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Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Kuno » 06.09.2014 13:42

Trotzdem der IS derzeit wohl auf einer Erfolgswelle schwimmt glaube ich nicht, dass diese Organisation alles verwirklichen kann, was sie sich eben so vorstellt:

"Angeblich hat ein Mitglied des IS sogar gedroht, die Dschihadisten würden in Saudi-Arabien einfallen und die Kaaba in Mekka schleifen - das höchste Heiligtum aller Muslime überhaupt. Denn die Menschen würden nach Mekka gehen, um Steine zu berühren und nicht wegen Gott, soll er laut Medienberichten auf Twitter geäußert haben."


Den Artikel findet man im aeusserst serioesen FOCUS online: http://www.focus.de/wissen/mensch/relig ... 06596.html

Man darf wohl auch nicht davon ausgehen, dass ein einziger "tweet", den angeblich ein IS Mitglied abgezwitschert hat gleich die Politik und Gesamtstrategie des IS darstellt...
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon landcruiser. » 06.09.2014 20:17

Ich denke auch nicht, dass die nur im entferntesten das erreichen werden, was sie so verkünden.

Was sie bisher angerichtet haben reicht aber schon.

Und was sie, ohne ihre Ziele je zu erreichen, noch anrichten werden ...
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Kuno » 07.09.2014 07:25

In "unseren Laendern" macht man sich ja sorgen, was die Jihadisten anrichten koennten, die aus Syrien und dem Iraq in ihre Heimatlaender zurueckkehren. Vor ein paar Tagen gab es schon eine Meldung zu einer Gruppe von Briten, die gerne wieder nach Hause kommen wuerden - vorausgesetzt, man sichert ihnen Straffreiheit zu.

Im FOCUS online erwahnt man heute, dass es auch Deutsche Jihadisten mit Heimweh geben wuerde - die Organisation, der sie beigetreten sind hat aber offensichtlich die Moeglichkeit eines Austrittes in den Vereinsstatuten nicht beruecksichtigt:

"Nach FOCUS-Informationen hält die islamistische Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) zwei Deutsche in ihrer Gewalt. Demnach soll es sich bei den Geiseln laut Sicherheitsbehörden um frühere Salafisten handeln, die geschockt durch die Gräueltaten des IS in die Bundesrepublik zurückkehren wollten. Die Deutschen sollen zusammen mit fünf Briten, drei Franzosen und zwei Belgiern in einem Folter-Gefängnis in der syrischen Stadt Rakka festgehalten werden. Andere Häftlinge stammen aus arabischen und asiatischen Ländern. In den Augen des IS gelten sie als Verräter, die den Tod verdient haben."


Der ganze Artikel kann hier nachgelesen werden: http://www.focus.de/politik/ausland/als ... 14696.html
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon lehencountry » 07.09.2014 08:02

"Nach FOCUS-Informationen hält die islamistische Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) zwei Deutsche in ihrer Gewalt. Demnach soll es sich bei den Geiseln laut Sicherheitsbehörden um frühere Salafisten handeln, die geschockt durch die Gräueltaten des IS in die Bundesrepublik zurückkehren wollten. Die Deutschen sollen zusammen mit fünf Briten, drei Franzosen und zwei Belgiern in einem Folter-Gefängnis in der syrischen Stadt Rakka festgehalten werden. Andere Häftlinge stammen aus arabischen und asiatischen Ländern. In den Augen des IS gelten sie als Verräter, die den Tod verdient haben.


Wollten die etwa offiziel kündigen anstatt sich heimlich davonzumachen?

Genau das gehört in die Medien als Abschreckung für mögliche Rekruten. Das ihr IS-Paradies auch negative Seiten haben kann und es keinen Ausstieg gibt, das muss man ihnen über alle möglichen Medien vermitteln. Ich glaube, da würden sich viele der Sache abwenden. Leider gibt es keine Kampagne gegen diesen Irrglauben.
Die uneingeschränkte Freiheit des Internets kommt den Terroristen natürlich gelegen und können Leute anwerben. Ich versteh nicht, warum man deren Beiträge im Web zulässt.
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Kuno » 07.09.2014 08:13

