Wüstenschiff • Thema anzeigen - Bus- und Bahnunglücke in Ägypten

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Bus- und Bahnunglücke in Ägypten

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Beitragvon Roger-Tecumseh » 01.11.2008 16:16

schnorr hat geschrieben:und ich sehe durchaus einen unterschied zwischen einem mit blödheit und grober fahrlässigkeit handelnden busfahrer und einem mit voller absicht den tod unschuldiger menschen in kauf nehmenden attentäter.



EBEN!! :)



(Schon deshalb, weil der Attentäter diese Toten nicht nur "in Kauf nimmt", sondern gerade darauf abzielt, daß ihn möglichst viele Menschen auf seinem letzten Weg des Wahns begleiten!)
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Beitragvon Regula St. » 01.11.2008 19:04

Roger-Tecumseh hat geschrieben:(Oh, St. Regula, ich wünsche Dir, daß Du nie z.B. auf Medizin-Männer angewiesen bist, die nach dieser simplen Regel verfahren!
:) )


Hi Roger-Tecumseh

ich bin zwar nach einer Märtyrerin und Stadtheiligen benannt, aber glücklicherweise (!) selbst nicht heilig :wink: (und hoffe, es auch nicht zu werden... :oops:)

Eines möchte ich klarstellen: jeder Tote, sei es durch Fahrlässigkeit oder Fanatismus, ist einer zuviel. Ich finde es einewäg verwerflich, wenn Menschen den Tod von Mitmenschen durch Dummheit/Selbstüberschätzung bzw. aufgrund vorgefasster Meinungen in Kauf nehmen oder sogar provozieren. Aber da liegt das Problem in den Köpfen, und vielleicht bin ich auch in dieser Hinsicht zu stark westlich geprägt?

Mir ging es bei meinem Beitrag (und das habe ich offenbar zuwenig klar formuliert bzw. ich habe einen Gedankenschritt nicht niedergeschrieben) eigentlich darum, dass solche Meldungen "nur" zur Kenntnis genommen und abgelegt werden; auf das Leid der Hinterbliebenen nach einem Unfall wird nicht eingegangen. Dieses ist nämlich nicht kleiner als jenes von Angehörigen von Attentatsopfern. Das gilt für derartige Ereignisse überall auf der Welt und war für mich auch der Anhaltspunkt für die Wertung.

Danke für die Diskussion und die Denkanstösse

Regula
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Beitragvon Roger-Tecumseh » 02.11.2008 12:57

Regula St. hat geschrieben:
Roger-Tecumseh hat geschrieben:(Oh, St. Regula, ich wünsche Dir, daß Du nie z.B. auf Medizin-Männer angewiesen bist, die nach dieser simplen Regel verfahren!
:) )


Hi Roger-Tecumseh

ich bin zwar nach einer Märtyrerin und Stadtheiligen benannt, aber glücklicherweise (!) selbst nicht heilig :wink: (und hoffe, es auch nicht zu werden... :oops:)
... das Leid der Hinterbliebenen nach einem Unfall wird nicht eingegangen. Dieses ist nämlich nicht kleiner als jenes von Angehörigen von Attentatsopfern. Das gilt für derartige Ereignisse überall auf der Welt und war für mich auch der Anhaltspunkt für die Wertung.
Danke für die Diskussion und die DenkanstösseRegula



Salut (Un-)heilige Regula!

Da man nach kanonischem Recht nie zu Lebzeiten heilig gesprochen werden kann, mußt Du Dir zunächst noch keine Sorgen machen. Das hindert Dich aber nicht daran, schon jetzt ein heiligmäßiges Leben zu führen. Denn auch da geht es nicht mehr so eng zu, wie in vergangenen Zeiten. Als religionsgeschichtlichen Hinweis: Etliche der später heilig Gesprochenen, haben sich während ihres Lebens übrigens selbst nie als solche betrachtet - da bleibt also Spielraum! :lol:

