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Jordanien im Herbst 2015

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Re: Jordanien im Herbst 2015

Beitragvon Uwe Schmitz » 18.11.2015 19:48

damit hier im forum nicht nur über terrorismus und flüchtlinge zu lesen ist, bringe ich nochmals einige eindrücke unserer jordanienreise...

Ab dem Ort Azraq war absolute Ruhe auf der Straße und erst recht, als wir die wenigen Kilometer steinige Piste mit unserem kleinen Pkw hoppelten, zum Qasr Usaykhim.
Hier unser Nachtplatz unterhalb des Schloß-Hügels:
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Am nächsten Morgen klettern wir - leider etwas zu spät zum Sonnenaufgang - nochmals hoch zu den Ruinen.
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Es geht zurück nach Azraq, jetzt besichtigen wir zuerst das Qasr, in dem schon die Römer und Lawrence von Arabien zeitweise lebten (Bericht dazu weiter vorne).
Die Römische Außenmauer mit Wachturm
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Die später im Innenhof errichtete Moschee
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Danach fahren wir zum etwas östlich gelegenen Azraq Wetland Reserve; leider wieder etwas zu spät,
denn einige italienische Diplomaten, die das Gebiet gerade verlassen, berichten, dass sie Wasserbüffel gesehen hätten...
Wir wandern fast 'ne Stunde in der Mittagshitze auf gut angelegten Wegen mit Beschilderungen durch die recht trockenen Wetlands, doch außer den Haufen der Wasserbüffel und einigen Vögeln sehen wir nichts, schade!
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und gleich folgen die letzten Bilder...
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Re: Jordanien im Herbst 2015

Beitragvon Uwe Schmitz » 18.11.2015 20:13

-
Auf der Fahrt zurück nach Westen kommen wir auf etwa halber Strecke am wohl schönsten Wüstenschloß vorbei, das direkt an der Straße liegt: Das Qasr Amra.
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Von außen gut fertig restauriert, sind innen noch Arbeiten zu Gange, um die Gemälde aus der Omayadenzeit zu retten und zu erhalten.
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Zur Zeit der Omayadenfürsten (ca.638-750 n.Chr.) gab es noch kein Bilderverbot im Islam (so wie heute im Handy-zeitalter wohl auch nicht mehr !), so sind die Räume lustvoll gestaltet.
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In Richtung der Wüste geblickt erscheint das Schlößchen wie vor Zeiten in der weiten Einsamkeit zu liegen.
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Den letzten Abend im Freien erleben wir an der Römischen Limesfestung Qalaat Bushir.
Die Anfahrt dorthin führt uns vom Desert Highway gute 10 km auf sich immer wieder teilenden kleinen Staubpisten, teilweise vorbei an abgemähten dürren Getreidefeldern, bis wir es von weitem sehen.
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Völlig unbeachtet und unbewacht liegt dieses fast 2000 Jahre alte Bauwerk in der einsamen Landschaft, so wie es nach einem Erbbeben im 6.Jahrhundert verlassen wurde.
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Der letzte Sonnenuntergang in Jordanien
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Uwe
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Re: Jordanien im Herbst 2015

Beitragvon Jürgen Kempe » 18.11.2015 20:43

Dank Euch Beiden!

Das hat sehr gut gefallen :!:

Beste Grüsse, gute Reisen: Jürgen Kempe
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Re: Jordanien im Herbst 2015

Beitragvon Uwe Schmitz » 18.11.2015 21:26

Nun noch einige informative Angaben zu unserer Jordanienreise:
Flug mit Royal Jordanian von München Non-Stop tagsüber (Mittwoch bis Mittwoch, 14 Tage) für 580 € p.P.. gebucht etwa 4 Monate im voraus.
Das Autochen, ein Nissan Sunny 4-Türer Benziner ab Madaba Hotel am 2.Tag bis zum Rückflug am Flughafen für 540 € komplett, gebucht über http://www.Kayak.de bei payless cars.
Wir sind ziemlich genau 2000 Kilometer damit gefahren (und trotzdem noch gut 70 km gewandert), gar nicht so einfach in einem Land mit 400 (N-S) mal 300 (W-O ohne Zipfel in Irakrichtung) Kilometern Größe.
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Benzin 90 0,555 JOD, Benzin 95 0,720 JOD, Diesel 0,410 JOD, Wechselkurs etwa 1 € = 0,72 - 0,74 JOD (jordanische Dinar).