Naja. Bei geschaetzten 3'500 Europaeern, die aktiv fuer den IS unterwegs sind ist die Anzahl der angeblich Aussteigewilligen dann doch verschwindend klein... und die Rekrutierer des IS scheinen ja insofern auch erhrlich zu sein, denn sie versprechen keine lebenslange Rente und ein Haeuschen im Gruenen sondern das Paradies nach dem Maertyrertod. Die suchen keine Feierabend- und Ferienkaempfer, welche nach drei Wochen wieder nach Hause unter die Glocke des deutschen Sozialstaates zurueckkehren und sich mit ihren Taten bruesten.
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon lehencountry » 07.09.2014 08:27

Wenn sie mal bei 60° im Sommer in schwarzer Uniform in der Sonne stehen oder kämpfen müssen, können für viele Europäer die ersten Zweifel kommen (ich weiss wie sich 65° ohne Schatten den ganzen Tag anfühlt).
Als Soldat ist es um vieles härter den Alltag zu erleben. Für die Terror-Söldner aus anderen afrik. Staaten ist das nichts neues. Die haben eh nichts zu verlieren und zu Hause keinen Job, die machen das für ein paar hundert dollar längere Zeit mit. Wieviele mögliche Aussteiger es gibt oder gab, wird man nie erfahren, in den meisten Fällen wird mit den Jungs sicher auch kurzer Prozess gemacht.
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Mia » 07.09.2014 09:30

lehencountry hat geschrieben:Die uneingeschränkte Freiheit des Internets kommt den Terroristen natürlich gelegen und können Leute anwerben. Ich versteh nicht, warum man deren Beiträge im Web zulässt.


http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... boten.html

Der Artikel gibt einige Antworten.
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon landcruiser. » 07.09.2014 11:07

Sollte kein Problem sein die ISIS zu verbieten. Rechtsgrundlage ist da und die geforderten Merkmale liegen wohl zweifelsfrei vor.

Hoffe mal unsere Staatsorgane verlieren sich nicht wieder in endlosen Diskussionen und handeln schnell und richtig.
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Alexander » 07.09.2014 15:37

Ungewohnte Zweisamkeit. Die USA und Syrien fliegen Angriffe auf IS Stellungen. Auch der US Erzfeind Iran schliesst eine Teilnahme an den Angriffen nicht mehr aus.

USA und Syrien bombardieren IS-Stellungen

Im Kampf gegen die IS-Terrormiliz ziehen auch bisherige Feinde an einem Strang. Die USA und das Assad-Regime fliegen neue Luftangriffe gegen die IS. Und sogar der Iran will mit den USA kooperieren. mehr...

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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Alexander » 07.09.2014 17:22

Der Deutsche und Ex Berliner Rapper Denis Cuspert, der sich jetzt Abu Talha Al Almani, der Deutsche nennt, scheint eine "Bilderbuchkarriere" bei IS vor sich zu haben.


Deutscher macht Karriere bei Terrormiliz IS

Der deutsche Islamist Denis Cuspert gehört nach Erkenntnissen des Berliner Verfassungsschutzes inzwischen zum engeren Kreis der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Der ehemalige Berliner Rapper 'Deso Dogg' sei dem IS im Irak und in Syrien im April 2014 beigetreten. Nun rufe er vor allem radikalisierte Salafisten in Deutschland auf, sich der Organisation anzuschließen, heißt es in einem Dossier der Verfassungsschützer über das Leben Cusperts, das die Berliner Senatsverwaltung für Inneres veröffentlichte. Über die Analyse hatten zuerst die 'Bild am Sonntag' und die 'Berliner Morgenpost' berichtet. mehr...

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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Alexander » 07.09.2014 17:27

Mich wundert, dass Twitter nicht schon längst den Account von Abu Talha Al Almani geschlossen hat.
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Turi » 07.09.2014 18:24

Sorge bereiten den Sicherheitsbehörden jene, die zurückkehren. Oft sind sie radikaler als zuvor. In Deutschland gehen die Sicherheitsbehörden von mehr als 50 Syrien-Rückkehrern aus.


Wenn man von denen weiss, wieso zieht man die nicht aus dem Verkehr?
Alle immer mit Samthandschuhen anfassen und hinterher das grosse Jammern.

Vermutlich braucht man da auch noch die Amis dazu.

Armer Rechtsstaat :roll:

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon Wolfgang K » 08.09.2014 08:48

Sich mit Verboten von Symbolen dagegen zu wehren ist – da wird mir jeder zustimmen – eher etwas kosmetisches, da sich dadurch weder Denkweisen noch Ziele ändern.
Ein Verbot der „IS-Flaggen“, dieser Warnwesten oder auch Hakenkreuzen und „ACAB“ Hemdchen und anderen Idiotenkostümen dient nur optischen Gründen: Die Bilder sind aus der Presse raus – vor allem aus der internationalen.

