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Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

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Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 23.12.2016 23:55

Hallo Wüstenschiffer,

für die Bewohner von Kodri bauen wir einen Brunnen. Die kleine Gemeinde mit Schule versorgte sich bisher mit Wasser aus 24 Kilometer Entfernung. Kodri liegt zwischen Agadez und Timia. Siehe Karte.


Größere Kartenansicht

Der Brunnen muss jetzt allerdings noch einbetoniert und gesichert werden, wozu uns noch das Geld fehlt. Benötigt werden 2500 Euro, wobei wir hier aus dem Forum durch großzügige Spenden bereits über 500 Euro zur Verfügung gestellt bekommen haben.

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So soll der Brunnen ungefähr aussehen.

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Bitte untersützt uns weiter, damit wir den Brunnen fertigstellen können. Wir sind nämlich der Meinung, dass es mehr Sinn macht, die Kinder in die Schule zu schicken, als 24 Kilometer entfernt zum Wasser holen.

Hier die Überweisungsmöglichkeiten:



oder per Banküberweisung an

Alexander Axmann
Kreissparkasse Augsburg
Kto. 0380530295
IBAN DE71 7205 0101 0380 5302 95
BIC: BYLADEM1AUG

Vielen Dank schon im Voraus.

Grüsse
Alexander
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon michaelbaier » 27.12.2016 00:22

Hallo Alexander,

danke für Deinen Aufruf.

Letztes Jahr haben wir für die Ärzte ohne Grenzen was getan - dieses Jahr machen wir für dieses Projekt was.

Wir haben gerade was gespendet per PayPal

Viel Glück mit dem Projekt :) :)
Cordula und Michael
Viele Grüße
Cordula
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 01.01.2017 08:59

Hallo Cordula und Michael,

herzlichen Dank für euren großzügigen Beitrag. :)

Durch eure Spenden kam schon einiges zusammen und wir sind zuversichtlich, dass wir auch dieses Projekt erfolgreich abschließen können.

Ein bisschen fehlt uns noch. ;-)

Viele Grüsse und streßfreie Feiertage
Alexander
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 12.02.2017 07:52

Hallo Wüstenfreunde,

diese Woche gab es den Spatenstich zur Fertigstellung des Brunnens. Es wurden Zementsäcke und Material nach Kodri gebracht.

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Es gab ein Treffen mit den Tuaregchefs und Vertretern der Gemeinde.

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Ich vermute, dass diese Metallschalen als Gußform für die Brunneneinfassung verwendet werden. Ich bin allerdings kein Brunnenbauer :-) Werde es mir aber genauer erklären lassen, wenn ich den fertiggestellten Brunnen begutachten werde.

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Herzlichen Dank an alle, die durch ihre Spenden den Brunnen möglich machen. Ich werde weiter berichten.

Viele Grüsse
Alexander
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon markus-1969 » 12.02.2017 11:11

so sinnvoll das Problem auch sein mag so wichtig ist es daß das Problem mit dem Brunnenbau nicht gelöst ist sondern vielleicht erst anfängt.

Beispiel:

Man hat ein dünnbesiedelte Region in der 100 Menschen 100 Einheiten Wasser verbrauchen, es gilt also: 1 Einheit Wasser / Kopf.

Man erhöht nun die Wasserzufuhr und tut sonst weiter nichts.

Ergebnis: Man hat 200 Einheiten Wasser.

Gegen die Zunahme der Bevölkerung und der Wasser verbrauchenden Tiere und Pflanzen wird nichts getan.

Folge:

200 Menschen brauchen irgendwann 200 Einheiten Wasser, es gilt also ebenfalls: 1 Einheit Wasser / Kopf

nur verträgt die karge Umwelt weder das zusätzliche Vieh noch die zusätzlichen Menschen mit der Folge, daß eine Verwüstung eintritt.

Wie ist Deine Antwort auf dieses Problem ?
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 12.02.2017 11:58

Was erwartest Du jetzt? Dass ich in Kodri Kondome verteile?

Du machst hier eine Milchmädchenrechnung auf, ohne vermutlich jemals Deinen Fuß in das Gebiet gesetzt zu haben.

