Die häufigsten Irrtümer in den Nachrichten über Libyen
von Magda Luthay
Zu den häufigsten Irrtümern, die die Nachrichtenlage über Libyen derzeit beherrschen, gehören:
Libyen sei ausschließlich ein Land von Stämmen. Diese Stammestheorie geistert durch alle Medien
und wird auch von manchen sogenannten Experten kolportiert. Aber es stimmt nicht!
Zwar gibt es in Libyen sehr wohl verschiedene Volksstämme, doch die wenigsten ziehen mit
Zelt und Kamel als Nomaden durch das Land. Es sind auch nicht die Stammesführer, die das
Vorgehen der jungen Demokratiebewegung steuern. Die Tuareg im Süden des Landes und der
angrenzenden Nachbarstaaten nehmen eine komplexe Sonderposition ein und sind nur bedingt
geeignet um die Geschehnisse im Land zu erläutern. Gerne analysieren internationale Medien die
Situation in Libyen mit einer allumfassenden Stammestheorie. Leider kursiert auch bei etlichen
Wissenschaftlern das „Stammessyndrom“, um teilweise recht hilflos die Entwicklungen in einem Land,
das viele nur aus der Theorie kennen, aus der Ferne zu analysieren.
Ja, es gibt in Libyen große, sehr wichtige Familienclans, die ihren Zusammenhalt durch eine gemeinsame
Abstammung definieren, aber auch Dynastien, die durch ihre regionale Herkunft Geschlossenheit demonstrieren.
Inzwischen übernimmt Gaddafis Sohn Saif al-Islam in seiner Argumentation ...
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