Eintrittspreise schwanken zwischen: Ticketshop nicht besetzt wegen Touristenmangel, über 1 JOD (zB. Festung Kerak) bis 50 JOD (1-Tagesticket) oder 55 JOD (2-Tagesticket) in Petra , jeweils p.P..
Einkaufen und Essen gehen wird schnell teuer, wenns nicht die kleinen Läden der locals sind (feines arab.Restaurant in Madaba 45 JOD zu zweit, Doppelzimmer Madaba 30 JOD, Kerak 35 JOD, Beduin-camps in Klein-Petra und Wadi Rum je etwa 30-40 JOD.

Jordanien ist ein sehr schönes Reiseland und bietet landschaftlich viel, bewaldete Hügel im Norden, weite Schotterwüste im Osten, das zerklüftete Bergland in der Mitte mit Canyons runter ans Tote Meer, und dann die top-Punkte Sandwüste im Wadi Rum und drumherum und das Rote Meer zum Baden und Schnorcheln. Welches Land hat das alles schon, und auf wirklich kurzen Distanzen !
Etwas bedrückend ist der extreme Touristenschwund.
Nicht, dass es uns nicht gefallen hätte, fast alleine durch den Siq nach Petra wandern zu dürfen, aber wenn neugebaute Visitorcenter mangels Besuchern verwaist sind und zerfallen (Es Sela), Museen nicht geöffnet werden ( Kerak), Restaurants geschlossen sind (Ajlun) und sich die Souvenir-Verkäufer in Madaba (ganz unaufdringlich) freuen, wenn wirklich mal ein Tourist in ihren Laden kommt... dann fällt's (mir zumindest) schwer, wieder zu gehen, ohne irgendetwas gekauft zu haben und man wünscht dem Land wieder dringend mehr Touristen.
und letztendlich erschreckend ist der Müll ÜBERALL (nein, im Wadi Rum und Petra (noch) nicht!), in kleinen Orten am Straßenrand, in Riesen Bergen um Müllcontainern, in denen der Plastikkram mit schwarzen Wolken stinkend abgefackelt wird, auf den abgemähten Feldern an allen Halmen Tüten in schwarz und weiß, abstrakt und fast wie frisch ausgesät, an den Hängen der Canyons mit Lastwägen abgekippt, in den Wadis, die am Toten Meer enden, fein reindrappiert...
Wadi Nimrin, auch hier im Forum empfohlen, wäre immer noch ein Highlight, wenn nicht die locals mit ihren Autos in den Canyon so weit wie möglich hineinfahren, Picnic machen und danach alles stehen und liegen lassen: Plastiktüten, Plastikflaschen, Softdrinkdosen, Plasstikbesteck und -Teller, PU-Schaumverpackungen zum warmhalten mit Resten des Essens, matschige Pommes und Hühnchenknochen liegen im grün-moosigen Wasser, das alles bis zur nächsten kleinen Sandbank schiebt, wo sich Fliegen in Hunderterscharen darüber hermachen... lieber nicht weiter-"schwärmen"...
wir sind geflüchtet, doch die nächsten Picnic-Freunde rücken schon an und lassen sich unbekümmert nieder...

Unter Berücksichtigung des letzten Punktes möchte ich Jordanien trotzdem empfehlen; gerade wenn nur ein bis zwei Wochen Zeit zur Verfügung stehen, bietet sich dieses Land als eines der letzten arabischen und noch problemlos zu bereisenden Länder an. Oder ist der arabische Raum für die meisten schon "abgehakt" :?: :?: :?:

Zum Schluß noch der Hoteltipp:
Statt vom Airport zunächst nach Amman ins Gewühl ist es viel entspannter, die Reise in Madaba zu beginnen und auch zu beenden (liegt auch näher am Airport). Und da bietet sich das HOTEL BLACK IRIS, auch in den gängigen Reiseführern genannt, ideal an.
Abholservice vom Flughafen, gut englisch sprechender Inhaber Odeh Sawalha (hat schon in der Schweiz in Hotels gearbeitet, Wüstenliebhaber, "Individualreisenden-versteher" :wink: ) ist mit tipps immer hilfsbereit, er bietet Touristen Ausrüstung an (so er welche hat), uns hätte er 2 Campingstühle leihen können (hätten wir nicht teuer im Carrafour Amman kaufen müssen), Buddelausrüstung für Hobbyarchäologen, Töpfe, Liegematten? etc., am besten einfach vorher anrufen und fragen.
Für Fragen steh' ich gerne zur Verfügung!
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Noch viele schöne Reisen wünscht Euch
Uwe
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Re: Jordanien im Herbst 2015

Beitragvon Carlo » 19.11.2015 07:23

Hallo Uwe,

meine Jordanienreisen sind leider schon lange her, deshalb vielen Dank für die schönen Erinnerungen an dieses Land.

Ciao, Carlo
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