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Flüchtlingswelle nach Europa

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Flüchtlingswelle nach Europa

Beitragvon Mia » 01.06.2014 07:32

Hallo,

http://www.sueddeutsche.de/politik/migr ... -1.1980954

Einer, der Presseartikel über die Tausenden Flüchtlinge, die es geschafft haben Freitag und Samstag in Europa zu landen.
Nur alleine dieses Jahr ist bereits 39000 Menschen die Flucht nach Europa gelungen.

Ich habe mir mal versucht, am Beispiel von diesen 39000 Menschen vor zu stellen, wieviele Menschen das sind, welcher Aufwand notwendig ist, alle mit dem Notwendigsten zu versorgen und fürs Erste unter zu bringen:

- ca. 39 000 Menschen entsprechen 2 Kleinstädten oder 1 Großstadt
- entsprechen ca. einem Bevölkerungswachstum von 0,5 % in Deutschland in 5 Monaten
- rechnet man mit ca. 1000 Euro pro Mensch und Monat (Unterkunft und Verpflegung, medizinische Behandlung usw.)wären das bis Jahresende ca. 280 Millionen Euro.
- nicht eingerechnet sind die Kosten für das Umfeld, um das Ganze logistisch und organisatorisch zu Bewältigen (Vergrößerung der Behörden usw.)

Werden die Flüchtlingswellen, die größte Probe für den Zusammenhalt der Europäischen Union? Unseres demokratischen Staates, unserer Gesellschaft?
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Alexander » 01.06.2014 08:27

Die Flüchtlingswelle stellt mit Sicherheit ein gewaltiges Problem dar für Europe. Besonders aus logistischer und administrativer Sicht. Lege ich aber die Kosten auf die europäische Bevölkerung um, schließe noch Länder mit niedrigerem Wohlstand und noch einen % Anteil mit niedrigem Einkommen aus und verteile die 280 Mio (statistisch gesehen) auf die verbleibend Erwerbstätigen, dann komme ich auf einen Prokopfaufwand von 2 – 3 Euro.

Im Hinblick darauf, dass es uns immer noch erheblich besser geht, als den Flüchtlingen, sehe ich in diesem Zusammenhang kein Kostenproblem.

Summiere ich jetzt noch die Steuergelder, die durch Bund, Länder und Gemeinden in Deutschland zum Fenster herausgeworfen werden (siehe Schwarzbuch Steuerverschwendungen) dann könnte Deutschland die Kosten sogar mehrfach alleine stemmen.

Damit möchte ich jetzt nicht zum Ausdruck bringen, dass wir ganz Afrika nach Europa einladen sollen. Im Gegenteil. Die Probleme müssen langfristig auf dem Schwarzen Kontinent gelöst werden. Aber die Kostenfrage relativiert sich doch m.E. deutlich.

Wie gesagt, alles nur Statistik ;)

Grüsse
Alexander
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Barbara4x4 » 01.06.2014 08:41

Auf D sollten wir den Zuwachs nicht berechnen - warum auch? Bei 500 000 000 EU-Bürgern sind 39 000 Einwanderer weniger als ein Promille. Müßte also jeder von uns einen € im Monat für die Flüchtlinge geben und alles wäre finanziert

IMHO kann eine Einwanderung im Promillebereich ein soldides Staatsgebilde nicht schädigen. Zumal diese Einwanderer - im Gegensatz zu den sog. "Rußlanddeutschen" unter Kohl - keine 100 000 DM Begrüßungsgeld pro Nase bekommt.

Ein erster Schritt, die Menschen in ihren Ursprungsländern zu halten könnte sein, sich endlich an die vor Jahrzehnten getroffene Selbstverpflichtung zu erinnern, 0,7% des BIP in die Entwicklungshilfe zu stecken. Die Skandinavier können das, Deutschland schafft nur 0,4% Um dieses Geld wirklich sinnvoll einzusetzen bedürfte es wohl einer Überarbeitung der Entwicklungsstrategien. Solange - zumindest in D - das oberste Projektziel des BMZ der Vorteil Deutschlands ist wundern mich Fehlschläge nicht.

Viele Grüße
Barbara
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Jürgen Kempe » 01.06.2014 08:42

Na ja,

liebe Mia,

0,5% wär' wirklich etwas "happich"! (0,5% von 80 Millionen wären 400.000 Flüchtlinge) Es sind also nur 0,O5 % bzw. 0,5 %o (5 pro 1000 Einwohner.) Das müsste gut verkraftbar sein, liegt doch der Bevölkerungsschwund in D noch darüber. Erst, wenn wir uns keinen BER, keine Elbphilharmonie u.ä. mehr leisten können, müssen vielleicht neu überlegen.

