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Südafrika - Kriminalität in Kapstadt und anderswo

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Südafrika - Kriminalität in Kapstadt und anderswo

Beitragvon Maputo » 25.02.2018 09:14

Das Südafrika an einigen Orten nicht gerade ein sicheres Reiseland ist hat sich ja mittlerweile rumgesprochen. Man denkt immer zuerst an Johannesburg, dort ist aber viele besser geworden, was man von Kapstadt nicht gerade behaupten kann.

Ich verbringe einige Zeit pro Jahr in der Kapregion, bin daher auch in diversen WhatsApp Gruppen mit Südafrikanern aus der Gegend vernetzt. Die Tendenz und das Kredo sind eindeutig. Es wird immer schlimmer mit der Kriminalität in und um Kapstadt, vor allem auch mit der Brutalität mit der die Angriffe stattfinden. Immer mehr zielt das Ganze auf Touristen die ja in Massen nach Kapstadt strömen.

Die wenigsten Vorkommnisse schaffen es in die Presse. Ein schlichter Raubüberfall ohne Personenschaden gibt einen Polizeirapport der irgendwo verstaubt, wenn überhaupt.

Um den Tafelberg herum kommt es in letzter Zeit wieder vermehrt zu Übergriffen. Es wird empfohlen nur noch in Gruppen zu wandern. Aber in letzter Zeit wurden auch schon Gruppen überfallen u.a. von falschen Rangern.

Um Nordhoek und Kalk Bay ist es in den letzen 3 Monaten zu so einigen unerfreulichen Ereignissen gekommen.

Mitte Januar gab es einen Überfall oberhalb von Nordhoek, im Wandergebiet der Silvermine. Eine Gruppe von 7 Wanderern wurde überfallen.Die ganze Gegend dort ist alles andere als sicher, so schön es dort auch ist, es kommt immer wieder zu Überfällen. Ende letzten Jahres wurde dort schon eine ganze Filmcrew überfallen und ausgeraubt...

http://www.iol.co.za/capear...nife-attack-12742983

Letzten Woche gab es an der wunderbaren Beach in Nordhoek schon wieder einen brutalen Überfall. Es ist der vierte in 3 Monaten. 3 Personen wurden bisher bei den Angriffen schwer verletzt, ein Tourist aus Österreich hat nur mit Glück überlebt. Für mich ist diese wunderschöne Beach ein "No Go".

http://www.capetownetc.com/news/mom-sta ... oek-beach/

Ende Januar wurde oberhalb von Kalk Bay ein Wanderer brutal ermordet. Wertsachen hatte er keine bei sich. Eine sinnlose Tat.

https://www.sapeople.com/2018/01/29/hik ... onal-park/

Jeder muss selber wissen wie er diese Vorkommnisse einteilt und welche Schlüsse er daraus zieht. Ich persönlich verzichte zukünftig entweder auf Wanderungen in der Kap Region oder ich bin mir ernsthaft am überlegen eine Waffe anzuschaffen. Dies scheint mir das einziger überzeugende Argument bei einem Messerangriff zu sein.

Das die Behörden die ausufernde Gewalt in den Griff bekommen glaube ich nicht so recht. Die Armut und die Ungerechtigkeit ist einfach zu gross. Es gibt viele "böse" Buben und die vielen unwissenden (naiven) Touristen sind eine einfache und verlockende Beute.
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Re: Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon Riedfrosch » 25.02.2018 11:34

Hallo Maputo,

danke für Deinen Bericht. Das ist wichtig, dass Du darüber aufklärst!

Ich kann auch verstehen, wenn Du darüber nachdenkst, Dir eine Waffe anzuschaffen. Wir haben das auch mal - nach einem Raub in Windhoek.
Folgendes hat uns zum Nachdenken gebracht:
Aufrüstung ist eine Spirale, die nach oben offen ist.
Wenn Du Dir eine Waffe anschaffst, dann werden die bösen Buben sich noch eine größere anschaffen ... usw.

Durch Gegengewalt eskaliert die Situation.

