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Iran - Die eigentliche Gefahr in Nahost ?

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Iran - Die eigentliche Gefahr in Nahost ?

Beitragvon Birgitt » 03.11.2017 16:02

Die Islamische Republik Iran baut seine Macht weiter aus. In Syrien und im Irak haben die Schiiten den innermuslimischen Konflikt für sich entschieden. Irans destabilisierende Handlungen rücken den Nahen Osten einer Eskalation näher [...] Der Libanon ist de facto unter der Kontrolle des Iran durch seinen erweiterten Arm im Libanon, der Terrororganisation Hisbollah. Darüber hinaus unterstützt der Iran Terrormilizen im Jemen, in Gaza, in Afghanistan und schiitische Gruppierungen in den Golfstaaten, um die Erosion der dortigen Strukturen voranzutreiben ...

Ein Kommentar von Arye S. Shalicar, Kind persisch-jüdischer Eltern, 1977 in Berlin geboren. 2001 wanderte er nach Israel aus, wo er heute im Ministerium von Geheimdienst- und Transportminister Israel Katz arbeitet.

Der Iran ist die eigentliche Gefahr in Nahost
02.11.2017 - Welt

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Unterstützt der Iran al Kaida?

Beitragvon Alexander » 05.11.2017 19:11

Es ist ja bekannt, dass einige Länder, entsprechend ihren Interessen verschiedene "Gruppierungen" unterstützen. Der US Präsident ließ jetzt Dokumente aus dem "Nachlass" Osama bin Ladens veröffentlichen. Sie wurden von den amerikanischen Sicherheitsbehörden noch gar nicht vollständig ausgewertet und gewöhnlich werden Unterlagen mit dieser Brisanz für Jahre unter Verschluss gehalten. Hat Trump Recht und wie echt sind diese Dokumente?

Der Iran steht im Verdacht, eng mit Terrororganisationen zusammen zu arbeiten. US-Präsident Trump nennt das Land den größten Förderer des Terrorismus - und erntet Kritik. Ein Dokument aus dem Nachlass Bin Ladens könnte ihm Recht geben.


n-tv: Arbeitet der Iran mit Al-Kaida zusammen?

Wenn ich dann noch diese Beiträge [Saudi-Arabien] Der Anfang vom Ende? und Libanon als nächster Krisenherd ? lese, dürfte es weiterhin spannend im Nahen Osten bleiben.

Einiges Interessantes dazu kann man auch auf Jazeera lesen. Ich kann allerdings die Seite nicht öffnen, da sie hier in Dubai gesperrt ist.

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Libanon, Saudi Arabien und Iran - Zusammenhänge

Beitragvon Birgitt » 05.11.2017 19:20

Alexander hat geschrieben:Einiges Interessantes dazu kann man auch auf Jazeera lesen. Ich kann allerdings die Seite nicht öffnen, da sie hier in Dubai gesperrt ist.

Das sind die Artikel:

Saudi Arabia's 'Game of Thobes'
05.11.2017 - Aljazeera

Nasrallah: 'It was not our wish for Hariri to resign'
05.11.2017 - Aljazeera

Der nachfolgende Link spiegelt die Meinung von Halim Shebaya (a Beirut-based political analyst and multi-disciplinary researcher) wider:

Is Lebanon on the verge of another conflict?
05.11.2017 - Aljazeera

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Saudia Arabien vs. Iran

Beitragvon Birgitt » 08.11.2017 15:26

Riad und Teheran ringen in zahlreichen Konflikten miteinander, nicht nur in Syrien und im Irak. Mit dem wachsenden Einfluss des Iran geben die Saudis ihre militärische Zurückhaltung auf – mit weitreichenden Folgen für den Rest der Welt ...