Vielleicht läßt sich dies zum Thema als Gemeinsamkeit festhalten: Jeder gewaltsame Tod wird von den betroffenen Angehörigen als Unrecht im direkten Sinne empfunden. Das Empfinden der Sinnlosigkeit eines solchen Todes ist oft der erste Schritt zur "Trauerarbeit". Der Unfalltod ist aber inzwischen zum Teil unserer Zivilisation geworden und psychisch "integriert" (ich weiß, diese Verkürzung klingt schlimm!).
Im Gegensatz dazu, ist der Tod bei einem Attentat viel komplexer und sicher schwerer für die Hinterbliebenen zu verarbeiten. Wir verfügen in unserem Lebensraum über keine zivilisatorische Erklärung (im Unterschied zum Unfalltod) für die Willkür einer solchen bewußten Handlung. Unsere Kultur bietet uns auch nicht den Ausweg, dies als Schicksal/höhere Fügung zu betrachten. Die langanhaltende Revolte/Wut gegen das unabänderliche Resultat, setzt sich hier aus vielen Komponenten zusammen.
Das "Ergebnis" mag also gleich sein - die Ursachen sind nicht vergleichbar!


Gruß

Roger-T. :)
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Beitragvon Franz (UNI)Murr » 02.11.2008 20:05

Hallo Roger,

dazu eine Kleine Geschichte: Ich überquerte vor einigen Tagen unsere Hauptstrasse, die Shari al Dokki. Das ist eine meistens mit vier Spuren in jeder Richtung befahrene Hauptverkehrsachse hier in Kairo.
Wir waren Einkaufen und ich war mit vier Einkaufstüten beladen.
Das Überqueren einer solchen Straße heißt in Kairo, sich durch den fließenden Verkehr durch zu schlängeln. Das klappt auch in der Regel mit gegenseitiger Rücksichtnahme sehr gut. Bis auf die Busfahrer, die ohne Gnade für Fussgänger einfach fahren. Bei diesem Gang strauchelte ich wegen eines Lochs in der Fahrbahn und wäre beinahe gestürzt. Der mit etwa 40km/h ankommende Bus verfehlte mich nur deshalb, weil mich ein neben mir laufender Ägypter am Arm packte und aus der Schußlinie des Busses zerrte. Der Busfahrer hätte reichlich Zeit und Strecke gehabt, normal abzubremsen. Er tat es nicht und hätte mich sehenden Auges umgenietet.
Das ist für mich Tötungsabsicht und das passiert in Kairo täglich tausendmal.
Ich kann, wie Regula, keinen signifikanten Unterschied ausmachen, zwischen einem Terroranschlag und einem solchen Busfahrer. Beide nehmen den Tot ihrer Opfer billigend in Kauf. Und tot ist tot, da spielt danach eine philosophische Diskussion über die Schwere der Tötung keinerlei Rolle mehr.
Oder glaubst du, meine Kinder verkraften es leichter, wen der Alte nur überfahren wurde.

Gruß

Franz
Leben in Kairo. Berichte auf http://unimurr.com/leben-in-kairo/
Der Mensch braucht zuweilen etwas Wüste. Das Sein in der Wüste ist wie Yoga für meine Seele.
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Beitragvon Roger-Tecumseh » 02.11.2008 20:25

Franz (UNI)Murr hat geschrieben:Das ist für mich Tötungsabsicht und das passiert in Kairo täglich tausendmal.
Ich kann, wie Regula, keinen signifikanten Unterschied ausmachen, zwischen einem Terroranschlag und einem solchen Busfahrer. Beide nehmen den Tot ihrer Opfer billigend in Kauf. Und tot ist tot, da spielt danach eine philosophische Diskussion über die Schwere der Tötung keinerlei Rolle mehr.
Oder glaubst du, meine Kinder verkraften es leichter, wen der Alte nur überfahren wurde.GrußFranz



Ich weiß nicht, ob Regula den Verkehr in Kairo meinte, als sie ihren Vergleich anstellte. (Ich habe übrigens in Asien häufig ähnliche Situationen wie die von Dir geschilderte erlebt.)
Ich könnte Dir auch von einem schlimmen Erlebnis in Tunesien erzählen - aber was bringt das? Jeder ist frei, seiner eigenen Interpretation zu folgen.

