julandchigo hat geschrieben:schön das mubarak weg ist.
jetzt ist bahn frei für einen erdrutschsieg der islamisten falls sie freie demokratische wahlen abhalten.
mag kein pessimist sein, aber wer das land (oder überhaupt nordafrika) kennt, weiss das bei jeder demokratischen wahl dort die absolutistischsten und undemokratischsten kräfte gewinnen würden.
irgendwie erinnert alles ein bischen an die iranische revolution.
der schah zb war auch ein wixxer....... aber das was nachgekommen ist :-/
falls wirklich sowas wie ne demokratie dort installiert werden sollte (und ich hoffe das das militär klug genug ist sowas zu unterbinden) wird bald "Allahu akbar" die richtung vorgeben.
Ich vermute mal, deine "Informationsquellen" gleichen dem Kopp-Verlag!
Es ist doch allgemeiner Konsenz, dass Aegypten nun die Tuer zu einer ungewissen Zukunft aufgestossen hat. War denn aber die despotische "Ruhe" des Systems vorher (mit dem greisen Pharao) eine lebenswerte Zukunft?
Ich kenne Dein Alter nicht, Du drueckst jedoch eine Meinung aus, die mir steinalt erscheint. Informiere Dich dringend mal ueber die Bevoelkerungsstruktur in (nicht nur in Aegypten), sondern in N-Afrika - ja Afrika ueberhaupt. Du wirst dann vielleicht erkennen, dass keines der Diktatur-Regime bisher seiner Jugend (und die 18-25 Jaehrigen stellen 40 + Prozent der Bevoelkerung) eine Perspektive erlaubt(e).
Als 1988 das algerische Militaer die Demonstranten zusammenschoss, als dann nach der ersten freien Wahl der zehnjaehrige Buergerkrieg zehntausende Opfer kostete, war es auch die Zeit der kreischenden islamistischen Parolen, die durchaus ein Echo fanden. Vollstaendig vorbei ist das sicherlich nicht, aber es wird nun keine Mehrheiten finden! Und nur darauf wird es ankommen. Deshalb muessen die islamistischen Parteien raus aus dem Untergrund, der nur ihnen und dem Aufbau ihrer Strukturen nuetzt. Der Massstab fuer ihren Erfolg wird dann zuerst ihre Legalitaet sein.
(Uebrigens war vor wenigen Wochen der duestere Demagoge der ehemaligen FIS - Ali Belhadj - in Bab El-Oued (Algier), um klammheimlich ein wenig zu agitieren. Die Leute haben ihn rausgeschmissen!)
Vielleicht muss man Diktaturen wirklich erlebt haben, um - wenn sie gestuerzt sind - zu wissen, welchen Preis das Volk fuer den Sturz bezahlen musste!