Steht der Region nun ein direkter Krieg zwischen den regionalen Großmächten ins Haus, mit schwerwiegenden Folgen für die Weltwirtschaft? [...] Auch arabische Kommentatoren sprechen vermehrt von der Gefahr einer direkten Konfrontation. Abdulrahman al-Raschid, einer der wichtigsten Journalisten im arabischen Raum, schrieb in einem Kommentar auf der prosaudischen Nachrichtenwebseite „al-Arabiya“, Riad stünden nur zwei Optionen offen: „entweder das iranische Regime direkt zu konfrontieren oder noch mehr Stellvertreter zu schaffen, um mit deren Hilfe Krieg“ gegen den Iran zu führen [...] Dennoch ist die Eröffnung einer neuen Front zwischen den Erzfeinden unwahrscheinlich [...] Alles also nur leere Drohungen – „Kalam Fadi“, leere Worte – mit denen sich Riad nach den Niederlagen in Syrien, Libanon und dem Jemen Luft macht? Wohl kaum. „Die Stellvertreterkriege in der Region werden eskalieren“, sagt Shahvar. Auch der arabische Journalist al-Raschid hält die „Stärkung von Milizen in Konfliktzonen“ für die „einzige Option“. Dafür gibt es bereits Anzeichen. Die „Kriegserklärung“ des saudischen Ministers al-Sabhan gegen den Libanon und der überraschende Rücktritt des libanesischen Premiers machen das Land zu einem potenziellen Schlachtfeld in diesem Stellvertreterkrieg.

„Die Stellvertreterkriege in der Region werden eskalieren“
07.11.2017 - Welt

„Die Saudis kennen ... die Macht sowie den Status Irans in der Region, sogar die Amerikaner konnten gegen das Land (militärisch) nichts unternehmen“, sagte Ruhani. Falls die Saudis interne Probleme haben, sollten sie versuchen die zu lösen. Anderen Ländern in der Region absurde Unterstellungen zu machen oder den libanesischen Premierminister zum Rücktritt zu zwingen, werde die internen Probleme nicht lösen, so der Präsident. Ruhanis Stabschef Mahmud Waesi forderte alle Fraktionen im Land auf, Ruhe zu bewahren und sich nicht von der neuen Führung in Saudi-Arabien provozieren zu lassen. Diese versuche, ihre politischen Niederlagen in Jemen, Syrien und Qatar mit absurden Unterstellungen gegen den Iran zu vertuschen, sagte Waesi nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA.

Ruhani weist Vorwürfe aus Saudi-Arabien zurück
08.11.2017 - FAZ

Das Schweigen in der US-Regierung ist erstaunlich. Aus Riad kommen laute Ansagen Richtung Iran und auch dem Libanon, die in den Medien als "Kriegserklärungen" gewertet werden und im Umkreis des US-Präsidenten bleibt es still. Bislang gab es noch keine Erklärungen dazu vom US-Außenminister Tillerson oder vom Pentagon-Chef Mattis. Nur Präsident Trump äußerte sich. Über Twitter teilte er mit, dass er großes Vertrauen in König Salman und den Kronprinzen von Saudi-Arabien habe. "Sie wissen genau, was sie tun."

Saudi-Arabien hebt Konflikt mit Iran auf die nächsten Stufe
07.11.2017 - heise telepolis

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Re: Saudia Arabien vs. Iran

Beitragvon markus-1969 » 08.11.2017 17:43

Birgitt hat geschrieben:Riad und Teheran ringen in zahlreichen Konflikten miteinander, nicht nur in Syrien und im Irak. Mit dem wachsenden Einfluss des Iran geben die Saudis ihre militärische Zurückhaltung auf – mit weitreichenden Folgen für den Rest der Welt ...


Wenn man sich den Iran anschaut bleibt die Frage, wo das Geld bleibt, das vom Öl kommt, denn die Bevölkerung ist bettelarm. Wird das Geld in diverse Kriege und diverse Terroraktivitäten gesteckt oder versiebt es bei den Mächtigen ? Daß das Öl- Geld irgendwo landet nur nicht beim Volk, sieht man bei der aktuellen Lage etwa in Venezuela oder in Nigeria, wo das Öl - Geld nicht ausreicht, die Bevölkerung zu ernähren, den Terror zu bekämpfen und die Niger - Mündung vom Öl - Schlamm freizuhalten.

Gestern war Ulrich Kienzle in ZDF. Er sieht das Problem bei den Saudis, genauer gesagt bei dem Saudischen Wahabismus. Irgendwann um 1980 war in Mekka die Kaabaa von Terroristen besetzt, der saudische König wollte das Problem militärisch lösen doch verbot das der Koran. Der Rat der Gelehrten in Saudi - Arabien sagte: "König, Du darfst die Kaabaa dennoch vom Militär stürmen lassen, du mußt aber 5 % der Erdöl - Einnahmen künftig für Glaubenszwecke verwenden."