Meine Argumente zum Thema bitte ich übrigens nicht philosophisch, sondern psychologisch und politisch zu deuten! :)

Gruß und gute Wünsche für Euer Leben in Kairo!

Roger-T.
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Beitragvon mikepiller » 02.11.2008 20:42

Hi,

da ich inzwischen wohl bekannt dafür bin, jederzeit und überall plötzlich wie ein Stein einzuschlagen- und ist der Ruf erst ruiniert...- würde ich auch hier gerne was zu schreiben.

Meines Erachtens ist in dieser kleinen Diskussion hier kein Konsens zu erreichen- weil verschiedene Standpunkte eingenommen werden, die für sich alle recht haben.

Da ist die Seite mit emotionaler Beteiligung- jede Betrachtung unter dieser Prämisse ist in irgend einer Form von Wut, Mitleid und anderen, ähnlichen Gefühlen gefärbt. Sie spiegelt die Sicht dessen wieder, was gefühlsmäßig ausgelöst wird- eben das, was ein Betroffener durchmachen würde.
Somit völlig richtig.

In vielen Diskussionen wie diesen nehme ich auch mal einen Standpunkt ein, den ich in kindlicher Ausdrucksweise " oben fliegen, darüber fliegen" nenne.
Dieser Standpunkt ermöglicht es, eine Thematik auch mal ohne jede Emotion zu betrachten- also gewissermaßen rein wissenschaftlich, etwa unter Berücksichtigung soziologischer, psychologischer, religiöser oder politischer Fakten und ähnlichem mehr.
Unter dieser Prämisse lassen sich Dinge auch mal aus einer völlig anderen Sicht betrachten, einer beleuchtend erklärenden.

Beides hat seine volle Berechtigung, beides kann ich hier sehen in diesem Fred-
aber beides lässt sich nicht vermischen- es sind zwei grundsätzlich verschiedene Betrachtungsweisen-

und beide haben absolut recht- aus ihrer Sicht.

Daher, so denke ich, laufen oftmals Diskussionen aneinander vorbei, obwohl es sehr sinnvoll ist, Dinge aus beiden Perspektiven zu betrachten- der emotionalen- wie wir es fühlen
und der rationalen- wie wir es erklären.

Kopf und Gefühl!

Gruß
Micha
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Beitragvon Alexander » 14.12.2008 18:28

Mindestens 51 Tote bei Busunglück in Ägypten

Kairo (Reuters) - In Ägypten sind bei einem Busunglück mindestens 51 Menschen getötet worden. mehr...

Grüsse
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Beitragvon Birgitt » 16.07.2009 23:37

In Egypt, bus crash claims lives of Serb tourists
16.07.2009 - Press TV

The Serbian embassy in Cairo says a crash between a tourist bus and a speeding truck in southern Egypt has claimed the lives of 11 Serbian nationals. Serbian ambassador Dejan Vasiljevic said he received the information from a hospital in Hurghada. According to Vasiljevic, the bus had been carrying 17 Serbian tourists, including 14 adults and three children. The accident occurred early Thursday as the bus was heading from the southern city of Hurghada to the Red Sea coastal town of Safaga. The crash was caused by a lorry driving on the wrong side of the road ... mehr
___________________________________

Elf Todesopfer bei Busunfall in Ägypten
16.07.2009 - AFP

Kairo — Bei einem Busunglück in Ägypten sind elf Menschen, darunter acht serbische Urlauber, ums Leben gekommen. Bei dem Unfall wurden nach Angaben von Sicherheitskräften außerdem neun Serben verletzt. Das Auswärtige Amt in Berlin prüft derzeit Angaben, wonach auch Deutsche an Bord des Reisebusses gewesen waren, der auf dem Weg zu der Pharaonenstätte Luxor im Süden Ägyptens war ... mehr


Gruß
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Beitragvon Birgitt » 22.07.2009 20:47

EGYPT: 13 DEAD AND 24 INJURED IN ROAD ACCIDENT
22.07.2009 - ANSAmed

CAIRO - Thirteen people were killed and 24 were injured in yet another road accident in Al-Naqab in south-western Egypt, when a bus headed south from Cairo with many passengers onboard crashed into a lorry. Official sources say that each year between 6,000 and 8,000 people are killed in road accidents in Egypt, and that tens of thousands are injured.