Die "bösen Buben" sind einfach geübter in der Handhabung vom Waffen. Das gilt vielleicht nicht für jeden, aber für uns schon. Wir sind nicht geübt in Waffen, weder Schuß- noch Hiebwaffen. Wir könnten da also nicht mithalten und würden durch das Zücken unserer Waffe noch eine weitere Enthemmung beim Gegner evozieren.

Wir haben uns gegen Waffen entschieden.

Es grüßt Riedfrosch
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Re: Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon Maputo » 25.02.2018 13:57

Hallo Riedfrosch

Es stimmt schon was Du schreibst. Es sind niedere Instinkte zur Waffe zu greifen, oder einfach der Instinkt zu überleben, wenn einer mit dem Messer auf dich losgeht und auf dich einstechen will.

Die Idee habe ich von einem Südafrikaner, der schon 2 Mal nachts auf einem Parkplatz angegangen wurde. Sobald sie seine Waffe sahen, sind sie davon gerannt wie Hasen. Er hat übrigens nur eine Spielzeugpistole..

lg Maputo
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Re: Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon markus-1969 » 25.02.2018 17:15

ich war zuletzt 2013 dort ... Quartier in der Long Street, da wo nachts viel los ist. Selbstverständlich wurden einem da abends Drogen u. ä. angeboten.

Danke für die Nachrichten bzgl. des Tafelbergs; ich bin ihn damals hoch gelaufen ab Innenstadt, es gibt einen Wanderweg hoch und es war schön (nur hab ich damals vergessen, daß es auf 1.000 HM deutlich kälter sein kann).

Ich schätze mal, daß es ein Anstieg von 800 HM ist, auf dem man entweder rauf noch runter kommt, d. h. dort macht ein Angriff wenig sind. Die Gefahr ist unterhalb (Angriff auf den Fußgänger mit dem Auto) oder wohl eher oben zu suchen.
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Re: Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon lehencountry » 26.02.2018 07:48

Hab die Berichte auch gelesen und das Gangs Polizeistationen immer häufiger überfallen um sich Waffen zu besorgen.
Schade, was mit der Stadt wird. Den Norden und Osten meide ich schon länger. Wenn immer mehr Arme nach kommen, wird es immer mehr Kriminalität geben. Seit Ende der Apartheid hat sich hinsichtlich Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität nichts gebessert. Im Gegenteil, die Townships wurden immer größer.
Auch in Gruppen ist man nicht sicher an Stränden oder Tourist-Spots. Lions Head, Tafelberg, etc,,, fast täglich wird jemand überfallen und auch ermordert. Touristen die zum ersten mal in SA sind, wissen sicher das man aufpassen soll. Aber man sieht die Gefahr ja nicht, bedenkt nicht, dass man evt. schon beobachtet und verfolgt wird.
Auch erst kürzlich in Kloofstr., Frau wird am Geldautomat überfallen, Passant kommt zur Hilfe und verfolgt den Dieb, wird von ihm aber erstochen. Man macht sich schon Gedanken, waren letztesmal auch 2mal übernachten nähe Kloofstreet, beim vorletzten Mal in Nordhoek Beach im Wohngebiet übernachtet.
Am sichersten fühle ich mich draussen in den kleinen Städten. Klar kann auch hier was passieren, wie kürzlich in Knysna, Raubmord an deutschem Urlaubspaar. Was aber im HInterland in den ruhigen Dörfern schon auffällt, die wenigsten Häuser, eher kaum, haben Elektro-Zäune oder hohe Mauern mit Glasscherben oben drauf. Ich denke da ist der Norden und auch Natal einiges schlimmer.
Nicht zu vergessen, die vielen Farmüberfälle die sich in letzten Jahren häufen. Sie werden nicht nur ausgeraubt, die meisten werden grausamst gefoltert. Das gab es früher auch, aber nicht so häufig. Ich kenne das Land seit 1975 und lese fast täglich die News, hab mehrere Jahre dort und in Namibia gelebt als ich noch single war. Hab Diebstahl, Autoeinbruch, Verfolgung auf Wanderung erlebt, sowie einen Schuss auf die Frontscheibe überlebt. Mit Familie in Deutschland hab ich oft, ja sehr oft überlegt, ob ich dort noch leben möchte. Nein, den Stress möchte ich nicht haben. Ein Bekannter und die Familien seiner Kinder in Johannesburg, alle hatten schon Einbrüche und allen wurde mind. 1mal das Auto gestohlen.
Die Cousine eines Bekannten ist mit Familie von Johannesburg nach Kapstadt an den Melkboosstrand umgezogen. Schon nach ein paar Tagen, wurde das Haus von 4 Männern überfallen, ihr Mann schwer verletzt, man drohte die Kinder zu entführen. Da hatten die Männer der Umzugsfirma wohl das Haus nicht mehr vergessen können. Handwerksfirmen im Haus kann auch einen späteren Besuch (Einbruch) nachziehen. Ein Trauma das man nie vergessen wird. Die Cousine will jetzt nach Deutschland auswandern.
Ich glaube jeder hier könnte Bücher schreiben über den leider gefährlichen Alltag in Südafrika.
Das wohlhabende Südafrika hat es leider versäumt, die Armen des Landes früh genug mitzunehmen und am Wohlstand teilhaben zu lassen. Das hätte schon in den 50er Jahren passieren müssen. Die Regierungen damals waren zu stur und dachten, man kann die schwarze Bevölkerung auf Dauer unterdrücken. Wenn man bedenkt, auch die USA hatten damals noch Rassentrennung.
Zurück zu Urlaubern, es heisst ja immer in Gruppen ist man sicherer. Wird schon ein paar Jahre zurück sein, es war in einem der beiden Kapstadt Vororte, Mitchels Plain oder Llanga, wo eine große Gruppe Touristen während einer Township-Tour in einem Restaurant ausgeraubt wurden, das ganze Lokal wurde von einer Bande überfallen.
Ich glaube, ich habe keinen Bock mehr das Land zu besuchen.
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Re: Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon Maputo » 27.02.2018 16:51

