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Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Alexander » 22.01.2012 11:15

Hallo Wanderfreunde,

vor sieben Jahren habe ich mir zum ersten Mal einen Rucksack gekauft. Ich hatte wenig Erfahrung, also erwarb ich etwas Preisgünstiges bei Ebay. Es handelte sich um einen Mountain Guides (nähere Bezeichnung und Typ ungekannt) mit Seitentaschen für Trinkflaschen und einem Fassungsvermögen von 70 Litern. Ich ersteigerte den Rucksack für 14,75 Euro…

Nach sechs Wüstenwanderreisen hat er nun offensichtlich ausgedient. Auf meinen Wüstenwanderungen schleppe ich bis zu 28 kg an Rucksackgewicht mit mir herum, was wohl keiner (Rucksack ;-)) auf Dauer aushält, besonders wenn man ihn häufig ablegt und wieder aufnimmt. Das zerrt an den Gurten und Schnallen. Während meiner ersten Reise brach die erste Plastikschnalle meines Schultergurtes, bei der dritten Reise die zweite Schnalle. Das stellte grundsätzlich kein Problem dar, da ich beide Gurtenden entsprechend verknotete. Zur Einstellung der Gurte benötigte ich die Schnallen nicht mehr, da ich es geschafft habe, beide Gurte für mich in der Länge optimal einzustellen.

Oben am Rucksackdeckel hatte der Rucksack noch zwei Schlaufen, die etwas zu kurz geraten waren und man mit ihnen mit Mühe und Not gerade eine dünne Matte fixieren konnte.

Kurz gesagt, bis auf wenige Berbesserungswünsche war ich mit dem Rucksack sehr zufrieden.

Nun da der Rucksack sehr zerschlissen ist, benötige ich einen neuen. Den Typ, den ich mir damals ersteigert hatte, wird anscheinend nicht mehr verkauft.
Von der Größe stelle ich mir einen Rucksack mit 70+ Litern mit Seitentaschen für Wasserflaschen vor. Evtl. stabilere Kunststoffschnallen für die Schultergurte. Außen einiges mehr an Spangurten zur Befestigung von Schlafsack, Matratze, Decken, usw. Die Auflagefläche der Schultergurte sollte auch nicht zu klein dimensioniert sein.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Rucksäcken gemacht, besonders, wenn sie stark belastet werden?

Vielen Dank

Grüsse
Alexander
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Alexander » 28.01.2012 14:23

Als evtl. Kandidaten habe ich mir zwei Rucksäcke ausgewählt:

Hat jemand Erfahrung mit diesen Rucksäcken?

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Grüsse
Alexander
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Albrecht(Vorname...) » 28.01.2012 17:45

ich bin bei ausruestung ein wenig markenfixiert, habe seit 1987 beste erfahrungen mit lowe alpine gemacht: robust, praktisch, bester tragekomfort. gibt's auch gebraucht guenstig. CU albrecht. bei interesse gerne mehr infos.
Albrecht(Vorname...)
 
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Peter D » 29.01.2012 19:01

Alexander hat geschrieben:Als evtl. Kandidaten habe ich mir zwei Rucksäcke ausgewählt:

Hat jemand Erfahrung mit diesen Rucksäcken?


Heiligs Blechle, Alexander, das sind Bleirucksäcke !
Nachdem du mehr als anspruchsvolle Trekkingtouren bis zum Grenzgang machst, kann ich dir nur Ultralight-Trekking-Ausrüstungsteile empfehlen.
Dort hat auf den einschlägigen Ultralight-Websites ein 50L Rucksack keine 1000 Gramm.
Natürlich geht das auf Kosten des Tragekomfort.
Es gibt aber - für dich interessant - "semi-ultralight-Rucksäcke" die 200 bis 300Gramm mehr haben, dafür aber schon über hinterlüftete Alutraggestelle mit Meshnetz und breiten Schultergurten verfügen.
Diese Dinger sind auch mit 20kg und mehr belastbar.
Auf sowas schaun zwar die Ultralighttrekker schon verächtlich herunter, das ist mir aber wurscht.
So hab ich z.b. den Rucksack OSPREY EXOS 46 L. Der hat Alugestell, hinterlüftet, sitzt wie eine zweite Haut und stützt sich dort ab, wo er hauptsächlich stützen soll: am Becken. Gewicht 1050g. Ohne Oberteil 900g. knapp fünfzig Liter gehn rein !

