruinen zu erhalten und zu restaurieren. In der Vergangenheit gab es immer wieder Erdbeben, welche die Ruinen beschädigten.

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Es gibt einige schöne Ruinenstädte. Palmyra in Syrien, Ephesus in der Türkei. Baalbek besitzt den größten Ruinenschatz und der befindet sich in relativ gutem Zustand.

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Die sechs Säulen des Jupitertempels

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Von der Tempelanlage aus hat man einen schönen Blick auf die Schnee bedeckten Gipfel des Anti Libanon Gebirges.

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Der Bacchustempel

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Panoramabilder. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken

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Auf dem Weg zum Ausgang gibt es noch ein Museum mit besonderen Exponaten. Man erfährt auch Näheres über die Geschichte der Tempelanlage und Baalbeks.

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Das Skelett einer Frau in einem Sargophag mit Grabbeigaben aus Goldplättchen.

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Der Deutsche Kaiser trug seinerzeit erheblich dazu bei, die Ruinenanlage auszugraben und wieder herzustellen.

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Nach einigen Geschichtsstunden sehe ich mir Baalbek noch etwas näher an.

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Irgendwann strömt mir ein unglaublicher Geruch in die Nase, der mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Frisch Gegrilltes. 8)

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Ich genehmige mir zwei Spieße. Das Fleisch wickelt der Grillmeister mit Salat, Thomaten, Gewürzen und einer Soße in zwei Fladenbrote. Oh man. Die Wraps sind ein Genuss. 8) 8) 8)

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Jetzt geht es aber endgültig wieder zurück nach Beirut. Die Warnung auf der Rückseite des Busses ignoriere ich. Was schlimmeres als die Geisterfahrt kann mir heute nicht mehr passieren.

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An einem Marktplatz lässt mich der Minibusfahrer austeigen. Für den Rest des Weges steige ich in ein Taxi um.

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Alexander
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 02.07.2016 19:48

Der alte phönizische Hafen von Byblos

Durch die römischen Ruinen von Baalbek bin ich richtig auf den Geschmack gekommen. In Byblos gibt es noch einige Ruinen. Allerdings stammen sie nicht von den Römern. Sie liegen direkt am Mittelmeer und sind die Relikte eines phönizischen Hafens. Die Römer haben allerdings den Hafen irgendwann übernommen und ihn ausgebaut.

Wie ich nach Byblos komme erfahre ich in meinem Hotel. Ich nehme also ein Taxi, da ich zunächst zum Busbahnhof am Cola Square fahren muss. Ich teile dem Taxifahrer mein Ziel mit und er schaut mich nur verdutzt an. Cola? Yes, Cola. Der Taxifahrer überlegt und schüttelt den Kopf. Plötzlich fährt er los und hält immer dann an, wenn ein Fußgänger sich auf der Strasse blicken lässt. Er fragt immer wieder nach Cola, aber auch er erntet nur Kopfschütteln. Bis wir auf einen Passanten stossen, der uns Auskunft geben kann. Das Problem: ich hatte Cola wie das braune Getränk ausgesprochen. Ich hätte Cola etwas mehr italienisch betonen müssen. Etwas "Golla". Jetzt klappt es auch mit dem Taxifahrer 8)

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Byblos ist die älteste permanent bewohnte Siedlung auf unserem Planeten. Die ältesten Ruinen befinden sich im stolzen Alter von fast 7000 Jahren.

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Die Römische Kolonnaden

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Byblos war Hauptumschlaghafen für Papyrus. Eine Rolle Papyrus wurde bíblos genannt, in Anlehnung an den Namen der Stadt.

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Eine Kreuzfahrerburg

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Auch Byblos hatte ein kleines Amphitheater

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Das Loch war der einzige Süßwasserbrunnen in Byblos. Man musst weit hinunterklettern und die Wassergefässe nach oben schleppen. Heute ist der Brunnen ausgetrocknet.

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Der Friedhof von Byblos

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Altertum und Moderne in der Nachbarschaft.

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Panoramabild: zum Vergrößern auf das Bild klicken.

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In den Ruinen befindet sich ein kleines Museum

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Es wurden sogar einige gut erhaltene Mosaiken ausgegraben.

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Hinter dem Ausgang gibt es noch einige Souvenierläden.

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Moderne Boote ankern in einem 7000 Jahre alten Hafen.

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Auf dem Weg zurück finde ich noch einige Grafities.

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Den "Angry Monkey" schaue ich mir nicht näher an.

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Am letzten Abend in Beirut besuche ich noch ein Konzert, ein Theaterstück und runde das Ganze noch mit einem Abendessen in einem libanesischen Restaurant ab.

In der kurzen Zeit konnte ich leider nicht das ganze Land kennenlernen. Das Bekaatal, Sidon und noch vieles mehr stehen auf dem Programm für den nächsten Besuch.