Die Menschen in Kodri haben schon immer Wasser verbraucht. Allerdings mussten Frauen und Kinder das aus 25 Kilometer Entfernung heranschaffen. Absolviere mal einen Fußmarsch von 2 x 25 = 50 Kilometer und überlege Dir, wieviel Wasser Du dabei verbrauchst. Die Zeit, welche die Kinder für das Wasserholen aufwänden, verbringen sie lieber dort in der Schule und lernen nachhaltigen Anbau und Viehwirtschaft. Dazu werden die Menschen in Kodri unabhängig und die Ressourcen der anderen Quelle werden geschohnt. Übrigens: wir sprechen hier nicht von fossilem Wasser, das endlich ist und nicht wieder nachfließt.

Da Kodri an einem Flusslauf liegt (führt Wasser zur Regenzeit, ansonsten unterirdisch), gibt es für nigrische Verhältnisse Grün im Überfluss. D.h. die kleinen Wälder müssen nicht einmal bewässert werden. Es wird sogar dafür gesorgt, dass die Bäume wieder nachwachsen. Das Wasser der Regenzeit wird dazu optimal ausgenutzt, in dem Gebiete mit Steinen abgegrenzt werden, damit das Wasser nicht sofort wieder abfließt und der karge Boden nicht weggeschwemmt wird.

Dem Bevölkerungswachstum in Kodri sind natürliche Grenzen gesetzt, da das Gebiet von den Ausläufern des Air begrenzt wird. Daher auch die vielen kleinen Siedlungen und keine Großstadt.

Man kann das Problem nicht einfach mit dem Taschenrechner großrechnen, ohne alle Umstände mit einzubeziehen.

Grüsse
Alexander
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon markus-1969 » 12.02.2017 12:16

wenn du meinst, die Umstände rechtfertigen eine andere Betrachtung, ist es ja gut und es ist Dein Projekt und damit wenn es sich nicht gut entwickeln sollte auch Dein Fehler.

Das Problem ist aber daß man sich von außen nicht in ein ökologisches Gleichgewicht bzw. funktionierendes System einmischen sollte sondern daß man das System an sich optimieren sollte, denn das Zerstören von funktionierenden Strukturen erweist sich schneller als boomerang als man denkt.

Ich denke aber, daß Du die aus Deiner Sicht richtigen Entscheidungen treffen wirst.
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 12.02.2017 12:33

markus-1969 hat geschrieben:Das Problem ist aber daß man sich von außen nicht in ein ökologisches Gleichgewicht bzw. funktionierendes System einmischen sollte sondern daß man das System an sich optimieren sollte, denn das Zerstören von funktionierenden Strukturen erweist sich schneller als boomerang als man denkt.


Dann hätte man damit schon vor einigen hundert Jahren in Europa anfangen müssen. Da gab es auch einmal ein ökologisches Gleichgewicht. Aber genau die Optimierung findet in Kodri statt. Es wird nicht ausgebeutet sondern die Ressourcen entsprechend eingesetzt. Und es gibt dort keine Toilettenspühlung, die einfach mal 20 Liter für die menschlichen Hinterlassenschaften durch die Kanalisation spült.

Hier ein schönes Beispiel, wie durch Anbau von Bäumen in der Umgebung der Bodenerosion entgegengewirkt wird.

grün.jpg


markus-1969 hat geschrieben:... und es ist Dein Projekt und damit wenn es sich nicht gut entwickeln sollte auch Dein Fehler.

Ich bin gewohnt, für mein Handeln die Verantwortung zu übernemen. Aus deinem Satz erkenne ich aber, dass deine Anschauung einfach nicht in das reale Weltbild passt.

Grüsse
Alexander
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Peter D » 12.02.2017 12:49

Ein einzelner Brunnen mehr hat de facto keine Auswirkungen auf Überweidung etc.
Erst wenn man in allen Streusiedlungen ein Loch nach dem anderen gräbt, wäre eine Änderung vielleicht möglich.
Und selbst das ist nicht sicher.

lg peter
Zuletzt geändert von Peter D am 12.02.2017 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Peter D » 12.02.2017 13:08

markus-1969 hat geschrieben:........Das Problem ist aber daß man sich von außen nicht in ein ökologisches Gleichgewicht bzw. funktionierendes System einmischen sollte ..........