[youtube2]http://www.youtube.com/watch?v=QILKDzXPbj4[/youtube2]

Das Ding ist genial, schau dir das Video an. An deinen tollen Bildern von deinen Trekkingtouren hab ich sofort erkannt, das du von Ultralightteilen nicht viel Ahnung hast, und trotz deiner beachtlich spartanischen Ausrüstung garantiert 100% zu viel schleppst. Mit ultralightmateralien kannst du alles "Gewichtshalbieren" und weiter gehen.... Allein als ich deine Feldflasche auf einem der Bilder gesehen habe, brrr...Zum Vergleich: Ich gehe mit einer 2-Liter Trinkblase im "Osprey Exos 46L" der ein eigenes Fach dafür hat. Diese Blase kommt aus der Chirurgie ist unzerstörbar und hat 38 Gramm. Hab ich wo genug Wasser an einem Platz, kann ich dabei auch noch einen Wunzi-Duschkopf mit 6g auf den Schlauch stecken.
Interessante Webseiten sind: http://www.ul-trekking.de http://www.trailblaze.de http://www.trekking-ultraleicht.de http://www.trekking-lite-store.com http://www.ausgerüstet.com http://www.trailquest.net http://www.beuteltiere.org http://www.sackundpack.de http://rioleichtsinn.wordpress.com http://www.golite.com http://www.yetiworld.com http://www.backpackinglight.com http://www.suluk46.com http://www.racellite.de viel Spaß beim stöbern Alex, lg Peter
Zuletzt geändert von Peter D am 29.01.2012 22:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Kuno » 29.01.2012 19:08

Peter D hat geschrieben:Nachdem du mehr als anspruchsvolle Trekkingtouren bis zum Grenzgang machst, kann ich dir nur Ultralight-Trekking-Ausrüstungsteile empfehlen.
Dort hat auf den einschlägigen Ultralight-Websites ein 50kg Rucksack keine 1000 Gramm.
Natürlich geht das auf Kosten des Tragekomfort.


Peter, wieviel Sinn macht es, wenn man sich dank "Ultralight" Gewicht einspart, dann aber wiederum Abstriche am Tragekomfort machen muss - welche ja wahrscheinlich auch direkt auf die Marschleistung auswirken?

Ich bin auch etwas skeptisch gegenueber all diesem Ultraleichtzeugs - wie lange haelt sowas im Gebrauch? Kann man mit deinem oben genannten Schlafsack mit dem Megaduennen Haeutchen eine Nacht nahe am Lagerfeuer riskieren oder ist das bereits gefaehrlich?
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Peter D » 29.01.2012 20:29

Hallo Kuno,

Mach enorm viel Sinn.
Es kommt allerdings darauf an, was man sich aus der ultralilght-szene herraussucht...
Da ist natürlich nicht alles Gold was glänzt, aber das Problem hast du bei "normalgewichtigen Produkten" auch.
Ein Beispiel wäre die Matte. Alexander hat so eine Art "etwas gefütterte alubeschichtete Matte" auf dieser er schläft. Die hat, so wie diese aussieht garantiert mehr als 300g. Auf steinigen Böden eine wahre Tortour für seine Skelettstruktur. Ich schlafe hingegen auf einer extrem komfortablen "superultralight-luftmatraze" mit knapp 7cm Höhe, 53cmx168cm mit 300g.
Welche Matte wird mich wohl weiter bringen ?

Der 50L Ospreyrucksack ist ein Komfortwunder mit 900g ohne Oberteil. Mit dem komm ich weiter als mit einem Sack der 1,5 schwerer ist. Und da kommen wir zu einem Problem das eine höchst unangenehme Spirale in Gang setzt:
Sagen wir mal eine Standardtrekkingausrüstung hat (man rechnet immer das gewicht Rucksack mit Inhalt ohne Verbrauchsmaterialien wie Wasser, Proviant, Brennstoffe usw) 11kg, und die Ultralightausrüstung 5,5kg. Da bleibt es nicht bei der Mehrgewichtsbenachteiligung von ebenfall 5,5kg. Denn durch dieses Mehrgewicht erhöht sich auch das erforderliche Mehrgewicht des:
Wassers, muß mehr trinken auf Grund längerer Trekkingzeit
Proviants, benötige aus gleichem Grund mehr Kalorien,
diverse Hilfsstoffe, detto
schwereres Schuhwerk, weil ich infolge des Mehrgewichtes von 9-10kg keine Leichtgewichtsschuhe mehr trage kann !!
noch schwererer Rucksack um das Mehrgewicht sicher abzufedern
schwerere Trekkingstöcke um 10kg Mehrgewicht abzustützen.

Das läßt sich endlos fortsetzten. Eine Spirale eben ...

Es ist freilich keine Frage das man mit Ultralightsachen deutlich vorsichtiger umgeht, um die schnellere Abnützung der Materialresourcen oder Schäden zu minimieren.