Dieses Geld soll lt. Kienzle im Ergebnis dazu dienen (wenn ich ihn richtig verstanden hab) den Terror in Afghanistan bis hin zum Salafismus in Deutschland zu finanzieren.

Es besteht auf der anderen Seite eine Allianz des Westens mit den Saudis gegen den Iran. Der Iran ist in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite muß er seine Macht ausbauen, was nur dadurch geht, daß er gegen den Westen und gegen Saudi - Arabien arbeitet, auf der andern Seite wäre es ihm lieber, wenn er mit dem Westen enger zusammenarbeiten könnte.

Und so sind wir beim grundsätzlichen Problem: Der Westen hat - Menschenrechte hin, Menschenrechte her - die Saudis als Bündnispartner auch wegen früherer Probleme und Unberechenbarkeiten des Iran (US - Botschaft, Revolution, Haß - Tiraden gegen den Westen). Der Iran taugt nicht für einen Wechsel des Bündnispartners durch den Westen, zumal die Frage der Bündnisse höchst langfristig zu sehen sind und vor allem ist das Problem, daß der Westen bei einem Wechsel des Bündnis - Partners in dieser höchst sensiblen Region keinesfalls vom Regen in die Traufe kommen darf.

Während Obama durchaus vorsichtig die Kluft zum Iran verringerte, hat Trump erkannt, daß Verbündete wichtig sind, zudem arbeitet Trump wohl eher nach dem Motto "Bist du nicht für mich, bist Du gegen mich." Folglich hat Saudi - Arabien auch im Umgang mit dem Oman und dem Iran eine Rückendeckung erhalten, die es m. E. so nicht verdient.

Wenn man dann in Pakistan unterwegs ist und Schilder und Bemalungen der Straßen sieht mit "down with USA" und "down with Israel" und die Leute fragt, ob das ihre Art von Dankbarkeit ist, wenn 50 Meter weiter Schilder stehen, die die Unterstützung von US AID bei der letzten Flutkatastrophe belegen, heißt es nur:

Ach das "down with USA" kommt nur von radikalen Predigern, die aus Saudi - Arabien herein kommen und das ganze sei ein "Misunderstanding of the Islam."
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Aufruf aus Riad - Saudis sollen Libanon verlassen

Beitragvon Birgitt » 09.11.2017 17:40

Mitten in der durch den Rücktritt von Ministerpräsident Saad Hariri ausgelösten politischen Krise im Libanon, hat Saudi-Arabien (kurz darauf auch Kuwait) seine Bürger zur Ausreise aus dem Land aufgefordert. Genauere Gründe wurden nicht genannt ...

Alle saudischen Staatsbürger sollten "angesichts der Lage" so schnell wie möglich aus dem Libanon ausreisen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA und beruft sich dabei auf ein Statement des Außenministeriums in Riad [...] Während Hariri selbst seinen Rückzug mit Angst um sein Leben begründete verbreitete die Hisbollah die Vermutung, Hariri werde in Saudi-Arabien unter Hausarrest festgehalten. Mit Blick auf die Gerüchte über einen Hausarrest, teilte sein Büro mit, der Politiker habe sich am Donnerstag in Saudi-Arabien mit dem französischen Botschafter getroffen. In den Tagen zuvor habe er bereits Kontakt zu diplomatischen Vertretern der Europäischen Union, Großbritanniens und der USA aufgenommen.

Aufruf aus Riad: Saudis sollen Libanon verlassen
09.11.2017 - DW World

"The return of the Lebanese prime minister, the national leader, Saad al-Hariri, and the head of the Future Movement, is necessary to restore the dignity and respect to Lebanon at home and abroad," said a former prime minister, Fouad Siniora, in a statement read on TV. Al Jazeera's correspondent in Lebanon said that the country's President, Michel Aoun, would soon call for assistance from the international community, the Arab League, the United States, the United Kingdom, China and Russia - to help uncover the reason behind Hariri's unexpected resignation. Reuters news agency reported on Thursday, citing a senior Lebanese official, that the Lebanese government has not received Hariri's official resignation papers, and as such still considers him as prime minister. The official added that the restrictions imposed by Saudi Arabia act as an "attack on Lebanon's leaders". Riyadh has denied that the prime minister is under house arrest.