Grüsse
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 02.07.2016 19:48

Liebe Wüstenschiffer,

der Libanon ist ein sehr spannendes und interessantes Reiseland. Bis auf Wüsten bietet das Land fast alles, was einen Reisenden interessieren könnte. Das Mittelmeer, Gebirge, Naturparks, Ruinen und eine jahrtausende alte Vergangenheit. Auch die Gegenwart ist sehr interessant und die kulinarische Seite bietet einige Überraschungen.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Bericht etwas das Interesse am Libanon wecken und würde mich freuen, von dem einen oder anderen Reise an dieser Stelle etwas zu lesen.

Viele Grüsse
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 04.07.2016 11:32

Hier noch ein SPON Bericht über das einst berühmte Palmyra Hotel in Baalbek.

Das Hotel ist ein Relikt aus der Zeit, als der Nahe Osten noch Sehnsucht und Neugier in Europäern weckte und immer mehr Reiseanbieter Touren an die Levante bewarben. 1874 von einem griechischen Unternehmer gebaut, liegt es genau zwischen Beirut und Damaskus, perfekt für einen Zwischenstopp. Doch das war nicht der einzige Grund, das Palmyra im libanesischen Baalbek zu bauen: Dem Hotel gegenüber liegen gigantische Ruinen, römische Prachttempel, die einst zu den größten im Nahen Osten gehörten.

Hotel Palmyra im Libanon: Check-in in eine andere Zeit

Auch die arbeitslosen Touristenführer, die vor den Ruinen herumlungern, wirken wenig vertrauenerweckend. "Ich kann euch die wahre Geschichte von Baalbek erzählen", sagt einer: "Die Tempel wurden von Außerirdischen gebaut!"

Von den außerirdischen Touristenführern habe ich allerdings keine gesehen. Die einzigen Führer befanden sich innerhalb der Ruinen, mit nur sehr wenigen Touristen.

Grüsse
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Fehlnavigiert » 15.07.2016 15:50

Danke für den fantastischen Bericht!
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 17.07.2016 10:59

Fehlnavigiert hat geschrieben:Danke für den fantastischen Bericht!


Vielen Dank!

Übrigens. Was haltet ihr von dieser libanesischen Gruppe?

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Aus dem Libanon: Who Killed Bruce Lee auf Tour

Grüsse
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 22.07.2016 11:43

Hier noch ein neuerer Artikel über Mira Minkaras Tripolitour.

Inside Lebanon's forgotten fairground of the future

The ancient Lebanese port city of Tripoli is possibly the last place anyone would expect to find an abandoned trove of futuristic modern architecture.

But weirdly, that's exactly what can be found among its 14th-century mosques, arcades and schools.
Even more weirdly, it's almost always deserted.

These space-age buildings are the work of Brazilian Oscar Niemeyer, widely considered one of the founders of modern architecture.

He designed the 10,000-hectare site, intended as an international fairground, after a single visit to Tripoli in 1962.
Construction, however, was halted at the outset of Lebanon's civil war in 1975, and never resumed.
Despite some damage inflicted during the war, and Syrian army occupation of the site in the 1970s and 80s, the structures still stand largely intact. mehr...

Grüsse
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Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 27.10.2017 12:52

Liebe Wüstenschiffer,

eigentlich wollte ich in den Niger. Mir lief aber die Zeit davon und es war doch nicht so einfach in Dubai das Visum zu beschaffen. Daher musste ein Plan B her. B wie Beirut. ;-)

Ich hatte letztes Jahr bei meinem ersten Versuch mit dem Libanon Freundschaft geschlossen. Es gab aber noch ein paar weiße Flecken, die ich bei dieser Reise zu füllen gedachte.

Dieses Mal ging es in alle Richtungen. Die Auswahl ist nicht einfach, denn der Libanon ist gesegnet mit beeindruckenden Naturwundern und abwechslungsreicher Geschichte.

Zum Beispiel der Qurnat as-Sauda und mit 3088 Metern einer der höchsten Berge des Mittleren Ostens.

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Das Wadi Qadischa oder Kadisha Valley mit seinen jahrhunderte alten und in Fels gebauten Klöstern.

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Oder die zahlreichen archäologischen Stätten mit ihren teilweise sehr gut erhaltenen und restaurierten Bauwerken.

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Aber lasst uns vom Anfang beginnen und gemeinsam eintauchen in ein hochinteressantes und vielfältiges Reiseland.

Grüsse
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon ferdi » 27.10.2017 20:44

Lieber Alexander,

na gut, dann gibt es halt keine Spende für Deine Agadez-Air-Projekte und keine Geschenke für die Kinder meiner Freunde dort. Meinen Plan "O", wie Ouagadougou, wolltest Du auch nicht - so ist es jetzt eben.