Nun, schon die Römer fällten den ganzen Baumbestand in Nordafrika bis zur völligen Verkarstung ab.
Die Nachwirkungen der Alt- und Neo-Kolonialisierungen der Europäer in der Südsahara sind auch noch heute enorm spürbar,
wie z.b. die riesigen Monokultur-Erdnussplantagen der Franzosen, dessen Erträge nach Europa verschifft werden..
Solche Einmischbeispiele - von den ganzen europäischen über Afrika verhängten Strafzöllen abgesehen - gibt es zu Hundertschaften...
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 12.02.2017 18:06

Es ist fast wie bei uns. Zehn Leute stehen herum und zwei arbeiten. :)

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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 12.02.2017 18:52

Kinder und Esel kehren zurück von der 25 Kilometer entfernten Wasserquelle

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Die Schulkinder von Kodri gehen in einer Strohhütte zur Schule. Oder holen Wasser.

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Grüsse
Alexander
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon doncarlos » 14.02.2017 00:03

Hi Wüschis,
nehmt es bitte nicht als Anbiederungsversuch aber hier muss ich Alexander zustimmen. Wer schon einmal in der Sahara fast den Verdurstungstod gestorben ist wie ich hat zu Wasser einfach ein fast schon religiöses Verhältnis, d.h.ich bin unbedingt für Brunnenbau möglichst überall in Afrika. Ich bekenne auch dass es eine sehr große Genugtuung für mich war, als letztens der Tiefbrunnen (25 m) auf meiner künftigen Bananenplatage in Gambia endlich sauberes Wasser ausspuckte. Auch wenn dort (Gambia) wohl nirgendwo absoluter Wassermangel herrscht ergreift in einm solchen Moment doch ein irgendwie erhabenes, fast schon archaisches Gefühl Besitz von einem. Daher würde ich grundsäzlich immer Geld für neue Brunnen spenden, wenn ich sowas nicht schon selbst in meinem überschaubaren Bereich tun würde, wo ich auch selbst einen Einfluß drauf habe was dann mit dem edlen Nass passiert.

Denn natürlich muß man auch den Verwertungszusammenhang dieser kostbaren Ressource mit bedenken.

In diesem Zusammenhang will ich -auch wenn es wieder als ketzerisch gewertet werden könnte- noch Beobachtungen schildern, die ich auf den Kapverden gemacht habe wo ja furchtbare Wasserknappheit herrscht, was aber m.E. nicht an mangelnden Brunnen sondern eher am absoluten Mangel auch an Grundwasser liegt. Mir geht es jetzt auch nicht um die etwas müßige aber hier in diesen Spalten immer wieder gerne geführte Debatte ob dies nun an den Kolonialisten liegt, die früher für ihren Schiffsbau die Inselwälder dezimierten. M.E. trifft eine Mitschuld auch die wild herumlaufenden Ziegen, welche -als einzige Zelluloseverdauer- sämtliche Vegetation abnagen, aber daqrum gehts mir nicht.
Was mich aber auf den Kapverden tief beeindruckt hatte war, dass dort jeder Eimer Wasser nur gegen einen kleinen Obolus -ich denke für die Dorfgemeinde- abzupumpen war. Die Mädels welche die randvollen Eimer auf den Köpfen wegtrugen gaben demgemäß höllisch Obacht auf jeden Wassertropfen. Dies und auch mein o.g. eigenes Erlebnis hat bei mir zu einer großen Wertschätzung von H2O geführt, d.h. auch im privaten Umfeld hierzulande spare ich insbes. beim Geschirrabwaschen und Kochen etc. das edle Nass fast schon krankhaft .
Damit wolle ich nur anregen, bei dem genannen Brunnenbauprojekt auch gleich mitzudenken wie denn nun die Wasserverteilung ablaufen soll -wenn Ihr denn überhaupt darauf Einfluß nehmen könnt oder wollt etc. meint Doncarlos
"Man entdeckt keine neuen Welten ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren" (frei nach A.Gide)
doncarlos
 
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Henrik » 15.02.2017 21:55

einen Kleinbetrag angewiesen. Es mag ein Tropfen auf einen heißen Stein sein, aber viele Tropfen ergeben einen Strom.

Wir werden demnächst vorbeischauen und sehen wie das Projekt vorangeht :lol:

Grüße,
Henrik & Sophia
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Re: Das Wüstenschiff baut einen Brunnen in Niger

Beitragvon Alexander » 18.02.2017 08:42

Hallo Henrik,

herzlichen Dank!

Henrik hat geschrieben:Wir werden demnächst vorbeischauen und sehen wie das Projekt vorangeht :lol:

Definiere bitte mal "demnächst" ;-) Evtl. trifft man sich ja dort beim gemeinsamen Wasserholen. 8)

Grüsse
Alexander
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