Saudi Arabia orders citizens to leave Lebanon
09.11.2017 - Aljazeera

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Saudi-Arabien vs. Iran und der Krieg im Jemen

Beitragvon Birgitt » 09.11.2017 18:15

Der Krieg im Jemen - unter Beteiligung von Saudi Arabien - hat sich zu einer absolut humanitären Katastrophe entwickelt. Nun wurde zum mindestens vierten Mal seit Anfang des Jahres eine Langstreckenrakete aus dem Jemen auf den Flughafen der Hauptstadt Riad in Saudi-Arabien abgefeuert. Das erhöht die regionale Eskalationsgefahr noch einmal dramatisch, meint Gudrun Harrer in einem Artikel zur aktuellen Lage ....

Die jüngste Langstreckenrakete, die am Wochenende über dem Flughafen in der Hauptstadt Riad abgefangen wurde, zeigt, dass die jemenitischen Rebellen nun auch präzise zielen können. Nicht nur die Saudis bezweifeln, dass die Rebellen, auch wenn sich drei Raketenbrigaden der jemenitischen Armee auf ihrer Seite befinden, allein zu diesem technologischen Sprung imstande waren. Wenn dann noch iranische Hardliner über den Treffer in Riad jubeln und Dubai zum nächsten Ziel erklären, sieht das wie eine Einladung aus, den Iran in die Schranken zu weisen. Das könnte sich zum Beispiel im Libanon abspielen oder auch in Syrien, womöglich mit israelischer Beteiligung.

Krieg im Jemen: Eine gefährliche Wende
09.11.2017 - Standard

Bezüglich des Raketenangriffs aus dem Jemen hier ein Passus aus dem bereits weiter oben verlinkten Artikel von telepolis ...

Der saudi-arabische Außenminister al-Jubeir gab dem US-Sender CNN ein Interview, in dem er erneut davon sprach, dass man den Raketenangriff als Kriegsakt sehe ("We see this as an act of war") und "ohne Zweifel" Iran dahinterstecke. Al-Jubeir sagte, dass die Rakete in Teilen in den Jemen kam und dort zusammengesetzt wurde, was man als Reaktion auf Einwände vonseiten iranischer Vertreter verstehen kann, die Anschuldigungen mit dem Argument von sich wiesen, dass ein Transport von iranischen Raketen in den Jemen aufgrund der Blockade nicht möglich sei. Sie sprachen von einer alten Rakete, die anscheinend im Jemen weiterentwickelt wurde. Al-Jubeir verwandte demgegenüber bei CNN große Mühe darauf, Indizien wie iranische Schriftzeichen auf Raketenteilen und anderen "Beweisstücken" als Nachweis dafür heranzuziehen, dass es keine Zweifel daran gebe, dass die Rakete "mit der Hilfe der Iranischen Revolutionären Brigade und der Hizbollah zusammengesetzt und abgefeuert wurde".

Saudi-Arabien hebt Konflikt mit Iran auf die nächsten Stufe
07.11.2017 - heise telepolis

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Iranischer Separatistenführer in Den Haag erschossen

Beitragvon Birgitt » 12.11.2017 17:23

Zunehmende Spannungen zwischen dem wahhabitischen und dem schiitischen Gottesstaat ...