Gute Reise in den Libanon.
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Re: Alternative Libanon? Auf und abseits von Touristenpfaden

Beitragvon Alexander » 29.10.2017 08:33

Lieber Ferdi,

aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die "O" Lösung war für mich keine Alternative, da ich meinen Flug schon gebucht und bereits einmal verschoben hatte. Ich werde Niger aber auf jeden Fall noch nachholen.

Viele Grüsse
Alexander
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Libanon - Freitag der 13. Achims Geburtstag

Beitragvon Alexander » 29.10.2017 08:34

Wir schreiben Freitag den 13., als ich am Flughafen in Beirut ankomme. Ein wahrer Glückstag, wie sich noch herausstellen sollte. Allerdings nicht für den Taxifahrer, der für die 15 Minuten Fahrt vom Flughafen zum Grand Meshmosh Hotel 40 US $ verlangt und dazu auch noch ein Trinkgeld fordert. :mrgreen: Als ich ihm die üblichen Tarife erkläre und ihm in Aussicht stelle, alternativ ein anderes Taxi zu nehmen, entschließt sich der Taxifahrer seinen Tarif den lokalen Gegebenheiten anzupassen 8)

Nachdem ich im Hotel eingecheckt habe, rufe ich erst mal Achim an. Achim weiß nicht, dass ich im Libanon eingetroffen bin. :) Was ich allerdings nicht wußte war, dass Achim an diesem Tag seinen Geburtstag feierte. Wir verabreden uns für diesen Abend mit Freunden und Bekannten im Restaurant Makan.

Auf der Speisekarte steht ein Silkroad Menü. Ein Menü, das in mehreren Gängen serviert wird und jeder Gang repräsentiert ein Gericht aus einem Land der Seidenstraße.

Das Besondere an diesem Restaurant: man bezahlt die Getränke zum Festpreis. Für das Essen bezahlt man das, was es einem Wert zu sein scheint. Ein interessantes Geschäftsmodell ;-)

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Anschließend wechseln wir ins "Hole in the Wall", eine Kneipe mit Life Musik und super Stimmung. Achim schneidet den Geburtstagskuchen an und die Feier kann beginnen. :wink:

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An jedem Freitag spielt Joy Fayad im Treff und überzeugt mit ihrer rockigen Stimme und Gitarre.

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https://youtu.be/VZqpFxghpvM

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https://youtu.be/KI0NzoDX3B0

Als Joy dann von Sting "English Man in New York" auflegt und dabei noch den Refrain von I'm an Englishman in New York in I'm an German in Beirut abändert, steigt die Stimmung nochmal um ein Vielfaches. ;-)

Es wird spät bzw früh, als ich ins Hotel zurückkehre. Der Abend war der richtige Einstieg für eine Reise in ein spannendes Land.
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Libanon - Beirut Graffitis

Beitragvon Alexander » 29.10.2017 19:17

Nach einer kurzen Nacht brauche ich erst einmal einen Kaffee, um wieder fit zu werden. Ein Schild an einem Cafe lädt werbekräftig dazu ein. :-)

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Auf den ersten Blick scheinen die Libanesen ähnliche Probleme zu haben, wie wir in Deutschland. So ein Schild an einer Hauswand.

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Doch bei genauerem Hinsehen kämpfen die Menschen für Rechte, die für uns selbstverständlich sind.

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Politisch ist man sehr offen und man bringt seine Meinung deutlich zum Ausdruck.

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Aber es gibt nicht nur politische Grafitis. Davon gibt es viele an den Wänden und Mauern. Teilweise wurden sie von tallentieren Künstlern hinterlassen.

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Beirut liegt teilweise in einer hügeligen Landschaft. Entsprechend findet man häufig lange Treppen, die man raufsteigen muss. Gelegentlich gibt es die Möglichkeit, sich auszuruhen. Die Bänke werden der Treppenform angepasst.

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Es gibt Gerüchte, dass in Beirut Aliens gelandet sind, was ich hiermit bestätigen kann ;-)

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Dazu gab es sogar ein "Public Viewing" :-)

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Libanon - Beirut: Mohammed Al Amin Moschee

Beitragvon Alexander » 29.10.2017 19:18

Am Martyre Square, nur 15 Minuten zu Fuß entfernt steht die sunnitische Mohammed Al Amin Moschee, die man auch als Nicht-Moslem besichtigen kann.

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Vor dem Betreten müssen die Schuhe ausgezogen werden. Frauen dürfen eine schwarze Abaya tragen.

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Bei meinen Besuchen unterschiedlicher Moscheen fiel mir auf, dass man besonders viel Augenmerk auf die Beleuchtung legt. Die Deckenbeleuchtung ist immer beeindruckend.

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Durch die Gebetsniesche wird angezeigt, wo Mekka liegt und wohin sich der Gläubige zu verneigen hat. Es ist ein Irrtum, dass der Betende sich immer nach Osten verneigt ;-) Je nach dem, wo man sich befindet, kann Mekka auch in einer anderen Himmelsrichtung liegen.

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