Gruss Jürgen Kempe

Nachtrag: Babara war schneller!
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Mia » 01.06.2014 09:55

Jürgen Kempe hat geschrieben:Na ja,

liebe Mia,

0,5% wär' wirklich etwas "happich"! (0,5% von 80 Millionen wären 400.000 Flüchtlinge) Es sind also nur 0,O5 % bzw. 0,5 %o (5 pro 1000 Einwohner.) Das müsste gut verkraftbar sein, liegt doch der Bevölkerungsschwund in D noch darüber. Erst, wenn wir uns keinen BER, keine Elbphilharmonie u.ä. mehr leisten können, müssen vielleicht neu überlegen.

Gruss Jürgen Kempe

Nachtrag: Babara war schneller!


Hast recht, habe mich verrechnet.
Es geht auch nicht um 2 oder 3 Euro pro, die jeder Bürger erstmal berappen müßte.

Die Staatsverschuldung in Deutschland spricht dagegen, daß Deutschland sich BER und Elbphilharmonie wirklich leisten können.

Gruß Mia
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Alexander » 01.06.2014 10:02

Mia hat geschrieben:Es geht auch nicht um 2 oder 3 Euro pro, die jeder Bürger erstmal berappen müßte.

Die Staatsverschuldung in Deutschland spricht dagegen, daß Deutschland sich BER und Elbphilharmonie wirklich leisten können.


Darum ging es auch mir nicht. Bei diesen Statistiken werden nur gerne riesige Summen in den Raum geworfen, die man auch aus einem anderen Blinkwinkel sehen kann. Selbst wenn aber jeder erwerbstätige Bürger auf die paar Euro verzichten würde, wären es für den Einzelnen immer noch "Peanuts".

Und nicht nur im Bezug auf BER gebe ich dir 200% recht. Wirre Köpfe sprechen schon davon, die ganze Fehlplanung abzureißen und den Bau nochmal in Angriff zu nehmen. Das ist doch krank...

Grüsse
Alexander
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Kuno » 01.06.2014 10:51

Dass BER eine Peinlichkeit sondergleichen darstellt, welche den Ruf DEs als "Techniknation" im Ausland nicht gerade wieder zu alter Bluete erhebt ist eine Sache.

Die (zumeist Wirtschafts-) Fluechtlinge die nach Europa draengen aber einfach rechynerisch proportional auf die Anzahl Europaer zu "verteilen" und auch zum Schluss zu kommen, dass jeder von ihnen nur ein "paar Euro Fuffzig" kosten wuerde ist nicht korrekt. Dass diese Rechnerei nicht die Realitaet widerspiegelt ist auch denen klar, die sie so gerne vorfuehren - ebenso wie der Spruch mit den "Peanuts". Am Ende besteht alles aus "Peanuts" - und die Summe der "Peanuts" macht's dann halt aus... es ist wie bei den echten Peanuts; wenn ich jeweils die ganze Packung gegessen habe, so ist mir meist schlecht geworden davon.
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Alexander » 01.06.2014 11:08

Kuno hat geschrieben:wenn ich jeweils die ganze Packung gegessen habe, so ist mir meist schlecht geworden davon.

Genau das ist das Problem. Etwas weniger Egoismus und die Peanuts auf mehrere verteilt. So hat jeder etwas davon und dir ist nicht übel. Im Wohlstand neigt man dazu mehr zu essen, als man eigentlich bräuchte. Hauptsache der Bauch spannt ;-)
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Kuno » 01.06.2014 11:15

Alexander hat geschrieben:
Kuno hat geschrieben:wenn ich jeweils die ganze Packung gegessen habe, so ist mir meist schlecht geworden davon.

Genau das ist das Problem. Etwas weniger Egoismus und die Peanuts auf mehrere verteilt.


Mit diesen Standartphrasen und uns immer einreden wollen, dass wir Egoisten sind kommt die Sache nicht voran. Lies mal das Buch "Aid and other dirty Business". Da erkennt man schnell, dass die Problematik absolut nicht darin liegt, dass zuwenig gespendet, abgegeben etc. wird sondern darin, wie die NGO und vor allem auch die Regierungen in den betroffenen Laendern damit umgehen.