Am Mittwoch wurde Ahmad Mola Nissi, der Führer der "Bewegung Arabischer Kampf für die Befreiung von Ahwaz" (ASMLA) in Den Haag erschossen [...] Hassan Radhi, der Direktor des in London ansässigen Ahwaz Center for Media and Strategic Studies, macht jedoch bereits jetzt den Iran für die Tat verantwortlich [...] Neben der ASMLA gibt es mehrere andere Gruppen, die für die Interessen der Araber im Iran eintreten, deren ehemals autonomes Emirat Reza Shah 1925 auflöste. Sie werfen der iranischen Regierung vor, mit dem Bau von Industrieanlagen bewusst Perser und Azeris als Arbeitskräfte in Khusistan anzusiedeln, um die demographische Zusammensetzung zu ändern [...] Obwohl die Ahwazis zu 80 Prozent Schiiten sind, hatte sich auch Saudi-Arabien in der Vergangenheit immer wieder für sie eingesetzt: Zuletzt warf der saudische UN-Botschafter Khalid Manzlawi dem Iran am 25. Oktober öffentlich die Diskriminierung der dort lebenden Araber vor. Beobachter vermuten deshalb, dass der Mord an Nissi in einem Zusammenhang mit steigenden Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien stehen könnte.

Iranischer Separatistenführer in Den Haag erschossen
11.11.2017 - heise telepolis

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Iran vs. Saudi-Arabien

Beitragvon Birgitt » 12.11.2017 17:36

Im Nahen Osten prallen zwei große Kräfte aufeinander: Der schiitische Iran, der Milizen in der ganzen Region steuert. Und das sunnitische Königreich Saudi-Arabien. Im Artikel wird erklärt, was wo passiert. Und was droht.

Der Konflikt zwischen der schiitischen Schutzmacht Iran und dem sunnitischen Königshaus von Saudi-Arabien hat längst den gesamten Nahen Osten erfasst. Durch politischen Druck, finanzielle Unterstützung und offenen Krieg versuchen sie in unterschiedlichen Ländern die Oberhand zu gewinnen.

1. Saudi-Arabien: Kampf im Königshaus
2. Libanon: Krieg liegt in der Luft
3. Syrien: Der Sieg des Schlächters
4. Palästinensergebiete: Woher kommt das Geld?
5. Irak: Spielplatz der Milizen
6. Kurdengebiete: Zwischen Freiheit und Kollaps
7. Jemen: Millionen werden zu Opfern
8. Saudi-Arabiens Osten: Untertanen unter Verdacht

Iran vs. Saudi-Arabien - Diese Feindschaft setzt den Nahen Osten in Brand
12.11.2017 - Welt

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Saudi-Arabien vs. Iran - Steigt Kriegsgefahr ?

Beitragvon Birgitt » 13.11.2017 16:41

Irans Präsident Hassan Rohani wirft Riad vor, sich im Jemen und Libanon einzumischen und damit die gesamte Region in eine weitere schwere Krise zu stürzen. Ein Artikel von Saaed Kamali Dehghan, The Guardian ...

Rohani sagte weiter, Saudi-Arabiens Regierung mache einen „strategischen Fehler“, wenn sie die USA und Israel als Verbündete betrachte. Diese beiden Staaten versuchten, die Region zu dominieren, um „ihr Öl und ihren Reichtum zu plündern“. Donald Trumps Regierung sei „sehr geschickt darin, Saudi-Arabien heimlich etwas aus der Tasche zu ziehen“. „Heute ist die Frage, welche Vorteile Saudi-Arabien seine Feindseligkeit gegenüber den Völkern in der Region gebracht hat?“, so Rohani weiter, der die Rolle seines Landes im Irak und in Syrien verteidigte: „Dem Iran ist Einmischung in der Region vorgeworfen worden, während unser Land dem Irak und Syrien auf deren eigenen Wunsch hin gegen den Terrorismus unterstützt. Wir sind stolz darauf, den IS von seinen Zielen abgehalten zu haben.“

Saudisches Komplott
13.11.2017 - Der Freitag (Syndication-Partner der britischen Tageszeitung The Guardian )

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Iran - Die eigentliche Gefahr in Nahost ?

Beitragvon Birgitt » 19.11.2017 15:59

Die Außenminister Saudi-Arabiens und anderer arabischer Staaten beraten heute in Kairo über den weiteren Umgang mit dem Iran und der schiitischen Hisbollah im Libanon. Das Dringlichkeitstreffen wurde [...] auf Initiative Saudi-Arabiens einberufen. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Kuwait hätten ihre Unterstützung bekundet. Die Länder werfen dem Iran und der Hisbollah vor, sich in die inneren Angelegenheiten arabischer Staaten einzumischen ...