Quelle: ANSAmed

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Beitragvon Franz (UNI)Murr » 22.07.2009 22:09

Liebes Forum,

ich frage mich schon eine Weile, was uns diese Postings über ägyptische Bussunglücke sagen sollen. Wenn in Europa etwas passiert, lese ich nichts im Forum. Dass die Busfahrer wie die Henker fahren, ist bekannt. Daran werden wir sicher nichts ändern. Also frage ich mich, was mir die Postings sagen wollen.

Auf Erleuchtung wartender Franz
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Beitragvon Alexander » 23.07.2009 21:49

Lieber Franz,

Wenn in Europa etwas passiert, lese ich nichts im Forum.

Das mag vielleicht daran liegen, dass wir kein European Community Forum, sondern das Wüstenschiff Forum sind :wink: Jedoch würdest du selbst in einem European Community Forum selten von derartigen Busunfällen lesen, da diese in Europa bedeutend seltener vorkommen.

Dass die Busfahrer wie die Henker fahren, ist bekannt.

Das mag dir als Wahl-Kairoaner bekannt sein und mir als Ägyptenreisender. Aber mit Sicherheit nicht unbedingt denjenigen, die noch nicht in Ägypten unterwegs waren.

Daran werden wir sicher nichts ändern.

Da stimme ich dir zu.

Also frage ich mich, was mir die Postings sagen wollen.

Informieren und das Bewusstsein wecken, evtl. sicherere Verkehrsmittel zu benutzen.

Viele Grüsse nach Kairo und starke Nerven im Kairoer Stossverkehr wünscht
Alexander
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Beitragvon Franz (UNI)Murr » 23.07.2009 22:07

Alexander hat geschrieben:Viele Grüsse nach Kairo und starke Nerven im Kairoer Stossverkehr wünscht
Alexander


Hallo Alexander,

wenn man das System und die Mentalität durchschaut hat, ist der Verkehr halb so schlimm.
Wir sind gerade auf Deutschland- Urlaub und mir geht die Oberlehrermentalität hier mehr auf die Nerven.

Gruß

Franz
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Beitragvon schnorr » 24.07.2009 08:54

Franz (UNI)Murr hat geschrieben:wenn man das System und die Mentalität durchschaut hat, ist der Verkehr halb so schlimm.

das stimmt, und nach einer eingewöhnungsphase hat es sogar ein wenig spass gemacht, sich durchzukämpfen, und stolz, heil aus der schlacht herauszukommen :roll:
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://www.quadridesafrica.de
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Beitragvon Uwe Schmitz » 24.07.2009 19:25

... wenn ich nicht, wie der franz wahrscheinlich des öfteren, unter zeitdruck stehe, ist es nach kurzer eingewöhnungsphase richtig entspannend, im kairoer verkehr mitzuschwimmen.
falsch eingeordnet: egal, 4 spuren von rechts zum links abbiegen kreuzen geht reibungslos.
wo gehts lang? kein problem, der verkehr fliesst so langsam, dass immer zeit zur orientierung bleibt.
zu fuss befahrene strassen kreuzen: einfach ruhig losgehen, die ägypter machens vor.
mit ente macht's natürlich besonders spass, selten so viele lachende gesichter im strassenverkehr erlebt, aber auch mit'm G ging's unkompliziert aus kairo raus und später wieder in die city rein.
nur mut, mailand und madrid sind deutlich schlimmer als kairo (obwohl auch in kairo die schnellen autos mit arroganten fahrern mehr werden...
grüsse an kairo bis nächsten winter
uwe

mein beitrag soll nicht verschleiern, dass auf vielbefahrenden überlandstrassen beängstigend gerast wird (möglichst nie wieder konvoi!!!) :kotz:
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Beitragvon Alexander » 20.11.2010 11:51

Acht Urlauber sterben bei Busunfall in Ägypten

In Ägypten hat ein Busunfall mehreren Urlaubern das Leben gekostet. 22 Menschen wurden verletzt. Drei der Toten stammen aus Russland. mehr...

Grüsse
Alexander
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