...ja die Farmüberfälle sind ein weiteres tristes Kapitel dort unten. Das sind keine Überfälle mehr, das sind oft regelrechte bestialische Hinrichtungen.

Der normal Tourist bekommt von dem alles nicht viel mit. Der ertrinkt in positiven Erlebnissen und fühlt sich in der Regel sicher, weil er auch in der Turi-Masse untertaucht. Ab und zu denke ich, es ist besser nicht zu viel zu wissen...

Bei mir läuft immer der Scanner und über die Jahre hat man das perfektioniert. In 25 Jahren südliches Afrika hatte in nur 2 Mal eine "blöde" Situation. Einmal in Windhoek / Namibia und einmal in Maputo / Moçambique, dort war ich jeweils nachlässig und dies wurde sofort bestraft, die Geier sind überall und sie erkennen blitzschnell ihre Chance...

Nicht mehr hinzufahren kommt für mich nicht in Frage, für mich überwiegt das Positive im Moment (noch) .... lg Maputo
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Re: Südafrika - Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon Maputo » 14.03.2018 07:02

Schon wieder einer erstochen, ein Biker bei Fish Hoek.

http://www.capetownetc.com/news/another-cyclist-dies/

Diese Gegend um Nordhoek, Kalk Bay und Fish Hoek, wo es früher praktisch keine Kriminalität gab, ist zu einem Hot Spot für Überfälle verkommen die letzen paar Monate. Die Polizei scheint die Lage nicht in den Griff zu bekommen.
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Re: Südafrika - Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon Maputo » 16.03.2018 09:32

Durch die ausufernde Gewalt in der Gegen um Nordhoek werden die Locals jetzt selbst aktiv und haben Helen Zillle (Premierministerin der Provinz Westkap) direkt kontaktiert. Nächsten Dienstag 20 März 6:30 pm wird es in Fish Hoek / High School ein Meeting geben wo Lösungen diskutiert werden um die ausufernde Gewalt in den Griff zu bekommen...ob es was bringt, bleibt offen aber es ist ein erster Schritt...