Saudis beraten mit Verbündeten über Iran und Hisbollah
19.11.2017 - DLF

Arab League to discuss Iranian 'violations'
19.11.2017 - Aljazeera

Auf das Ergebnis dieser Beratungen darf man gespannt sein ...

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Deutschland laut Saudi-Arabien Handlanger des Irans

Beitragvon Birgitt » 19.11.2017 18:43

In Saudi-Arabien stoßen Äußerungen des deutschen Außenministers auf Kritik. Gabriel müsse sich entschuldigen, heißt es, ökonomische Sanktionen werden in den Raum gestellt. Ein Artikel von Karim El-Gawhary ...

In einer ersten Reaktion aus Saudi-Arabien bezeichnet der Vorsitzende des Komitees für Außenpolitik des saudischen Ältestenrates, Zuhair al-Harithi, gegenüber dem Arabischen Dienst der Deutschen Welle Gabriels Erklärung als „merkwürdig“ und „unpassend“. Er forderte Deutschland auf, sich zu entschuldigen. Al-Harithi warnte vor weiteren Erklärungen des Ministers, die Souveränität, Würde und politische Führung Saudi-Arabiens angriffen. Saudi-Arabien habe kein Interesse, die Situation zu eskalieren erklärt er, deutet aber zugleich die Möglichkeit ökonomischer Sanktionen an. Die saudischen Medien scheuen zwar davor zurück, die Bundesregierung anzugreifen.

Gabriel als Handlanger Irans?
19.11.2017 - taz

Kommentarlos möchte ich an dieser Stelle auf den nachfolgenden Thread verweisen:

Rüstungsindustrie - Hoflieferant autoritärer Regime

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Der iranische Korridor zwischen Damaskus und Bagdad

Beitragvon Birgitt » 19.11.2017 20:33

Der IS verliert die letzte Städte-Bastion in Syrien und die USA die Hoffnung, dass sich der "iranische Korridor", die Verbindung zwischen Damaskus und Bagdad, verhindern lässt ...

Es gab Hinweise darauf, dass die durch die dortigen Verhandlungen freigelassenen IS-Milizen (siehe Schmutziger Deal mit dem IS) nach Albu Kamal gelangten, um dort gegen die Tiger Forces der SAA und ihre Verbündeten zu kämpfen. Aus Russland kamen Vorwürfe, die nahelegten, dass die US-Luftwaffe den IS bei Albu Kamal durch ihr Verhalten unterstützte. Mit dem Einsatz russischer Langstreckenbomber [...] und mit der Unterstützung schiitischer Milizen, offenbar unter der Leitung des iranischen Generals Qassem Soleimani, gelang es der syrischen Armee am Sonntag, die IS-Milizen aus ihrer "letzten Stadt-Bastion" in Syrien zu verjagen und volle Kontrolle zu erlangen, wie unterschiedliche Berichte bestätigen [...] Für die USA ist die Übernahme von Albu Kamal keine gute Nachricht, denn damit wird der Weg frei für eine Verbindung zwischen den schiitischen Milizen im Irak (Hashd al-Shaabi) und den Hizbollah- wie anderen schiitischen Milizen in Syrien [...] Die USA hatten versucht, diese Verbindung, die meist mit dem Stichwort "iranischer Korridor" belegt wird, zu verhindern. Das ist nun nicht mehr möglich.

Syrische Armee erobert Grenzort Albu Kamal
19.11.2017 - heise telepolis

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Die neue Freundschaft zwischen Saudi-Arabien und Israel

Beitragvon Birgitt » 21.11.2017 20:05

Die neue Freundschaft zwischen Saudi-Arabien und Israel kann gefährlich werden, meint Ibrahim Fraihat (Associate Professor of International Conflict Resolution at the Doha Institute for Graduate Studies) ...