Dafür genieß ich die Ultralight-Trekkingtopur schon während ich wandere und nicht wie der Standardtrekker der erst am Abend, wenn er den doppelt schweren Rucksack ablegt, eine "Erleichterung verspürt. Ultralighttrekker haben das Gefühl den ganzen Tag.
beste Trekkingkilometer
Peter
Zuletzt geändert von Peter D am 29.01.2012 20:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Peter D » 29.01.2012 20:36

Hallo Kuno,
wenn du mit deinem Schlafsack-Obermaterial beim Lagerfeuer in "Schmelzpunktnähe" kommst, wird das etwas dickere RipStopNylonmaterial vielleicht zehn sekunden später schmelzen, als der dünnere Stoff.
Diese Zeitersparnis ist - denke ich - schnell "aufgebraucht und kann in den zehn sekunden keinen Vorteil erkennen ;-)
In jedem Fall, wie lang's auch dauern mag, ist das Ergebnis dasselbe: die Schlafsäcke sind danach Müll

lg
Peter
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Kuno » 29.01.2012 21:03

Vielen Dank fuer deine Erlaeuterungen, Peter.
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Wolfgang K » 30.01.2012 09:45

Dafür genieß ich die Ultralight-Trekkingtopur schon während ich wandere und nicht wie der Standardtrekker der erst am Abend, wenn er den doppelt schweren Rucksack ablegt, eine "Erleichterung verspürt. Ultralighttrekker haben das Gefühl den ganzen Tag.


Ich verspüre in der Wüste die Erleichterung meist morgens. Wenn es den ganzen Tag anhält war etwas mit dem Wasser nicht ok.
Wolfgang K
 
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Peter D » 30.01.2012 17:36

Wolfgang K hat geschrieben:Ich verspüre in der Wüste die Erleichterung meist morgens. Wenn es den ganzen Tag anhält war etwas mit dem Wasser nicht ok.



Interessantes Outing...
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Wolfgang K » 30.01.2012 17:44

Sorry, für die kleine Albernheit... :wink:
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Peter D » 30.01.2012 18:24

Na ja, da bin ich auch selber schuld, ich schreib hier mit meinem übersteigertem Ultralightfimmel ganze Romane, das kann mitunter schon mal etwas die Geduld strapazieren... ;-)
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Wolfgang K » 30.01.2012 19:03

Peter D hat geschrieben:Na ja, da bin ich auch selber schuld, ich schreib hier mit meinem übersteigertem Ultralightfimmel ganze Romane, das kann mitunter schon mal etwas die Geduld strapazieren... ;-)


Nein, ich finde das sogar recht interessant, wie weit man das treiben kann. Die Werte sind ja beeindruckend. Ich habe eine ähnliche Entwicklung bei der Motorradausrüstung mitgemacht, wobei sich hier das meiste durch weglassen von Zeugs ergab.
Wenn man vom Motorrad auf das Auto umsteigt denkt man erst, dass jetzt Gewicht keine mehr Rolle spielt, bis man merkt, dass auch da jedes Kilo zählt.
Wobei man auch dabei aus einer gewissen Begeisterung für Ausrüstung schnell eine Materialschlacht lostreten kann. Ist halt eine andere Ausprägung der Ausrüstungsbegeisterung als die Tendenz alles mit „Expeitionssurvivalheavydutyequipment“ vollzuladen.

Sorry noch mal, wollte nicht vom Thema Rucksäcke ablenken.

Grüße
Wolfgang
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Kuno » 30.01.2012 19:59

Wolfgang K hat geschrieben:Ich habe eine ähnliche Entwicklung bei der Motorradausrüstung mitgemacht, wobei sich hier das meiste durch weglassen von Zeugs ergab.


Weglassen ist gut. Bei mir ist das Zeugs meistens schon bald von selber vom Moped abgefallen :oops:
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Re: Erfahrungsaustausch Trekking Rucksäcke

Beitragvon Mia » 01.02.2012 12:35

Lieber Alexander,

ein kleiner Tipp für den Erwerb des neuen Rucksacks:

- gehe doch mal in einen Laden der eine gute Auswahl an Trekkingrucksäcken hat, nimm Dir ein bißchen Zeit
- laß mal alle Argumente Eigengewicht, Material, Ausstattung weg
- suche Dir ca. 4-5 Modelle aus in der 70 ltr Klasse aus, - belade sie mit gewünschtem Gewicht (z.Bsp Kataloge)
- stelle sie exakt auf Deine Rückenlänge und Schultern ein
- trage sie eine Zeitlang durch das Geschäft (am besten auch mal eine Treppe hoch)
- verstelle auch mal die Bänder mit denen man das Gewicht entweder auf die Hüfte oder die Schultern verlagern kann

Du wirst dann spüren welcher Rucksack mit welchem Tragesystem sich für Dich gut eignet.

Solltest Du keine Stöcke mitnehmen wollen sind sogenannte Wristloops eine gute Ergänzung. Das sind Schlaufen, die in die Trägergurte eingehakt werden, die man während des Laufens entweder ergreifen oder die Handgelenke einfach einhängen kann. Die Arme werden so insgesamt entlastet und der Blutkreislauf nicht so abgedrückt.

Viele Grüße Mia
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)
Mia
 
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