Der Umgang mit diesem Phänomen hier wird ein entscheidender Fehler gemacht: Wenn man Staat(Politik) und Religion im Kopf trennt, muss man auch religiöse und politische Handlungen und „Bewegungen“ hinsichtlich ihrer Behandlung voneinander trennen.

Darin dürfte es einen gesellschaftlichen Konsens - auch und vor allem mit in Deutschland lebenden Muslimen - geben: Was die ganze Salafistenszene verfolgt sind politische und keine religiösen Ziele: Es geht nicht persönliche Lebensumstände, sondern immer um die gesamte(n) Gesellschaft(en) und damit deren Rechtsordnung. Solche Auftritte wie in Wuppertal mit Durchsetzung einer eigenen Rechtsordnung (Police) sind praktisch ein Staatsstreich. Das klingt übertrieben, allerdings nur, weil derzeit die Mittel nicht dazu reichen und man es noch bei kleinen „Provokationen“ bleiben lassen muss.

Wem am gesellschaftlichen Frieden über unterschiedliche Religionen hinweg gelegen ist muss Religion und Politik auch in dieser Weise trennen: auf der einen Seite müssen generelle Verdächtigungen unterbleiben und auf der anderen Seite politische Strömungen (Einführung einer anderen Rechtsordnung) unterbunden werden.

Warum soll mein muslimischer Nachbar oder Kollege sich für die IS, Herrn Biervogel, Herrn Denis Cuspert und die ganzen anderen Halbhirne rechfertigen?
Ich möchte mich bei meinem Nachbarn auch nicht für Fritzekatzes wahrscheinlich durch Betäubungsmittel verursachte Hirnerweichung rechtfertigen müssen, nur weil es gemeinsame Herkunft, Reiseziele und ein Forum gibt, in dem wir beide schreiben.

Es geht darum endlich die gesamte Salafistenszene(!) als eine politische Kraft, ohne das Anrecht als religiöse Vereinigungen zu begreifen und entsprechend zu behandeln: Salafistische Hinterhofbeetbuden sind keine Moscheen, sondern politische Einrichtungen, die den nationalen und internationalen Kampf für ihre Ideologie organisieren und dienen nur diesem und keinen anderen Zweck, egal was sie für sich beanspruchen und andere damit reinziehen.

Wer gesellschaftlichen Frieden über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg haben will muss genau dort ohne Glaceehandschuhe anfassen. Die rechtstaatlichen Mittel sind da.

Grüße
Wolfgang
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon schnorr » 08.09.2014 18:08

Eine zusätzliche Brisanz könnte sich in Wuppertal aus der Konfrontation zwischen Laus Leuten und der nicht unerheblichen rechtsextremistischen Szene der Stadt ergeben. Seit Tagen machen Neonazis in einschlägigen Blogs Stimmung gegen die Islamisten. Inzwischen hat "Die Rechte" den "Stadtschutz Wuppertal" gegründet. Diese Feierabendmiliz solle nun, ausgerüstet mit roten Hemden und Funkgeräten, "für mehr Sicherheit, Recht und Ordnung sorgen", heißt es im Internet.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 90191.html

über den ganzen is-sche..ß darf man die andere ecke nicht vergessen. es gärt im bergischen mal wieder.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://www.quadridesafrica.de
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitragvon landcruiser. » 08.09.2014 18:34

Wolfgang K hat geschrieben:Sich mit Verboten von Symbolen dagegen zu wehren ist – da wird mir jeder zustimmen – eher etwas kosmetisches, da sich dadurch weder Denkweisen noch Ziele ändern.
...


Hat das hier jemand ins Gespräch gebracht - muss ich überlesen haben.

Das Verbot der Zeichen und Symbole dieser Extremisten ist erst der dritte Schritt; quasi ein Automatismus, wenn diese "Organisation" verboten ist.

Dieser Schritt ist dann schon wichtig, um ein künftiges Wiederaufkeimen zu verhindern.

************

zu den rechten Vögeln:

War zu erwarten das die sich zu Wort melden.

Das es so lange gedauert hat, ist ein Zeichen für den desolaten Zustand in dem sie sich organisatorisch befinden.

Man schaue sich die Vögel an, die da derzeit agieren :bang:

Trotzdem muss man "ein Auge auf die haben".

Hier ist einfach kein Platz für Extremisten, egal in welcher Richtung!
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