Jedenfalls wurden bezüglich dem brutalen Mord an dem Biker 2 Verdächtige festgenommen

https://www.sapeople.com/2018/03/14/two ... k-cyclist/


**********
Important notice regarding the recent spate of violent crime in our valley

The recent spate of violent crime our valley has experienced has been horrific and our thoughts and prayers go to all who have unfortunately been involved.

A concerned group of men in the Valley have reached out to Premiere Helen Zillle and have requested a meeting to discuss ideas on how we can address these issues immediately and finally.

We are very pleased to advise that the Premiere, Alderman JP Smith, Mr Dan Plato and various heads of police in the Western Cape have graciously agreed to attend a meeting with the community to jointly discuss the issues and to come up with ideas to resolve them.

This is an excellent opportunity to engage with political and policing leadership and to provide them with any assistance they need.

The meeting will be held at Fish Hoek High School on Tuesday, 20 March at 6.30pm - please don’t be late.

At the meeting we will open up the floor for ideas to assist the situation and then discuss and debate them.

We will not tolerate any emotional outbursts as this is a proactive meeting and not a blame game. We would really appreciate it if everyone could come with ideas and think and pray deeply about the issues before hand

We look forward to seeing you there.

Remember - Evil will prosper when good people fail to act

*********
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Re: Südafrika - Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon lehencountry » 16.03.2018 10:01

Danke Maputo für die Info.
Zitiere den schlusssatz von oben: Evil will prosper when good people fail to act. Früher wurden sie per Gesetz und polizei in Schach gehalten. Jetzt wo sie sich frei bewegen können, kommen sie natürlich raus aus allen Ecken.
Die Ursache liegt ja nicht weit davon, wo Millionen in Armut und ohne Jobs in Hütten hausen. Müsste es nicht geben im reichen Südafrika.
Das Dilemma ist da und erst in mehreren Generationen lösbar, sofern den Armen Bildung und Arbeit zukommt. Hier hat nicht nur die frühere Apartheidspolitik, sondern auch nachfolgende schwarze Regierungen total versagt. Vor tausenden Krimminellen kann man sich nicht schützen. Hoffentlich wirkt sich das ganze nicht auf den Tourismus aus, dann wären noch mehr Jobs gefährdet.
Von allen schwarzen Politikern sind oder waren mir nur Mandela und Bischoff Tutu sympathisch.
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Re: Südafrika - Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon markus-1969 » 16.03.2018 12:54

lehencountry hat geschrieben:Die Ursache liegt ja nicht weit davon, wo Millionen in Armut und ohne Jobs in Hütten hausen. Müsste es nicht geben im reichen Südafrika.
Das Dilemma ist da und erst in mehreren Generationen lösbar, sofern den Armen Bildung und Arbeit zukommt. Hier hat nicht nur die frühere Apartheidspolitik, sondern auch nachfolgende schwarze Regierungen total versagt. Vor tausenden Krimminellen kann man sich nicht schützen. Hoffentlich wirkt sich das ganze nicht auf den Tourismus aus, dann wären noch mehr Jobs gefährdet.


Das Problem ist doch, daß der ANC während der Apartheit immer ein sozialistisches System wollte. Als es dann zum Ende der Apartheit kam, stellte sich die Frage, wie es danach weiter gehen solle, und die Weißen machten es zur Bedingung, daß am bestehenden Wirtschafts- und Sozialsystem (das die Reichtümer bei den Weißen aufhäufte) nicht gerüttelt wird.

Weiter so wie bisher ? Das kann es "über die Generationen" nicht geben, doch versäumte es der seit dem Ende der Apartheit regierende ANC, die Probleme "irgendwie" anzugehen und zu lösen: Es sind Gelder da, aber an die will man nicht ran und Vetternwirtschaft und Korruption der Herrschenden führt im Zweifel dazu, daß die Herrschenden einen Vorteil daran haben, daß die Probleme gerade nicht gelöst werden.