Oder ich kann ja auch direkt fragen: Waere das Problem von Korruption, kontinuierlicher Misswirtschaft und fortschreitender Bevoelkerungsexplosion in den meisten Laendern Afrikas nachhaltig zu loesen, wenn man zB. pro Europaeer 10% Afrikaner nach Europa holen wuerde?
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Alexander » 01.06.2014 11:29

Kuno, was regst du dich denn auf? ;) Habe ich NGOs erwähnt, oder dass nach Afrika gespendet werden soll? Ich sprach von den Kosten, die bei uns entstehen, bzw. die Mia in Bezug auf die bei uns gelandeten 35.000 Flüchtlinge erwähnt hat und habe versucht diese zu relativieren bzw. aus einem anderen Blickwinkel zu sehen..

Und auch diese Reaktion ist ein Problem. Anstatt uns mit dem Problem wirklich zu befassen und auf die Fragen einzugehen, wird gleich wieder mit Korruption und der Geldverschwendung in den anderen Ländern argumentiert. Es geht doch gar nicht um diese Länder sondern um die Probleme in unserer Heimat. Kein Wunder, dass wir hier keinen Schritt weiterkommen. Und da beziehe ich unsere Politiker mit ein.
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Kuno » 01.06.2014 11:39

Alexander hat geschrieben:Und auch diese Reaktion ist ein Problem. Anstatt uns mit dem Problem wirklich zu befassen und auf die Fragen einzugehen, wird gleich wieder mit Korruption und der Geldverschwendung in den anderen Ländern argumentiert. Es geht doch gar nicht um diese Länder sondern um die Probleme in unserer Heimat. Kein Wunder, dass wir hier keinen Schritt weiterkommen. Und da beziehe ich unsere Politiker mit ein.


Die fortschreitende Bevoelkerungsexplosion hast du nicht zitiert. Darin und in den anderen erwaehnten Problemen liegen die URSACHEN der ganzen Misere. Die gilt es anzupacken und zu loesen - alles ander ist Augenwischerei und auch Geldmacherei.
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Alexander » 01.06.2014 11:57

Kuno hat geschrieben:Die fortschreitende Bevoelkerungsexplosion hast du nicht zitiert.

Das war auch nicht das Eingangsthema, auf das ich einging. Es ging hier nicht um Bevölkerungsexplosion sondern um die Kosten und die Anstrengungen, welche durch die Flucht nach Europa entstehen. Deine Bedenken stehen auf einem anderen Blatt. Vieleicht sollte man das Thema etwas emotionsloser angehen und von seinen vorgefertigten Meinungen einmal loslassen. Dann könnte man das Problem vieleicht etwas erfolgreicher angehen. Und sich auf jeden Fall zunächst mit der Fragestellung befassen. Sonst läuft man Gefahr, das Thema zu verfehlen.
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Kuno » 01.06.2014 13:31

Nun - ich hatte jetzt nicht das Gefuehl, dass ich da besonders viele Emotionen hineingebracht haette - da interpretierst du etwas falsch, Alexander.
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Mia » 03.06.2014 06:22

Hallo
Ich nehme einmal Abstand von allen Vorstellungen, die man zum Beispiel von dem großen Kontinent Afrika hat und dass alle Flüchtlinge von dort automatisch „gute“ Menschen sind, die ohne uns chancenlos sind und unsere Hilfe brauchen und stelle einfach ein paar Fragen (bestimmt sind sie nicht vollständig und beantworten möchte ich sie jetzt auch nicht) in den Raum.

Wer sind die Flüchtlinge?
Woher kommt welcher Flüchtling?
Hat er einen Pass? Wenn nicht, warum nicht?
Warum flüchtet er?
Weil er der Armut entkommen möchte?
Wird er politisch verfolgt?
Wir er strafrechtlich verfolgt?
Weil er abenteuerlustig ist?
Woher wissen sie, wohin sie gehen müssen, um einen Platz auf einem Flüchtlingsboot zu bekommen und wie kommt er dorthin?
Woher hat ein "armer" Flüchtling das Geld für eine Flucht?
Warum müssen sie illegal flüchten und können keinen Visa-Antrag stellen, der verbunden mit einer Arbeitserlaubnis wäre, obwohl in nahezu jedem Land eine Botschaft unterhalten wird?
Welche Familienverhältnisse lässt er/sie zurück?
Wird Frauen und Kindern das Geld für die Flucht vorgestreckt und werden sie dadurch in die Zwangsprostitution verschleppt?
Wird kriminellen Banden die Einreise möglich gemacht und eine Operationsbasis geschaffen?

Gruß Mia
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Re: Flüchtlingsewelle nach Europa

Beitragvon Mia » 03.06.2014 17:39

Hallo,
folgender Artikel ist in der FAZ erschienen:
http://www.faz.net/aktuell/politik/prog ... 70873.html
Außerdem, kann man über die offizielle Internetseite des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Einblick in die Statistik nehmen. Die Infos sind auch interessant.
Gruß Mia
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