Driven by succession plans and a strategy to confront Iran's influence in the Arab region, Saudi Crown Prince Mohammed Bin Salman (MBS) has engaged in several taboo-breaking steps. These include the arrest of dozens of princes and ministers and a process of normalising relations, at least partially, with Israel. But taking concrete measures to end the Arab boycott of Israel, without reaching a just solution to the Palestinian issue first, will be detrimental to both Palestine and Saudi Arabia. On Thursday, the Israeli army's chief-of-staff, Gadi Eizenkot, gave the first-ever interview to a Saudi news outlet, saying that Israel is ready to share intelligence with Saudi Arabia on Iran [...] The Kushner deal will practically fragment the Saudi-sponsored 2002 Arab Peace Plan that offered Israel full normalisation in return for full withdrawal from Arab lands occupied in 1967. By pressuring Abbas to accept the deal, the Saudi leadership is undermining its own initiative, accepting to partially normalise relations with Israel in exchange for an alliance against Iran. Moreover, the Saudi normalisation plan is likely to further complicate internal Palestinian reconciliation. Aiming to end Iranian influence in Gaza, Saudi Arabia's close ally, Egypt, brokered - or as some view it, dictated - Palestinian reconciliation that resulted in Hamas surrendering power to the Palestinian Authority [...] Saudi Arabia might receive support from countries like the UAE, Bahrain, Egypt, and Jordan, but not from the rest of the 57 Muslim-majority member states of the Organization of Islamic Cooperation (OIC). Kuwait, for example, is already holding anti-normalisation activities at home. If MBS proceeds with the plan, he risks Saudi Arabia's leading position in the Islamic world being delegitimised. His father, King Salman, the Custodian of the two Holy Mosques, will appear to be conceding on the third holiest site for Muslims - al-Aqsa Mosque in Jerusalem. If he normalises relations with Israel, MBS will be giving Tehran the strongest hand to play against Riyadh, in Iran's efforts to delegitimise Saudi Arabia in the Muslim world.


Why Saudi-Israeli normalisation could be dangerous
19.11.2017 - Aljazeera

Noch etwas Hintergründe zur neuen Beziehung Saudi-Arabien und Israel ...

The motives of Saudi Arabia, said Kobi Michael, a senior research fellow at the Institute for National Security Studies at Tel Aviv University, are based on the shared strategic interest with other countries in the region, which he described as the "pragmatic Arab camp". "Egypt, Jordan, the Gulf states - excluding Qatar - have two strategic threats: Iran and the Salafi or radical Islamic terrorism," Michael said. "Unfortunately, the US left a vacuum in the region which was filled by the Russians in Syria and by the Iranians and their proxies in other parts of the Middle East. "Israel is perceived as the most reliable potential ally," he continued. "Therefore, the Saudis understand pretty well that it is a good time to be good friends with Israel." [...] "The political changes in Saudi Arabia and the desire to consolidate power is the main reason why these relations with Israel were opened," said Mahjoob Zweiri, an associate professor with the Gulf Studies Program department at Qatar University. "Yet Iran, which is used as an excuse, isn't too worried about this potential alliance," he continued. "This will, in fact, help Iran to present itself as a soft power to better its image in the region" - by means of presenting itself as a bastion of resistance against Israel.

What is behind the covert Israeli-Saudi relations?
21.11.2017 - Aljazeera

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Der große Plan mit Saudi-Arabien und Israel

Beitragvon Birgitt » 22.11.2017 20:26

Der nachfolgende Artikel fasst sehr schön die Ereignisse der letzten Tage zusammen und beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte ...

Für den unbekannten politischen Entscheider, mit welchem der Nahost-Journalist Elijah J. Magnier - bekannt für gute Beziehungen in hohe politische Kreise in der Region -, sprach, steht nicht der Krieg gegen Hizbollah, Iran oder den Libanon im Vordergrund der Aktivitäten, mit denen Saudi-Arabien zuletzt - auch im Zusammenhang mit der Sache Hariri - weltweit für Aufsehen sorgte, sondern die Vorbereitung für "eine offizielle Beziehung zwischen Saudi-Arabien und Israel". Die Chancen, dass damit der Friedensprozess im Nahen Osten vorankommt, schätzt Magnier als nicht besonders hoch ein - weil Israel seiner Auffassung nach jetzt schon von den Golfstaaten bekomme, was es wolle, und Israel Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht geben könne, was diese wollen - er nennt das die "Köpfe von Iran und der Hizbollah" - ohne dass es zu neuen kriegerischen Konflikten in der Region käme.


"Friedensfürst" Donald Trump: Der große Plan mit Saudi-Arabien und Israel
22.11.2017 - heise telepolis

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