Die Präsenz der Apartheit in der Erinnerung der Menschen nimmt zunehmend ab: Es wächst eine Generation heran, die ohne Apartheit aufgewachsen ist. Schwarz und Weiß ist formal gleichberechtigt, doch bedeutet dies, daß ein Schwarzer die gleichen Bildungs- und Entwicklungs-Chancen hat ? Mitnichten.

Die aktuelle Generation darf mehr erwarten, doch fehlen die Antworten, sodaß das Entstehen von Kriminalität die Folge ist.
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Re: Südafrika - Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon Maputo » 16.03.2018 13:38

Hallo lehencountry

...da hast Du absolut recht, wenn es mehr Mandela's und Tutu's auf dem Kontinent geben würde oder gegeben hätte, wären viele der meisst selbstgemachten Probleme gelöst oder gar nie aufgetreten.

Das grösste Problem ist sowieso die Bevölkerungsexplosion und ein Blick in die Zukunft sieht nicht gerade rosig aus. Es wird erwartet, dass sich die Bevölkerung in Afrika bis 2050 verdoppelt. Schon heute ist das Durchschnittsalter 18 Jahre und 41% der Menschen sind unter 15 Jahren. Was sollen die allen einmal machen?

Hat jetzt nichts mit Kapstadt zu tun, oder nur indirekt. Es werden sich wahrscheinlich grosse Mitgrantenströme in Bewegung setzen, viel grössere als heute schon. Die Einen nach Norden, die Anderen ins südliche Afrika....die werden dort in Townships enden und die Folgen werden noch dramatischer sein. Schon heute sind ein grosser Teil der Bewohner in manchen Townships Einwanderer aus anderen afrikanischen Ländern.

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Re: Südafrika - Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon markus-1969 » 08.05.2018 23:05

https://www.daserste.de/information/pol ... a-216.html

Noch nie seit dem offiziellen Ende der Apartheid 1994 war Südafrika so weit entfernt von der Idee einer Regenbogennation wie heute. Extremisten vergiften das gesellschaftliche Klima, indem sie für einen kurzfristigen politischen Erfolg Hass schüren. In Südafrika hat eine Zeitenwende begonnen. Nach dem Tod von Winnie Madikizela-Mandela Anfang April gibt es nur noch eine Handvoll überlebender Anti-Apartheid-Kämpfer aus der ersten Reihe.


Weltspiegel extra zur Lage in Südafrika.

zu den Sendeterminen / Wiederholungen;

https://www.tvdirekt.de/tv-programm/sen ... m-kap.html
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Re: Südafrika - Kriminalität in Kapstadt

Beitragvon lehencountry » 09.05.2018 06:39

Hab ich auch gesehen.
Schlimm wenn Hetzer wie Julius Malema mit eigener Partei zum Kampf gegen die Weissen aufrufen. Wenn aber die Regierung das ganze noch unterstützt, dann sieht es für alle nicht gut aus. Investoren könnten weg bleiben und das Land versinkt in Rezession und Armut, noch mehr Weisse wandern aus, die Arbeitslosigkeit steigt noch mehr und SA muss teure Farmprodukte importieren. Man kann dem Verfall schon jetzt zuschauen.
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Re: Reise-/Sicherheitshinweis Südafrika 28.06.2018

Beitragvon Joburg » 08.07.2018 12:42

eventuell verschieben durch Administrator !

Grüße
War im März 2018 in Südafrika - Kwazulu - Natal / Johannesburg / Hillbrow als privat Reisender bei weit entfernter südafrikanischer Verwandtschaft.Ich bin das letzte mal Ende der Achtziger Jahre in SA gewesen.Es gab damals keine Mauern , Stacheldraht, um die Grundstücke. Heutzutage völlig undenkbar alles schließt sich ein ob arm oder reich , ob schwarz oder weiß das hat man wenigstens gemeinsam. Nun ja der Gedanke einer Regenbogen Nation ist weitgehend ein illusorischer Traum gewesen.Bin über Nairobi, Johannesburg, Durban per Flugzeug angereist und anschließend circa 450 Kilometer ins Landesinnere Richtung Piet Retief / Wittenberg/ Vryheid in Kwazulu - Natal mit Mietauto und Chauffeur von Europcar Südafrika gefahren. Das hat wirklich top geklappt Abholung etc.Generell sollte man alleine schon aus Sicherheitsgründen seine Fahrten nur bei Tageslicht fahren. Viele Firmen lehnen Fahrten bei Dunkelheit ab. Auch die Straßen über Land obwohl zum Teil gut ausgebaut haben bei Dunkelheit manch Überraschung parat Tiere von klein bis ganz groß können auf einmal auf der Straße stehen. Einheimische Schwarze die in den Abendstunden bei Dunkelheit auf der Straße unterwegs sind ( auch alkoholisiert ) stehen dann wie aus dem nichts da. In allen klein und groß Städten haben sich die Weißen aus denn innen Stadtbereichen komplett zurückgezogen und so sind diese Bereiche dem Verfall und der Verwahrlosung preisgeben. Man kann aber erahnen was das einst für schöne Areale gewesen sind. In Johannesburg habe ich 10 Tage am Rand des High Risk Zone Hillbrow gewohnt.Ich hatte aus 23 Stockwerk einen grandiosen Ausblick auf Hillbrow/ Berea - Braamfontein - Yeoville die einstigen weißen Mittel und Oberschicht Stadteile.Rundgänge zu Fuß sind faktisch unmöglich - es kann gut gehen aber auch nicht extrem hohes Risiko was man persönlich eingehen würde. Meine Empfehlung die red Bus Tours bieten am Rande von Hillbrow eine Tour an - das kann ich wirklich nochmals wärmstens Empfehlen und an High Risk Points zu Beispiel Charlton Center - Hochhaus Top of Afrika Begleiten Mitarbeiter die Touristen bis in die 50 Etage und zurück zum Hop and Top Bus.
Touristen können vieles umgehen und werden mit der wirklichen Kriminalität nur sehr bedingt oder zumeist überhaupt nicht konfrontiert.
Noch ein Tipp wer hinter die Kulissen von Johannesburg/ Soweto schauen will der Besucht das Chris Hanni Hospital ( circa 7000 Betten) im Soweto und setzt sich mal interessehalber in eine hintere Ecke der Notaufnahme - Achtung nichts für schwache Nerven im Minutentakt Notfälle Verletzungen die sich Menschen gegenseitig antuen können werden dort eingeliefert. Hauptproblem Alkohol, Drogen. Nur mal am Rande bemerkt europäische Armeen ( auch die Bundeswehr) schicken ihre Ärzte zum Praktikum ins Chris Hanni Hospital die Verletzungen gleichen in vielen Fällen Kriegsverletzungen und so können die Ärzte für Auslands Einsätze trainieren - ist schon makaber. Und wenn ihr weiße in Arzt Klamotten sehr ansprechen , meistens Medizin Studenten die im Chris Hanni Hospital ein Terzier / Praktikum absolvieren - das was sie dort in kürzester Zeit lernen könnte man in Europa nie erlernen praktisch.
Interessant auch in Pretoria Besuch der ehemalige Hinrichtungsstätte im heutigen C-Max Central Prison natürlich separat vom Hauptgefängniss.
Es sehr viele interessante Destinationen in Südafrika die von herkömmlichen Touristen Attraktion abweichen - und nicht zu den Highlights gezählt werden.
Auch sehr interessant und vorallem Verstörend die Macht südafrikanischer Gewerkschaften abgesehen vom Streit werden Forderungen mit nackter Gewalt zum Teil durchgesetzt - ist eben schwarzafrikanische Mentalität. Bei Ansammlung von Protestierenden wirklich ganz schnell das Weite suchen - Tränengas, Gummi Geschosse völlig normal kommen zum Einsatz- brennende Autos und Reifen auf der Protest Seite.
Joburg
 
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Re: Reise-/Sicherheitshinweis Südafrika 28.06.2018

Beitragvon lehencountry » 08.07.2018 13:37

Hallo Joburg
Danke für die interessante Beschreibung.
Würde mich freuen wenn du noch weitere Infos über deine anderen Stationen hast.
lehencountry
 
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